Schienenkontaktvorrichtung. Es sind Schienenkontaktvorrichtungen (kurz "Schienenkontakte") bekannt, die aus einem Druckkörper und einem Kontaktver mittelnden Teil bestehen. Der Aufbau dieser Kontakte ist im allgemeinen wie folgt: _Unter dem Schienenfuss ist ein mit Queck silber, Öl oder Luft oder andern Flüssigkei ten oder Gasen gefüllter Hohlkörper derart am Schienenfuss angeordnet, dass der Hohl körper beim Befahren der Schiene und der damit verbundenen Durchbiegung derselben eine Volumenverminderung erfährt.
Der durch die Volumenverminderung verdrängte Inhalt des Hohlkörpers wirkt direkt oder in direkt auf einen Schenkel eines Systemes von mindestens zwei kommunizierenden Röhren, das bis zu einer bestimmten Höhe mit Queck silber oder einer andern elektrisch leitenden Flüssigkeit gefüllt ist, wodurch eine Verlage rang der Niveauflächen in dem System kom munizierender Röhren hervorgerufen wird.
Der Anstieg oder Abfall der Niveauflächen in den einzelnen Röhren des Systemes kann nun direkt zur gewünschten Kontaktgabe oder Kontaktunterbrechung ausgenutzt wer den. Diese Kontakte haben den Nachteil, dass zur gewünschten Kontaktgabe nur die Zeit zur Verfügung steht, in der eine Achse über den Schwellenabschnitt rollt, in dem der Kontakt eingebaut ist.
Da diese Zeit, zumal bei schnell fahrenden Zügen, sehr kurz ist, ist es infolge der Massenträgheit der zu be tätigenden Flüssigkeiten schwierig eine ein wandfreie Kontaktgabe herbeizuführen, vor allem wenn die Flüssigkeit im Kontaktkörper Quecksilber ist.
Dieser Übelstand kann gemäss der Erfin dung bei Schienenkontakten mit mit Flüssig keit gefüllten kommunizierenden Röhren da durch behoben werden, dass durch die Ände rung des Fassungsraumes des Behälters eine Beeinflussung von zwei oder mehreren, in ihrem Wirkungsbereich befindlichen, vonein ander unabhängigen, mit Flüssigkeit gefüll- ten Systemen kommunizierender Röhren her beigeführt wird.
Die Erfindung ist im folgenden anhand des in der Abbildung der Zeichnung veran schaulichten Ausführungsbeispiels des Erfin dungsgegenstandes in Form eines Schienen kontaktes mit Druckkammer erläutert und kann entsprechend bei einem solchen mit Saugkammer zur Ausführung kommen.
In der Abbildung stellt 1 die Druckkam mer dar. 2 ist ein Schnitt durch den Kontakt körper. 3 ist ein Verbindungsrohr zwischen den Teilen 1 und 2. Der Kontaktkörper be steht im wesentlichen aus zwei Paar kommu nizierenden Röhren, deren einzelne Schenkel 4, 5 und 6, 7 bis zu einer bestimmten Höhe mit Quecksilber gefüllt sind. Je ein Schenkel jedes Systemes, in diesem Falle die Schenkel 5 und 7, die zweckmässig verschiedenen Quer schnitt besitzen, ist über das Verbindungs rohr 3 an die Druckkammer 1 angeschlossen. Die beiden Rohrsysteme sind verschieden ausgebildet.
Der Schenkel 4 des Systemes be sitzt einen Querschnitt, der ein Vielfaches des Querschnittes des zugehörigen Schenkels 5 ist. Ausserdem ist die Quecksilberfüllung so bemessen, dass der Abstand der Niveau fläche 8 vom Scheitelpunkt 9 nur gering ist. Das andere System kommunizierender Röh ren mit den Schenkeln 6 und 7, ist dadurch gekennzeichnet, dass der Queeksilberfluss durch eine Stauscheibe 10 stark gedrosselt ist. Die Stauscheibe 10 kann auch durch ein Rückschlagventil in Verbindung mit einem engen Umgehungskanal oder dergleichen er setzt sein.
