CH205358A - Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe.

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CH205358A
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Leibisch Dr Med Gitmul
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Description


  Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren, ra  dioaktive     Textilstoffe    herzustellen, die ihre  Radioaktivität durch Waschen nicht verlie  ren, vielmehr dauernd und     intensiv        emanie-          ren.    Bei den     bekannten    Verfahren dieser Art  handelt es sich um     Fällungseeaktionen,    bei  denen das     Fällungsmittel    entweder mit einer       radium-    oder     emanationshaltigen    Substanz  gemischt oder gefällt     wird.    Auch sind Ver  fahren bekannt,

   die     eine        Einverleibung    von       radiumaktiven    Substanzen     in        Kunstseide    be  treffen, welche     :demnach    ebenfalls ein     pIlysi-          kalisches        Gemenge    darstellen. Jedoch ist man  bei einem physikalischen Gemenge niemals  sicher, dass     nieht        ,doch    Teilchen der     Radium-          substanz    verloren     gehen.     



  Gewebestoffe, die     radioaktiviert    waren.,  sind im Laboratorium eingehend geprüft  worden. Zu     diesem    Zwecke wurden     aktivierte     Gewebestreifen in ,destilliertem und     fettsäure-          haltigem    Wasser, sowie in schwachen Al  kalien und organischen Säuren längere Zeit  gebadet. Nach Entfernung der Gewebe  streifen in     bestimmten        Zeitintervallen    konnte    deutlich eine     schnelle    Abnahme der Emana  tion besonders in     ionisiertem.        Wasser        und     saurem Bade nachgewiesen werden.

   Das ab  gefilterte Wasser wurde     eingedampft    und der       Abdampfrückstand    auf seinen     Emanations-          gehalt        geprüft,    wobei     überraschend    die Fest  stellung gemacht     wurde,        dass    die verloren     ge-          gangene    Emanation in die     Lösung    übergegan  gen war.

       Dieser        Fmanationsverlust    ist auf  das     Auswaschen    der     R%diumsubsstanz    (des       Radiumtzägers)        zurückzuführen        und    somit  ist das     Radiumbariumbromi@d    in     Lösung    über  gegangen..

   Dadurch ist also     bewiesen,    dass die  im Handel vorkommenden     radioaktiven    Ge  webestoffe     bezw.    die     daraus        hergestellten        Ge-          brauchsgegenstände        meistens    nicht     geeignet     sind, längere     Zeit        feuchten    Einflüssen aus  gesetzt zu werden,     besonders    solchen Ein  flüssen     physikalischer    und chemischer Natur,  wie die des menschlichen Körpers, z. B.       Schweiss,    Sekreten usw.  



  Gemäss der Erfindung werden diese Män  gel :dadurch beseitigt,     dass    die aktivierte  Grundsubstanz     unmittelibar        @    an     .das        Crewebe              chemisch    gebunden wird. Zu     diesem        Zwecke     wird gemäss der Erfindung fettsaures Ra  dium gleichzeitig     mit    andern fettsauren Me  tallverbindungen in unlöslicher Form auf     das     Gewebe niedergeschlagen und an dasselbe ge  bunden. Dabei kann z. B. ölsaures Radium  verwendet werden; als Metallverbindung  kann eine solche des     Aluminiums    verwendet  werden.

   Es werden radioaktive fettsaure Me-         talloxyde    oder mit den Metalloxyden gleich  zeitig eine     bestimmte        Menge        Radiumbarium-          bromid    mit einer Fettsäure, z.

   B.     O,lsäure    um  gesetzt und als     radioaktives,    fett-     bezw.        öl-          saures    Barium mit dem fett-     bezw.    ölsauren       Metall    auf die Gewebesubstanz niedergeschla  gen; und zwar kann der     Niederschlag    in       wissenschaftlich    bestimmbaren Mengen er  folgen.     Der    Vorgang     entsprichfder    Gleichung:

      Ba     Brz        -I-        2-        C,-AI,    .     COONa    =     Ba        (C1;H33    .     C00)2        -1-    2     NaBr       <I>Beispiel:</I>  Es wurde eine     Lösung    hergestellt, in wel  cher auf     zehn    Liter Wasser 236 Gramm     essig-          saures    Aluminium gelöst waren;     ausserdem     wurde diese Lösung     mit    50 Mikrogramm Ra  diumbariumbromi-d beschickt.  



  In diesem Bade wurde eine bestimmte  Menge der verschiedenen     Gewebestoffe    län  gere Zeit bei 50     Grad    Celsius gebadet, dar  nach getrocknet und dann in nachfolgender  Lösung etwa eine Stunde gekocht:         Ölsaures    Natrium     1250-          t>          Wasser    3000 g    Nach dem Niederschlagen des ölsauren  Aluminiums mit dem     Ra.dium-ba.rium    wurde  das Gewebe aus dem Reaktionsbade entfernt  und getrocknet.  



