CH203439A - Verfahren zur Zersetzung von organischen Substanzen. - Google Patents

Verfahren zur Zersetzung von organischen Substanzen.

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CH203439A
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Description


  Verfahren zur Zersetzung von organischen Substanzen.    Die Erfindung     betrifft    ein bakteriolo  gisches Verfahren zur Zersetzung von festen  oder halbfesten organischen Substanzen  durch einen     Fermentationsprozess,    um ein  stark     oxydiertes    und     praktisch        dehydriertes     Produkt zu     erhalten.    Dieses Verfahren darf  nicht mit     Verfahren        verwechselt        werden.,    die  der Reinigung von Abwässern dienen, wo das       gewünschte    Endprodukt eine     --tätige    Flüs  sigkeit     darstellt.     



  Der Abbau von organischen     Substanzen     durch     bakterielle        Fermentation    ist selbst  verständlich ein     Naturvorgang.        Unter    der  Voraussetzung, dass die äussern Bedingungen  und der Zustand der Masse für die Einwir  kung der Bakterien günstig sind, wird ein  sehr stark umgebautes und     brauchbares    Pro  dukt     entstehen.    Da dieser Prozess in der Na  tur sehr     viel,    Zeit bis, zu seiner Vollendung  benötigt,

   werden     erfindungsgemäss    die Bedin  gungen innerhalb der Masse     künstlich        beein-          flusst,    um die Wirksamkeit der Bakterien zu       erhöhen        und    den Prozess so zu verkürzen.    Damit grössere Mengen von Abfall, wie  z. B.     S:tädtmbfall,        diesem        Verfahren:    unter  zogen     werden        können,    muss die Behandlungs  zeit auf ein Minimum reduziert werden.  



  Gegenstand der Erfindung ist daher ein  neues und verbessertes Verfahren der oben  erwähnten     Art,    welches eine rasche und wirt  schaftliche Behandlung grosser Mengen fester  und     halbfester    organischer     Substanzen    er  möglicht und diese Masse in einer     relativ    kur  zen Zeit     in.    ein oxydiertes, praktisch     dehy-          driertes.    und brauchbares Produkt umsetzt.  



       Erfindungsigemässi    besteht der     bakte-          rielle    Vorgang aus zwei Phasen, zuerst aus  einer     anaeroben        und,    dann einer     aeroben,    und  setzt die     Erreichung    einer möglichst hohen       Temperatur    innerhalb der Masse während der  Behandlung durch die     Einführung    von     ther-          mophilen    Bakterien in     derselben    während  beider Phasen     woraus,

          wodurch    die     patho=          genen        Bakterien        zerstört    werden.  



  Allgemein gesagt ist daher der     Gegen-          stand    der     vorliegenden.        Erfigdunj#        -ein    zwei-           phasiges    bakterielles Verfahren zur Fermen  tation von festen oder halbfesten Substanzen,  wobei die     organisehen    Substanzen mit  anaeroben und     aeroben    Bakterien durchsetzt  werden, die dann in zwei Phasen auf sie ein  wirken.

   Die Masse wird so behandelt., dass  ein unerwünscht hoher     Säuregrad    vermieden  wird durch eine Einstellung der     @'Vasser-          stoffionenkonzentrat.ion    der Masse auf     pii        7.t1     bis 8,0. Das Material wird mit     beiden     Bakterienarten entweder zusammen oder ge  trennt geimpft, bevor oder sobald das Mate  rial in eine Kammer für die     anaerobe    Phase       gebracht    worden ist, indem es zum Beispiel  mit einer bakterienhaltigen Flüssigkeit über  sprüht wird. Die Masse wird der Einwirkung  beider Phasen unmittelbar nacheinander  unterzogen.

   In der ersten anaeroben Phase  wird die Kammer gegen den freien Zutritt  von Luft     geschlossen    und die hasse solange  der Wirkung der anaeroben Bakterien aus  gesetzt, bis sie eine Temperatur erreicht hat,  die so     tveit    möglich der optimalen Wirkungs  temperatur der zweiten     aeroben        Pliase    ent  spricht, z. B. 50 bis 80   C,      wodurch    die       thermophilen        aeroben    Bakterien aktiviert  werden. Die     Erreiehung    . dieser erhöhten  Temperatur kann vorzugsweise künstlich  unterstützt werden, indem zum Beispiel das  Innere der Kammer warm und feucht gehal  ten wird.

