Verfahren zum optischen Reproduzierbarmachen -von Schwingungsaufzeichnungen in Amplitudenschrift. Für die Herstellung einer Schwingungs aufzeichnung, z. B. einer Tonaufzeichnung, die auf optischem Wege wiedergegeben wer den soll, auf mechanischem Wege, hat es sich als zweckmässig erwiesen, einen bandförmigen Träger zu benutzen, der aus wenigstens zwei Schichten besteht, von denen die eine als dünne, zweckmässig Metalle oder Metallver bindungen enthaltende Deckschicht ausgebil dete Schicht zum Beispiel bereits bei der Aufnahme einen für das Wiedergabelicht er forderlichen Grad von Undurchlässigkeit auf weist.
Beim Aufzeichnen werden dann, den aufzuzeichnenden Schwingungen entspre chend, Teile der Deckschicht und gegebenen falls auch Teile der darunterliegenden, zweck mässig besonders als Aufzeichnungsschicht ausgebildeten, lichtdurchlässigen Schicht aus geschnitten, wodurch sich nach der Aufzeich nung eine lichtdurchlässige Schwingungs spur ergibt.
Besonders wenn auf diese Weise mittels eines in senkrechter Richtung in be- zug auf die Filmoberfläche schwingenden Meissels mit V-förmiger Schneide, deren Scheitelwinkel etwa 174' ist, eine oder meh rere Spuren mit gegenüber den Meisselanipli- tuden etwa 40fach vergrösserten Breitenände- rungen hergestellt werden, wird eine Auf zeichnung erhalten,
die sofort ohne weiteres in den üblichen Tonfilmapparaten wiedergeb- bar ist und hinsichtlich der Güte der Wieder gabe eine photographisch hergestellte Auf zeichnung bis zu den höchsten Frequenzen meistens bedeutend übertrifft.
Wenn man jedoch von dem Vorteil der sofortigen Wiedergabe einstweilen absieht, kann man auch einen Träger benutzen, der bei der oben erwähnten, mechanischen Auf zeichnung in Amplitudenschrift wenigstens aus zwei lichtdurchlässigen Schichten be steht, von denen einer erst nach der Auf zeichnung die für die optische Wiedergabe erforderliche Schwärzung gegeben werden kann. Zweckmässig wird in diesem Falle die Spur geschwärzt, weil auf diese Weise die meistens durch die Beschaffenheit der Spur bei der optischen Wiedergabe oder Kopierung sich ergebenden Übelstände ausgeschaltet sind.
So hat es sich herausgestellt, dass die durch eine mechanische Aufzeichnung in Amplitudenschrift in einem dazu geeigneten lichtdurchlässigen Stoff hergestellte Spur immer Kratzer und andere Beschädigungen aufweist, z. B. durch Beschädigung der Mei- sselschneide, durch Unregelmässigkeiten in der Tiefe der geschnittenen Spur und durch Schmutzpartikelchen, die in der in vielen Fällen als Schneidmaterial benutzten, mehr oder weniger kleberigen Gelatine haften. Die Beschädigungen und Unregelmässigkeiten in der Tiefe der Spur verursachen unregel mässige Brechung der die Aufzeichnung ab tastenden Lichtstrahlen.
Die hierdurch und durch die Schmutzpartikelchen verursachten Geräusche beeinträchtigen eine einwandfreie Wiedergabe oder Kopierung.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum optischen Reproduzierbarmachen von Schwingungsaufzeichnungen in Ampli- tudenschrift, wie z. B. Tonaufzeichnungen von der obengenannten Art, die auf mecha nischem Wege in einer Aufzeichnungsschicht eines zum Beispiel bandförmigen Trägers ein geschnitten worden sind.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der in der Auf zeichnungsschicht erzeugten Spur, deren Um gebung mit einer dünnen Schutzschicht ver sehen ist, mindestens ein Stoff hinzugefügt wird, der in Zusammenwirkung mit minde stens einem sich in der Aufzeichnungsschicht befindenden Stoff durch eine chemische Re aktion eine praktisch kornfreie Färbung der Spur ergibt. Der zweitgenannte Stoff kann die Schicht selbst bilden oder in einem an dern Stoff molekular oder kolloidal disper- giert sein.
