CH203699A - Verfahren, um frischen Meeresschlick bezw. schlickähnliche Massen transportfähig zu machen. - Google Patents

Verfahren, um frischen Meeresschlick bezw. schlickähnliche Massen transportfähig zu machen.

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CH203699A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
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Description


  Verfahren, um frischen Meeresschlick bezw. schlickähnliche blassen  transportfähig zu machen.    Die Verwendung des in der Hauptsache  an den Flussmündungen anfallenden     Meeres-          schlickes    zur Bodenverbesserung hat sich bis  her in der Weise vollzogen, dass man ihn  nach der Gewinnung durch Baggern in beson  deren Behältern oder dergl. absitzen liess, um  ihn so von dem seinen Transport verteuernden  und für den Acker schädlichen Salzwasser so  weit wie möglich zu befreien. Der Schlick,  der im Meereswasser kolloidal gelöst war,  geht dabei in einen speckigen Zustand über,  indem man ihn spittreif nennt, und aus dem  er sich nicht wieder in die ursprüngliche,  kolloidale Form zurückführen lässt.

   Im     spitt-          reifen    Zustand ist er wegen seiner ausser  ordentlich zähen Bindigkeit sehr schwer zu  behandeln. Beim Abstechen zum Verladen  muss zum Beispiel der Spaten vor jedem Stich  in Wasser getaucht werden. Der spittreife  Schlick ist aber in dieser Form auch sehr  schwer, wenn überhaupt, auf dem Acker  boden in der richtigen Weise zu verteilen.  Aus diesem Grunde lässt man ihn überwin-    tern, und zwar in so niedrigen Haufen, dass  er mit Sicherheit     ganz        durchfriert        und    dann  im nächsten Frühjahr zerschlagen und zer  krümelt auf den Acker gestreut werden kann.

    Ist nun diese Art der Verbringung auf den  Acker schon selbst sehr langwierig, so kommt  noch hinzu, dass die Ertragssteigerung des  Ackers durch derartige Schlickgaben in der  Regel erst nach zwei Jahren einsetzt. Der  grösste Nachteil bei dieser Behandlungsweise  besteht aber darin, dass schon der spittreife  Schlick in biologischer Beziehung eine be  deutende     Veränderung    gegenüber dem     frisch          gewonnenem    Schlick     zeigt.    Neben dem für den  Ackerboden     günstigen    Gehalt an     anorgani-          schen    .Stoffen     besteht    in     frischem        Schlick     auch 

  ein reiches Bakterienleben. Von den  Bakterien geht aber     beim        Absitzen        infolge          Luftmangels    der allergrösste     Teil    ein     und    da  mit dem     Acker    verloren.  



  Durch das     Verfahren    der vorliegenden       Erfindung        wird:    die Möglichkeit gegeben, der       Landwirtschaft    -     anstatt        spittreifen        oder         erst aus solchem in andere Formen über  geführten Schlick - bakterienreichen Schlick  in wirtschaftlicher Weise zuzuführen und  damit den biologischen Zustand des Bodens,  dessen Bedeutung für das Pflanzenwachstum  heute immer mehr und mehr erkannt wird,  stärker und schneller zu     heben,    als es bisher  möglich war.  



  Weil der Meeresschlick, so wie er sich vor  den Flussmündungen im Meere absetzt, oder  ähnlichen Schlick in der Urform, den Höchst  gehalt an lebendigen Organismen     besitzt,    fasst  die Erfindung die Aufgabe. ihn beliebigen  Verwendungszwecken zugänglich zu machen,  nicht als solche einer Herstellung eines     Bo-          denverbesserungmittels    aus Schlick auf, son  dern sie hat erkannt und geht von dieser Er  kenntnis aus, dass es sich dabei um eine reine  Transportaufgabe handelt.

