Tube sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung tierselben. Die Erfindung bezieht sich auf eine Tube für flüssige und plastische Stoffe, wie Pasten, Salben und dergl., mit einem Körper aus mehreren miteinander verbundenen Zellulose derivatlagen, sowie auf ein Verfahren und auf eine Vorrichtung zur Herstellung der selben.
Es ist bereits der Vorschlag gemacht wor den, Holz, Pappe, Papier und dergl. Unter lagstoffe unter Hitze und Druck mit gegebe nenfalls gefärbten, bemusterten oder sonstwie zugerichteten Folien aus warmplastischem Material, z. B. Zellulosederivaten, wie Ace- tylzellulose und dergl., zu verpressen und dann zweckmässig unter Druck abkühlen zu lassen, um dadurch auf den Unterlagstoffen politurähnliche Überzüge und gegebenenfalls zusätzliche Sondereffekte, z. B. Maserungen, zu erzielen.
Für diese Zwecke hat man auch schon mehrere Folien auf die Unterlagstoffe aufgebracht, und zwar entweder derart, dass man in einer einzigen Pressung mehrere dünnste Folien verschiedener Art gleichzei- tig aufpresste oder derart, dass man zunächst eine weiche, dünne Folie aufpresste und diese untere Schicht dann mit einer härteren Folie aufpresste.
Versuche. Tuben aus solchen Stoffen her zustellen, haben bisher zu keinem brauch baren Ergebnis geführt, und zwar insbeson dere einerseits deshalb, weil die an sich fer tigen, mit den Folien zu überziehenden Tuben meist zu wenig widerstandsfähig sind, um eine so intensive Heisspressbehandlung, wie sie bei dem eingangs erwähnten Verfahren An wendung finden muss, auszuhalten oder eine zu komplizierte Form aufweisen, um in tech nisch brauchbarer Weise vor allem auch in ihrem Innern mit den Folien verpresst werden zu können, und anderseits deshalb, weil die übliche Heisspressbehandlung für gewisse Baustoffe,
und zwar insbesondere Metalle, mangels Erzielung einer ausreichenden Haf tung zwischen dem Baustoff und überzugs- folie versagt.
Es wurde nun die überraschende Feststel- Jung gemacht, dass diese Schwierigkeiten sich vermeiden lassen, wenn der Tubenkörper min destens drei, vorzugsweise artgleiche, warm plastische Zellulosederivatlagen, wie z. B. ans Azetylzellirlose, besitzt:, -welcher unter blosser Einwirkung von Hitze und Druck zu einem nahtlosen Ganzen verbunden sind. Die unter Hitze und Druck verbundenen Folien verbal ten sich bezüglich Festigkeit, Biegsamkeit und aller sonstigen, für Tubenbaustoffe wich tigen, mechanischen Eigenschaften viel vor teilhafter als eine einzige, von Anfang an ent sprechend stärker gewählte Folie.
Aus den so miteinander verbundenen, zweckmässig un ter Druck abgekühlten Folien kann man dann den jeweils gewünschten 'Mantelkörper for men, indem man ihn zum Beispiel ausschnei det, stanzt oder dergl., und seine entsprechend der jeweils gewünschten Tubenform zur ver bindende Stellen dann durch Verklebung. z.
B. mit Hilfe von auf das warmplastische Material erweichend oder lösend wirkenden organischen Flüssigkeiten, ilureb erneute Heisspressung oder dergl. zti einem nahtlosen Körper vereinigt. Solche Tuben können durch Ein-, Zwischen- oder Auflagen -,ins Papier. Pappe, Textilien wie Kunstseidengewebe. lIe- tallfolie oder dergl. nichtwarmplastisehe Fo lien verstärkt sein.
Die Folien und oder die Ein-, Auf- oder Zwischenlagen aus - zweck mässig entfeuchtetem - Papier oder dergl. können dabei auch noch gefärht, bedruckt. mit Durchbrüchen versehen oder auf sonstige Weise bemustert sein, um z. B. den Tuben inhalt nur teilweise oder gar nicht sichtbar werden zu lassen, oder es können uriv eiwisch- bare Beschriftungen und dergl. mehr, z. B. durch entsprechende Buchstabenaussparungen in einer Papierzwischenlage und Färbung der da runterliegenden Folien angeordnet sein.
Mit besonderem Vorteil wird eine solche Tube derart ausgebildet, dass der den Füll raum bildende, z. B. schlauchförmige Tuben körper an seinem einen Ende durch Verpres- sen unter Hitze und Druck, durch Verkleben, durch Aufsetzen eines Klemmorganes oder dergl. verschlossen und an seinem andern Ende mit einem gegebenenfalls mehrteiligen Tuben- verschlusskopf üblicher Art, vorzugsweise einem solchen aus Papiermache, Kunstharz, Zellulosederivat oder dergl., z. B. durch Ver kleben, Verpressen, Verklemmen.
Verschrau ben oder dergl., verbunden ist.
