CH197208A - Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, nichttrocknende Öle. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, nichttrocknende Öle.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, nichttrocknende Öle. Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren zurHerstellung von chlorfreiem, hellem Faktis, durch Anlagerung von Schwefel an fette, halbtrocknende Öle, welches dadurch gekenn zeichnet ist, dass die Öle der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwasserstoff und Schwefel unterworfen werden. Es hat sich gezeigt, dass in analoger Weise auch ein chlorfreier heller Faktis durch An lagerung von Schwefel an fette, nichttrock nende Öle mit Vorteil hergestellt werden kann. Das vorliegende Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass mindestens ein fettes, nicht trocknendes Ö1 der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwasserstoff und Schwefel unter worfen wird. Das Verfahren bietet, wie Ver suche ergaben, den Vorteil einer wesentlichen Erleichterung und Beschleunigung der Poly- merisation genannter Stoffe in Gegenwart von Schwefel. Bisher wird Faktis gewöhnlich durch Be- handlung von pflanzlichen oder tierischen Ölen mit Schwefel in der Wärme hergestellt. Die erhaltenen Produkte haben den Nachteil, ziemlich stark gefärbt zu sein (brauner Faktis), was bei der Verwendung in Mischung mit Kautschuk zur Herstellung heller Gummiwaren störend ist. Ein anderes Verfahren besteht darin, dass die Ausgangsstoffe mit Chlorschwefel in der gälte behandelt werden. Hierbei entstehen helle Produkte (weisser Faktis), die jedoch Chlor enthalten, was für die Weiterverarbei tung vielfach unerwünscht ist. Mittels des vorliegenden Verfahrens wird dagegen chlorfreier heller Faktis gewonnen. Es ist zweckmässig, bei Temperaturen über <B>100"</B> zu arbeiten. Die Reaktion kann häufig durch Zusatz von Katalysatoren begünstigt werden. Als Katalysatoren kommen Sub stanzen in Frage, die als Schwefelüberträger wirken. Werden als solche basische Sub- stanzen benutzt, so sollen die Basen zweck mässig bei den Reaktionsbedingungen, unter denen der Prozess geleitet wird, auf das Öl nicht. oder nur in geringem Male verseifend wirken. Es<B>können z.</B> B. Ammoniak, Hydra zine, aliplratische almirre, aromatische Amine, lreterocyclisahe Amine, Piperidine, Säureamide usw., ferner die als Vulkanisationsbeschleu- niger bekannten Stoffe verwendet werden, wie di- oder trisubstituierte Guanidine, Thiur- amsulfide, Cy clohexyläthylamirre und derglei chen. Die Katalysatoren können einzeln oder im Gemisch miteinander, gegebenenfalls in Gegenwart von festen oder flüssigen Füll- stoffen oder mineralischen Ölen Verwendung finden. Der für die Reaktion benötigte Schwefel- wasserstoff kann als solcher in irgendeinem Aggregatzustand zugeführt werden. Statt des sen können auch solche Chemikalien zuge setzt werden, aus denen während der Reak tion Schwefelwasserstoff frei wird, z. B. Am- morriumsulfhydr@at. Nach der vorherrschenden Anschauung findet bei der Vulkanisation mit Schwefel bezw. Schwefelchlorür eine Anlagerung dieser Stoffe an Doppelbindungen statt. Bei dem vorliegenden Verfahren nimmt auf;er denn Schwefel auch der anwesende Schwefelwasser- stoff an der Reaktion teil, jedenfalls hat sich erwiesen, dass nicht nur der zugefügte Schwefel, sondern auch erhebliche Mengen Schwefel wasserstoff verbraucht werden. Das Verfahren hat, wie sieh zeigte, den Vorteil, dass die Anlagerung von Schwefel bei tieferen Temperaturen ermöglicht wird als nach der üblichen Arbeitsweise durch Er hitzen mit Schwefel, was bei lritzeempfirrd- lichen fetten, nichttrocknenden Ölen von grossem Wert sein kann. Der nach dem neuen Verfahren erhältliche Faktis ist zur Herstellung sowohl von kalt- als auch von heissvulkanisierten hellgefärbten Kautschukwaren vorzüglich geeignet. Der er-firrdurrgsgenräf,')erhältliche, lrelle,völligchlor- freie Faktis ist ein neues Erzeugnis. <I>Beispiel:</I> <B>100</B> kg Ricinusöl werden mit 21 kg Schwefel und 1 kg eines Katalysators, z. B. Tetr-a-methyl-thiuranrdisrrlfid unter Durchlei ten eines kräftigen Stromes von Schwefel- wasserstoff bei<B>1501</B> zur Reaktion gebracht. Nach dem Erstarren der Masse lässt man bei etwa<B>1300</B> stehen, bis die Polymerisation den gewünschten Grad erreicbt trat. Die weitere Verarbeitung erfolgt wie bei gewöhnlichem braunem Faktis. Das erhaltene Erzeugnis ist in dicker Schicht rötlich durchsichtig, in ge mahlener Form gelborange.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von chlorfreiem hellem Faktis, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein fettes, nichttrocknendes Öl der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwas serstoff und Schwefel unterworfen wird. 1JNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dassdieSchwefelanlagerung irr Gegenwart von als Schwefelüberträger wirkenden Stoffen durchgeführt wird. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gemische von als Schwefelüberträger wirkenden Stoffen an gewendet werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet., dass die Reaktion bei Tem peraturen über<B>100'</B> durchgeführt wird.
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