   Sie will also den  Schlick in seiner Urform, in der er dem  Meere etc. entnommen wird, in solcher Un  versehrtheit transportfähig machen, wie man  zum     Beispiel    Hühnereier vom Legenest nach  der Grossstadt in     besonders        konstruierten     Verpackungen möglichst unversehrt zu ver  frachten trachtet.  



  Zu diesem Zwecke besteht das Verfahren  der vorliegenden Erfindung darin, den  frischen Seeschlick etc. zunächst nur von  überflüssigem Wasser zu befreien, das heisst  bis zur noch fliessfähigen, breiigen Be  schaffenheit zu     entwässern,    und dann durch  Mischung mit nicht oder wenig saugfähigen  Körperchen (z. B. Sandkörner) unmittelbar  in eine belüftungsfähige Form zu     überführen.     Jedes Sandkörnchen zum Beispiel umzieht  sieh dabei mit einer dünnen Schlickschicht,  die an ihm haften bleibt, und wird dadurch  zum Transportmitttel dieser Schicht.

   Es er  gibt sich nun, dass bei richtig gewählten Ver  hältnissen, bei denen das Gemisch nur mehr  aus solchen mit Schlick umkleideten Sand  körnern besteht, sonst aber keine reinen  Schlickmengen mehr enthält, bei nicht zu  hoher Schichtung Luft in das lockere Ge  misch eintreten kann. Dieser Luftzutritt er  hält nicht nur die nützlichen     Bakterien    am  Leben, sondern bringt auch etwaige schäd-    liche Bakterien zum Absterben. Das Gemisch  lässt sich auch gut ausstreuen. Trotzdem ver  bleibt der an den Körnchen haftende Schlick  in     seinem        ursprünglichen    feuchten, vor     allem     aber kolloidalen Zustande, der für seine be  lebende Wirkung im Acker- besonders in  leichten Böden, ebenfalls wichtig ist.

   Das  Gemisch wird gegebenenfalls noch biss auf  einen Wassergehalt von etwa 25 bis 40% ge  trocknet. Die Menge des Sandes, die dem  Schlick zugesetzt wird, richtet sich, ganz ab  gesehen von dem Wassergehalt des Schlickes.  auch nach dem Zustand     des        Schliches,    ob er  mehr oder weniger zäh bezw. bindekräftig  ist. Der Schlick ist an den verschiedenen La  gerstätten auch verschieden in seiner Zu  sammensetzung und verschieden in seinem  physikalischen Zustand. Speckiger, zäher  Schlick benötigt mehr     Sand    trotz geringen       Wassergehaltes    als ein Schlick, der weniger  z ä h und speckig ist und zn grösseren     Wasser-          gelialt    besitzt.

   Da aber anderseits ein grösserer       Sandzusatz    sich zum     Beispiel    auf schweren  Böden vorteilhaft auswirkt, so ist auch die  Verwendung des Schlickes mitbestimmend  für die Mengendes zuzusetzenden Sandes. Es  muss demnach der prozentuale Sandzusatz so  wohl für jede Schlicksorte durch Versuch be  stimmt, wie auch gegebenenfalls dem Ver  wendungszwecke angepasst w-erden. Die am  häufigsten vorkommenden Mittelwerte dürf  ten. zwischen     107o    und     4()%    des     transport-          fähigen    Gemisches liegen.  



  Die     Vorentwässerung    kann zum Beispiel  durch     kurzzeitiges        Abstehenlassen    oder durch       Schleudern        vorgenommen    werden.  



  Das     Schleudern    von     Abwasserklärschlamm     ist     bereits    bekannt. Dort handelt     es    sich aber  darum, die     Trockenbestandteile        eines        Klär-          schlammes    so trocken wie möglich zu gewin  nen, und es braucht     dort    keine Rücksicht  darauf genommen zu werden,     dass.    ein be  stimmter Gehalt von Flüssigkeit mit den       Troekenstoffen        zusammen        gewonnen        wird,

       weil diese     sonst    wertlos     würden.    Ausserdem  können diese Schleudern nur     unterbrechungsl-          weise        arbeiten.     



