Verfahren zur Herstellung von veredelten, nicht zur Ernährung von Menschen und Tieren bestimmten pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten und anderen Glszeriden der Fettsäuren. Die bekannten R.affinationsmethoden für Öle und Fette beruhen teils auf physikali- seher, teils auf chemischer Grundlage.
Zu den physikalischen Methoden gehört bei spielsweise das Dämpfen der Fette mit hoch- gespanntem Dampf, zu den chemischen die Behandlung mit Aktivkohle, Bleicherde, Wasserstoffsupero-gyd, sohwefligerSäure und dergl. Der Nachteil dieser bekannten Ver fahren ist der, dass, sie zu teuer sind und komplizierte Fabrikationsanlagen notwendig machen.
Es ist ferner vorgeschlagen worden, Gly- zeride der Fettsäuren durch unmittelbare Anwendung von Mikroorganismen zu ver edeln. Die auf diesem Wege raffinierten Produkte entsprechen aber keineswegs den Anforderungen der Praxis.
Es wurde nun .gefunden, da3 veredelte, nicht zur Ernährung von Menschen; und Tie ren: bestimmte pflanzliche und tierische Öle und Fette und andere Glyzeride der Fett säuren, die zum Beispiel bezüglich des Ge ruches, der Haltbarkeit und Konsistenz ver- bessert sind, dadurch in restlos befriedigen der Weise erhalten:
werden, wenn die zu ver- ,edieInden Stoffe mit einem .gärfähigen art fremden Substrat, das mit Hilfe von Mikro organismen zu lebhafter Gärtätigkeit ge bracht wird, innig vermischt werden und das Behandlungsgut nach Beendigung der Gärtätigkeit von den Stoffweehselprodukten abgetrennt wird.
Die Einwirkung der Nikro- organismen kann dabei dusoh entsprechende, an sich bekannte Steuerung der Gärvorgänge günstig beeinflusst werden.
VOT, während oder nach der Behandlung mit .den durch Mikroorganismen in Gärung versetzten artfremden Nährböden können auch ungeformte Fermente zur Einwirkung auf die zu behandelnden Materialien ge bracht werden. Diese Fermente können in Lösung, z. B. Wasser, vor, während oder nach der Behandlung mit gärenden -Nähr böden verwendet werden.
Im Gegensatz zu den bekannten, rein chemischen und phy si- kalischen Verfahren handelt es sich also hier um eine auf biologischer Grundlage be- ruhende Methode, die sich von den bekann ten, unbefriedigenden biologischen Methoden ginzndsätzlich durch die Verwendung art fremder Nährböden und durch die Reinigung des Behandlungsgutes von den Gärprodukten unterscheidet.
Als besonders wirksam haben sich 7uclier- vergärende. 'Mikroben, wie Saecharomyceten (Hefen) erwiesen, ferner auch Säurebildner. z. B. Milehsäureerzeuger, wie Bacillus Delbrücki, Bacillus Leichmann, Bacillus Bulgariens, Streptococcus thermophilus oder andere Säurebildner, wie z.
B. Propionsäure, Buttersäure und andere organische Säuren erzeugende Mikroben usw. Es können auch mehrere dieser Mikroben gleichzeitig oder nacheinander verwendet werden.
Als Nährböden kommen in Frage: CTä r- fähige Kohlehydrate bezw. sprezifische Sub strate, die die Mikroben zur vollen Lebens- tätigkeit anregen, z. B.
Abkochen und Auf güsse von Tier- oder Pflanzenstoffen, die alle für die Lebensfähigkeit der 1Tikroben notwendigen Nähr- und Aufbaustoffe ent halten, auch Raulin'sche Lösung (Zucker- Lösung, enthaltend Ainmoniumnitrat, Am moniumphosphat, Aminoniumsulfat, lialiuin- karbonat, Iialiumsilil:at, Magnesiumsulfat, Eisensulfat, Zinksulfat).
