CH208947A - Verfahren zur Darstellung von Cholesteryljodid. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Cholesteryljodid.

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CH208947A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
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    • C07J9/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen substituted in position 17 beta by a chain of more than two carbon atoms, e.g. cholane, cholestane, coprostane
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J75/00Processes for the preparation of steroids in general

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Description


  Verfahren zur Darstellung von     Cholesteryljodid.       Jodverbindungen von Steroiden, die sich  von Steroidalkoholen durch Ersatz der     Hydro-          xylgruppe    durch Jod ableiten, sind so gut  wie nicht bekannt. In den Monatsheften für  Chemie, Band 33 (1912), Seite 447 wird nur  die Herstellung von     Cholesterylbromid    aus  Cholesterin mit     Phosphortribromid    beschrie  ben; in der gleichen Arbeit gibt der Ver  fasser zwar an, dass nach analoger Methode  auch das     Cholesteryljodid    zugänglich sei,  doch sind weder in dieser noch in einer  späteren Arbeit Angaben über die     Substanz     gemacht.  



  Ferner ist aus     Hoppe-Seylers    Zeitschrift  für     physiolog.        Chem.,    Band<B>213</B> (1932), Seite  <B>119</B> bekannt, das     Cholesterylbrornid    mit       Natriumjodid    in Aceton bei<B>100-1250</B> C  umzusetzen;

   es     entsteht    dabei aber nicht,  wie man nach Analogie mit Umsetzungen  einfacherer     Bromide    erwarten könnte, das       Cholesteryljodid,    sondern - offenbar unter  Abspaltung von Halogenwasserstoff - ein       Cholestadien.    Daraus, wie aus vielen andern    experimentellen Erfahrungen in der     Steroid-          reihe,    geht hervor, dass man an sich bekannte  Reaktionen durchaus nicht mit Sicherheit  auf diese Stoffklasse übertragen kann, die  dank ihres besonderen     Kohlenstoffskelettes     und der dadurch bedingten besonderen che  mischen und physikalischen Eigenschaften  experimentelle und     erfinderische    Versuche  nötig macht,

   selbst wenn es sich um ein in  andern Stoffklassen an sich bekanntes Ver  fahren handelt.  



  Das vorliegende Verfahren ermöglicht nun  auf einem neuen Wege, die Gewinnung von       Jodverbindungen    von Steroiden aus den ent  sprechenden     Oxyster-oiden,    zum Beispiel  Steroidalkoholen, Steroidmole oder Steroide  mit     phenolischer        Oxygruppe.    Erfindungsgemäss  werden die     Oxysteroide,    zum Beispiel das Chol  esterin oder das     Ergosterin,    zunächst in Ester  von echten organischen     Sulfonsäuren    nach  einer der bekannten Methoden     (vergl.    Liebigs  Annalen, Band 448, Seite 128;

       Hoppe-Seylers     Zeitschrift für physiologische Chemie, Band      202, Seite 232-236 und Band 207, Seite  147-149, Berichte der deutschen chemischen  Gesellschaft, Band 69, Seite 2776-2778 und  Band 70, Seite 1446-1450) übergeführt. Die  erhaltenen     Sulfonsäureester    wie     Alkylsulfon-          säureester    oder     Arylsulforisä(ii-eester    werden  dann mit Jodiden behandelt, am besten in  organischen Lösungsmitteln, vorzugsweise in  Aceton und bei erhöhter Temperatur, wobei  die entsprechenden     Steroidjodide    und     alkyl-          bezw.        arylsulforisa(iren    Salze entstehen.  



  Die<B>Unisetzung</B> entspricht der folgenden  Gleichung:       R.SO=.O.St+J        Me=J#St+R#SO=OMe,     worin R einen organischen Rest wie     Alkyl     oder     Aryl,        Me    ein Kation und St einen     Ste-          roidrest    bedeuten.  



  Das     sulfonsaure    Salz kann in     bekannter     Weise wieder zur Herstellung neuer Ester,  zum Beispiel über das     Sulforisäurechlorid,     verwandt werden.  



       Gegenstand    des vorliegenden Patentes ist  nun ein Verfahren zur Herstellung vor)     Chol-          estei-yljodid,    dadurch gekennzeichnet, dass  man einen organischen     Sulfonsäureester    des  Cholesterins mit einem Salz der     Jodwasser-          stoffsäure    behandelt.  



  Als     Sulfonsäureester    dienen zum Beispiel  diejenigen     aliphatischen        Sulfonsäuren,    wie       Methan-    und     Äthansulfonsäl)re    oder solche  der aromatischen Reihe, wie Benzol- und       Toluolsulfonsäureester    usw.  



  Als Salze der     Jodwasserstoffsäure    eignen  sich insbesondere die anorganischen, vorzugs  weise die     Alkalijodide.     



  Die Umsetzungstemperaturen sind     zweck-          m        iissig    erhöht und werden im allgemeinen  zwischen     5011    und 130  liegen, jedenfalls so  niedrig, dass das entstehende     Jodid    sich nicht  wesentlich weiter verändern kann.  



