CH197207A - Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle. Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren zur Herstellung von chlorfreiem, hellem Fak- tis durch Anlagerung von Schwefel an fette, halbtrocknende Öle, welches dadurch gekenn zeichnet ist, dass die Öle der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwasserstoff und Schwefel unterworfen werden.
Es hat sich gezeigt, dass in analoger Weise auch ein chlorfreier heller Faktis durch An lagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle mit Vorteil hergestellt werden kann. Das vorliegende Verfahren ist dadurch gekenn zeichnet, dass mindestens ein fettes, trocknen des Öl der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwasserstoff und Schwefel unterwor fen wird. Das Verfahren bietet, wie Versuche ergaben, den Vorteil einer wesentlichen Er leichterung und Beschleunigung der Polymeri- sation genannter Stoffe in Gegenwart von Schwefel.
Bisher wird Faktis gewöhnlich durch Be handlung von pflanzlichen oder tierischen Ölen mit Schwefel in der Wärme hergestellt. Die erhaltenen Produkte haben den Nachteil, ziemlich stark gefärbt zu sein (brauner Faktis), was bei der Verwendung in Mischungen mit Kautschuk zur Herstellung heller Gummi waren störend ist.
Ein anderes Verfahren besteht darin, dass die Ausgangsstoffe mit Chlorschwefel in der Kälte behandelt werden. Hierbei entstehen helle Produkte (weisser Faktis), die jedoch Chlor. enthalten, was für die Weiterverarbei tung vielfach unerwünscht ist.
Mittels des vorliegenden Verfahrens wird dagegen chlorfreier heller Faktis gewonnen. Es ist zweckmässig, bei Temperaturen über 100 zu arbeiten; die Reaktion kann häufig durch Zusatz von Katalysatoren begünstigt werden. Als Katalysatoren kommen Substan zen in Frage, die als Schwefelüberträger wir ken. Werden als solche basische Substanzen benutzt, so sollen die Basen zweckmässig bei den Reaktionsbedingungen, unter denen der Prozess geleitet wird, auf das<B>01</B> nicht oder nur in geringem Masse verseifend wirken. Es können z. B.
Ammoniak, Hy drazine, alipha- tische Amine, aromatische Amine, heterocyc- lische Amine, Piperidirie, Säureamide usw., ferner die als Vulkanisationsbeschleuniger be kannten Stoffe verwendet werden, wie di- oder trisubstituierte Guanidine, Thiuramsul- fide, Cyclohexyläthylamine und dergleichen.
Die Katalysatoren können einzeln oder für Gemisch miteinander, gegebenenfalls in Ge genwart von festen oder flüssigen Füllstoffen oder mineralischen Ölen Verwendung finden.
Der für die Reaktion benötigte Schwefel wasserstoff kann als solcher in irgend einem Aggregatzustand zugeführt werden. Statt des sen können auch solche Chemikalien zuge setzt werden, aus denen während der Reak tion Schwefelwasserstoff frei wird, z. B. Am- moniumsulfhydrat.
Nach der vorherrschenden Anschauung findet bei der Vulkanisation mit Schwefel bezw. Schwefelchlorür eine Anlagerung die ser Stoffe an Doppelbindungen statt. Bei dem vorliegenden Verfahren nimmt ausser dem Schwefel auch der anwesende Schwefelwas serstoff an der Reaktion teil, jedenfalls hat sich erwiesen, dass nicht nur der zugefügte Schwefel, sondern auch erhebliche Mengen Schwefelwasserstoff verbraucht werden.
Das Verfahren hat, wie sich zeigte, den Vorteil, dass die Anlagerung von Schwefel bei tieferen Temperaturen ermöglicht wird als nach der üblichen Arbeitsweise durch Er hitzen mit Schwefel, was bei hitzeempfind- lichen fetten, trocknenden Ölen von grossem Wert sein kann.
Der nach dein neuen Verfahren erhält liche Faktis ist zur Herstellung, sowohl von kalt- als auch von heissvulkanisierten, hell gefärbten Kautschukwaren vorzüglich geeig net. Der erfindungsgenriiss erlräitlielre helle, völlig chlorfreie Faktis ist eire neues Erzeug nis.
<I>Beispiel 1:</I> 200 kg Leinöl werden rnit 60 kg Schwe fel und 4 kg p- Aerinobeirzoesäure-.ithylester unter dauerndem Durchleiten eines kräftigen Stromes von Schwefelwasserstoff auf 130 erhitzt. Nach dem Festwerden lässt man die Masse bei etwa 125 stehen, bis der ent standene Faktis die gewünschte Festigkeit erreicht hat. Nunmehr wird der noch nicht verbrauchte Schwefelwasserstoff entfernt und der Faktis aus dein Kessel herausgenommen. Er ist in gemahlener Form hellgelb.
<I>Beispiel 2:</I> 300 kg trocknender hellrötlicher Fischtran werden mit 63 kg Schwefel und 2 kg Pipe- ridin angerieben und unter beständigem Rüh ren in einer fortlaufend ergänzten Schwefel- wasserstoffatrnosphäre auf 135 erhitzt. Nach mehreren Stunden wird das Öl dicker, nur schliesslich zu einer klebrigen Masse zu er starren.
Diese wird noch so lange ungefähr auf der Reaktionstemperatur gehalten, bis die Polymerisation zri dem gerade gewünschten Grade fortgeschritten ist, worauf das Reak tionsgefäss nach Entfernen des überschüssigen Schwefelwasserstoffes entleert wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von chlorfreiem helleer Faktis, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein fettes, trocknendes Öl der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwas serstoff und Schwefel unterworfen wird. UNTERAN SPRrt1CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwefelanlage rung in Gegenwart von als Schwefelüber- träger wirkenden Stoffen durchgeführt wird. 2.Verfahren nach Urrteransprueh 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gemische von als Schwefelüberträger wirkenden Stoffen an gewendet werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion bei Tem peraturen über 100 durchgeführt wird.
Applications Claiming Priority (2)
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