Kleinpiano. Die Erfindung betrifft ein Kleinpiano derjenigen Bauart, bei der die Mechanik oberhalb der Tastatur, und zwar vor dem Resonanzboden angeordnet ist, während :die Spielfläche die normale Höhe über dem r"uss!- boden hat, also etwa 68 cm oberhalb des Fussbodens liegt. Da es bei einem Klein piano darauf ankommt, eine möglichst gei- ringe Gesamthöhe des Pianogehäuses zu er halten und auch die Tiefe! des Gehäuses möglichst gering zu machen,
ist es schwie rig, bei Benutzung einer normal gebauten Mechanik diese in dem oberhalb. der Tasten- hebel zur Verfügung stehenden Raum unter zubringen, wenn man die Spielfähigkeit und die Zugänglichkeit der Mechanik nicht be einträchtigen will. Die besonderen Verhält nisse, die beim Bau von Klavieren vorliegen, bringen es mit sich, dass jede Mechanik nach dem Einbau genau einreguliert werden muss.
Infolgedessen muss man besonderen Wert darauf legen, dass die Mechanik am fertigen Instrument gut zugänglich ist.
Bei dem Kleinpiano gemäss der Erfin dung wird durch diese ermöglicht, alle diese Bedingungen zu erfüllen, indem jeder Tasten- hebel mit einer nach unten gerichteten Ab kröpfung versehen ist, welche die auf den Sattel des zugehörigen Hebegliedes un mittelbar einwirkende Pilote trägt und in dem ferner jeder Tastenhebel mit einer von seinem vordern Ende bis in die Nähe des Waagebalkenstiftes reichenden Erhöhung versehen ist, welche den weissen Tastenbelag trägt.
Auf diese Weise ist :der oberhalb der Tastatur zur Verfügung stehende Raum für die Unterbringung der vor dem Resonanz boden angeordneten, Mechanik gross genug, um auch bei einer sehr niedrigen: Gesamt höhe des Instrumentes eine normal gebaute Mechanik unterbringen zu können.
Die Höhe und Tiefe des zur Aufnahme dieser Mecha nik erforderlichen Raumes lässt sich ohne nachteilige Folgen für die Spielbarkeit und Zugänglichkeit der Mechanik noch weiter dadurch verringern, wenn man die Länge der Hammerstiele auf etwa 105 mm verkürzt und gleichzeitig die Tastenhebel so.
ausbil det, dass, der Abstand zwischen dem Waage, punkt und der Vorderkante jedes Tasten bebels 165 mm und der Abstand des Waage- punktes von der Pilote etwa 120 mm beträgt.
In diesem Falle kann man den Hämmern die übliche Steigung von etwa 48 mm ver leihen und den normalen Tastenhub von 10 mm verwenden und die Mechanik bleibt trotzdem gut spielbar und ist bequem zu gänglich.
Zwecks Anordnung des Waage punktes auf der Geraden, welche die hintere Hebeglieduchso mit dem Berührungspunkt zwischen Pilote und Hebegliedsattel verbin det, kann die am rückwärtigen Ende jedes Tastenhebels angeordnete Abkröpfung mit einer Verlängerung versehen werden, die sich bis unter den Teil äes Tastenhebels erstreckt, der den weissen Tastenbelag beträgt.
Die Höhe der genannten Verlängerung ist zweckmässig kleiner als die halbe Höhe des Tastenhebels.
Es empfiehlt sich, die Tastenhebel der art schräg anzuordnen, dass sie erst in der niedergedrückten Stellung waagrecht stehen oder auch noch in dieser Stellung einen nach der Spielfläche hin offenen spitzen Winkel mit der Waagrechten bilden, während die Hebeglieder in der Ruhestellung parallel zu den Tastenhebeln verlaufen.
Auf diese Weise liegt das rückwärtige, abgekröpfte Ende jedes Tastenhebels noch tiefer als bei der üblichen Schrägstellung der Tasten, so dass noch mehr Raum der Höhe nach zur Verfü- gur%g steht bezw. die Gesamthöhe des Instru mentes noch etwas verringert werden kann.
In der Zeichnung sind einige Ausfüh rungsbeispiele für ein Kleinpiano gemäss der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt schematisch die Seitenansicht eines Kleinpianos; Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt einer ersten Ausführungsform der Mechanik;
Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungs form dieser Mechanik; Fig. 4 zeigt schematisch eine Möglichkeit der Schrägstellung der Tastenhebel bei der 3iechanik; Fig.5 veranschaulicht schematisch eine zweite Möglichkeit für die Schrägstellung der Tastenhebel der Mechanik.
