Reiblamellenpaket. Die Lamellenkupplungen von Kraftfahr zeugen geben nicht selten, zum Auftreten eines unangenehmen Geräusches Veranlas sung, das auf das fortwährend wechselnde Anschlagen der Mitnehmerzähne der Lamel len an :die einen und die andern Flanken der Führungsleisten der Lamellenträger bei schnellem Kraftrichtungswechsel zurückzu führen ist, wie er beispielsweise infolge von Drehschwingungen in :der Motorwelle;
beim Fahren über schlechtes Pflaster usw. auftritt. Da das von vornherein zur Vermeidung von Klemmungen bei Temperaturschwankungen vorgesehene Spiel zwischen den Mitnehmer zähnen und :den Führungsleisten infolge ,des dauernden Wechsels der Ansühlagseste sich im Laufe der Zeit vergrössert, verstärkt sich das dadurch verursachte Geräusch immer mehr, so dass es besonders bei Personenwagen recht lästig werden kann.
Gemäss :der Erfindung wird dieser Übel stand :durch ein Reiblamellenpaket vermie den, bei,der .das Lamellenpaket zwei Gruppen aufweist, :die relativ zueinander :drehbaren Teilen zugeordnet sind, dadurch gekennzeich net, dass die Mehrzahl der Lamellen einer Gruppe mit ihrem Träger nicht direkt, son dern durch Vermittlung von in ;axialem Rich tung nachgiebigen, in der Umfangsrichtung aber praktisch unnachgiebigen Zwischen gliedern verbunden sind, welche Zwischen- glieder aber in der Mehrzahl auch nicht :
direkt, sondern über an benachbarte Lamellen angeschlossene Zwischenglieder mit dem Träger verbunden sind. Als Lamellen, die mit ihrem Träger unmittelbar in Verbindung stehen, kommen -,beider einen Gruppe zweck mässig nur die Endlamellen in Frage.' Die Zwischenglieder bestehen vorzugsweise aus Ringscheiben :oder Ringscheibensektoren aus dünnem Federblech, die mit ihren innern Umfangsrändern aneinander, mit ihren äussern Umfangsrändern an den Lamellen durch Schweissen, Nieten oder dergl. -be festigt sind.
In. den Zeichnungen ist ein Ausfüh- rungsbeispiel der Erfindung in Fig. 1 in einem Axialschnitt durch den obern Teil einer Kraftwagenkupplung veranschaulicht. Die Fig. 2 und 3 zeigen in grösserem Ma.ss stabe eine andere Ausführungsform der Ver bindung der Reiblamellen miteinander, und zwar Fig. 3 in einem Axialachnitt, Fig. 2 in einem .Schnitt nach A-B der Fig. 3.
In Fig. 1 ist mit 1 -die Motorwelle, mit 2 die getriebene Welle bezeichnet. An das an die Welle 1 angeflanschte Schwungrad 3 ist 3 ist bei 4 ein topfartig ausgebildetes Gehäuse 5 angeschraubt, mit dessen rechtem 5a eine konzentrisch zur Wellenachse lie gende Hülse 6 durch Schrauben 7 verbunden ist. Die Hülse 6 dient als Mitnehmer für die zu der Welle 1 gehörige Lamellengruppe B. Die Lamellen 9 der zur Welle 2 gehörigen Gruppe sind auf Bolzen 10 aufgereiht, die in einen Ringkörper 11 eingeschraubt sind, der den Träger für die Lamellengruppe 9 bildet. Die Bolzen 10 halten gleichzeitig eine Ringscheibe 12a, die dem Lamellenpaket 8, 9 beim Zusammenpressen als Widerlager dient.
Das Zusammenpressen erfolgt mit Hilfe eines Drucktellers 12, ;der mit einem als hohle Hülse ausgebildeten Nabenkörper 13 auf einer Nabenhülse 14 in axialer Richtung ver schiebbar ist. An die Hülse 14, die mit Hilfe von Kugellagern 15, 16 auf der getriebenen Welle 2 gelagert ist, schliesst sich eint: Scheibe 17 an, die mit dem Ringkörper 1l aus einem Stück besteht. Der Ringkörper<B>1.1</B> bildet nach dem Schwungrad 3 zu einen glockenartigen Fortsatz 18, der auf der dem Schwungrad zugekehrten Seite einen nach innen vorspringenden Ring 19 aufweist. Die ser dient der Reibscheibe 20 der Hilfskupp lung als 'Widerlager.