   In der     z-,veiten    Phase wird die  Masse der Wirkung der     aeroben,        thermo-          philen    Bakterien ausgesetzt, indem sie gut  gelüftet wird. So kann beispielsweise vor  gewärmte und     vorzugsweise    ozonhaltige Luft  unter einem Druck von 1 bis 5     Atmosphären     zugeführt werden. Diese zweite Phase stellt  die endgültige     Fermentationsphase    dar und  wird solange fortgesetzt, bis die Temperatur  das     notwendigste    Optimum für die     thermo-          philen    Bakterien erreicht hat, z. B. 85   C.

         Diese        Temperatur    wird entweder durch Kon  trolle der     Ausflussgeschwindigkeit    der Gase  oder der Zufuhr der geheizten Luft oder  durch Kontrolle beider eingehalten, bis sich  das Material genügend dehydriert und in  Humus umgewandelt hat.  



  Wie sich aus der oben angeführten all-    gemein gehaltenen Definition des. Verfahrens  ergibt, wird in der ersten oder anaeroben  Phase nur eine     Vorwärmung    der Masse er  reicht bis zur der Temperatur,     bei    welcher in  der zweiten oder     aeroben    Phase eine Fermen  tation ausschliesslich durch die     the.i-inophilen     Bakterien stattfindet.

   Da die     L?mwandlungs-          zeit    des     Materials    bis zum Endprodukt haupt  sächlich von der Einwirkung der Bakterien  der     zweiten        Pliase        abhängt.    ist es wünschens  wert, dass der Grad der Erwärmung in der  ersten Phase sich soweit möglich der  optimalen Temperatur für die     Wirksamkeit     der Bakterien der zweiten     Phase    nähert.  



  In der Praxis haben wir eine Temperatur  his 80   in der ersten Phase und eine bis 85    in der zweiten Phase verwendet, die dann  eingehalten wurde. his das Produkt den  gewünschten Grad von Oxydation und       Dehydration    erreicht hatte.  



  Da jeder     Wärmeverhist    beim     t    bergan  von der ersten zur zweiten Phase einen Zeit  verlust bedeutet, bis die optimale Temperatur  für die Wirksamkeit. der Bakterien der zwei  ten Phase erreicht werden kann, sollte das  Verfahren so durchgeführt  -erden,     da.ss    kein  solcher Wärmeverlust auftritt.

   Dies kann da  durch erreicht werden,     da.ss        beide    Phasen     un-          mittelbar    nacheinander ausgeführt werden,  ohne     da.ss    das     Material    aus der Kammer ent  fernt wird, und auch durch die vorherige  Erwärmung der Luft und des eventuellen       Sauerstoffes,    die der Masse während der       aeroben    Phase zugeführt. werden.  



  In Fällen, wo das zu behandelnde     3Iate-          rial        zii    wenig Alkali enthält, muss die     Wasser-          ctoffionenkonzent.ration    kontrolliert werden,  um einen     zii    hohen     Säuregrad    zu vermeiden  dadurch,     dal3    die     Wasserstoffionenkonzentra-          tion    der     blasse    auf     pH    7,0 bis 8,0 gehalten  wird. Dies kann auf irgend eine bekannte Art  erreicht werden, so z.

   B. durch den Zusatz  einer passenden Menge von Gaskalk, ba  sischer Schlacke,     Calciumkarbonat,        Calcium=          salfat    oder irgendeiner andern passenden  alkalischen Substanz. Die Feuchtigkeit inner  halb der Kammer kann ebenfalls vorteilhaft  kontrolliert werden.

        Ein     Vorteil    des Verfahrens     besteht    darin,  dass die für das Verfahren notwendigen       thermophilen    Bakterien in irgend einer       passenden    Form oder Medium zugeführt wer  den können, je     nach        Art,des    zu     behandelnden     Materials und je nach der Natur des ge  wünschten     Produktes,.    Wenn mehr feste  organische Substanzen behandelt werden  sollen, wie z. B.

   Küchenabfälle, kann es vor  teilhaft     sein,    die     Bakterien    in einem     flüssigen     Medium zuzuführen, wodurch eine vorherige       Durchfeuchtung    des     Materials,    die zur Akti  vierung der     Anaerobier    notwendig ist, leicht  und     vorteilhaft    erreicht werden.  