       Bei        Meeresschlick    und     ähnlichen    Schlick-      arten liegen jedoch andere Verhältnisse vor.  Es handelt sich dort in der Hauptsache um  den Gehalt an Bakterien neben dem Gehalt  an mineralischen Stoffen, und diese wert  vollen Bestandteile sind in kolloidaler Form  im Meereswasser vertreten. Die Aufgabe ist  daher hier anders und besteht darin, mög  lichst nur einen bestimmten Gehalt an  reinem Wasser auszuscheiden und den Schlick  in derselben Form zu gewinnen, in der er  sich in der See ete. abgelagert hatte. Das ist  aber die Form eines kolloidalen, sehr stark  wasserhaltigen Schleimes oder Schlammes,  der eher als dicke Flüssigkeit, anstatt als  Trockensubstanz anzusprechen ist.

   Ausserdem  ist es schon der Transportfrage wegen wich  tig, auszusoheidendes Walser so schnell wie  möglich, das heisst zum Beispiel schon an  Bord des Baggers ausscheiden zu können,  ohne dabei     wertvolle    Stoffe zu verlieren.  Diese Ausscbeidung wird aber zweckmässiger  weise in kontinuierlichem Betriebe vorgenom  men, weil sonst die grossen Mengen nicht zu  bewältigen sind.  



  Diese Aufgabe vermag am besten ein  eigentlicher Separator zu leisten, wie ,solche  zum Beispiel in der Landwirtschaft für die  Entrahmung der Milch bekannt sind, in Wei  terem Sinne aber alle Separatoren, die       Flüssigkeiten    nach feineren Unterschieden im  spezifischen Gewicht zu trennen vermögen.  



  An Stelle von Sand können auch Stoffe       Verwendung    finden, die nicht als Sand an der  Verarbeitungsstelle vorhanden sind. An fel  sigen Küsten zum Beispiel könnten Gesteine  vermahlen werden, Gesteine wie Granit, Ba  salt und dergl. Im allgemeinen kommen alle  kleinkörnigen Stoffe in Frage, die wenig  oder gar nicht saugfähig sind. .Sie müssen  nur ihrer Natur nach dem Verwendungs  zweck angepasst sein. So ist es denkbar, dass.  für bestimmte Bodensorten Griess von Tho=  masschlacke verwendet werden kann.  



  An     Stelle    von Sand kann auch     trockener     und hinreichend zerkleinerter Schlick ver  wendet weirden. Solcher Scblick kann be  kanntlich dadurch gewannen werden, dass  man frischen Schlick durch Lagern absitzen,    dann als sogenannten spittreifen Schlick in  kleineren Haufen überwintern lässt, deren  Grösse so bemessen ist, dass sie bis in den  Kern durchfrieren, und dass man dann diese  Haufen zerschlägt und zerkleinert.

   Es kommt  für die Erfindung aber nicht darauf an, wie  die Trocknung durchgeführt wird, sondern  nur darauf, dass das einzelne Korn eines sol  chen alten Schlickgriesses trocken genug ist,  um dem beizumengenden frischen Schlick als       Kern    dienen zu können, an dem er     haftet,     dass es aber auch noch eine gewisse Feuch  tigkeit enthält, die es davor bewahrt, auf  saugend zu wirken. Da die Schlicke in sehr  verschiedenen Zusammensetzungen gewönnen  werden, ist es Sache des Versuches, für jeden  Einzelfall den günstigsten Trockenzustand  zu ermitteln.

   Es kann auch Fälle geben, bei  denen man einen infolge grösserer Trocken  heit noch etwas saugfähigen Schlickgriess mit  einem frischen Schlick von etwas übermässi  gem Flüssigkeitsgehalt mengt, so dass im  Gemenge dann ein Ausgleich     eintritt.     