Mit dem Ausdruck "Färbung" wird hier ganz allgemein gemeint, dass die Spur nach der oben erwähnten Behandlung für die bei der Wiedergabe oder beim Kopieren benutzte Lichtart wesentlich undurchlässig ist. Die Spur braucht daher nach der Behandlung nicht unbedingt entsprechend nur einigen Farben des sichtbaren Spektrums gefärbt zu sein, sie kann vielmehr auch geschwärzt, d. h. für weisses Licht völlig undurchlässig sein. Sogar der Fall ist möglich, dass die Spur nach der Behandlung nicht einmal eine sichtbare Farbe aufweist, sondern nur das infrarote Licht, das für die direkte Wieder gabe benutzt werden kann, das ultraviolette Licht, das für das Kopieren vorteilhaft ver wendet wird, oder beide absorbiert.
Im nach- ,ste@en,den werden daher je nach Bedarf die Ausdrücke "geschwärzt", "lichtundurchläs sig", "gefärbt" usw. durcheinander verwendet.
Gemäss der Erfindung wird der Stoff, der die Färbung verursacht, durch die chemische Reaktion an der gewünschten Stelle erzeugt, wodurch es möglich wird, besonders scharfe Grenzen zwischen dem gefärbten und unge färbten Teil des Trägers, d. h. zwischen Spur und Umgebung, zu erhalten.
Dadurch, da.ss die farbige Substanz durch die Zusammen wirkung von wenigstens zwei Stoffen erzeugt wird, von denen der eine bei der zu der Fär bung führenden chemischen Reaktion bereits in der zu färbenden Schicht vorhanden ist oder die Substanz der Schicht selbst bildet, wird im wesentlichen eine einheitliche Ver bindung zwischen Farbschicht und Aufzeich nungsschicht erhalten, da die Färbung auf ,jeden Fall wenigstens teilweise der Schicht einverleibt ist. Durch diese Massnahme ist eine Lostrennung der Farbschicht, z. B. durch scharfe Krümmungen in der Transportvor richtung, beim Wiedergeben oder Kopieren niemals zu befürchten.
Die chemische Reaktion bedingt an sich eine scharfe Grenze zwischen den gefärbten und den ungefärbten Teilen des Trägers, da. beim Eindiffundieren des einen, bei Beginn des Färbungsvorganges noch nicht in der Schicht vorhandenen Bestandteils, derselbe während des Färbungsvorganges durch die chemische Reaktion umgesetzt und deswegen verbraucht wird. Hierdurch wird die Bildung einer unscharfen Begrenzung, wie diese zum Beispiel beim Eindiffundieren einer Farb- stofflösung in eine Gelatineschicht entsteht, vermieden.
Eine besonders scharfe Grenze wird dann erhalten, wenn die Komponenten, die zu der chemischen Reaktion führen, derart gewählt sind, dass eine unlösliche Verbindung ent steht, welche die weitere Diffusion weit gehend verhindert.
Es wurde bereits vorgeschlagen, einen Träger mit einer durchlässigen Schneid- echicht und eine daraufliegen:de, ebenfalls durchlässige Schutzschicht mit einer mecha nisch hergestellten Schwingungsaufzeichnung zu versehen und darauf die entstandene Spur zum Beispiel mittels chinesischer Tusche oder eines andern Farbstoffes, der nur an dem Material der freigelegten Aufzeichnungs schicht haftet, einzufärben. Ein derartiger Träger weist jedoch keinesfalls die Vorteile eines Trägers gemäss der Erfindung auf.
Zwecks Erzielung einer genügenden Deck fähigkeit ist es nämlich im allgemeinen not wendig, eine verhältnismässig konzentrierte Farblösung zu verwenden, wodurch jedoch der Nachteil entsteht, dass die die Spur ab deckende Schicht ziemlich dich- wird. Hier durch ergibt sich der Übelstand, dass, beson ders wenn eine derartige Spur auf einen bandförmigen Träger angebracht ist, die auf liegende, ziemlich dicke Farbschicht leicht abblättert. Selbst bei der Verwendung von chinesischer Tusche, wobei die abdeckende Schicht ziemlich dünn sein kann, tritt sehr leicht eine Lostrennung dieser Schicht ein, nachdem sie getrocknet ist.