Von den ungeformten Fermenten haben sieh in erster Linie. Pepsin, Papain, Lab und Diastase bewährt. Diese Fermente haben sich in erster Linie zur Vor- und Nachbehand lung der Ole und Fette als geeignet erwie sen. Die Fermente können ,jedoch auch gleichzeitig mit den Mikroorganismen zur Anwendung gebracht werden. So ist es z. B.
möglich, La-b mit einer alkoholischen Gä rung (Hefegärung) zu kombinieren. Ander seits kann man auch diese Fermente mit Alkohol- oder Säurebildnern bezw. Ge mischen davon kombinieren, wenn man da- für sorgt, dass das jeweils erforderliche pH vorhanden ist. In manchen Fällen hat. es sich als zweckmässig erwiesen, die ent stehende Milchsäure z.
B. durch Pufferge mische oder Caleiumcarbonal bezw. Magne- siumca.rbonat kontinuierlich abzustumpfen.
Vorteilhaft wird in der Weise gearbeitet, dass während der Vergärung das zu raffi- nierenele Produkt, gegebenenfalls zusammen mit der Fermentlö.sung, mit der gärenden Zuckerlösung gemischt oder emulgiert und nach erfolgter Fermentation von der ver gorenen Lesung abgetrennt und ausge- waschen wird.
Der Vorteil des Verfahrens liegt darin. dass bei der fermentativen Behandlung die Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen in statu nascendi auf die zu raffinierenden Produkte einwirken, wodurch eine besonders nachhaltige Wirkung erzielt wird.
Die Fer- inentation verläuft derart, da.ss das zu belian- delnde Produkt in den Stoffwechselzyklus der Bakterien eingeschaltet wird.
Die dabei entstehenden Reaktionen können durch Ein haltung bestimmter Aciditäten, gegebenen falls unter Zugabe von geeigneten Puffer gemischen oder Cale.iumearbonat hezw. Magnesiumcarbonat und Einhaltung be stimmter Temperaturen wesentlich aktiviert und durch.
Hinzugabe bestimmter Nährsalze oder Katalysatoren oder Aktivatoren becin- flusst werden.
Aciditäten von pn 4-7 haben sich als zweckmässig erwiesen. Die Tempe raturen schwanken je nach den angewandten Mikroben zwischen Zimmertemperatur und <B>50'.</B> Als Aktivatoren für die ungeformten Fermente kommen beispielsweise Chloride wie Natriumchlorid, als Katalysatoren für die mikrobielle Gärung, insbesondere Hefe gärung, Leicht- und Sch-,vermetalle,
deren Oxyde bezw. Hy droxyde (gege-benenfalls in kolloidaler Form), und Salze wie z. B. Zinn, Nickel, Zinkoxyd, Nickelcarbonat, Mangan salze, Zinnolilorii.r, Na.triumsulfit und andere in Frage. Die Metalle und ihre Verbindun gen werden jedoch mit Rücksicht auf ihre baktericide Wirkung in sehr geringen Men gen (beispielsweise etwa 0,5 M zugesetzt, um die Fermentation nicht zu unterbinden..
Auch. yverden vorteilhaft Mischungen solcher Metallverbi dungen verwendet, da die aus solchen Mischungen gebildeten neuen Salze im frisch gebildeten Zustande wirksamer sind als fertige Präparate. So ist zum Bei spiel eine Mischung aus Na"S03 und SnCh wirksamer .als fertiges SnS03. Die üblichen Nährsalze wie Magnesiumsulfat, galium- carbona-t,
Ammoniumphosphat oder dergl., werden in hinreichender Menge zugesetzt. Allgemein gilt, :dass die von Gäruugsvor- gängen aller Art bekannten Reaktionssteue- rungen durch Zusatz von Substanzen, wie z.
B. Natriumssulfit, Magnesiwmsulfat und andern, Ultraviolettbestrahlung und dergl. sich sinngemäss auch :bei der Fermentation der Glyzeride der Fettsäuren anwenden lassen.
Zur Aktivierung der Fermentationsvor- gä.uge hat sich eine kontinuierliche, milde Oxydation, die die bakterielle Tätigkeit nicht unterbindet, als vorteilhaft herausgestellt. Diese Oxydation kann zum Beispiel durch Luftdurchleitung, vorsichtige Ozonisierung, allmähliche Zugabe von Peroxyden, Per manganat, Wasserstoffsuperoxyd usw. erfol gen. Während der Gärung können also in einem derartigen Fälle durch die biologischen Einflüsse Reduktionen und gleichzeitig eine verstärkte Oxydation erfolgen.