  Mit dem so erzeugten     radioaktiven    Ge  webe wurden die oben     angeführten        Aus-          iaugungsvensuche    wiederholt, und es wurde       festgestellt,    dass nunmehr die radioaktive  Substanz an das Gewebe fest gebunden und  in eine im     Wasser    unlösliche Form über  geführt war.  



  Dieser     Vorgang        erklärt    sieh nach der       Gleichung:       A10 . 4     CH,    .     COO        -f-    4     C1;Hm    .     COONa    =     A120-4        C1,H;,;

  ,    .     COO        +    4     CH,        COONa       Das niedergeschlagene, also an das Ge  webe gebundene ölsaure     Aluminium    hat die       Radiumsubstanz,    welche     ebenfalls        a.n    die O1  Aure gebunden     ist,    beim Ausfällen mit  gerissen     und    auf diese Art in     wa!sserunlösli-          eher    Form auf das Gewebe     gebunden.     



  Der Vorteil des beschriebenen Verfahrens  vom ärztlichen     Standpunkt    aus ist der, dass  die darnach     hergestellten        Gegenstände    eben  falls wiederholt gewaschen werden können,  was hygienisch sehr wichtig ist, ohne das  man Gefahr läuft, dass das Radium aus  gewaschen wird, in den Körper gelangt und       dann    grossen     Gesundheitsschaden    anrichtet.

    Die Herstellung solcher     Gegenstände    kann  auch in Verbindung mit andern Stoffen, be  sonders Gummi oder     dergl.    oder ohne diesel  ben aus Baumwolle, Wolle, Seide, Kunst  seide, Flachs, Hanf,     Jute,        Ra,mie    und Faser  stoffen erfolgen.         Besonders    bei     Uib-#väsehe,        Suspensorien,     Büstenhaltern, Binden,     Gesiehtsmasken,        Leib-          binden,    Strümpfen, Wäsche,     Kompressen    usw.

    ist das Gewebe den körperlichen Absonderun  gen, wie Schweiss, flüchtigen Fettsäuren  und andern Zersetzungsprodukten     ausgesetzt.     Denn durch diese     Absonderungsstoffe    treten  chemische Vorgänge ein, wobei der Radium  träger,     besonders        Radiumbariumbromid    mit  diesen Stoffen in Reaktion tritt und in     kri-          stalloide    Form     übergeht    und somit wasser  löslich, das heisst     auswaschbar        wird.     



  Die vom     medizinischen    .Standpunkt aus  zu     beriielisiehtigende    Gefahr ist nicht allein  die     Auswasehbarkeit,    sondern     infolge    der       Löslichkeit    entsteht ein unkontrollierbarer     ra-          diumaktiver    Niederschlag auf den empfind  lichen Körperstellen. Von     dort    aus kann er  gegebenenfalls in den     Körper    weiter eindrin-           gen,    und zu erheblichen .gesundheitlichen       Schäden        führen.     



       Gemäss    dem neuen Verfahren bleibt je  doch das     Radiumbariumbromid    und das Alu  minium mit der     Ü#lsäure    in komplexer Ver  bindung und     wind    dadurch fest an     das    Ge  webe gebunden, das     heisst    wasserunlöslich,  und es werden unter anderem     folgende    wich  tige     Vorteile    erreicht:  1. Ein     Verlust    an     Radiumsubstanz    wird  durch ihre     Unlöslichkeit        wermieden;     2.

   Die Abgabe der Emanation     wird    ver  langsamt, da die     Radiumsubstanz    wie in  einer .Schutzdecke (Lack) im fettsauren Alu  minium eingeschlossen     ist,    was eine aus vo<B>l</B>ks  wirtschaftlichen Gründen     wichtige    Ersparnis  an Emanation     bezw.    Radium bedeutet;       3.        Diese     verhält sich wie ein  Filter, wodurch eine subtilere Bestrahlungs  möglichkeit     -Dosierung    :gegeben ist;  4.

   Nach diesem Verfahren     behandelte    Ge  webe und Gegenstände sind infolge der oben       erwähnten    Schutzdecke wasserdicht, was     in     Anbetracht der     medizinis.ohen        Verwendung     derselben von bedeutender Wichtigkeit ist,  weil       a)    den     Fäulnisbakterien    der Boden ent  zogen wird,    b) die     Gewebe    nur langsam von -den     ,Se-          kreten    des     Körpers        beeinflusst    werden und  e) ein chemischer Einfluss     unmöglich     wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe, dadurch gekennzeichnet, dass fett- saures Radium gleichzeitig mit andern fett sauren Metallverbindungen in unlöslicher Form auf .das Gewebe niedergeschlagen und an dasselbe gebunden wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe .nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass ölsaures Radium ver wendet wird:. 2.
    Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass fettsaures Radium .gleichzeitig mit ölsauren Metallverbindun gen niedergeschlagen wird. 3. Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, .dass als Metallverbindung fettsaures Aluminium verwendet wird.
CH205358D 1937-10-18 1937-10-18 Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe. CH205358A (de)

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