  Da der     Wirkungsgrad    der anaeroben Bak  terien sehr stark von der     Sauerstofffreiheit     der Kammer und ihres     Inhaltes    abhängt, wird  den organischen Substanzen     vorteilhafter-          weise    ein sauerstoffverbrauchender Fungus  zugesetzt, dessen Wirksamkeit nach     Ver-          schluss        dpr    Kammer und nach der mecha  nischen     Entfernung    der Hauptmenge der  Luft     einsetzt.     



  Wir haben gefunden, dass eine oder  mehrere Arten von     Fungi    der Klassen     Myce-          lium,        Penicylium    und     Aspergillus    diesem  Zweck entsprechen.

   Unter diesen sei     Asper-          gillus        glaucos        ascosporicus    besonders     genannt.     Von den für diesen Zweck passenden Bakte  rien mögen genannt werden B.     Ammoniage-          nes,    B.     Trauffautii,    B.     Urcae,    B.     Radicicola,     B.

       Proteus    und     Azotobacter        Chroomococcum.     Es können natürlich auch andere     Bakterien,     die bei den     oben        erwähnten    erhöhten Tempe  raturen wirksam sind,     verwendet    werden.  



  Die erwärmte Luft, die während der       aeroben    Phase der Kammer zugeführt wird,  ist     vorzugsweise    ozonhaltig     und    wird der  Kammer     intermittierend    zugeführt.

   So kann  zum Beispiel der Luftstrom während 4     Stun-          den,        andauern.    und dann     während    4     Stun-          den    abgestellt sein.     Vorteilhafterweise    wird  mehr Luft     zugeführt,    als die Bakterien ge  brauchen und die Temperatur der ozonhalti  gen Luft immer 1 bis 2   C unter der der       Fermentationsmasse    gehalten.

   In dem Masse,  wie die     Fermentationstemperatur    ansteigt,  wird     auch        fortschreitend    die     Temperatur    der         ozonhaltigen.    Luft erhöht. Es können Thermo  staten verwendet werden, um die Temperatur       innerhalb    der erlaubten Grenze zu halten.  Auf diese Weise kann der Prozess bei opti  maler     Gesühwindiggkkeit    verlaufen,     unabhängig     von den     jeweiligen    klimatischen Verhältnis  sen.

   Dies bedeutet einen sehr grossen Vorteil  in     Fällen,    wo der Prozess bei     klimatischen          Verhältnissen    durchgeführt werden russ, bei  denen die Feuchtigkeit extreme Grade er  reicht.  



  Es     kann        irgend    ein beliebiges Verfahren  verwendet werden, um die Luft der     Masse     zuzuführen, und um sie vor ihrem     Eintritt     in die Kammer zu erwärmen.     (Vorzugsweise     aber wird die Luft nach der     Kompression    er  wärmt, wenn ein     Kompressor    gebraucht     wird     und vorzugsweise durch ungenützte Wärme  der Betriebseinrichtung. Auf diese     Weise     wird der     Wirkungsgrad    des     Kompressors    auf  einem     Maximum    erhalten.  



  Um die Oxydation in der     Masse    zu       steigern    und um     einen    vorhandenen unan  genehmen Geruch zu beseitigen, kann aus  einer     ozonproduzierenden        Apparatur    ein  Ozonstrom dem Luftstrom beigefügt werden.  



  Bei der Anwendung von erhitzter ozon  haltiger Luft wird die     Bakterienwirkung     nicht gehemmt,     so    dass nicht nur eine sehr  starke Oxydation erreicht wird.     sondern    auch  eine     stärkere    Bindung des Stickstoffes, was  einen sehr     wichtigen        Faktor    darstellt. Der       Druck    der komprimierten Luft kann je nach  Verhältnissen 1 bis 5 Atmosphären betragen.  



       Wenn    das Verfahren auf sehr grosse Men  gen von     organischen        Substanzen    angewendet  wird, z. B. auf Stadt, und Hausabfälle, wird  es nötig sein,     dasselbe    in einer Mehrzahl von  Räumen oder     Kammern    durchzuführen, wel  che nacheinander mit den herbeigeschafften  Abfällen gefüllt werden. Die Masse wird in  jeder folgenden     Kammer    in der Weise infi  ziert, dass man derselben einen Teil der sich  in der vorhergehenden Kammer zersetzenden       Masse        zufügt,    die während nicht weniger als  24 Stunden bei 75   C gehalten wurde.  