Bei dem Kleinpiano gemäss der Erfin dung handelt es sich; wie Fig. 1 zeigt, um ein solches, das mit einer oberhalb der Tasta tur 10 und vor dem Resonanzboden 11 an geordneten Mechanik 12 ausgerüstet ist.
Die Höhe H der Spielfläche über dem Boden und der Tastenhub der Mechanik, also der Weg, den das vordere Ende jedes Tastenhebels zu rücklegt, wenn man den Tastenhebel ver- schwenkt, bis er auf den vom Stuhlrahmen gebildeten Anschlag trifft,
besitzen genau dieselben Masse wie bei einem gewöhnlichen Piano. Die Höhe H beträgt also etwa. 68 cm, während der Tastenhub 10 mm beträgt.
Um eine möglichst geringe Gesamthöhe HI des Instrumentes zu erreichen, muss man ent- weder die Höhe der Mechanik 12 verringern oder auf andere Weise Platz schaffen.
Bei dem gezeichneten Kleinpiano findet eine normal gebaute Mechanik Anwendung, es wird aber, uni diese, Mechanik oberhalb der Tastatur anbringen zu können und trotzdem eine möglichst geringe Gesamthöhe Hl des Instrumentes zu erreichen, die Anordnung so getroffen,
wie dies in Fig.2 dargestellt ist. Wie man sieht, besteht jeder Tastenhebel aus zwei Teilen, nämlich dem vordern Teil 1.3 und dem rückwärtigen Teil 14.
Der rück- wärtige Teil 14 des Tastenhebels ist an der Unterseite des vordern Teils 13 befestigt. Naturgemäss können die Teile 13 und 14 Tuch aus einem Stück bestehen, weshalb im folgenden die Anordnung als "Tastenhebel mit rückwärtiger Abkröpfung" bezeichnet wer den wird.
Die rückwärtige Abkröpfung des Ta stenhebels trägt die bekannte, mit Gewinde versehene Pilote 15, deren Kopf 16 unmittel bar den Sattel 17 des zugehörigen Hebegliedes 18 trägt. Auf diese Weise wird erreicht, dass bei Verwendung einer normal gebauten Mechanik die Ausläsepuppen 19,
die sonst viel höher liegen als die Spielfläche, unge fähr in die gleiche Höhe gelangen wie die vordern Enden der Tastenhebel. Um dieses .Mass kann die Gesamthöhe Hl des Instru mentes verkürzt wenden. Eine weitere Ver kürzung kann man dadurch erreichen, dass man die Länge L der Hammerstiele auf <B>105</B> mm verkürzt, wobei die Steigung ,
St der Hämmer 2.0 unverändert .gelassen wird, also 48 mm beträgt. Die durch die Verkürzung der Hammerlänge bewirkte Veränderung ,der Hebelverhältnisse lä.sst sich beispielsweise dadurch ausgleichen, dass@ man das Über- setzungsverhältnis der Tastenhebel entspre chend ändert.
Es empfiehlt sich, bei An wendung der geschilderten Verkürzung der Hämmerstiellänge den Abstand X der Vor derkante 1,3v jedes Tastenhebels vom Waage punkt 21 etwa 165 mm lang und den Ab stand Y der Pilote 15 vom Waagepunkt etwa 120 mm lang zu machen. Die Zugänglichkeit zu den untern Enden der Piloten 15 ist bei der dargestellten Mechanik dadurch verbessert, dass das Auflager für die Abkröpfungen 14 der Tastenhebel als herausnehmbarer Balken 22 ausgebildet ist.
Auf diese Weise entsteht zwischen dem Stuhlrahmen 23 und dem Bal ken 22 ein freier Raum 24, der den Zugang für das untere Ende der Piloten 15 ermög licht, so dass man die Piloten bequem der Höhe nach einregulieren kann.
Ein weiteres wichtiges Merkmal der be schriebenen Mechanik ist die Tatsache, dass die Belege 245 der weissen Tasten nicht un mittelbar auf der Oberseite der Tastenhebel 1:3 angebracht sind, sondern auf Zwi.schen- stüeken 26, den soggenannten Aufbaustücken.
Auf Grund :dieser Anordnung kann man die Dicke der Tastenhebel 13 verringern, ohne .dass @da,durch,das Mass? H also die Höhe der Spielfläche über dem Fussboden, verkleinert wird. Die Mitte der Spielfläche, die durch die Belege 25 der weissen Tasten bestimmt ist, liegt bei richtiger Wahl der Höhe der Aufbaustücke 26 in ,der normalen Höhe über ,dem Fussboden, also etwa 68 em oberhalb des Fussbodens.
