CH204343A - Einrichtung zum Kühlen der Erhitzerrohre von Wärmekraftanlagen, in welchen ein gasförmiges Arbeitsmittel einen geschlossenen Kreislauf beschreibt. - Google Patents
Einrichtung zum Kühlen der Erhitzerrohre von Wärmekraftanlagen, in welchen ein gasförmiges Arbeitsmittel einen geschlossenen Kreislauf beschreibt.Info
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Description
Einrichtung zum Kühlen der Erhitzerrohre von Wärmekraftanlagen, in welchen ein gasförmiges Arbeitsmittel einen geschlossenen Kreislauf beschreibt. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Kühlen der Erhitzerrohre von Wärme- fraftanlagen, in welchen ein gasförmiges Arbeitsmittel einen geschlossenen Kreislauf unter Überdruck beschreibt,
wobei das durch äussere Wärmezufuhr in einem Röhrenga.s- erhitzer erhitzte Arbeitsmittel in mindestens einer Turbine unter Arbeitsleistung expan dieren gelassen und nachfolgend in min destens einem Verdichter wieder auf höheren Druck gebracht wird, sowie in einem Wärme- austauscher zwischen dem expandierten und dem wieder verdichteten Arbeitsmittelstrom vorgängig der äussern Wärmezufuhr im Röh- rengaserhitzer ein Wärmeaustausch statt findet.
Die Röhren des Gaserhitzers solcher An lagen sind sehr hohen Temperaturen aus gesetzt. Hinzu kommt, dass sie infolge des in deren Innerem herrschenden Druck auch noch mechanisch stark beansprucht sind. Be absichtigt man daher das Arbeitsmittel im Röhrengaserhitzer auf hohe Temperatur zu bringen, so ist man gezwungen, den Bau stoff der Rohre bis an die Grenze der zu lässigen Wärmefestigkeit zu beanspruchen.
wenn man mit praktisch noch brauchbaren Abmessungen der Rohre auskommen will. Bei einer solchen hohen Beanspruchung der Rohre durch die Feuergase von aussen und das unter Überdruck fliessende, hochzuerhit- zende Arbeitsmittel im Innern muss vor allem darnach getrachtet werden, die Rohrtempera tur bei nur sehr kleinen Schwankungen auf einem höchst zulässigen Wert zu erhalten.
Wenn daher beispielsweise infolge von Be- lasiungsschwankungen die Wärmeaufnahme des Arbeitsmittels aussetzt, oder anderseits von der Feuerung zu viel Wärme abgegeben wird, so besteht die Gefahr, dass die Rohr temperatur mindestens kurzzeitig über den betreffenden zulässigen Wert steigt, so dass die Rohre den von ihnen .geforderten Bean spruchungen nicht mehr gewachsen sind.
Die Gefahr einer derartigen Überhitzung ist bei Röhrengaserhitzern von Anlagen der er wähnten Art grösser als bei Dampfkesseln, weil bei denen infolge des auf Innen- und Aussenseite der Rohre verhältnismässig schlechten Wärmeüberganges die Rohrtem peratur bei einer gewünschten Arbeitstem peratur der aufzuheizenden Arbeitsgase be deutend höher ist als bei gleich hoher Ar beitstemperatur des Dampfes einer Dampf kraftanlage.
Das Nichtüberschreiten eines festgelegten Wertes der Rohrwandtemperatur von Röhrengaserhitzern ist um so wichtiger, als in dem in Frage kommenden Tempera turbereich von beispielsweise 600-800 C, die Festigkeit des Stahls oder entsprechender Legierungen mit wachsender Temperatur ausserordentlich rasch abnimmt. Schon Tem peraturerhöhungen von beispielsweise 20 C schwächen die Festigkeitseigenschaften ganz erheblich.
Zweck der Erfindung ist nun, eine Ein richtung zum Kühlen der Erhitzerrohre von Wärmekraftanlagen der eingangs erwähnten Art zu schaffen, welche bei einer plötzlichen Erhitzung der Rohre des Röhrengaserhitzers über ein festgesetztes Mass hinaus, der betref fenden Temperaturerhöhung rasch und wirk sam entgegenzuwirken gestattet.
Erreicht wird das gemäss vorliegender Erfindung durch eine zusätzliche, abschliessbare Leitung, welche vom Verdichter gefördertes Arbeits mittel unter Umgehung des Wärmeaus- tauschers unmittelbar in den Gaserhitzerein- tritt überzuführen gestattet.
Auf der Zeichnung ist beispielsweise eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des in vereinfachter Darstellungsweise ver anschaulicht.