  Im folgenden soll die Methode     beschrieben     werden, nach welcher das     Verfahren    ange-      Wendet wird, wenn es sich     rain    den Gesamtab  fall und die Abwasser einer Gemeinde hau  Belt. wobei die     Gesami-heit        dieser    Abfälle  nicht nur abgeräumt. sondern durch deren       Zersetzung    in Oxydation und     Delivdration    ein  wertvolles     Düngermaterial    gewonnen werden  oll.

   Der Stadt- und Hausabfall, der Pflan  zen,     Tierahfälle.    Asche, Schlacken.     Flaschen,     Knochen     und    metallische Gegenstände     entha.l-          fen    mag,     wird    gesammelt und dann gesiebt,  vorzugsweise durch mindestens zwei     Siebe,     deren erstes eine Korngrösse von     ca.    1     7,,        7o11     und das zweite von     3!,,    7o11 haben kann. Die  ses Sieben kann aber auch     na,eli    der Fermen  tation stattfinden.

   Durch das Sieben wird der  grössere Teil des brennbaren Materials, wie  Schlacken und Kohlen, aus dem Abfall ent  fernt. so     da.ss    hauptsächlich die organischen  Substanzen und Pflanzenabfälle, Papier,  Lumpen und tierische Abfülle     zurückbleiben.     



  Die Schlacken und Kohle, welche. durch  das Sieben getrennt werden, können verheizt  und ihre     Wärme    zur Erhitzung der ozon  haltigen Luft für die     Fermentationskammer          verwertet    werden, ferner als Antriebskraft  für den Kompressor oder irgendeinen andern  Teil der     Anlage.    Die Aschenabfälle dieser  Heizung sind von feiner und weicher Form  und sind     wertvoll    durch ihren Gehalt an       Mineralien    und     a-ls        Basis    für die aktive Ent  wicklung des     Bakterienfermentes,

      mit denn  das     1Taterial    in der     Fermentationskammer          1-reschickt    wird.  



  Um die Bildung einer     Acidität        zii    verhin  dern und einen     pH-Wert    von 7     einzuhalten,          fügt    man irgend ein Alkali hinzu, wie z.     B.          Gaskalk,    basische Schlacken oder     Kalzium-          karbonat    in Mengen von     i-bis        5'%    oder je  nach der festgestellten     Aeidität    der     Masse     oder je nach derjenigen, die sieh     während     des Prozesses bildet.

       Kalziumsulfat    kann  auch     hinzugefügtwerden.    um die     Ammoniak-          dämpfe    711 absorbieren und um die Ent  wicklung von lästigen     Gerüchen    zu verhin  dern oder diese     auf        ein    Minimum herabzu  setzen.  



  Die organischen     Substanzen,    die ausser  den oben erwähnten Bestandteilen noch    Knochen, Hufe, Hörner, Federn, wollene  Lumpen, Schuhe und auch Flaschen und me  tallische Gegenstände enthalten können, wer  den in die     Fermentationsräume    gebracht.  



  Folgende Ausführungsform soll darstel  len, wie die Masse mit Bakterien infiziert  wird, ohne dass dies     als    eine Einschränkung  in der     Anwendung    des Prozesses aufgefasst  werden darf.  



  Man entnimmt irgend einer     Kläranlage     frischen     _A.bv"asserselilarrim.    Wir verdünnen  diesen mit Wasser vom     fünffacben    Gewicht  des Schlammes und einer Temperatur von  37   C oder höher, mischen es mit irgendeinem  bekannten     anaeroben    Nährmittel, das wäh  rend 18 Stunden der     Entwicklung    in einem       septischen    Behälter     überlassen    wird.<B>Um</B> eine  reine Kultur zu erhalten, wird das folgende  Vorgehen vorgeschlagen:

   Das     Bakterium          Spiroehaetl        Cytoplraga        wird    von     frisehein     Abwasser oder von tierischen oder menschli  chen Exkrementen     isoliert    und auf irgend  einem bekannten Nährboden gezüchtet. Die       Kultur    wird dann in eine wässerige     Auf-          schwemmung    gebracht. welche die orga  nischen     Substanzen.    auf welche die     Bakterien     schliesslich einwirken sollen, in fein verteilter  Form enthält, so dass sie sich daran ge  wöhnen.  



