Einbauzylinder mit Handgriff- und Schlüssel-Antrieb für Einsteekschlösser. Einbauzylinder mit Stiftzuhaltungen für Einsteckschlösser werden überwiegend mit einem Doppelzylinder ausgerüstet, d. h. in dem Schlossgehäuse ist in der Mitte ein dreh bares Schliessorgan für die Bewegung des Riegels des Einsteckschlosses angeordnet und beiderseits je ein Schliesszylinder mit geson derter Stiftzuhaltungsgruppe. Diese beiden Schliesszylinder werden abwechselnd mit dem gemeinsamen Schliessorgan gekuppelt.
Es werden auch Einbauzylinder gebaut. die nur auf einer Seite mit einem Schliess zylinder mit Stiftzuhaltungen ausgerüstet sind, während auf der andern Seite eine Zelle mit Handgriff in dauernder Verbin dung mit dem Schliessorgan steht. Mit Hilfe dieses Handgriffes kann das Schliessorgan je derzeit bewegt werden.
Die Welle des Hand griffes ist an einer Stelle unrund gestaltet und auf diese Stelle drückt ein Federbolzen, so dass Handgriff und Schliessorgan in der Ruhelage mit einiger Sicherheit gehalten wer den. Gleichwohl ist es möglich, den Hand- griff und damit auch das Schliessorgan in irgend einer andern Stellung zum Stillstand zu bringen, und dann ist es von der andern Seite mit Hilfe des Schliesszylinders nicht möglich, das Schliessorgan in Bewegung zu setzen, weil die zwischen Schliesszylinder und Schliessorgan. angeordnete Kupplungsvorrich tung, die unmittelbar mit Hilfe des einge führten Schlüssels zum Eingriff gebracht werden soll, in das verdreht stehende Schliess organ,
das beispielsweise nach DRP 478784 ausgeführt sein kann, nicht einzutreten ver mag. Es ist in solcher Lage überhaupt nicht möglich, den Schlüssel soweit in den Schliess zylinder einzuführen, dass die Zuhaltungs- stifte eingeordnet werden. Eine Drehung des Zylinders ist also unmöglich und die Kupp lung kann auch auf diesem Umwege nicht zum Eingriff gebracht werden.
Diesem Übelstand soll nach vorliegender Erfindung dadurch abgeholfen werden, dass der Schlüssel die Kupplungsvorrichtung nicht unmittelbar, sondern mit Hilfe elastischer Zwischenmittel beeinflusst.
In der beiliegenden Zeichnung ist der Einbauzylinder mit der elastischen lbertra- gungseinrichtung in einem Ausführungsbei spiel dargestellt.
Fig. 1 zeigt den Einbauzylinder im senk rechten Schnitt mit eingeführtem Schlüssel und eingerückter Kupplung; Fig. ? zeigt den Einbauzylinder mit ein geführtem, aber noch nicht bis zum Ende vorgeschobenen Schlüssel. Die Kupplung ist noch nicht eingerückt.
Fig. 3 zeigt einen zu Fig. ? gehörigen Horizontalschnitt und Fig. 4 zeigt einen zu Fig. 1. gehörigen Horizontalschnitt; Fig. 5 zeigt einen senkrechten Schnitt durch den Zylinder, wobei die Drückernuss um 45 verdreht ist, so dass die Kupplung nicht eingreifen kann; Fig. 6 zeigt einen Horizontalschnitt zii Fig. 5;
Fig. 7 zeigt einen Schnitt nach der Linie A-B der Fig. \r ; Fig. 8 zeigt eine Ansicht des Zylinders von der linken Seite (Handgriffseite).
In allen Figuren ist der Drehzylinder mit 1 bezeichnet und die für die Aufnahme des Dornes des Handgriffes mit einer Vierkant- höhlung versehene Nuss mit 2. Das Schliess organ ist immer mit 3 bezeichnet. Der Schlüs sel ist mit 4 bezeichnet. Wenn man den Schlüssel 4 zwecks Bewegung des Schliess organes 3 in den Schlüsselkanal einführt, dann trifft nach Fig. ? und 3 die Schlüssel spitze 5 zunächst auf die eine Seite der Brücke 6 eines gabelförmigen Schiebers 7. Von der andern Seite her legt sich gegen diese Brücke 6 eine Zunge 8, die in Fig. 9 gesondert dargestellt ist und die unter dem Druck einer starken Wendelfeder 9 steht.
Der Schieber 7 und die Zunge 8 werden um fasst von dem Kupplungsschieber 10, der durch Federn 11 und 11' vorgetrieben werden kann. Die Feder 9 ist aber wesentlich kräfti ger als die Federn 11 und 11' zusammen. Der Schieber 7 und damit auch der ihn umrah- inende Kupplungsschieber 10 werden mit Hilfe der Zunge 8 durch die starke Feder 9 zurückgedrückt und in der entkuppelten Ruhelage gehalten, so dass das Schliessorgan 3 jederzeit. vom Handgriff aus mit Hilfe der Nuss 13 gedreht werden kann.