Der Druckteller,21 der Hilfskupplung bildet einen an Leisten 22 des Körpers 18 geführten Ring, der durch in der Zeichnung nicht dargestellte Schrauben federn, die zwischen ihm und dem Flansch teil 18a des Glockenkörpers 18 liegen, gegen die Reibscheibe 20 gedrückt wird. Das Lösen der Hilfskupplung erfolgt mit Hilfe von über den Umfang verteilten Hebeln 23, .die bei 24 an dem Ringkörper 11 gelagert sind. Die Hebel liegen mit ihren untern Enden dem Druckteller 12 der Hauptkupplung gegen über und mit ihren kürzeren obern Enden an Stellschrauben 25 des Druckringes 2,1 :der Hilfskupplung an.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist angenommen, dass die äussern Lamellen 9 aus einem besonderen Reibstoff, etwa einer mit einem Kunstharz imprägnierten Asbest- masse, die innern 8 dagegen aus Blech, ins- besondere Stahlblech von etwa 2 mm Dicke bestehen. Die Lamellen 8 sind nun nicht, wie sonst üblich, an der ihnen als Träger dienenden Hülse 6 geführt;
vielmehr stehen von diesen Lamellen mit der Hülse 6 im dar gestellten Falle überhaupt nur zwei, nämlich die beiden Endlamellen, in unmittelbarer Verbindung, und zwar ist die dem Schwung- rade zugekehrte Endlamelle 8a an der Hülse 6 wie üblich mit Hilfe von in axial gerichte- ten Ausschnitten der Hülse eingreifenden Zähnen geführt, während die andere End- lamelle 8b mit dem Flanschteil 6a der Hülse durch eine Ringscheibe 31b aus sehr ;
dünnem (.z. B. 0,3 mm) Federblech verbunden ist. In ähnlicher Weise sind die übrigen Lamellen 8 untereinander, sowie mit der andern End- lamelle verbunden. Die Rings cheiben 31, die die innern Lamellen untereinander verbinden, sind paarweise angeordnet und mit ihren innern Rändern paarweise miteinander verbun den.
Die Verbindung .der Ringscheiben 3,1, 3:1a und 31b untereinander und mit den Lamellen bezw. mit dem Flansch 6a erfolgt zweck mässig durch Schweissen oder Nieten. Es empfiehlt sich, die Ringscheiben zur Er höhung der Biegsamkeit gegenüber Verschie bung in axialer Richtung mit konzentrischen Wellungen zu versehen, wie in der Zeich nung angedeutet.
Die Führung der einen Endlamelle, bei spielsweise :der linken 8a, an der Hülse 6 in der Weise, dass eine Übertragung der Um fangskraft zwischen beiden Teilen statt findet, könnte auch unterbleiben; es würde genügen, die betreffende Lamelle auf der an der betreffenden Stelle eine glatte zylin drische Umfangsfläche bildenden Hülse 6 mittels einer gewissermassen die Nabe der Lamelle darstellenden Buchse mit zylin drischer Bohrung lediglich zu zentrieren.
Die Buchse könnte zwecks Verringerung der Reibung mit einem Gleitstoff, beispielsweise einer mit Fasern versetzten Kunstharzmasse, ausgefüttert werden. Die Umfangskraft' würde in diesem Falle ausschliesslich durch die Lamelle 3,1b übertragen werden,.
An Stelle der oder ausser den zur trei benden Welle 1 gehörigen Lammellen 8 könn ten natürlich auch die Lammellen 9 ,der an dern zur getriebenen Welle gehörigen Gruppe in .der beschriebenen Weise mit ihrem Träger verbunden sein, je nachdem, welche ,der bei den Gruppen aus Lamellen bestehen, die durch unmittelbaren Eingriff mit ihrem Trä ger zur Geräuschbildung Veranlassung geben könnten.
'Statt über den Umfang durchgehender Ringscheiben können, wie in Fig. 2 und 3 veranschaulicht, als nachgiebige Zwischen glieder auch einzelne Federblechstücke, vor zugsweise in Form von Ringscheibensektoren, Verwendung finden. Im dargestellten Falle sind vier Reiblamellen 8 vorgesehen, und zwar in Form durchgehender Ringscheiben aus Stahlblech, Grauguss oder dergl. Jede Lamelle ist durch sechs Ringscheibensektoren aus federndem Blech mit den benachbarten verbunden, und zwar sind - abgesehen von ,den Endlamellen - auf den beiden Seiten jeder Lamelle je drei solcher Ringsektoren 32, 3:3, 34 bezw. 35, 36, 3-7 vorgesehen. Die Anordnung im einzelnen ergibt sich aus Fig. 3.
Diese lässt erkennen, dass die eine Gruppe von Ringsektoren 32, 33, 34 mit Ab ständen, die etwa gleich ihrer Umfangsaus dehnung sind, gleichmässig über die betref- fende Lamelle 8 verteilt angeordnet sind, und dass die auf der andern Seite der Lamelle vorgesehenen Ringsektoren 35, 36, 37 .gegen über den erstgenannten versetzt liegen. Die Ringsektoren sind mit den Lamellen, sowie unter sich zweckmässig im. Wege -der Punkt schweissung verbunden.