Zweckmässig werden die angewendeten Stoffe in Lösungen, bei denen das Lösungs mittel flüchtig ist, angewendet, so dass der Vorteil erhalten wird, dass die farbige Spur in möglichst kurzer Zeit trocken und damit wiedergabe- oder kopierfähig ist. Es ist auch möglich, als hinzugefügten Stoff ein Gas oder Dampf zu verwenden.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann unter Anwendung einer sogenannten physi kalischen Entwicklung der geschnittenen Spur ausgeführt werden. Zu diesem Zweck enthält die Aufzeichnungsschicht oder die Spur mindestens einen Stoff oder ist selbst aus einem derartigen Stoff hergestellt, der mit mindestens einem hinzugefügten Stoff zu einer chemischen, eine Färbung ergeben den Reaktion führt. Dieser Stoff wirkt dabei als Keim, der die chemische Reaktion der so genannten physikalischen Entwicklung aus löst.
Wenn die Keime durch eine photochemi sche Reaktion gebildet werden sollen, kann diese photochemische Bildung der Keime nach dem Schneiden der Spur durch Belich ten mit geeignetem Licht erreicht werden. Wenn die Schutzschicht dabei überdies noch für das für diesen Zweck verwendete Licht undurchlässig ist, so ist hier ein zweiter Grund für die Gewährleistung einer scharfen Grenze zwischen Spur und Umgebung vor handen. In den Ausführungsbeispielen wird dies noch näher erläutert.
Die Färbung der Spur kann gemäss einem. andern Ausführungsbeispiel auch dadurch er halten werden, dass ein Stoff benutzt wird, mit dem es möglich ist, auf rein chemischem Wege eine farbige Verbindung zu erhalten. Durch Anwendung dieses rein chemischen Verfahrens, wird der Vorteil erzielt, dass es möglich ist, eine äusserst dünne homogene Farbstoffschicht dadurch zu erhalten, dass eine molekulare Lösung als eine Komponente reagiert mit einem in der zum Beispiel aus Gelatine bestehenden Aufzeichnungsschicht vorhandenen molekular- oder kolloidal-dis- persverteilten Stoff als anderer Komponente, so dass in diesem schützenden Mittel ein kol loidales, also praktisch kornloses Reaktions produkt erhalten wird.
Der Farbstoff wird demgemäss in fast kornlosem Zustand erhal ten; und bleibt auch in diesem Zustand. Be sonders wichtig ist diese Massnahme, wenn die Aufzeichnung, wie oben angegeben, mit tels eines Meissels mit V-förmiger 'Schneide, dessen @Süheitelwinkel möglichst stumpf ist, z. B. 174' aufweist, erfolgt.
Zur Verdeutlichung der Erfindung sei auf die Figuren der beiliegenden Zeichnung verwiesen, in denen beispielsweise Ausfüh rungsformen des Verfahrens dargestellt sind. In Fig. 1 ist. ein Aufzeichnungsverfahren mittels eines V-förmigen Meissels in einem aus drei Schichten bestehenden Träger dargestellt Fig. ? zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens an Hand einer perspektivischen Darstellung; Fig. 3 zeigt ein anderes Ausführungsbei spiel gemäss der Erfindung.
In Fig. 1 ist mit 1 im Querschnitt ein Teil des Filmes bezeichnet, der sich während des Aufzeichnens senkrecht zur Zeichnungs ebene bewegt. Der Film besteht; zum Beispiel aus einer Unterlage von Zelluloid ?, einer Zwischenschicht aus Gelatine 3 und einer Schutzschicht 4.
Der mit 5 bezeichnete Meissel mit einem V-förmigen Scheitelwinkel von etwa 174' schwingt in der angegebenen Pfeilrichtung und erzeugt dabei eine Spur mit Tiefenänderungen und dieser gegeniil>er- vergrösserten Breitenänderungen. Wenn ein derartiger Film als Negativ dienen soll, so müssen die in der Zwischensehieht 3 frei gelegten Seiten 6 des keilförmigen Ausschnit tes gefärbt werden.