Zur Förderung einer bleibenden Aufrol- lung einer solchen Tube entsprechend der je weiligen Inhaltsentnahme kann zwischen den ihren Mantelkörper bildenden Folien aus -warmplastischem Material auch noch eine Einlage ans biegsamem und doch ausreichend formhaltendem Material, z. B. diinnem Me- tallblech oder dergl., vorgesehen werden. wel che den gesamten oder auch nur einen Teil vom Mantelkörperquerschnitt iind'oder Länge einnehmen und -egeheiienfalls auch gelocht.
perforiert oder sonstwie durchbrochen ausge bildet sein kann, urn innerhalb dieser Durch- breehungen die beiderseits angeordneten Fo lion 7a einem einheitlichen Ganzen zusam inentreten zii lasen und so einen besonders guten @'erhund mit dieser Einlage cicherzu- stell(-ii. Die rnetallisclren Einlagen können ;
dier auch znnäehst mit einer Lösung warm plastischer Metallhaftmittel in organischen Lösungsmitteln, z. B. Kunstharzlacke auf Al- kvdliarzhasis überzogen -erden, wobei zwi- o heu der so gebildeten t1)
erzugssehicht und der benachbarten warmplastischen Zellulose- deriva.tlage eine zwischen beiden haftungs vermittelnde Zwischenschicht angeordnet wird, bevor die Verbindung unter Hitze und Druck erfolgt.
Als haftungsvermittelnde Zwischenschicht kann mit Vorteil eine Faser- stoffbahn Verwendung finden. aber auch Holzfurnier, Pappe, Papier oder warmplasti sche, den Hauptfolien zum mindesten teil weise artgleiche Substanzen, wie Zellulose- derivate, die gegebenenfalls auch gleich von vornherein den warmplastischen Metallhaft- nütteln zugesetzt werden können.
Die Vorteile solcher Tuben bestehen ins besondere darin, dass die Tuben in ihren ge samten Einzelteilen ein in sich geschlossenes Ganzes bilden. Sie können nach Bedarf voll kommen durchsichtig und zum mindesten auf ihren sämtlichen innern und äussern Ober flächen metallfrei ausgebildet sein und vor allem auch auf Grund der weitgehenden In differenz der Zellulosederivate und sonstigen, warmplastischen Substanzen gegenüber che mischen Einflüssen für praktisch alle in Be tracht kommenden Inhaltsstoffe Verwendung finden, während die bisher bekannten Bau stoffe, wie z. B.
Metalle, Kautschuk, Papier und dergl., entweder gegenüber Säuren und Alkalien oder gegen Öle und Fette oder über haupt gegen jede Flüssigkeit nicht genügend widerstandsfähig waren oder einen nachteili gen Einfluss auf die Inhaltsstoffe ausübten öder ausländischer Rohstoffe für ihre Her stellung bedurften.
Die Heissverpressung der einzelnen Folien und deren etwaigen Ein-, Auf- und Zwischen lagen zu der jeweils gewünschten Tube kann zum Beispiel derart durchgeführt werden, dass die jeweils nach Bedarf dimensionierten Folien und sonstigen Einzelteile um einen, dem Tubenkörperinnern entsprechenden, zweckmässig etwas konisch gehaltenen gern angeordnet werden und dann durch eine das Ganze umfassende, entsprechend ausgebildete Matrize unter gleichzeitiger Erhitzung eine Verpressung bewirkt wird,
welche sämtliche Einzelteile zu einem nahtlosen Ganzen ver einigt.
Eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens für die Herstellung von Tuben besteht demgemäss zweckmässig aus einer heiz- und kühlbaren, zweckmässig in Etagenform ausgebildeten Presse, die Press- farmen, welche dem Innenraum der herzu stellenden Tubenkörper entsprechen, und mit diesen Pressformen korrespondierende Press- formen besitzt, welche der Aussenform der Tubenkörper entsprechen. Diese Pressformen, zwischen welchen die zu verpressenden Ein zelteile der herzustellenden Tube Platz fin den, sind zweckmässig etwas konisch gehalten und heiz- und kühlbar eingerichtet.
In der beigefügten Zeichnung sind ver schiedene, beispielsweise Ausführungsformen von Tuben gemäss der Erfindung und einer Vorrichtung zu deren Herstellung schema tisch dargestellt. Fig. 1 zeigt drei um einen zylindrischen Kern gewickelte Schichten 1, 2 und 3 aus thermoplastischem Zellulosederivat, z. B. Acetylzellulose, die einzeln um den gern ge legt sind oder aus einer einzigen Folie be stehen können, die dreimal um den Kern her umgelegt worden ist.
Der so umwickelte Kern wird dann in einer seiner Aussenform entspre chenden Heisspresse verpresst, bis die drei ur- sprünglich selbständigen Folienschichten zu einem homogenen Ganzen zusammenge schweisst sind. Nach Herausnahme aus der Presse und Abstreifen von dem Kernzylinder liegt dann ein Mantelkörper 4 der in Fig. 2 dargestellten Art vor.
Dieser Körper 4 kann nun in der beschriebenen Weise in beliebiger Länge, von der dann Stücke gewünschter Länge abgeschnitten werden, oder auch gleich von vornherein in passender Länge herge stellt werden.