Durch die gleichzeitige Oxydation wird eine Stabili- sierung :des Produktes erzielt und entgegen der allgemein gültigen Auffassung, dass anaerobe Bakterien und Fermente nur unter Luftabsohluss ihre Wirkung ausüben kön nen, trat sich herausgestellt, dass- die An wesenheit von Luft .gerade notwendig ist.
Es hat sich - und dies ist bereits aus der Lite ratur bekannt (vergleiche zum Beispiel P. Lindner: "Mikroskopische Betriebskon trolle in den Gärungsgewexben" Band 5, 6.
Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin<B>1930,</B> Seite 624) - gezeigt, dass, sehr wohl zum Beispiel anaerobe Milchsäurebildner bei Be lüftung, d. h., unter oxydativer Wirkung in den aeroben Zuo.tand übergeführt werden können und trotzdem ihre Tätigkeit weiter ausüben.
So hat Beyerinck den. Bacillus fer- mentum bei reichlichem Luftzutritt in den Bacillus Delbrücki übergeführt, d. h. in eine nur wenig säuernde, auf Agar aber sehr gut wachsende Form.
Die Tatsache, dass anaerobe Bakterien in eine aerobe Modifikation über- geführt werden :können, ermöglicht ausser der Anwendung der aeroben Form des Orga- nismusses die gleichzeitige Oxydation wäh rend der Fermentation. Dies ist deshalb wichtig, weil @dadurch gewisse, durch die Fermentation entstehende Abbauprodukte kontinuierlich aufoxydiert zu werden schei nen.
Zweckmässig wird dieser aerobe Zustand der Bakterien auo:genutzt, da eine zufrieden- stellende Vemdlung nur durch die fermen- tative Einwirkung bei gleichzeitiger Anwen dung milder Oxydationsmittel erreicht wird.
Die an sich widerspruchsvoll erscheinende Anwendung von Oxydationsmitteln in so milder Form, dass sie weder bakterien- noch fermentzerstörend wirken, ist also, wie ge funden wurde, eine Bedingung zur Errei chung des bereits früher vergeblich ange strebten Effektes.
Durch das beschriebene Verfahren wird nicht nur eine wesentliche Verbesserung des Geruches erzielt, sondern gleichzeitig eine starke Bleichwirkung und Konservierung. Hins.iehtlich :
der Konservierung ist von Vor teil, dass" abweichend von der üblichen bio logischen Konservierung nach erfolgter Ein wirkung ,der Mikroben, diese samt ihren Stoffwechselprodukten, .z. B. durch Aus waschen vom Ausgangsmaterial völlig abge trennt werden. Die gebildeten. Säuren (z. B.
Milchsäure) oder andere Stoffwechselpro.- dukte, die bei den üblichen Konservierungs methodenstets im Material verbleiben, sind also entfernt. Trotzdem bekommt das Aus- ,gangmateria1 eine viel längere Haltbarkeit als das unbehandelte und eine grössere Wider- standsfähigk:eit gegen Wärme- und Lieht- einfluss:. ,So kann man z.
B. Sojaöl, Erdnussöl, Leinöl, Rüböl, Cottonöl, Maisöl und andere, wie auch Rindertalg, Schweinefett in der ge- schilderten. Weise behandeln. Es handelt sich nicht nur darum, die be treffenden Rohprodukte, zu veredeln. sondern :
Hall kann auch Ü1,_- und Fette, die durch Lagerung gelitten laben (Ranzigkeit), wie der in ihren urspriinglichen Zustand ver setzen. Typisch für die Wirkung des Ver fahrens ist. ts, dass zum Beispiel bei den pflanzlichen Ülen der unerwünschte Eigen geruch des Rohproduktes völlig verschwin det iiiid einem neutralen, stark dem Olivenöl ähnelnden weicht.
Bei den tierischen Fetten wie. zum Beispiel Rindertalg, gelingt es, den dem Fett anhaftenden, nur schwer zii ent fernenden tierischen Geruch völlig zu besei tigen und ein Neutralfett zu erzeugen, was zum Beispiel bei Talg nach dem heutigen Stande der Technik nicht möglich ist.
Einen wichtigen Rauin nehmen die Fisch- trane und Fischöle. ein. -Hier werden nach vorliebendem Verfahren Produkte gewonnen. die absolut indifferent im Geruch sind und einen Ersatz für die mühseligen Härtungs- und Desodorisierungsverfahren bieten sollen.