Es ist nun einleuchtend, dass zwecks Erzielung scharfer Umrisse der Spur die Farbstoffschicht nicht derart, sein soll, dass die Färbung sich bis unter diejeni gen Teile der Schutzschicht 4 fortsetzt, die stehen geblieben sind, also praktisch nur wenig weiter als die Kanten 7 unter diese Schutzschicht vordringen soll.
Zweckmässig wird daher eine Schutz schicht benutzt, deren Aufnahmefähigkeit und Durchlässigkeit für die nach dem Schnei den anzubringende Komponente bezw. Kom ponenten in dem Zustand, in dem sie verwen det werden, derart klein ist, dass wenigstens während der chemischen Reaktion diese Kom ponente nicht durch die Oberfläche der Schutzschicht hindurehdringt. Hierdurch ist: es möglich. nach der Reaktion die überflüs- sigerweise benetzten Stellen der Schutzschicht auf einfache Weise. z. B. durch Abwischen. wieder sauber zu machen. so dass die Schicht nach wie vor zum Beispiel lichtdurchlässig ist.
Das Verfahren gemäss der Erfindung kann gemäss den nachfolgenden Ausführungs- Beispielen ausgeführt werden, bei denen ein- fachlieitshalber angenommen wird, dass eine Schwingungsspur nach Fig. 2 entsteht.
Beispiel <I>1:</I> Der Träger mit der auf mechanischem Wege erzeugten Spur in Amplitudenschrift besitzt eine Aufzeichnungsschicht aus Gela tine, zu der in homogener Verteilung Blei azetat in einer geeigneten Konzentration hin zugesetzt ist.
Die durch die Aufzeichnung freigelegte Gelatineschicht wird mit einem Ammonsulfidentwickler in wässeriger Lö sung behandelt, wodurch die Spur zufolge des entstandenen Bleisulfids in genügendem .Masse geschwärzt wird. hierbei wird zweck mässig eine Schutzschicht benutzt, die aus einem Kunstharz wie Polystyrol, Zaponlaek oder einem ähnlichen Stoff besteht.
Beispiel <I>2:</I> Es ist auch möglich, das Bleiazetat erst nach der Aufzeichnung anzubringen. zum Beispiel durch Bestreichung mit einer wässe rigen Lösung dieses Stoffes. Hierdurch dringt das Bleiazetat nur oberflächlich in die frei gelegte Gelatineschicht. Hiernach wird der Träger wieder mit dem Ammonsulfidentwick. ler behandelt.
Obwohl es sich herausgestellt hat, da.ss sich mit dem Ausführungsbeispiel 1 eine schon auffallend scharf begrenzte Schwär zung der Spur erhalten lässt, werden in dem im Beispiel 2 beschriebenen Fall, wo die Ge- latineschicht nicht in ihrer ganzen Dicke mit. dem Bleiazetat versehen ist, Fehler durch zu lange Behandlung mit dem Ammonsulfident- wickler leichter vermieden, da die Bleiazetat- lösung in letzterem Falle nur in verhältnis mässig kleiner Tiefe in die Gelatineschicht eindringt.
In Fig. 2 ist diese Arbeitsweise schematisch dargestellt. Die geschnittene Spur wird mittels des zum Beispiel aus Filz bestehenden Bausches 11 mit der Bleiazetat- lösung gefeuchtet. Die so behandelte Spur ist in der Zeichnung deutlichkeitshalber durch Schraffierung angegeben. Darnach wird die Spur mittels eines zweiten, z. B. Ammonsul- fidentwickler enthaltenden Bausches 12 ge färbt, wodurch die in der Figur schwarz ge- #r_eichnete Spur entsteht.
Anstatt des in den Beispielen 1 und 2 erwähnten Bleiazetates können auch andere geeignete Bleisalze oder andere sulfid- bildende Metallsalze, wie z. B.
Kupfer-, Mer- curi-, Mercuro-, Nickelsalze und andere be nutzt werden, während statt des Ammon- oder Alkalisulfids in diesem Falle ein Schwe- felwasserstoffgasstrom auf die die Sulfid bildenden Metallsalze enthaltende Spur ein wirken kann, so dass ein ähnliches Resultat erhalten wird.