  Dass Ester der     p-Toluolsulfonsäure    mit       Jodnatrium    in Aceton zu den entsprechenden       Jodiden    umgesetzt werden können, ist aus  andern Gebieten der organischer) Chemie an  sich bekannt; so sind mehrfach     Jodhydrine     der Zuckergruppe auf diese Weise hergestellt  worden. Bei den recht     zersetzlichen    Jodiden    der Steroidreihe ist dies aber nirgends be  schrieben und mit     Alkylsulfonsäureestern    ist  überhaupt noch nicht gearbeitet worden.  



  Die     Ausbeuten    sind nach dem     neuen    Ver  fahren gut. Die gewonnene Jodverbindung  soll zum pharmazeutischen Gebrauch als  therapeutisches und auch als Zwischenpro  dukt Verwendung finden.  



       Beispiele:     1. 16 g     Cholesterin    in 60     cm'    absolutem       Pyridin    werden eiskalt mit einer eiskalten  Mischung von 5,4 cm'     Methansulfonsäure-          chlorid    in 100 cm' absolutem     Pyridin    ver  mischt, die dabei entstehende klare Lösung  16 Stunden bei niedriger Temperatur, etwa       0-101'    C, aufbewahrt und der darin ent  standene     Metliansulfonsäureester    des Choleste  rins durch Aufnehmen mit Wasser und Äther,  Waschen, Trocknen und Verdampfen des  Äthers und durch     Umkristallisieren    aus       Petroläther    gewonnen.

   Schmelzpunkt 120 bis  122  ;     [a]D"        =    - 35,7  .  



  5 g dieses     Methansulfonyl-cholesteriris     werden mit 10 g wasserfreiem Jodnatrium  in etwa 100 cm' trockenem Aceton     21/2    Stun  den lang auf etwa 60   C erhitzt; dabei ist  zunächst für gute     Durchmischung        zri    sorgen.

    Es kristallisiert nach dem Erkalten das     Na-          ti-iummethylsulfonat    fast vollständig aus,  zugleich aber auch das     Cholesteryljodid    zum  allergrössten Teil.     .Durch    Waschen des ab  gesaugten Gemisches mit Wasser kann das       Sulfonat    leicht von dem     wasserunlöslichei)          Cholesteryljodid    getrennt werden. Ausbeute  4 g     Jodid.    Durch     Umkristallisieren    aus etwa  20     cm3    Aceton kann es leicht vollkommen  gereinigt werden.

   Schmelzpunkt l04-106 ;       [a];'    _ -13,4  in Chloroform; der Jodgehalt,  ebenso wie die sonstige Zusammensetzung  entspricht der Formel     Ct7HabJ.     



  2. 5 g     p-Toluolsulfonsäureester    des Chol  esterins werden mit 10 g wasserfreiem Jod  natrium il) etwa 70 cm-' Aceton 2 bis 3  Stunden auf etwa 60  C in geschlossenem  Gefäss erhitzt. Es kristallisiert ein Gemenge  von     p-toluolsulfonsaurem    Natrium und von       Cholestervljodid    aus. Nach mehrstündigem      Aufbewahren bei niedriger Temperatur wird  die Masse abgetrennt und gut mit Wasser  verrieben. Das     Natriumsalz    geht in Lösung,  das     Cholesteryljodid    bleibt in einer Ausbeute  von 3-4 g zurück und kann, wie in Bei  spiel 1 beschrieben, gereinigt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von Cholesteryl- jodid, dadurch gekennzeichnet, dass man einen organischen Sulfonsäureester des Cholesterins mit einem Salz der Jodwasserstoffsäure be handelt. Die neue Verbindung schmilzt aus Aceton umkristallisiertbei104-106 ; [a],=-13,4 in Chloroform. UN TERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sulfonsäure- ester mit einem anorganischen Jodid be handelt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sulfonsäureester mit einem Alkalijodid behandelt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man von einem Alkylsulfonsäureester ausgeht. 4. VerfahrennachPatentanspruchundUnter- anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man von Methansulfonylcholesterin aus geht. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man von einem Arylsulfonsäureester ausgeht. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man von einem Toluolsulfonsäureester ausgeht. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 5 und 6, dadurch gekenn zeichnet, dass man vom p-Toluolsulfon- säureester des Cholesterins ausgeht. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sulfonsäure- ester des Cholesterins in einem organischen Lösungsmittel jodiert. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sulfonsäureester des Cholesterins in Aceton jodiert. 10.
    Verfahren nach Paten tansprucb, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sulfon- säureester des Cholesterins bei erhöhter Temperatur jodiert. 11. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass man den Sulfonsäureester des Cholesterins bei 50-1300 jodiert.
CH208947D 1937-10-12 1938-10-01 Verfahren zur Darstellung von Cholesteryljodid. CH208947A (de)

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