Zii bemerken ist. class die Einwirkung der Mikroben im geschilderten Sinne nicht nur auf die<B>Ob,</B> und Fette direkt- erfolgen kann. "ondeiti auch indirekt auf die zerkleiticrten 3usgangsnia.teizalien derselben wie z. B.
Sojabohnen. Baumwollsamen, Raps, llupi- rien etc. Die auf diese Weise vorbehandelten Produkte ergeben bei der Ölgewinnung ein ,ehr reines<B>01</B> im Gegensatz zu den nicht vorbehandelten.
Erwähnenswert ist ferner der Umstand, dass die bei der Olgewinnung durch Pressung anfallenden Pressrfckstän < le. die normalerweise nur ein<B>61</B> zweiter Quali tät geben. nach obigem Verfahren behandelt, öle einwandfreier Beschaffenheit liefern.
Dieses Verfahren lässt sich auch mit aus gezeichnetem Erfolg zur Gewinnung von Feintalg aus Rohtalg bezw. von Fetten aus tierischen. Rohstoffen und zu deren Ver edlung verwenden. Feintalg, das sogenannte Premier jus, wird znr Zeit durch Aus schmelzen von Rohtalg bei verhältnismässig hohen Temperaturen (ca. 60 und mehr) ge wonnen und bei noch höheren Temperaturen geklärt. Der auf diese Weise gewonnene Talg hat eine gelbe Farbe, einen typischen Talggeruch, ist hart, und bröcklig.
Die Aus- beute des bekannten Verfahrens beträgt. nur <B>78%,</B> da die Grieben viel Fett zurückhalten. Die Grieben werden geröstet und zu Kuchen gepresst als Viehfutter verkauft. Behandelt man nun den Rohtalg erfindungsgemäss mit durch Bakterien in Gärung versetzten., art fremden Nährböden, so wird das Zellgewebe sehr fein zerlegt (mazerisiert), so dass fast (las ganze Fett freigegeben wird.
Die Aus beute steigt auf etwa<B>90%.</B> Ein weiterer Vorteil ist, dass die biologische Einwirkung unterhalb der Schmelztemperatur :des Talges stattfindet., so dass sich das Fett nicht durch die Einwirkung hoher Temperaturen verfär ben kann und ein weisses Produkt erzielt wird.
Da bekanntlich durch Erhitzen die Verdaulichkeit der Eiweissstoffe beträchtlich herabgesetzt wird, behalten die Grieben im Gegensatz zu den bekannten, mit hohen Temperaturen arbeitenden Verfahren ihre volle Verdaulichkeit. Ausserdem sind die ge wonnenen Grieben fein aufgeschlossen und von angenehmem Gxeschmack, so dass sie so gar für die menschliche Ernährung brauch bar sind, z. B. als Streckmittel für Wurst- füllungen und dergl.
Im Gegensatz zu dem bekannten Auf scliluss von Talg durch 3silchsäureerreger. der unter Verwendung anaerober Bakterien unter völligem Luftabschluss ausgeführt worden ist und sehr lange Aufschlusszeiten. z.
B. bis zu sechs Tagen erforderte, wird vorteilhaft der Aufschluss und die Veredlung <B>düs</B> Rohproduktes mit Hilfe anaerober Bak terien gerade bei Anwesenheit von Luft bezw. von Oxydationsmitteln -wie oben be schrieben, ausgeführt. Dabei erfahren die anaeroben Bakterien eine Veränderung ihrer Eigen Gchaften, und es wird ausserdem eine gleichzeitige gelinde Oxydation während der Fermentation hervorgerufen.
Die für den Aufschluss der Rohprodukte massgebende Veränderung der anaeroben Bakterien kann dadurch bewerkstelligt wer den, dass der zweckmässig mechanisch zer- klein-orte Rohtalg mit einem Nährboden, z. B. einer gärfähigen; Zuckerlösung, die ge gebenenfalls mit entsprechenden Nährsalzen versetzt und mit Bakterien beimpft ist; mit einem kräftigen Rührwerk .gemischt wird.