Die Möglichkeit der Verringe rung der Wandstärke der Tastenhebel 13 er höht die Zugänglichkeit der oberhalb der Tastenhebel liegenden Teile der Mechanik. Bei ,der Mechanik gemäss Fig. 2 liegt der Berührungspunkt 27 zwischen; Pilotkopf 16 und .Sattel 1.7 einige Millimeter unterhalb der Geraden; 28, welche die hintere Dreh achse 20- jedes Habeglieldes. 18 mit dem Waagepunkt 9-1 verbindet.
Je kleiner der Abstand des Berührungspunktes 2,7 von der genannten Geraden ist, umso geringer ist die Reibung zwischen Pilotkopf und Sattel.
In folgedessen ist bei der zweiten Ausführungs form Ader Mechanik (Fig. 3<B>)</B> die Anordnung so getroffen, @dass der Waagepunkt 21, Ader Berührungspunkt 27 zwischen Pilotkopf und Sattel und die hintere Hebegliedächse 29 auf ein und derselben Geraden liegen.
Dies ist dadurch erreicht, da3 die Abkröpfung 1,4 jedes Tastenhebels mit einer Verlängerung 1:4a versehen ist, die sich ein kurzes Stück über den Waagepunkt 21 hinaus nach, vorn erstreckt.
Die Oberseite des Stuhlrahmens 23u hat genau .dieselbe Höhe über,d-em Fuss boden wie der Stuhlrahmen eines normalen Pianäs. Um jeden Tastenhebel bequem her- ausnehmen zu können, ohne @dass der im Tastenhebel vorhandene Schlitz 31 zur Auf nahme des Waagebalkenstiftes 30 übermässig lang wird,
ist die Höhe a des Tastenheibels! 13 im Bereich des (Schlitz-es 81 geringer als die Höhe b des sich: vom WaagebaIkenstift 30 nach vorn erstreckenden, Teils des, Tasten hebels. Bei der Mechanik gemäss Fig..3 ist ein besonderer Waagebalken: (entsprechend ,dem Waagebalken 2.1a der Mechanik gemäss Fig.2) nicht vorhanden.
Der Waagebalken bildet hier einen Teil des ;Stuhlrahmens 2ss@. Der in den Fig..2 und 3 gezeichnete Abstand der Unterseite ,des Tastenhebels, von der Oberseite des Stuhlrahmens bezw. Waage balkens ist dadurch bedingt, dass beim fer tigen:
Instrument bei der Einregulierung eine Zwischenlage aus Filz oder Papier ein4 geschaltet wird, die den Waagebalkenstift umgibt. Diese Zwisohenlage ist .der Einfach heit halber nicht dargestellt.
Um oberhalb der Tastatur noch mehr Raum für die Unterbringung der Mechanik zu gewinnen, also die Gesamthöhe Hl des Instrumentes noch mehr verkleinern zu kön nen, kann man die in Fig. 4 und 5 schema tisch dargestellten Möglichkeiten, der Schräg stellung der Tastenhebel verwenden.
Bei ,der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform sind die mit Abkröpfung 1,4 versehenen Tastenhebel 13 derart schräg gestellt, dass sie in ihrer Ruhelage (die mit ausgezogenen Linien dargestellt ist) einen nach der Spiel seite (rechte ,Seite) hin offenen spitzen Win kel 11' mit der Waagrechten bilden.
Dieser spitze Winkel ist so gewählt, dass die Tasten hebel erst dann waagrecht stehen, wenn sie ihre tiefste Stellung erreicht haben, also mit ihren Unterseiten die Oberseite des Stuhl rahmens 2,3 berühren.
Bei der in Fig.5 dargestellten Ausfüh rungsform ist der Winkel TV noch etwas grösser gewählt, nämlich so gross, dass die Tasten auch in der niedergedrückten (mit gestrichelten.
Linien dargestellten) Lage mit der Waagrechten einen nach rechts hin offe nen spitzen Winkel TV' bilden. Bei .dieser Ausführungsform erreichen also die Tasten- hebel niemals die waagrechte Stellung. Durch diese Schrägstellung der Tastenhebel wird ein für die Unterbringung .der Mecha nik günstiger Zuwachs an Bauhöhe am lin ken Ende jeder Taste erreicht, ohne dass an dem Tastenhub etwas geändert wird.
Der Tastenhub ist in beiden Fällen genau so gross wie bei jedem Klavier, also<B>10</B> mm.