CH197207A - Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle.

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CH197207A
CH197207A CH197207DA CH197207A CH 197207 A CH197207 A CH 197207A CH 197207D A CH197207D A CH 197207DA CH 197207 A CH197207 A CH 197207A
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Alexander & Posnansky Fa Dr
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  Verfahren zur Herstellung eines     Faktis    durch Anlagerung von  Schwefel an fette, trocknende Öle.    Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren  zur Herstellung von chlorfreiem, hellem     Fak-          tis    durch Anlagerung von Schwefel an fette,  halbtrocknende Öle, welches dadurch gekenn  zeichnet ist, dass die Öle der gleichzeitigen  Einwirkung von Schwefelwasserstoff und  Schwefel unterworfen werden.  



  Es hat sich gezeigt, dass in analoger Weise  auch ein chlorfreier heller     Faktis    durch An  lagerung von Schwefel an fette, trocknende  Öle mit Vorteil hergestellt werden kann. Das  vorliegende Verfahren ist dadurch gekenn  zeichnet, dass mindestens ein fettes, trocknen  des Öl der gleichzeitigen Einwirkung von  Schwefelwasserstoff und Schwefel unterwor  fen wird. Das Verfahren bietet, wie Versuche  ergaben, den Vorteil einer wesentlichen Er  leichterung und Beschleunigung der     Polymeri-          sation    genannter     Stoffe    in Gegenwart von  Schwefel.  



  Bisher wird     Faktis    gewöhnlich durch Be  handlung von pflanzlichen oder tierischen    Ölen mit Schwefel in der Wärme hergestellt.  Die erhaltenen Produkte haben den Nachteil,  ziemlich stark gefärbt zu sein (brauner     Faktis),     was bei der Verwendung in Mischungen mit  Kautschuk zur Herstellung heller Gummi  waren störend ist.  



  Ein anderes Verfahren besteht darin, dass  die Ausgangsstoffe mit Chlorschwefel in der  Kälte behandelt werden. Hierbei entstehen  helle Produkte (weisser     Faktis),    die jedoch  Chlor. enthalten, was für die Weiterverarbei  tung vielfach unerwünscht ist.  



  Mittels des vorliegenden Verfahrens wird  dagegen chlorfreier heller     Faktis    gewonnen.  Es ist zweckmässig, bei Temperaturen über  100   zu arbeiten; die Reaktion kann häufig  durch     Zusatz    von     Katalysatoren    begünstigt  werden. Als Katalysatoren kommen Substan  zen in Frage, die als     Schwefelüberträger    wir  ken. Werden als solche basische Substanzen  benutzt, so sollen die Basen zweckmässig bei  den Reaktionsbedingungen, unter denen der      Prozess geleitet wird, auf das<B>01</B> nicht oder  nur in geringem Masse     verseifend    wirken. Es  können z. B.

   Ammoniak,     Hy        drazine,        alipha-          tische    Amine, aromatische Amine,     heterocyc-          lische    Amine,     Piperidirie,        Säureamide    usw.,  ferner die als     Vulkanisationsbeschleuniger    be  kannten Stoffe verwendet werden, wie     di-          oder        trisubstituierte        Guanidine,        Thiuramsul-          fide,        Cyclohexyläthylamine    und dergleichen.

    Die Katalysatoren können einzeln oder für  Gemisch miteinander, gegebenenfalls in Ge  genwart von festen oder flüssigen     Füllstoffen     oder mineralischen Ölen Verwendung finden.  



  Der für die Reaktion benötigte Schwefel  wasserstoff kann als solcher in irgend einem  Aggregatzustand zugeführt     werden.    Statt des  sen können auch solche Chemikalien zuge  setzt werden, aus denen während der Reak  tion     Schwefelwasserstoff    frei wird, z. B.     Am-          moniumsulfhydrat.     



  Nach der vorherrschenden Anschauung  findet bei der     Vulkanisation    mit Schwefel       bezw.        Schwefelchlorür    eine Anlagerung die  ser Stoffe an Doppelbindungen statt. Bei dem  vorliegenden Verfahren nimmt ausser dem  Schwefel auch der anwesende Schwefelwas  serstoff an der Reaktion teil, jedenfalls hat  sich erwiesen, dass nicht nur der zugefügte  Schwefel, sondern auch erhebliche Mengen  Schwefelwasserstoff     verbraucht    werden.  



  Das     Verfahren    hat, wie sich zeigte, den  Vorteil, dass die Anlagerung von Schwefel  bei tieferen Temperaturen ermöglicht wird  als nach der üblichen Arbeitsweise durch Er  hitzen mit Schwefel, was bei     hitzeempfind-          lichen    fetten,     trocknenden    Ölen von grossem  Wert sein kann.  



  Der nach dein neuen Verfahren erhält  liche     Faktis    ist zur Herstellung, sowohl von  kalt- als auch von     heissvulkanisierten,    hell  gefärbten Kautschukwaren vorzüglich geeig  net. Der     erfindungsgenriiss        erlräitlielre    helle,  völlig chlorfreie     Faktis    ist     eire    neues Erzeug  nis.  



  <I>Beispiel 1:</I>  200 kg Leinöl     werden        rnit    60 kg Schwe  fel und 4 kg p-     Aerinobeirzoesäure-.ithylester       unter dauerndem Durchleiten eines kräftigen  Stromes von Schwefelwasserstoff auf 130    erhitzt. Nach dem Festwerden lässt man die  Masse bei etwa 125   stehen, bis der ent  standene     Faktis    die gewünschte Festigkeit       erreicht    hat. Nunmehr wird der noch nicht  verbrauchte Schwefelwasserstoff entfernt und  der     Faktis    aus dein Kessel     herausgenommen.     Er ist in gemahlener Form hellgelb.  



  <I>Beispiel 2:</I>  300 kg trocknender hellrötlicher Fischtran  werden mit 63 kg Schwefel und 2 kg     Pipe-          ridin    angerieben und unter beständigem Rüh  ren in einer fortlaufend ergänzten     Schwefel-          wasserstoffatrnosphäre    auf 135  erhitzt. Nach  mehreren Stunden wird das Öl dicker, nur  schliesslich zu einer klebrigen Masse zu er  starren.

   Diese wird noch so lange ungefähr  auf der     Reaktionstemperatur    gehalten, bis die       Polymerisation        zri    dem gerade     gewünschten     Grade fortgeschritten ist, worauf das Reak  tionsgefäss nach Entfernen des überschüssigen       Schwefelwasserstoffes    entleert wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von chlorfreiem helleer Faktis, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein fettes, trocknendes Öl der gleichzeitigen Einwirkung von Schwefelwas serstoff und Schwefel unterworfen wird. UNTERAN SPRrt1CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwefelanlage rung in Gegenwart von als Schwefelüber- träger wirkenden Stoffen durchgeführt wird. 2.
    Verfahren nach Urrteransprueh 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gemische von als Schwefelüberträger wirkenden Stoffen an gewendet werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion bei Tem peraturen über 100 durchgeführt wird.
CH197207D 1934-03-26 1935-03-21 Verfahren zur Herstellung eines Faktis durch Anlagerung von Schwefel an fette, trocknende Öle. CH197207A (de)

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