Durch das Rühren wird stets eine bestimmte Menge Luft in das Gemisch hineingerührt, so da-ss, die erwünschte Oxydation und Belüf tung erfolgt. Selbstverständlich kann auch ein kräftiger Luftstrom während der Fer mentation eingeleitet werden. Auch Oxy dationsmittel, wie, z.
B. Wa,sserstoffsup-er- oxyd, in vorsichtiger, unterhalb der bakteri- ciden Wirkung bleibender Dosierung oder Lösung von Persalzen oder dergl. können zugesetzt werden.
Als Bakterien kommen im - erster Linie Milchsäureerzeuger, wie z. B. Bacillus bul- garious., Streptococcus th@ermophilus, Bacil- lus Delbrüeki, Bacillus Leichmann u. a. in Frage.
Ausslerdem können zur Abseheidung des Proteins, bezw. zur Zerlegv.ng des. Zell gewebes Enzyme wie z. B. Lab, Pepsin und ähnliche eiweissabbauende Fermente verwen det werden.
Durch die Einwirkung der erzeugten 1VIilchsäure in statu nascendi bezw. der ei weissabbauenden Fermente wird das Zell gewebe so fein zerlegt"dass- es das Fett nicht mehr zurückhalten kann und gleichzeitig das Fett selbst veredelt.
Es ist bekannt, dass ungeformte Fer mente, wie z. B. Pepsin, Lab, Diastase und dergl. optimal unter völligem Luftabsehluss" d. h. unter Vermeidung jeder Oxydation, wirken. Durch,die Belüftung wird die Wirk samkeit der ungeformten Fermente selbst verständlich herabgesetzt, der Mangel an Aktivität jedoch überkompensiert durch die erwähnten günstigen Oxydationswirkungen.
Dasselbe gilt sinngemäss für die anaeroben Bakterien, besonders in den Fällen, wo das anaerobe Bakterium nicht in eine aerobe Modifikation übergeführt wird.
Da es sich bei derartigen bakteriellen Fermentationen um die Wirkung bestimm- ter Enzyme handelt, kann die Fermentation auch mit Kombinationen dieser bakteriellen Lösungen mit den isolierten. ungeformten Enzymen selbst, wie z. B. mit Hefepresssaft, Autolysaten mit enzymatischer Aktivität, durchgeführt werden.
Anderungen und Verbesserungen des ge- ruchlichen Charakters von Glyzeriden oder Fettsäuren können auch durch auf biologi schem Wege durchgeführte Veresterungen er folgen, die mit,den bisher aufgeführten Gär- vorgängen kombiniert werden.
Solche Vereste- rungen erfolgen einmal in der Weise, dass in den Glyzeriden vorhandene freie Fett säuren mit dem durch den Fermentations@- prozess erzeugten Alkohol verestert werden. Zwangsläufig entstehen ferner bereits Ver- esterungen bei .gemischter alkoholischsaurer Gärung (z.
B. von Hefe und Bacillus bul- garicus). @Solche.Veresterungen sind zum Bei spiel gegebenenfalls in Anwesenheit von Athyl-, Butyl- und andern, höhern Alko holen mit Buttersäurebakterien, Milchsäure bakterien, Essigsäurebakterien,
insbesondere Dacterium acetosum und verschiedenen He fen und Kombinationen dieser Organismen zu erzielen. Selbstverständlich wird man von an sich schädlichen. Bakterien, wie z. B. But- tersäurebakterien nur so viel verwenden, als jeweils zur Veresterung erforderlich ist.
In allen Fällen hat es sieh als vorteilhaft erwiesen, @dass1 mit der fermentativen Ein wirkung die bereits mehrfach erwähnte milde Oxydation des zu behandelnden Pro- @duktes vorgenommen wird.
Bezüglich der Hefen ist zu erwähnen, @dass; diese bei der einfachsten Form der Oxy dation, d. h. bei Luftdurchleitung, eine be sonders rege Lebenstätigkeit entfalten, wie es ja aus den soggenannten Lufthefeverfahren bekannt ist.
In diesem Fall ist im Gegen satz zu der Verwendung anaerober Bakterien der Optimalfall begeben, denn es ist selbst verständlich erwünscht, dass die fermen- tativen Einflüsse so kräftig wie möglich er folgen..