Die Verbindung je zweier benachbarter Ringsektoren 32, 32a, 33, 33a und 34, 34a bezw. 35, 35a, 3,6, 36a und 37, 37a (Fig. 2) erfolgt vorzugsweise mit Hilfe von aus entsprechend geformten Blech falzen 38 bestehenden Schuhen, die mit :den Innenrändern der zugehörigen Sektoren ver schweisst werden.
Die beiden äussern Lamellen oder auch nur eine von ihnen kann wie im Falle der oben beschriebenen Ausführungsform gleich falls mittels einzelner Ringsektoren mit dem zugehörigen Lamellenträger oder Mitnehmer verbunden werden. Man kann aber auch eine der Endlamellen in der bisher üblichen Weise unmittelbar mit dem Mitnehmer in Eingriff treten lassen.
Bei der Ausführung nach Fig. 2 und 3 ist angenommen, dass es sich um eine Gruppe von Innenlamellen handelt, das heisst solchen, die mit einem innenliegenden Träger oder Mitnehmer zusammenwirken. Eine derartige Verbindung ist natürlich aber auch bei mit einem äussern Mitnehmer zusammenwirken den Lamellen anwendbar.
In Fig. 2 sind von den Ringsektoren der Einfachheit halber nur die im .Schnitt erscheinenden dargestellt. Im allgemeinen bestehen die Lamellen 8 'aus Stahlblech oder Grauguss von etwa 2 bis 3 mm Dicke und die Zwischenglieder oder Membranen 31 aus Stahlblech von belspiels- weise 0,3 mm.
Zu erwähnen ist noch, dass bei der erst beschriebenen Ausführungsform das Dreh moment von beiden Endlamellen her auf -das Lamellenpaket verteilt wird, so dass die bei den Endmembranen 31a, 31b je die Hälfte des Drehmomentes zu übertragen haben. Nach der Mitte zu nimmt die Grösse des .Drehmomentes entsprechend -der Zahl der Lamellen ab.
Abgesehen von dem eingangs erwähnten Vorteil ist es möglich, durch die neue Aus bildung des Reiblamellenpaketes noch zu er reichen, dass beim Öffnen der ]Kupplung durch die Federurig der Membranen 31 auto- matisch ein .gewisses Spiel zwischen den Reiblamellen entsteht und dass ferner beim Schliessen der Kupplung bezw. beim Ver schieben der Lamellen in axialer Richtung ein nennenswerter Kraftverlust nicht <RTI
ID="0003.0072"> mehr auftritt, weil die Reibung a n den Führungs leisten der Lamellenträger in Fortfall kommt. Bei Abnutzung der Lamellen können diese ausserdem ohne Schiefstellung und ohne Kraftbedarf in die neue Lage übergehen. Ein weiterer erreichbarer Vorteil besteht in dem bequemen Ein- und Ausbau des Lamellen- paketes. Man braucht nur die Schrauben -1 und 7, sowie nach dem dann ohne weiteres möglichen Abziehen des Deckels 5 die Schrauben<B>10</B> zu lösen,
um das La.mellen- paket als Ganzes herausziehen zu können. Man kann auf diese Weise das Lamellen paket nach Abnutzung leicht durch ein an deres ersetzen. Das unbrauchbar gewordene Lamellenpaket kann, da ,die Herstellung der beschriebenen Lamellenpakete sehr billig ist:, ohne weiteres weggeworfen werden. Dadurch werden die Fehler bezw.
Schä'Wen vermieden, die bisher immer wieder durch falsches Ruf nieten der Reibbeläge auf die Lamellen, :sowie durch falsch verwendetes Reibmaterial und Gegenmaterial, ferner durch schlechtes Einpassen der Lamellen in die zugehörigen Mitnehmer, vor allen Dingen: aber durch Wiedereinbauen bereits riefiger Stahllamel len. verursacht werden. Es wird also dein Reparateur der Kupplung von einer Spezial firma. ein fertiges Einsatzstuck geliefert, das an-- dem Lamellenträger 6, Ga zusammen mit.
den mit ihm und. untereinander durch die Zwischenglieder 31, 31a und 31h fest ver bundenen Lamellen 8 besteht.
Die Ausbildung der die Reiblamellen mit ihren Trägern oder Mitnehmern verbindenden dünnen Ringscheiben (Membranen) mit kon zentrischen Wellungen bietet ausser der aus giebigeren Federung noch den Vorteil, dass sie ein Verziehen der Reiblamellen in die Kegelform, wie es hei ans ebenem Feder blech bestehenden Reibscheiben bei axialer Verschiebung der letzteren gegenüber ihrem Träger auftritt, ausschliesst.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf Reiblamellenpakete fair Kupplungen; sie kann vielmehr auch für andere Maschinen organe, z. B. Bremsen und :Stossdämpfer, mit Vorteil Anwendung finden.