  Man     bereitet    eine Kultur von Bakterien  vor, die nach irgendeiner     bekannten    oder  geeigneten Methode ans     Ilumuserde    gewon  nen worden ist, wie z. B. von einem gut       gereiften    Gartenbeet. die einen hohen. Humus  und     Pottaschegehalt    hat. Dann     bestimmt    man  deren     Fliissigkeitsgehalt.    der ungefähr     451     betragen sollte. Die     Temperahir    der Masse       wird    dann allmählich durch     künstliche     Wärme zusammen mit der     Ba.lkterienvärme     auf ca.<B>80'</B> C erhöht.

   Die     Masse    wird zwei  mal täglich gewendet und die Bakterien  entwicklung soweit getrieben. bis die Feuch  t     igkeit    der     Masse    auf     171'-,    bis     \?0    %     reduziert     worden ist.  



  In der Praxis wird     beispielsv-eise    fol  gendes Vorgehen bei der bakteriellen Infek  tion angewandt:      100 Tonnen Stadt- und     Hausabfälle    wer  den gründlich mit 100 bis 200 Pfund der  obigen     thermophilen        aeroben    Kultur ver  mischt. Während die so gemischte Masse in  die Kammer gefüllt wird, wird     anaerobe    Kul  tur in Form eines feinen Nebels eingespritzt.

    Wenn     di.e        zweite        und    :die     darauffalgenden          Kammern    mit Bakterien infiziert werden  sollen, so wird eine     bestimmte    Menge aus der  -Hasse der vorhergehenden Kammer ent  nommen, nachdem sie während nicht weniger  als 24 Stunden bei einer Temperatur von  nicht     unter    7:5   C     gehalten    worden ist, und  das folgende kommerzielle Verfahren wird       angewandt:

       Zu je 100 Tonnen von Stadt- und Haus  abfall wird eine Tonne Material aus der  ersten     Kammer    zugefügt und gründlich       durchmischt.    Während diese Mischung in die  Kammer eingefüllt wird, werden 15 Tonnen  frischer verdünnter     Bakterienkulturflüssig-          keit    eingespritzt. Wenn die festen orga  nischen Substanzen zusammen mit 3 % Gas  kalk und die Bakterienflüssigkeit in die  Kammer eingeführt worden sind, wird die  ganze Masse allmählich auf eine Temperatur  von 56 bis<B>60'</B> C erhitzt, welche für das  anaerobe Ferment günstig ist.

   Die Erwär  mung     geschieht        entweder    durch Einströmen  lassen von     warmem        Wasserdampf    in die Kam  mer, durch Heizröhren in der Wandung der  Kammer oder innerhalb der Kammer selber.  



  Wenn die Masse auf diese Weise mit den       Bakterienkulturen        imprägniert    worden ist,       wird    ein Präparat beigefügt,     das    einen sauer  stoffverzehrenden Fungus der     Klasse        Myce-          lium,        Penicilium.    oder     Aspergillus    enthält.       Aspergillus        Glaucus        Ascosporicus    hat sich  als sehr brauchbar     erwiesen.     



  Die erste     Phase    der Zersetzung des Mate  rials, nämlich die     anaerobe        Fermentation,     .setzt dann ein, wobei die     Temperatur    über  56   C bis zu<B>80'</B> C eingehalten wird, wenn  der     sauerstoffverzehrende    Fungus     vorhanden     ist.

   Die Temperatur der Masse innerhalb der  Kammer steigt     schnell    in dem Grade, wie der       Fungus    wächst und den vorhandenen Sauer  etoff absorbiert, wobei die     Temperatur    wäh-         rend    der     Zeit        zwischen    24 und 48     Stunde.     auf     ea.   <B>60'</B> C und zwischen 3 bis 5 Tagen  bis<B>80'</B> C     ansteigt.     



  Während dieser Phase wird die     Bakte-          rienflüssigkeit,    welche aus der Masse in ein       Gesenk        hinabtropft,        wieder    nach oben ge  bracht und in Formeines sehr     feinen    Nebels  über die Masse gespritzt. Schliesslich werden  die     Flüssigkeiten    des     Gesenkes    zurück  gehalten und mit frischer Bakterienflüssig  keit in dem Kulturbehälter vermischt.  