Das Verfahren eignet sich im besonderen dazu, die üblichen Raffinationsverfahreu wie Bleichung, Dämpfung stark abzukürzen und so eine wesentliche Verbilligung des Produktionsprozesses zu erzielen, die Här tung für Fischöle weitgehendst zu ersetzen.
Sehr empfehlenswert ist eine Kombination der üblichen Raffinationsverfahren mit dem biologischen. So kann zum Beispiel an eine vorgehende Bleichung und Dämpfung obiges Verfahren angeschlossen werden.
Zweck mässiger ist es noch, die biologische Behand lung zuerst auszuführen und hieran an schliessend die üblichen Raffinationsverfah- ren wie Entsäurung, Bleichung und Dämp fung folgen zu lassen. Ein sehr starker Ef fekt wird erzielt, wenn man den zu behan delnden Olen und Fetten bei der Fermen- tation im geschilderten Sinne die üblichen Bleichmittel, Bleicherde, Silikagel, Aktiv kohle oder Gemische dieser der Emulsion bei der Bebrütung zusetzt.
Auch hat es sich als zweckmässig erwiesen, im Verlaufe der Fer mentation durch die Emulsion Gase, wie z. B. Luft, Kohlensäure oder andere, die keinerlei die Fette schädigende Einwir kung hervorrufen, hindurchzuschicken.
Beispiel 100 kg Waltran werden mit 100 kg einer gärfähigen, etwa. 3%igen, Zuckerlösung, die mit etwa 5 kg Presshefe beimpft ist, unter Luftdurchleitung emulgiert. Nachdem die Gärung angegangen ist, werden der Emul sion etwa 2 kg neutrales. Natriumsulfit zuge fügt und gleichzeitig als Katalysator, um die Reduktionsvorgänge zu beschleunigen, zum Beispiel etwa 500 gr Zinnehlorür zuge setzt.
Die Emulsion wird ca.. 6 Stunden un ter kräftiger Luftdurchleitung auf einer Temperatur von ca. '30 gehalten. Nach die ser Zeit wird die Luftdurehleitung unter- brochen, so dass das Fett sich von der Gär lösung scheiden kann. Diese wird nun abge lassen und der so raffinierte Tran gewaschen, gegebenenfalls neutralisiert und filtriert.
Der Vorgang kann einmal oder mehrmals wiederholt werden. - Das Erzeugnis dient zur Herstellung kosmetischer Präparate, so wie zum Imprägnieren von Leder. Beispiel <I>2:</I> 100 kg Erdnuss,öl werden mit etwa 50 Liter Wasser, das etwa im Verhältnis 1 :
10 000 mit Labferment versetzt ist, unter Liuft- durchleitung bei einer Temperatur, die zwi schen ä i und 40' liegt, emulgiert. Nach 2 Stunden wird die Luftdurchleitung abge stellt, das<B>Ö</B>l scheidet sich von der Ferment lösung, diese wird abgelassen und das 01 von den ausgeschiedenen Eiweissstoffen durch Filtration oder Zentrifugieren getrennt.
Nach dieser Vorbehandlung wird das Öl er- iieLit mit der gleichen Menge einer gärfälli gen Zuckerlösung (z. B. Invertzucker), die mit 5 kg einer Mischkultur von Baeillus bul- garicus und Streptococcus thermophilus be- impft ist,
emulgiert. (Diese Kultur kann in der Weise gezüchtet werden, dass man 5 Liter einer Raulin'sehen Lösung mit einer Kultur der beiden Organismen beimpft und bei etwa 42 bebrütet, bis die optimale Azidität er reicht ist.) Zweckmässig wird die Kultur, bevor sie für die Impfung des Nährbodens verwendet wird, neutralisiert (abgestumpft).
Nach der Beimpfung des Nährbodens wird bei einer Temperatur von etwa 42 der Nährboden mit dem Ö1 unter Luftdurchlei tung emulgiert. Nach etwa 6 Stunden wird die Luftdurchleitung unterbrochen und wie in Beispiel 1 verfahren. - Das Erzeugnis findet in der Seifenindustrie Verwendung.
<I>Beispiel 3:</I> 1000 kg roher, unverarbeiteter Talg wer den in üblicher \Veise in einem Wolf zer kleinert und mit etwa 1:500 Liter einer M gen igen Invertzuckerlösung, die mit etwa 5 % einer Mischkultur mit Streptococcus ther- inophilus und Bacillus bulgariu,s geimpft ist, in ein entsprechendes Gefäss getan.