In diesem System ist die Queck silberfüllung so bemessen, dass der Abstand der Niveaufläche 11 vom Scheitelpunkt 12 grösser ist als im andern System. In Verbin dung mit dem Druckraum 17, in diesem Falle im Kontaktkörper, befindet sich ein Dia phragma 16, das in bekannter Weise einen langsamen Druckausgleich zwischen dem Druck im Druckraum 17 und dem jeweiligen äussern Luftdruck zulässt. Das Diaphragma 16 kann auch an jeder andern Stelle des Druckraumes angebracht sein.
Im Ruhezustand ist der Druck im Druck raum 17 und der jeweilige äussere Luftdruck über das Diaphragma 16 ausgeglichen; das Quecksilber in jedem Röhrensystem befindet sich nach dem Gesetz kommunizierender Röhren im Gleichgewicht. Ein über den Kontakt 13 als Zuleitung geführter elektri scher Stromkreis ist über den Kontakt 14 ge schlossen, während Kontakt 15 einen Strom kreis unterbrochen hält.
Tritt jetzt durch Befahren der Schiene 18 ein Zusammendrücken des Druckkörpers 1 ein, so entsteht ein Überdruck im Druckraum 17, der in den Schenkeln 5 und 7 ein Absin ken der Kontaktflüssigkeit bewirkt, wobei im Schenkel 7 infolge der im Flüssigkeitskanal angeordneten Stauscheibe 10 die Strömungs geschwindigkeit nur gering ist, während sich im Schenkel 5 der Überdruck ungehindert auswirken kann.
Schon ein geringes Absin ken des Quecksilberstandes im Schenkel 5 führt dazu, dass die Niveaufläche bis zum Scheitelpunkt 9 sinkt, wodurch sich dann der noch verbleibende Überdruck über den Schen kel 4 nach aussen durch Entweichen der Luft ausgleicht.
Da nach dem kurzzeitigen Zu sammendrücken des Druckkörpers dieser wie der in seine ursprüngliche lege zurückgeht und bis zur erneuten Beeinflussung durch die nächstfolgende Zugachse in der Ursprungs lage verbleibt und da der durch das Zusam mendrücken der Druckkammer 1 entstandene Überdruck ausgeglichen wurde, so entsteht jetzt im Druckraum 17 ein Unterdruck,
der verhältnismässig länger andauert als der kurz zeitige Überdruck. Der Unterdruck bringt das Quecksilber im Schenkel 5 sofort wieder zum Anstieg, bis der Unterschiet)
der Niveau flächen in den Schenkeln 4 und 5 der Grösse des Unterdruckes entspricht. Ausserdem be wirkt der Unterdruck einen durch die Stau scheibe 10 verzögerten Anstieg der Kontakt- flüssigkeit im Schenkel 7 und einen ent sprechenden Abfall im Schenkel 6, und zwar ebenfalls wieder so weit,
bis die Höhendiffe renz der Niveauflächen der Kontaktflüssig keit in den Schenkeln 6 und 7 mit dem Un terdruck im Druckraum 17 im Gleichgewicht ist. lies hat zur Folge, dass schliesslich der Stromkreis über die Kontakte 13 und 15 ge schlossen, während gleichzeitig der Strom kreis über die Kontakte 13 und 14 unterbro chen wird.
Bei einer nun wieder folgenden Beeinflussung des Druckkörpers 1 und dem damit verbundenen Druckanstieg im Druck raum 17 wird die im Schenkel 5 befindliche Kontaktflüssigkeit sofort wieder ungehindert nach unten gedrückt; der etwa noch vorhan dene Überdruck kann in beschriebener Weise über Schenkel 4 entweichen, jedoch nach Be endigung des kurzzeitigen Überdruckes wird die Kontaktflüssigkeit im Schenkel 5 sofort wieder ansteigen. Im Schenkel 7 wirkt sich der Überdruck nicht in der Form aus wie im Schenkel 5, da im Schenkel 7 die Strömungs geschwindigkeit durch die Stauscheibe 10 stark vermindert ist. Es wird also im Schen kel 7 durch einen kurzzeitigen Überdruck nur ein geringes Absinken der darin hochgezoge nen Kontaktflüssigkeit stattfinden.
Nach dem Befahren durch die letzte Zug achse wird der Gleichgewichtszustand durch den Druckausgleich über das Diaphragma 16 wieder hergestellt.