  Wenn die anaerobe Phase beendet ist oder  wenn' die     Masse    genügend zersetzt worden  ist, wozu     gewöhnlich    4 bis 7 Tage genügen,  werden alle Hähne geöffnet, um der     warmen          ozonhaltigen,        komprimierten        Luft    den Zugang  zu gestatten und die Abgase und Dämpfe  zu der     Neutralisations-    und Kondensations  kammer     entweichen    zu     lassen.    Die Kondens  flüssigkeiten können zur     Verdünnung    der       Bakterienkulturen        verwendet    werden,

   da sie  eine     gewisse    Menge stickstoffhaltige Sub  stanzen enthalten. Die Temperatur der ein  tretenden     Luft    wird so hoch     gehalten,    dass  sich     die        Bakterien    am     günstigsten        entwickeln          können.     



  Die Luft wird in     einem.    Druck von ca.  3 Atmosphären zugeführt. Die     Abgase    wer  den von der     Fermentationskammer    in einen  das     Ammoniak    absorbierenden Raum geführt,  wo die     Gasse    z. B. mit Schwefelsäure ge  waschen werden     können,    um das     Ammoniak     zu absorbieren oder es     können    auch andere  absorbierende Mittel verwendet werden, um  das Ammoniak oder     andere        Gase    und Dämpfe  zu entziehen.

   Während den ersten Stadien  der     aeroben        Phase    kann die     Feuchtigkeit    der  Luft, die in die Kammer     eingeführt    wird,  so     reguliert    werden, dass diejenige Luftfeuch  tigkeit vorhanden     ist,    die für das Bakterien  ferment die     günstigste    ist. Dieser Zweck       kann    durch den Gebrauch irgend einer pas  senden     Luftverbesserungsanlage        erreicht    wer  den.  



       Im.    Verlauf     :des        Fermentationsprozesses     wird die Masse     immer    mehr zersetzt, bis es  schliesslich     wünschenwert    sein wird, den Pro  zess zu beendigen, indem die überflüssige vor-           handene    Feuchtigkeit von der     Masse        entfernt     wird. L: m die     Dehydration    zu unterstützen,  die durch den     thermophilen    Vorgang verur  sacht wird, werden die Temperatur.

   Feuch  tigkeit und der Ozongehalt der Luft, die  durch die Masse strömt, so reguliert, dass  eine warme     trockene    Atmosphäre entsteht,  die das letzte     Stadium    der intensiven Oxyda  tion und     Dehydration    der     Masse    bedingt.  



       L    m die Bildung von Luftkanälen in der       1Tasse    zu verhindern und um eine genügende  Oxydation aller Teile der organischen Sub  stanzen zu erreichen, können mechanische       Rührwerke        verwendet,    werden, oder auch  irgendeine andere brauchbare Methode, um  die Masse während der     thermophilen        aeroben     Phase in gewissen Intervallen zu vermischen.  



  Wenn der Prozess vollendet ist, kann die  Kammer geöffnet und die Produkte des     Fer-          mentationsprozesses    entfernt werden. Diese  Produkte sind     aseptisch    und können ohne  irgendwelche Vorkehrung gegen Infektion  behandelt werden, da, alle     pathogenen        Keirne     durch die während der Fermentation auf  tretenden hohen Temperaturen zerstört wer  den.  



  Die Tatsache, dass     das    Material     aseptisch     ist, ermöglicht die nicht     zersetzbaren    Sub  stanzen, wie Flaschen und metallische Gegen  stände, von     Hand    aus der Masse herauszulesen  und sie zu entfernen. Selbstverständlich kön  nen diese Gegenstände auch aus der Masse  entfernt werden, bevor diese der     Fermenta-          tionskammer    zugeführt wird, obgleich die  Masse dann nicht aseptisch ist.  



  Andere organische Substanzen, die durch  die     Fermentationskammer    hindurchgegangen  sein können, ohne vollständig zersetzt zu  werden, sind die     festeren        Gegenstände    wie  Knochen, Hufe,     Hörner,    wollene     Gegenstände.     Schuhe oder     Lederstücke.    Diese werden von  der     Hauptmasse    entfernt und können durch  eine Schleudermaschine geführt werden und  dann entweder direkt mit dem Rest der Masse  vereinigt oder auch der nächsten Ladung bei  gefügt werden, die in die     Fermentations-          kammer    kommt.  



  Das Material, das auf diese Weise aus der         Fermentationskammer    gewonnen wird, kann  mit     Ammoniumsulfat    oder mit. andern     stick-          stoffhaltigen    Verbindungen vermischt wer  den, die aus den Abgasen der Kammer ge  wonnen worden sind. Das Endprodukt ist mit  oder ohne diese     beigefiigl;en    stickstoffhaltigen  Verbindungen ein sehr gut ausgeglichener  organischer Dünger, da er sämtliche wert  vollen     anorganiachen        Düngsubstanzen    zusam  men mit dem     aktivierten        Humrrs    enthält.