Erfolgt nun aber von der Lage nach Fig. 2 aus ein Vor- wärtsdrüeken des Schiebers 7 mit Hilfe der Schlüsselspitze 5, dann wird dem Kupplungs schieber 10 Bewegungsfreiheit. gegeben, und wenn er, wie das in den Fig. 2 und 3 dar gestellt ist, in seiner Bewegungsrichtung die Höhlung 12 im Schliessorgan 3 vorfindet.
dann kann der Kupplungsschieber 10 in die 14öliliing 1 ? des Schliessorganes 3 eintreten und der Zustand der Kupplung zwischen Schliesszylinder 1 und Schliessorgan 3, wie er in den Fig. 1 und 4 dargestellt ist, ist voll zogen. Das Schliessorgan wird gedreht, sobald der Schlüssel 4, der inzwischen die Zuhal- tiingsstifte eingeordnet. hat, gedreht wird, und die mit Hilfe der Schrauben 1.3, 13' mit dein Schliessorgan festverbundene Nuss 2 dreht sich finit. Auch der auf der Innenseite der Tür angeordnete (in der Zeichnung nicht dargestellte) Knauf oder andere Handgriff folgt der Drehung.
Anders dagegen, wenn, wie in Fig. 5 und 6 dargestellt, die Nuss ? und das Schliess organ 3 um beispielsweise 45 verdreht sind, dann liegt vor dem Kupplungsschieber 10 keine Höhlung im Schliessorgan; der Schie ber 10 trifft gegen volles Material und kann nicht eingerückt werden. In diesem Falle werden, wie das in den Fig. 5 und 6 bereits als vollzogen dargestellt ist, mit Hilfe der Schlüsselspitze zunächst nur der Schieber 7 und die Zunge 8 entgegen dem Druck der Feder 9 vorgeschoben, so dass der Schlüssel 4 die Zuhaltungsstifte einordnet, während. wie erwähnt, der Kupplungsschieber 10 noch nicht in das Schliessorgan eingreifen kann.
Beginnt man jetzt mit Hilfe des Schlüssels 4 den Schliesszylinder 1 zu drehen, so wird man nach mehr oder weniger grosser Drehbewe gung in die Stellung kommen, bei welcher der Kupplungsschieber 10 in die Höhlung, 12 des Schliessorganes eintreten kann. Das ge- schieht dann sofort unter dem Druck der I'e- derchen 11 und 11', denen jetzt kein Gegen druck der Feder 9 entgegensteht.
Der Schliess zylinder 1 ist dann mit dem Schliessorgan 3 gekuppelt, obwohl es bei Beginn des Schliess versuches nicht in seiner normalen Ruhelage stand, und die Schliessbewegung des Schliess- organes 3 zwecks Verschiebung des Riegels bezw. der Falle des Einsteckschlosses kann volllzogen werden.
In den Fig. 4 und 6 sind die Nuss 2 und die Gehäusewände der Übersichtlichkeit hal ber fortgelassen. Der Kupplungsschieber 10 ist in Fig. 10 in doppelter Grösse in Ansicht und in einem Schnitt nach C-D dargestellt. Der innere kleinere Schieber 7 ist in Fig. 11 ebenfalls noch einmal vergrössert abgebildet.
Vorstehende Beschreibung der Figuren lässt erkennen, dass der Schlüssel jederzeit vollständig in den Schliesszylinder eingeführt werden kann, und dass der Kupplungsschie ber 10 sofort oder nach mehr oder weniger grosser Drehung des Schliesszylinders die Kupplung zwischen Schliesszylinder 1 und Schliessorgan 3 selbsttätig herstellt. Die in der Einleitung erwähnte Unsicherheit in der Lage des Handgriffes mit dem Schliessorgan 3 ist unschädlich gemacht. Die Übertragungs vorrichtung zwischen Kupplung und Schlüs selspitze kann natürlich auch in anderer Weise gestaltet werden. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel werden hinter dem Kupplungsschieber 10 liegende, dauernd ge spannte Druckfedern benutzt, und eine stär kere Gegenfeder hält den Schieber zurück, bis der Schlüssel eingeführt ist.
Man kann die Einrichtung auch so ausführen, dass erst der eingeführte Schlüssel eine Feder spannt, die ihrerseits dann den Kupplungsschieber vorwärts treibt. Wesentlich ist, dass der Schlüssel sich ganz einführen lässt, auch wenn zunächst die Kupplung nicht eingreifen kann, dass er vielmehr nur eine Feder freigibt oder spannt, die ihrerseits den Kupplungsschieber im geeigneten Moment einspringen lässt.