  Durch     diese    Massnahme wird     erreicht,    dass  der bisherige Ballast an Sand in dem Ge  menge, der selbst keine wertvollen     Bestand-          teile    enthält,     in    dem     alten        S,chlickgriesseinen     Ersatz     erhält,    der     zwar        biologisch        minder-          wertig        ist,

      aber doch     mindestens    seinen wert  vollen     Gehalt    an     anorganischen        .Stoffen    be  sitzt und dazu     einen        solchen    an Mull.

   Der  Wert     des.        Gemenges    wird hierdurch ge  steigert.     Insbesondere    für     ,die        Kultivierung     reiner     .Sandböden,        die        bisher    kaum möglich  war, ist diese     Wertsteigerung    von     Bedeutung.     Es ist     weiter        nun    möglich,     Schlicke    von  höherem     .Sandgehalt    oder von überhaupt       geringerem    Werte als Trockengriess mit       frischen,

      hochwertigen     .Schlicken    zu ver  arbeiten.  



  Man     kann    das Verfahren auch auf     ähn-          liehe        Schlammstoffe    z. B. an Flüssen, Seen  und Teichen anwenden, :die in frischem     Zu-          atande        biologisch    hochwertig sind,

   in altem  aber     mindestens        noch    bestimmte anorganische       Bestandteile    von     Wert        besitzen.        Ebenso    kann  man einen     Trockengriess    von derartigen       Schlammen        mit    frischem     Meeresschlick    oder      umgelkehrt trockenen Meeresschlick mit sol  chen frischen Schlammen vermengen.  



  Diese Behandlung des Schlicks erfolgt  fast unmittelbar nach seiner Gewinnung, so  dass er keine     Gelegenheit    zum Absitzen er  hält. Auch bei eventueller Lagerung und  beim Transport des -Gemenges muss für Luft  zutritt gesorgt werden, wenn das Ziel des  Verfahrens der Erfindung erreicht werden  soll, dem Schlich seinen optimalen Bakterien  zustand zu erhalten. Unter dieser Voraus  setzung ,sind seiner Verschickung keine  Grenzen gesetzt. Er muss also zum Beispiel in  durchlöcherten Gefässen, wie Holzfässern,  verpackt und verfrachtet werden oder so nied  rig geschichtet bleiben, dass keine grösseren  Mengen von der Luft abgeschlossen werden.  



  Nach Einbringen des Sandes kann das  Gemenge zum Zwecke weiterer Trocknung  geeigneten Trocknungsvorriehtungen zuge  führt werden, jedoch ist es zur Erhaltung  der biologischen Eigenschaften notwendig,  dass der Feuchtigkeitsgehalt auf etwa 25 bis  40 % gehalten wird.  



  Das Verfahren der Erfindung kann auch  auf andere Schlammarten angewendet wer  den, die wie Seeschlick biologisch besonders  hochwertig sind und unter möglichater Er-    haltung dieser Hochwertigkeit bis an ihre  Verwendungsstelle gebracht werden sollen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren, um frischen Meeresschlick bezw. schlickähnliche blassen in der Urform transportfähig zu machen, dadurch gekenn zeichnet, dass der Schlick zunächst bis zur noch fliessfähigen, breiigen Beschaffenheit ent wässert und dann mit solchen Mengen nicht oder wenig saugfähiger und feinkörniger Stoffe vermischt wird, dass ein lockeres luft durchlässiges Gemenge entsteht. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentansprueb, dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatz feiner Flusssand genommen wird.
    Verfahren nach Patentanspruch. dadurch gekennzeichnet, dass als Zusatz trockner, aber nicht oder wenig .saugfähiger Schlieh- griess genommen wird. :3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet. dass die Vorentwäcserung des Schlicks bis zur noch fliessfähigen, breiigen Beschaffenheit durch Schleudern in Separatoren erfolgt.
CH203699D 1938-05-04 1938-05-04 Verfahren, um frischen Meeresschlick bezw. schlickähnliche Massen transportfähig zu machen. CH203699A (de)

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