<I>Beispiel 3:</I> Die in den Beispielen 1 und 2 erläuterten Arbeitsweisen können auch mit Hilfe von an dern chemischen Reaktionen ausgeführt wer den. So kann der in der Schneidschicht vor handene Stoff zum Beispiel Mercuronitrat sein, während als zusätzliche Komponente eine Ammoniaklösung angewendet werden kann, so dass in der Spur das sogenannte schwarze Präzipitat NH2Hg_>N03 entsteht. Statt der Ammoniaklösung kann auch feuch- tes NH3-Gas benutzt werden.
Beispiel .I: Wenn der gemäss Beispiel 1 oder 2 ange brachte Stoff gelbes Blutlaugensalz [Fe(CN)eI K4 ist, kann eine farbige Spur dadurch erreicht werden, däss eine angebrachte Ferrisalzlösung auf die genannte Verbindung einwirkt, so dass das kolloidaldisperse, tiefblaue Berliner blau entsteht.
<I>Beispiel 5:</I> In der Schneidschicht wird gemäss Bei spiel 1 oder 2 Indigo angebracht. Da dieser Stoff in Wasser unlöslich ist, muss er in an derer Weise in der Aufzeichnungsschicht auf genommen werden. Dies kann dadurch ge-, schehen, dass der Indigo zum Beispiel mittels "Rongalit" (Natriumsulfoxylat) oder eines Ilyposulfitsalzes (z. B. Na2S20,) reduziert -irl, wobei er als Indigoweiss in Lösung geht. In diesem Zustand wird das Indigoweil3 in der Schneidschicht angebracht.
Die Spur wird dann dadurch gefärbt, dass das Indigo weiss durch Behandlung mit einer oxydieren den Lösung in den blauen, unlöslichen, kollo- idalverteilten Indigo umgewandelt wird. Die Färbung kann auch mittels Sauerstoffgas oder sogar an der Luft erfolgen. Im letzteren Falle muss die Schutzschicht für Luft un durchlässig sein; geeignet hierfür ist zum Beispiel eine Polystyrolschicht, die mit Nitro zellulose überschichtet ist. Auch Metallfolien können hierfür Verwendung finden.
<I>Beispiel 6:</I> Die für das optische Reproduzierbarma- chen notwendige Färbung kann, auch in der Weise erzielt werden, dass nach dem Schnei den durch Hinzufügen eines geeigneten Stof fes das Material der freigelegten Aufzeich nungsschicht selbst gefärbt wird. Die Auf zeichnungsschicht, die vorteilhaft aus Gela tine oder ähnlichen abgebauten eiweissartigen Stoffen besteht, kann zum Beispiel mit einer alkalischen Kupfersulfatlösung behandelt werden, welche in dem vorliegenden Falle eine blau- bis rotviolette Verbindung ergibt.
Es ist auch möglich, die in der Gelatine schicht befindliche, kupplungsfähige Amino säure mit einer Diazobenzolsulfosäurelösung zu behandeln, wodurch eine gefärbte Verbin dung gebildet wird, wenn nach der Behand lung mit dieser Lösung die Spur mit einer etwa 2n Sodalösung bestrichen wird.
<I>Beispiel</I> 7A: Die gemäss Beispiel 1 oder 2 mit Blei azetat behandelte Aufzeichnungsschicht wird, nachdem die Spur durch eine Schutzschicht hindurch geschnitten ist, zum Beispiel mittels paralleler ultravioletter Strahlen belichtet. Diese sind in Fig. 3 mit 8 bezeichnet. In die sem Falle ist die Schutzschicht 4 für die ver wendeten Lichtstrahlen undurchlässig, so dass nur die Zone 9 belichtet wird. Danach wird die Spur zum Beispiel mit einer sauren Silbernitratlösung und danach mit einem sauren Reduktionsmittel, beispielsweise einer Zitronensäure--3Ietollösting, behandelt, wobei nur die freigelegte Zone der Aufzeichnungs schicht geschwärzt wird.
