CH201967A - Kunstmasse. - Google Patents

Kunstmasse.

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CH201967A
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Rheinberger Eberhard
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L97/00Compositions of lignin-containing materials
    • C08L97/02Lignocellulosic material, e.g. wood, straw or bagasse
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description


  Kunstmasse.    Die Erfindung bezieht sich     auf    eine     press-          bare        Kunstmasse,    gekennzeichnet durch eine       innige    Mischung von     Sulfitablauge    und an  gequollenem     zellulosehaltigem    Material. Die       Erfindung    umfasst auch das Verfahren zur  Herstellung dieser Masse, wonach     zellulose-          haltiges    Material, z.

   B. altes Papier, zerklei  nertes Holz, Stroh oder     ähnlicher    Stoff an  gequollen und mit     Sulfitablauge        (Sulfitzellu-          loselauge)    gemischt     wird.    Diese Masse kann       verpresst    werden.  



  Als     Sulfitablauge    kann man sowohl  Lauge aus einem     Calciumbisulfitverfahren,     als auch Lauge     aus    einem     Natriumsulfitver-          fahren    verwenden. Das Mittel zum     Anquellen     des     zellulosehaltigen    Materials, z. B. Natron  wasserglas, kann auch der     Sulfitablauge    zu  gesetzt     werden.    Je nach der Beschaffenheit  der Lauge können zur Unterstützung der Bil  dung von     Calciumsilicat        Calciumhydrogyd     oder Zement     beigemischt    werden.

   Diese mi  neralischen Stoffe geben zudem auch die  Möglichkeit, die Härte und Festigkeit des         Fertigproduktes    zu erhöhen. Die Lauge     kann     zudem noch mit Ammoniak versetzt werden.  



  Das     zellulosehaltige    Material kann durch  geeignete Mittel und gegebenenfalls unter  mechanischer     Hilfe    mindestens oberflächlich  derart gequollen werden, dass ein zäher  klebriger Brei entsteht.  



  Bei Vermengung dieses     Breies    mit der       Sulfitablauge    verbinden sich beide     innigst     miteinander. Die     unlösliche    Faser     und    die       inkrustierenden    Bestandteile werden     auf-          genommen,    mit klebender Substanz umhüllt  und das Ganze wandelt sich     in    eine pastose,  homogene Masse um.  



  Das     Anquellmittel    für den     zellulose-          haltigen    Stoff kann auch direkt der     Sulfit-          ablauge    zugesetzt und der Stoff in der Lauge  in einer Maschine so lange durchgearbeitet  werden, bis sich die     Anquellung    und die Um  w=andlung in eine pastose Masse vollzogen  hat.  



  Zum     Anquellen    des     zullulosehaltigen    Ma  terials     können    je nach dessen Beschaffenheit      verschiedene Mittel benutzt werden; z. B. ist  auf altes Papier     Natron-Wasserglas    beson  ders wirksam. Andere Mittel sind zum Bei  spiel     Azetylchlorid,        Zinkazetat    oder Schwe  felsäure.  



  Die so erhaltene pastose Masse kann schon  in diesem Zustande zur     Verarbeitung    gelan  gen, sie kann aber auch erst getrocknet und  dann verarbeitet werden. Durch Zusätze zu       cler    Masse können die Eigenschaften des End  produktes noch weitgehend beeinflusst wer  den. Als solche Zusätze kommen zum Bei  spiel in Betracht:  a) Flüssige     Zusätze:     1. Albumin aus Blut, Hühnereiweiss oder  Casein, welches geeignet. vorbereitet als lei  mige Masse oder auf der Basis von     Galalith     beigemengt wird.  



  2. Harze und Kunstharze, z. B. Bakelit  firnisse oder Phenol oder     Kreosot,    die unter  der Einwirkung von Formaldehyd in der  Masse selber einen     L:        mbildungsprozess    durch  machen, oder Harze, die durch     Lösungsmittel     gelöst sind oder Harzseifen und geschmolzene  Harze, welche der entsprechend erhitzten  Masse zugesetzt werden.  



  3. Öle, welche durch Sauerstoffaufnahme  oxydieren oder Stoffe     -,vie        Glycerin.     



  4. Teer, Bitumen und Asphalt, gelöst  oder geschmolzen.  



  Kautschuk gelöst oder Gummimilch.  6. Gelatine und Knochenleim nach be  sonderer Präparierung.  



  7. Gelöstes Zelluloid und     Cellon.     



  B. Kolloide Lösungen fester Körper in  einem     Dispersionsmittel.     



  9. Chromsäure, Zinkchlorid, Schwefel  säure, Ammoniak.  



  b) Feste     Zusätze:          Zerkleinerter    Gummi (Gummimehl),  Kork, Glas, Asbestfaser, Torf. Sand, Ze  ment, Schwerspat, Russ, Sägemehl,     Metall-          oxyde,    Metallspäne     (Feilspäne)    usw.  



  Es können auch verschiedene Zusätze  kombiniert werden, sowohl flüssige unterein  ander, als auch feste untereinander oder Ge  mische von flüssigen und festen Zusätzen;    z. B. Kautschuk und Casein, Gummimilch  und Gummimehl, Kork und Zelluloid usw.  