In der Figur bezeichnet 1 einen Röhren- 23 in welchem das gasförmige, dauernd einen geschlossenen Kreislauf unter Überdruck beschreibende Arbeitsmittel durch Zufuhr äusserer Wärme erhitzt wird. Die eigentliche Erhitzung des Arbeitsmittels er folgt in Schlangen 2, welche von Feuergasen umspült werden. Das so erhitzte Arbeitsmit tel gelangt durch eine Leitung 3 in eine Turbine 4, wo es unter gleichzeitiger Arbeits abgabe beispielsweise an einen Generator 5 und an einen Turboverdichter 6 expandiert.
Das aus der Turbine 4 strömende Arbeits mittel gelangt durch eine Leitung 8 in einen a.ls Gegenstromapparat ausgebildeten Wä.rme- austauseher 9, wo dasselbe ein Röhrensystem durchströmt und dabei Wärme an den Teil höheren Druckes des Arbeitsmittels abgibt, welcher durch eine Leitung 10 aus dem Turboverdichter 6 in den Wärmeaustauscher 9 und aus diesem durch eine Leitung 11 in einen Sammler 6 des Erhitzers 1 gelangt. Der im Wärmeaustauscher 9 abgekühlte Teil des Arbeitsmittels gelangt durch eine Leitung 12 in den Turboverdichter 6, wo er unter Küh lung wieder auf einen höheren Druck ver dichtet wird.
Von der Leitung 10 zweigt bei 18 eine zusätzliche Leitung 14 ab, in welche ein Zwischenkühler 15 eingeschaltet ist und welche an den Sammler 6 des Röhrengas- erhitzers 1 angeschlossen ist. In diese Lei tung 14 ist ferner ein Absperrorgan 16 ein gebaut. Die Einstellung .dieses Absperrorga- nes 16 wird von einer Thermostateinrichtung 17 beherrscht. deren Tätigkeit ihrerseits von der Temperatur an der Stelle 18 einer Schlange 2 des Röhrengaserhitzers abhängig ist.
Bei der beschriebenen Anlage bildet die Leitung 14 einen Bypass, durch den bei offenem Absperrorgan 16 aus dem Verdichter 6 kommendes, noch verhältnismässig kaltes Arbeitsmittel unter Umgehung des Wärme austauschers 9 unmittelbar in .den Sammler 6 des Röhrengaserhitzers 1 gelangen kann. Dieser Bypass 14 ist unter normalen Arbeits bedingungen abgesperrt, so dass das im Ver dichter 6 verdichtete Arbeitsmittel restlos durch die Leitung 10 in den \Värmeaustau- scher 9 gelangt, um in diesem vorgewärmt zu werden und so bereits vorerhitzt in den Röhrengaserhitzer 1 zu gelangen.
Tritt aber aus irgend einem Grunde im Erhitzer 1 eine zu hohe Rohrwandtemperatur auf, so bewirkt die Thermostateinrichtung 17 ein mindestens teilweises Öffnen des By- passes 14, so dass jetzt verhältnismässig kaltes Arbeitsmittel unter Umgehung des Wärme- austauschers 9 unmittelbar in den Sammler 6 des Röhrengaserhitzers 1 und aus diesem Sammler 6 in die zu heissen Rohre 2 gelangt, wo es sich mit dem vom Wärmeaustauscher 9 kommenden, bereits vorgewärmten Arbeits mittel mischt.
Auf diese Weise wird die Temperatur der Rohre 2 rasch erniedrigt, wodurch naturgemäss auch die Rohrwand temperatur herabgesetzt wird.
Sind dann in zwischen die Arbeitsbedingungen des Gras erhitzers 1 wieder den veränderten Belastun gen .durch Einregulierung der Feuerung an gepasst worden und ist daher auch die zu lässige obere Grenze der Rohrwandtempera- tur wieder erreicht, so bewirkt die Thermo- stateinrichtung 17 ein Schliessen der Ab- sperrvorrichtung 16, so dass der Durchfluss durch den Bypass 14 unterbrochen wird.
Der Hilfskühler 15 bewirkt, dass der durch den Bypass 14 strömende Arbeitsmittelteil hinsichtlich der Temperaturerniedrigung der Rohre 2 besonders wirksam wird, indem sich dieser Teil im Kühler 15 auf eine tiefe Tem peratur bringen lässt. Unter Umständen ist es jedoch möglich, auch ohne einen solchen Hilfskühler auszukommen.
Anstatt den durch die zusätzliche Leitung 14 strömenden Teil des Arbeitsmittels in der gezeigten Weise einem Sammler des Röhren- gaserhitzers 1 zuzuführen, kann dieser Teil auch unmittelbar den einzelnen Rohren des Erhitzers zugeleitet werden. Sind diese Rohre als Schlangen ausgebildet, so geschieht die Zuführung zweckmässig in den innersten Strang der Schlangen. Es können auch meh rere Leitungen vorgesehen werden, durch die Arbeitsmittel nach dem Verdichter 6 unter Umgehung des Wärmeaustauschers 9 unmit telbar zu den Röhren des Erhitzers strömen kann.
