Verfahren zur Herstellung einer wasserlöslichen stickstoffhaltigen Verbindung. Es wurde gefunden, dass durch Alkylie- rung und Aralkylierung von Amidinen der allgemeinen Formel
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neue und beständige, wasserlösliche Verbin dungen entstehen.
In dieser Formel bedeuten: R substi- tuierte oder unsubstituierte, aliphatische, araliphatische, aromatische oder Uydroaroma- tische Reste, R,. die gleichen Reste wie R und heterocyclische Reste,
wobei die alipha- tischen und araliphatischen Reste von R und R, auch ,durch Heteroatome odem -Atomgrup pen wie -1S-, -0-, -NH- usw.
unterbrochen sein können, und R, und R3 Wasserstoff oder aliphatische, araliphatische, aromatische oder hydroaromatische, -substituierte oder unsub- stituierte Reste. R2 und R= können auch dein gleichen hydroaromatischen Ring angehören.
Durch die Alkylierung oder Aralkylie- rung werden vornehmlich substituierte oder unsubstituierte Alkyl-, Aralkyl- oder Alky- lenreste eingeführt.
Die Beständigkeit der neuen Verbin dungen ist ausserordentlich überraschend, da zum Beispiel die Alkylierungsprodukte von Schiffschen Basen und von getimiden leicht zersetzlich sind und zum Teil schon durch feuchte Luft zerlegt werden (B. 34, 825; B. 54, 1722; B. 55, 1912).
Als Ausgangsmaterial für die Darstel lung der neuen Verbindungen eignen sich besonders die Imidhalogenide. Aliphatische, araliphatische, aromatische oder hydroaro- matische, beliebig substituierte oder nassub- stituierte Carbonsäuren werden in die Amide verwandelt,
wozu je nach Verwendungs zweck der Enderzeugnisse beliebig substi-. tuierte oder unsubstituierte, aliphatisehe, araliphatisehe, aromatische, hydroaromatische oder heterocyclische primäre Amine verwen det werden.
Unter Feuehtigkeitsauss.chluss lassen sich nach bekannten Verfahren -die Imidhalogenide gewinnen, wobei erwähnt sein mag, daB auch im Alkyl-, Aralkyl- und Arylrest halogenierte Imidchloride zur An wendung gelangen können (Ani. 453, 113).
In indifferenten Lösungsmitteln wird dann mit Ammoniak oder mit einfach oder gemischt (am Kohlenstoff auch durch Ilydroxyl-. Alkoxygruppen und/oder Halogen) substi tuierten oder unsubstituierten, primären oder sekundären, aliphatischen, araliphatischen, aliphatisch-araliphatischen, aromatischen, ali- phatisch-aromatischen, araliphatisch-aroma- trischen, hydroaromatischen,
aliphatisch-hy- droaromatischen, ara.liphatisch-hvAroaroma- tischen oder heterocyclischen Basen zu den verschiedenartig substituierten Amidinen um gesetzt. Jedoch lassen sich die Amidine auch nach andern, schon bekannten Verfah ren gewinnen, so z.
B. durch Umsetzung der entsprechenden Thioamide oder Cyanide mit Ammoniak, primären oder sekundären Ami nen-, es lassen sich auch die Carbonsäure- amide sekundärer Amine durch Überführung in die Ketochloride und Umsetzung derselben mit primären Basen in Amidine verwandeln.
Als Carbonsäuren eignen sich besonders tertiäre Carbonsäuren, wie z. B. Benzoesäure, halogenierte Benzoesäuren, Fencholsäure, Campholsäure, a-Chlorisobuttersäure, a,a-Di- chlorstearinsäure usw., aber auch andere Car- bonsäuren, wie Ilexahydrobenzoesäure,
ali- phatische Ca.rbonsäuren, wie '#'erseifungspro- dukte der Fette und Öle, Mono- und Dichlor- essig6äure usw.
Als Amine zur Amidbildung sind zum Beispiel primäre, aliphatische und aroma tische Amine von besonderer Bedeutung: Methylamin, Athylamin, aber auch Amine, wie sie nach dem Hofmanischen Abbau aus den Amiden hochmolekularer Carbonsäuren, wie der Palmkernfettsäure, der Palmitin- säure, der Stearinsäure,
der Dorschtranfett- säure usw., oder aber aus den durch Reduk tion der natürlich vorkommenden Fette, Öle, Harze, Naphthensäuren oder der Benzyl- phenole erhältlichen, höheren Alkoholen oder deren Estern mit Ammoniak erhalten wer den.
Anilin, as-Diäthyl-phenylendiamin oder halogensubstituierte Aniline, wie 4-Chlor- anilin oder 3,4-Dichloranilin usw., verschaf fen den wie oben angegeben behandelten Ver bindungen besondere Eigenschaften. Aber auch hydroaromatische oder heterocyclische Amine, wie z. B. Cyclohexylanilin oder 9- Aminobenzthiazole, sind von Bedeutung.