Die er- w-äh.nte Mischkultur wird zum Beispiel auf einer Raulin'schen Lösung gezüchtet und, nachdem sie eine Acidität, die das Optimum der Säurung darstellt, erreicht hat,
abge stumpft und als Impfmaterial verwandt. Das vorerwähnte Gemisch von zerkleiner tem Rohtalg und beimpftem Nährboden wird bei einer Temperatur, die der Züchtungs- temperatur ,der Mikroorganismen entspricht, unter intensiver Luftdurchleitung gemischt. Nach, ca. 6 bis & ,
Stunden ist das Zellgewebe soweit aufgeschlossen, dass das Fett ihm ent zogen werden kann. Der Nährboden wird nunmehr an einem untern Ablasshahn abge lassen. Dann wird das Produkt mit heissem Wasser gewaschen, wobei der Talg schmilzt. Nach dem Ausschmelzen wird das Wasch- wasser mit den Grieben abgelassen. Die Grieben werden separiert aufgefangen.
Zweckmässig wird durch an sich bekanntes Nachgiessen von etwas Salzwasser die Klä rung des Talges oberhalb seines Schmelz- punktes begünstigt. Eine weitere Qualitäts- steigerung wird durch die einmalige oder mehrmalige Wiederholung des oben geschil derten Fermentationsprozesses nach Ab- scheidung des aufgeschlossenen Zellgewebes (Grieben) erzielt.
- Wie vorher ausgeführt, kann dieses Ausführungsbeispiel auch in Kombination mit einer Behandlung durch ungeformte Fermente durchgeführt werden. Das Erzeugnis findet in der Seifenindustrie Verwendung.
<I>Beispiel</I> 4.: Sojaöl wird, gegebenenfalls nach vor heriger Entsäuerung, mit dem betreffenden Nährmedium, das die Mikroben samt ihren Nährstoffen enthält, wie z. B. Hefen und gärfähige gohlehyrlrate, unter dauerndem Rühren emulgiert und der optimalen Bebrü- tungstemperatur ausgesetzt. Der Prozess kann, wie hier angegeben, erfolgen unter gleichzeitiger Hinzufügung -- gegebenen falls.
geringer Mengen - von Bleicherde, Silikagel und Aktivkohle. Auch kann man gewisse Gase, wie z. B. Luft, während der ganzen Fermentation durch die Emulsion hindurchleiten. Nachdem die Fermentation zum Abschluss: gekommen ist, wird das Öl bezw. Fett von der Gärflüssigkeit sorgfältig getrennt, sei es durch Zentrifugieren oder Filtrieren, und einem ganz kurzen Wa- schungsprozess unter Zugabe eines schwach wirkenden Neutralisationsmittels, wie z. B.
Natriumbicarbonat, Ammoniak, mit heissem Wasser unterzogen. Dieser Prozess der Per- mentation und Waschung wird zweckmägng nach Bedarf ein- oder mehrmals wiederholt. Das Erzeugnis. dient zur Herstellung von Anstrichfarben für Malereizwecke.
<I>Beispiel 5:</I> Ausgelassener Rindertalg wird durch vor sichtige Drwärmung verflüssigt und mit einer Gärflüssigkeit versetzt, die z. B. Milch säureerreger, wie z.
B. Bacillus bulgaricus, Streptococcus thermophilus, Bacillus Del- brücki oder andere enthält, durch Rühren emulgiert und bei der optimalen Gärungs temperatur, wie z. B. 42 C beim Bacillus bulgaricus, bebrütet.
Auch hier kann, wie im obigen Beispiel, die fermentative Behand lung allein erfolgen oder unter Zugabe der erwähnten Bleichmittel oder Aktivkohle und unter eventuellem Hindurchleiten von Ga sen. Nach erfolgter Fermentierung wird wie oben: verfahren, die Gärflüssigkeit vom Fett abgetrennt und diese durch Auswaschen. mit heissem, schwach alkalischem Wasser ge reinigt.
Der Prozess, kann nach Bedarf ein- oder mehrmals, wiederholt werden. Das Er zeugnis findet in der Seifenindustrie Ver wendung.