In sinngemäss gleicher Weise können solche Mantelkörper auch mit Ein-, Zwischen oder Auflagen, z. B. einer Zwischenlage aus Papier, hergestellt werden, wie dies Fig. 3 zeigt. Bei dieser Ausführungsform ist zwi schen den Folien 1 und 2 eine Papierschicht 5 angeordnet; durch die Heisspressung ent steht dann der in Fig. 4 dargestellte Körper 6 mit der fest in ihm verankerten PapierAin- lage 5.
Fig. 5 zeigt einen gemäss der Erfindung hergestellten Tubenkörper im Querschnitt mit den aus mindestens drei Lagen warm plastischen Zellulosederivats bestehenden, innen und aussen angeordneten Wandungs- teilen 7 und 8 und der dazwischenliegenden, festhaftend mit jenen durch die Heil3verpres- sung vereinigten Papiereinlage 9.
Fig. 6 zeigt einen entsprechenden Tuben körper im Längsschnitt, dessen hinteres Ende 10 nach Füllung der Tube durch Umbördeln und Verkleben dicht verschlossen ist, was z. B. auch durch Heissverpressen, durch Auf setzen eines Klemmorganes oder auf sonstige Weise geschehen kann. Das vordere Ende 11 des Tubenkörpers ist zwischen dem Innenteil 12 und dem Aussenteil 13 eines mehrteiligen Tubenkopfes, z.
B. aus Kunstharz oder dergl., eingelegt und mit diesen durch Verklebung. Heissverpressung oder dergl. vereinigt.
In Fig. 7 ist schematisch dargestellt, wie in einem Tubenkörper der in Fig. 5 und 6 dargestellten Art ein perforierter Metallstrei fen eingelagert oder auch an Stelle der Pa piereinlage 9 angeordnet sein kann.
Die Aussenfolien 14 und die Innenfolien 15 haben sich nach der Heissverpressung innerhalb der Perforationen 16 durch Zusammensintern zu einem gemeinsamen Ganzen vereinigt und schliessen so die perforierte Metalleinlage 17 unverrückbar fest in sich ein, und zwar auch dann, wenn man auf die Mitverwendung irgendeiner der vorerwähnten, haftungsför- dernden Zwischenschichten aus Papier oder dergl. verzichtet.
Fig. 8 zeigt einen ähnlichen Tubenkörper 18 mit einer besonders vorteilhaften Vereini gung desselben mit dem z. B. aus Papier mache, Kunstharz, Zellulosederivat, Eisen blech oder dergl. bestehenden Tubenkopf 19.
Der Kragenteil dieses Tubenkopfes ist dabei vor der Verpressung der den Tubenkörper 18 bildenden Folie zwischen deren Endteile in der dargestellten Weise eingeschoben und wird dann gleichzeitig mit. deren Verpressung festhaftend mit: ihnen vereinigt, sei es nun, dass man sich hierzu mit. der Klebwirkung der plastisch gemachten Folien begnügt oder zusätzlich Klebmittel verwendet, haftungs fördernde Zwischenschichten aufbringt, Per forationen vorsieht oder dergl. mehr.
Hierbei können die die Innenwandung des Tuben kopfes verdeckenden Folienteile auch soweit hochgezogen werden, dass sie bis zur Scheitel fläche des Tubenkopfes reichen, den Tuben inhalt also vollständig von dem Baustoff des Behälterkopfes trennen. was insbesondere dann von Vorteil ist, wenn es sich um emp findliche Inhaltsstoffe oder leicht oxvdie- rende oder sonstwie minderwertige Baustoffe für den Tubenkopf handelt. Insbesondere in letzterem Falle kann dabei der Tubenkopf.
statt ihn als solchen mit dem üblichen Ge winde zu versehen, auch durch Auflölen oder dergl. mit einem Gewindeteil. 20 aus geeigne tem Material versehen werden. In Fig. 9 ist schematisch ein Ausschnitt aus einer Etagenpresse zum Herstellen von Tuben gemäss der Erfindung dargestellt. Es sind hierbei in die untere Pressplatte 21 Ein sätze \?2 eingesetzt. welche dem Innenraum der herzustellenden Tube entsprechen und mit dem Heiz- und Kühlschlangensystem 23 der Presse verbunden sind.
An der obern Press- platte 24 sind entsprechende Einsätze 25 vor geseben, deren Innenwandung der Aussen form der herzustellenden Tubenkörper ent sprechen und auch ihrerseits mit dem Heiz- und Kühlsystem 23 der Presse in Verbin dung stehen.
Bei geöffneter Presse werden um den untern Einsatz 22 die Zellulosederivat- folie und etwaige Ein-, Auf- und Zwischen lagen angeordnet und das Ganze dann durch Schliessen der beheizten Presse zum ge- -iinschten Tubenkörper 26 verschweisst, worauf nach Kühlen und Offnen der Presse die fertige Tube leicht von der zweckmässig etwas konischen Innenform abgestreift wer den kann.