  Der Charakter des Materials lässt sich  durch diese Zusätze soweit verändern, dass  es die Ähnlichkeit von filzigem Karton, har  tem Kunstholz oder einer steinähnlichen oder  metallischen     Substanz    annimmt.  



  Der Zusatz von Chromsäure, Zinkchlorid,  Schwefelsäure oder Ammoniak bewirkt vor  allem eine Änderung des fertigen Produktes,  insbesondere     bezüglich    der Härte und Wider  standsfähigkeit dieses Produktes gegen Flüs  sigkeit.  



  Die     Konsistenz    der     51asse    kann je nach  der Verarbeitung variiert werden. Will man  sie in     Pressformen        spritzen,    so kann man sie  mit einer Flüssigkeit verdünnen, welche  wässrig oder ölig sein kann. Soll die     Masse          aber        sonstwie    gepresst oder gewalzt werden,  so kann man ihr einen festen Füllstoff zu  setzen oder sie durch Eindampfen verdicken.  



  Der neuartige Werkstoff kann gleich  zeitig folgende ganz besondere Eigenschaften  aufweisen. die ihn wesentlich von andern  Stoffen unterscheiden:  1. Feuerhemmend.  



  z. Beständig gegen     t>le,    Fette, Lösungs  mittel und viele chemische Substanzen.  



  3. Unempfindlich gegen     Temperatur-          sehwankungen,    gegen Hitze und Kälte.  



  4. Leicht     verarbeitbar.     



  Er ist daher in verschiedenster Art ver  wendbar, z. B. für Hohlkörper, in denen man       Ole    und andere     Flüssigkeiten    transportieren  will, als Fussbodenbelag in Fliesenform.  Wandverkleidungen (Bauplatten), gepresste       Gegenstände    aller Art.     usw.     



  Bei der Herstellung verfährt man bei  spielsweise folgendermassen:  150 bis 500 Gewichtsteile     Sulfitablauge     werden mässig erwärmt     und    mit 25 bis 75  Gewichtsteilen ebenfalls erwärmten     Natron-          Wasserglas    verrührt, dann werden 5 bis 40  Teile     Calciumhydrogyd    beigemengt. Geson  dert wird     zellulosehaltiges    Material, z. B.

    bis zu 950 Gewichtsteilen Altpapier in 45  bis 100 Gewichtsteilen     Natron-Wasserglas         oder in 30 Gewichtsteilen (verdünnter)  Schwefelsäure     in    einer Zerreiss- und     Zerfaser-          maschine    zum     Anquellen    gebracht.  



  Die     .SuHitablauge    und :das     angequollene          zellulosehaltige    Material werden dann in  einem     Kneter    so lange intensiv zusammen  durchgearbeitet, bis beide Komponenten sich       innigst    miteinander vermischt haben und die  Masse zäh und teigig geworden ist.  



  Soll noch ein Füllstoff, z.     ss.    Casein zu  gesetzt werden, so werden 10 bis 25 Teile  Casein vorher durch ein Alkali in bekannter  Weise aufbereitet, mit Formaldehyd versetzt  und der Masse zugemischt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Pressbare Kunstmasse, gekennzeichnet durch eine innige Mischung von Sulfit- ablauge und angequollenem zellulose- haltigem Material. II. Verfahren zur Herstellung einer Kunst masse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zellulosehaltiges Material angequollen und mit Sulfit- ablauge gemischt wird. UNTERANSPRITCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass das zellulose- haltige Material erst angequollen und nachdem es angequollen ist, mit Sulfit- ablauge innig gemischt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch 11, da durch gekennzeichnet, dass der Sulfit- ablauge ein. Mittel zum Anquellen des zellulosehaltigen Materials zugesetzt wird und dann das zellulosehaltige Ma terial mit ihr vermischt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass als Mittel zum Anquellen des zellulosehaltigen Materials Wasserglas benutzt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass als Mittel zum Anquellen des zellulosehaltigen Materials Schwefelsäure benutzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Lauge eine Calciumverbindung zugesetzt wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Ver mischung des zellulosehaltigen Materials mit der Sulfitablauge in einem Kneter erfolgt. 7. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass der Mischung noch Füllstoffe zugesetzt werden. B. Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass noch flüssige, Eiweissstoffe enthaltende Zusätze zu gesetzt werden. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass noch Ammo niak zugesetzt wird.
CH201967D 1936-08-07 1937-07-31 Kunstmasse. CH201967A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1005728B (de) * 1953-12-09 1957-04-04 Aschaffenburger Zellstoffwerke Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern mit neutralisierter oder schwach saurer Sulfitablauge bzw. ligninsulfosauren Salzen als Bindemittel

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1005728B (de) * 1953-12-09 1957-04-04 Aschaffenburger Zellstoffwerke Verfahren zur Herstellung von Formkoerpern mit neutralisierter oder schwach saurer Sulfitablauge bzw. ligninsulfosauren Salzen als Bindemittel

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