   Vor  allem ist der Gehalt an     Humussäure    sehr  hoch, was Voraussetzung ist bei einem     Düng-          mittel.    das Erde regenerieren soll, welche  infolge von     Überbeanspruchung    ihre Eigen  schaft verloren hat,     gifte    Erträge. zu     liefern.     



  Die     regulierte        Temperatur    und     Feuchtig-          leit    bewirken eine ausserordentliche Aktivität  der Bakterien, so dass eine ausserordentlich  hohe Zahl von Bakterien während der Fer  mentation vorhanden ist und daher wird  auch der     Stickstoffgehalt    der Endprodukte  ausserordentlich gesteigert. Es ist festgestellt  worden. dass Erde, die     rnit    dem Produkt des  obigen Prozesses gedüngt worden     isst,    eine  ausserordentliche Fruchtbarkeit gezeigt hat,  die sich als überlegen erwiesen hat gegenüber  den     besten    bis jetzt bekannten natürlichen  und künstlichen     Düngmitteln.     



  Die Anwendung von Ozon ergibt     einen     sehr hoch     oxydierten        Düngstoff,    was einen       wichtigen        Faktor    zur Erhöhung der     Aktivität     von     Microorganismen    im Erdreich darstellt,  so werden die Pflanzennährstoffe in einem  langsamen und kontinuierlichen Strom ge  bildet.  



       Das    Produkt des oben erwähnten Pro  zesses ist einzig und neu,     weil    es hoch oxy  diert ist, infolge der     profusen    Bakterienent  wicklung einen erhöhten Stickstoffgehalt hat       und    sehr reich an     Humussäure    ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: 'Verfahren zur Zersetzung von festen oder halbfesten organischen Substanzen, dadurch gekennzeichnet. dass die organischen Sub stanzen mit anaeroben und aeroben Bakterien durchsetzt werden, und das Material so behandelt wird, dass ein schädlicher Säure- grad verhindert wird durch eine Einstellung der Wasserstoffionenkonzentrationder Masse auf pg 7,0 bis 8,0 und dass die Einwirkung der Bakterien auf die Masse in zwei Phasen stattfindet,
    wobei in der ersten Phase auf den Ausgangsstoff die anaeroben Bakterien zur Einwirkung gelangen, indem hierbei in einer gegen Frischluftzufuhr abgeschlossenen feuchten Kammer gearbeitet wird, wobei die Temperatur darin so nahe wie möglich an die optimale Temperatur für die Wirksamkeit der aeroben Bakterien in der zweiten Phase herangebracht wird, um eine Aktivierung der aeroben thermophilen Bakterien zu erreichen,
    und @dass die Masse hierauf in der zweiten, das heisst der Phase der endgültigen Fermen tation. so lange gut gelüftet wird, unter Ein haltung der optimalen Temperatur für die Wirksamkeit der aeroben thermophilen Bak terien, bis das Material sich genügend dehy driert und zu Humus umgesetzt hat. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Masse während der anaeroben Phase Sauerstoff entzogen wird durch Zusatz eines sauerstoffver zehrenden Fungus zu den organischen Substanzen, bevor diese gegen einen freien Luftzutritt abgeschlossen worden sind. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der zugeführten Luft während der ganzen zweiten Phase ständig nur sehr wenig unterhalb der Temperatur der sich zer setzenden Masse gehalten wird. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchlüftung der Masse in der aeroben Phase intermittierend geschieht.
    4. Verfahren nach Partentanspruch, bei Odem mehrere Kammern nacheinander mit dem zu behandelnden Material gefüllt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse jeder folgenden Kammer so geimpft wird, dass ihr ein Teil der sich zersetzenden Masse einer vorhergehenden Kammer zu gesetzt wird.
CH203439D 1936-12-22 1937-12-21 Verfahren zur Zersetzung von organischen Substanzen. CH203439A (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1300957B (de) * 1962-02-16 1969-08-14 Emmet Geb Prinzessin V Schoenb Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Kompost aus organischen Abfallprodukten
DE1592726B1 (de) * 1965-06-30 1971-01-07 Felix Prat Verfahren und Vorrichtung zur beschleunigten Kompostierung von Haushaltsabfaellen

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