Der Bypass 14 kann auch dazu verwendet werden, um beim Abstellen des Röhren- gaserhitzers, das heisst beim Stillegen der Anlage, kälteres Arbeitsmittel den Rohr schlangen 2 zuzuführen, um eine möglichst rasche Abkühlung derselben zu erreichen. Dies ist unter Umständen wichtig, wenn für Überholungsarbeiten nur wenig Zeit zur Ver fügung steht und man daher nicht darauf angewiesen ist, den Gaserhitzer durch natür liche, langsame Kühlung abkühlen zu lassen.
Zweckmässig kann in dem Stück der Lei tung 10, welches sich von der Abzweigstelle 13 nach dem Wärmeaustauscher 9 erstreckt, noch ein Drosselorgan vorgesehen werden, um zu erreichen, dass in gewissen Fällen der weit aus grösste Teil des Arbeitsmittels durch den offenen Bypass 14 getrieben wird. Dieses Drosselorgan kann derart mit dem Abschluss- organ der zusätzlichen Leitung 14 gekoppelt sein, dass beim Schliessen des einen das an dere geöffnet wird und umgekehrt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Einrichtung zum Kühlen der Erhitzer- rohre von Wärmekraftanlagen, in welchen ein gasförmiges Arbeitsmittel einen geschlos senen Kreislauf unter Überdruck beschreibt, wobei das durch äussere Wärmezufuhr in einem Röhrengaserhitzer erhitzte Arbeits mittel in mindestens einer Turbine unter Arbeitsleistung expandieren gelassen und nachfolgend in mindestens einem Verdichter wieder auf höheren Druck gebracht wird,so wie in einem Wärmeaustauscher zwischen dem expandierten und dem wieder verdich teten Arbeitsmittelstrom vorgängig der äu ssern Wärmezufuhr im Röhrengaserhitzer ein Wärmeaustausch stattfindet, gekennzeichnet durch eine zusätzliche, abschliessbare Leitung,welche vom Verdichter gefördertes Arbeits mittel unter Umgehung des Wärmeaustau- schers unmittelbar in den Gaserhitzereintritt überzuführen gestattet. UNTERANSPRüCHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch kennzeichnet, dass in die zusätzliche Lei tung ein Kühler für das durch .dieselbe strömende Arbeitsmittel eingeschaltet ist.2. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Absperrorgan für die zusätzliche Leitung in Abhängigkeit von der RoUrwandtemperatur des Gas- erhitzers selbsttätig betätigt wird.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in die nach dem Wärmeaustauscher führende Leitung ein Drosselorgan eingebaut ist, welches wäh rend des Strömens von Arbeitsmittel durch die zusätzliche Leitung den vom Verdich ter zum Wärmeaustauscher strömenden Arbeits--rnittelstrom zu drosseln gestattet. 4.Einrichtung nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 2 und 3, dadurch ge- kennzeichnet, dass das Absperrorgan der zusätzlichen Leitung und das Drosselorgan für den nach dem Wärmeaustauscher strö menden Arbeitsmittelteil derart mitein ander gekoppelt sind, dass beim Offnen des einen das andere schliesst und umge kehrt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH204343T | 1938-10-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH204343A true CH204343A (de) | 1939-04-30 |
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ID=4444122
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH204343D CH204343A (de) | 1938-10-10 | 1938-10-10 | Einrichtung zum Kühlen der Erhitzerrohre von Wärmekraftanlagen, in welchen ein gasförmiges Arbeitsmittel einen geschlossenen Kreislauf beschreibt. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH204343A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE755525C (de) * | 1941-12-23 | 1952-05-05 | Oerlikon Maschf | Dampfkraftanlage mit Abgabe von Dampf zu Heiz- und Kochzwecken |
| DE866117C (de) * | 1942-04-26 | 1953-02-05 | Sulzer Ag | Gasturbinenanlage |
| DE872135C (de) * | 1941-07-09 | 1953-03-30 | Sulzer Ag | Gasturbinenanlage mit teilgeschlossenem Kreislauf |
-
1938
- 1938-10-10 CH CH204343D patent/CH204343A/de unknown
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE872135C (de) * | 1941-07-09 | 1953-03-30 | Sulzer Ag | Gasturbinenanlage mit teilgeschlossenem Kreislauf |
| DE755525C (de) * | 1941-12-23 | 1952-05-05 | Oerlikon Maschf | Dampfkraftanlage mit Abgabe von Dampf zu Heiz- und Kochzwecken |
| DE866117C (de) * | 1942-04-26 | 1953-02-05 | Sulzer Ag | Gasturbinenanlage |
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