Zur Imidchlonidbildung eignet sich Thio- nylchlorid ebensogut wie die Phosphorpenta- halogenide oder Phosgen, wobei bekanntlich auch mit überschüssigem Halogenierungs- mittel 'in gleicher Reaktion eine weitere Halogenierung der aliphatischen wie der aro matischen Reste erzielt werden kann (Ani. 453, 113).
Zur Amidinbildung eignen sich Ammo niak, besonders aber Methyl-, Athyl- und Di- methylamin, jedoch auch höhere Amine, wie as-Diäthyl-äthylendiamin, Piperidin etc., sind wertvoll.
Zur Alkylierung oder Aralkylierung die nen gesättigte und ungesättigte, beliebig sub stituierte oder unsubstituierte Alkylierungs- und Aralkylierungsmittel, wie Methylchlo- nid, Lau@rylchlorid, Cetylbromid, Benzylchlo- rid, kernhalogenierte Benzylchloride,
Glyze- rinchlorhydrin, Dimethylsulfat. DiäthyIsul- fat, Chloressigester und andere mehr.
Die als Ausgangsstoffe für die Alkylie- rung und Aralkylierung verwendeten Amine vom Amidintypus sind sehr oft, leicht vakuum,destillierbare Öle, die in Wasser schwer oder unlöslich sind.
Sie lassen .sich jedoch nach den für Ammoniakderivate all gemein üblichen Methoden in wasserlösliche Form überführen;
mit anorganischen oder organischen Säuren bilden sie ,Salze, wie Chlorhydrate, Sulfate, Phosphate, Kiesel- fluorate, Formiate, Oxalate etc.
Die neuen Verbindungen können für die verschiedensten Zwecke verwendet werden. Durch geeignete Wahl der zum Aufbau nötigen Komponenten hat man es in der Hand, bestimmte Eigenschaften in einem Molekül zu vereinigen oder eine bestimmte Wirkung besonders hervortreten zu lassen. Die Möglichkeiten,
die Eigenschaften der Endstoffe zu beeinflussen, sind ausserordent- ]ich zahlreich, da. schon in den Säureamiden sowohl Amid- wie Säurerest den verschieden artigsten Substitutionen zugänglich sind.
Eine einfache oder mehrfache Halogensubsti- tution im Säure- oder Amidrest, aber auch im Aralkylierungsmittel, verändert zum Bei spiel Substantivität oder Giftigkeit usw., während Hydroxylgruppen oder weitere Stickstoffsubstitution wiederum andere Wir kungen auslösen.
Es entstehen auf diese Weise beispielsweise Textilhilfsmittel, wie Netzmittel oder Mittel zur Verbesserung der Wasserechtheit von Direktfärbungen oder Abziehmittel für Naphthol-AS-Färbungen oder Mattierungsmittel für Regeneratzellu- lose oder Weichmachungsmittel für Textilien.
Auch als Mittel gegen tierische Schädlinge, wie Pflanzenschutzmittel, oder als Mittel gegen Mottenfrass sind einige der neuen Ver binJungen sehr wertvoll. Ebenfalls von Be deutung sind die stark bakteriziden und fun.giziden Eigenschaften bestimmter, neuer Verbindungen.
Gegenstand des vorliegenden Patentes ist ein Verfahren zur Darstellung einer wasser löslichen stickstoffhaltigen Verbindung, da durch gekennzeichnet, dass man Dimethyl- phenylbenzamidin mit technischem Dodecyl- bromid, wie es durch Behandlung von tech nischem Dodeeyl.alkohol mit Bromwasserstoff erhältlich ist, behandelt.
Die neue Verbindung, eine helle, halb- feste bis ölige Substanz, die sich in Wasser gut löst, eignet sich als Desinfektionsmittel, sowie als Mittel für die Textilindustrie.
Beispiel: 10 Teile Dimethyl-phenyl-benzamidin (hergestellt in bekannter Weise aus Benz anilid durch Überführung ins Imidchlorid und Umsetzung mit Dimethylamin) werden mit 12 Teilen Dodecylbromid, hergestellt durch Behandeln von technischem Dodecyl- alkohol, dem Hydrierprodukt der PaJmkern- fettsäure, mit Bromwasserstoff,
versetzt und 15 Stunden lang auf 130-140' erwärmt; beim Abkühlen erstarrt die neue, wasser- lösliche Verbindung.
Die neue Verbindung, eine helle, halb feste bis ölige Substanz, die sieh in Wasser gut löst, eignet sieh als Desinfektionsmittel, sowie als Mittel für die Textilindustrie.