Da die ausserhalb der Zone 9 liegenden Teile 10 der Schneid schicht in diesem Falle nicht belichtet sind und somit nicht an der physikalischen Ent wicklung teilnehmen können, ist es auch nicht erforderlich, dass die Deckschicht für die Bestandteile des physikalischen Entwick lers während der eventuell längere Zeit brau chenden Entwicklung praktisch undurch lässig ist.
Als Schutzschicht kann hier Polystyrol oder eine Acetylzelluloseschicht, in der ein ultraviolett absorbierender Stoff, wie Chinin sulfat, angebracht ist, dienen.
Wenn nach der Färbung die Aufzeich nung mit ultraviolettem Licht kopiert werden soll, ist es erforderlich, die für dieses Licht undurchlässige Schutzschicht mittels eines geeigneten Lösungsmittels zu entfernen.
<I>Beispiel</I> 7B: Der gemäss Beispiel 1 behandelte Träger mit Bleiazetat als erster Komponente kann auch kurz vor der mechanischen Aufzeich nung mit ultraviolettem Licht belichtet wer den. Die Schutzschicht muss dann für dieses Licht durchlässig sein. Danach wird der Trä ger gemäss Beispiel 7 A weiter behandelt. Wenn zum Kopieren ebenfalls ultraviolettes Licht verwendet wird, ist der fertige Träger deswegen ohne weiteres dazu geeignet.
Beispiel <I>8:</I> Es ist auch möglich, die Bleiazetat-Gela- tineschicht (erste Komponente), die gemäss Beispiel l angebracht wird, schon vorher, d. h. bei der Herstellung des Trägers, zu be lichten. In diesem Falle sind mehrere Mög lichkeiten vorhanden.
<I>Beispiel</I> 81d: Die für die Aufzeichnungsschicht zu ver wendende, z. B. aus Bleiazetat und Gelatine bestehende Masse wird schon vor dem Auf bringen auf die Unterlage belichtet. <I>Beispiel 8B:</I> Die Bleiazetat und Gelatine enthaltende Masse wird erst aufgetragen, dann belichtet und mit der Schutzschicht versehen.
In den beiden unter 8A und 8B beschrie benen Fällen spielt die Undurchlässigkeit der Schutzschicht für die für die physikalische Entwicklung notwendige Lichtart an sich keine Rolle, da die Masse schon vor dem eventuellen Auftragen der Schutzschicht be lichtet ist.
<I>Beispiel 8C:</I> Die Masse wird aufgetragen, darnach mit der Deckschicht versehen und erst dann, durch die Schutzschicht hindurch, belichtet. Hierbei muss letztere für die verwendete Lichtart selbstverständlich durchlässig sein. Der Träger kann in den Beispielen 8A bis 8C dann wieder nach Beispiel 7A weiter behan delt werden.
Prinzipiell lässt sich mit der Arbeitsweise (gemäss Beispiel<B>7A)</B> dadurch, dass nur die die Spurfläclie bildenden Teile der Aufzeich- nungsscliicht belichtet worden sind, eine grö ssere Randschärfe der gefärbten Spur errei chen, als mit den im Beispiel 8 beschriebenen Methoden. Diese weisen untereinander keine für die Randschärfe der Spur wesentlichen Vorteile auf.
<I>Beispiel 9:</I> Die in den Beispielen 7 und 8 beschrie bene physikalische Entwickelbarkeit der Schneidschicht durch Belichtung mittels hier für geeigneten Lichtes kann auch in anderer Weise erzielt werden, nämlich durch Ein bauen von Keimen, z. B. Edelinetallkeimen, wie Silberkeimen, was durch Hinzufügung einer kolloidalen Silberlösung zur Bleiazetat- Gelatinemasse erfolgen kann (erste Kompo nente).
<I>Beispiel 10:</I> Statt einer physikalischen Entwicklung kann auch eine normale chemische Entwick lung angewendet werden. In diesem Fall be steht die Sclineidschicht vorzugsweise aus einer kornfreien Silberbromidemulsion (erste Komponente). Das Silberbromid kann direkt bei der Verstellung der Schneidschicht ein verleibt werden. Es kann jedoch auch nach dem Schneiden der Spur angebracht werden,, z. B. durch Einwirkung von einer Silber nitratlösung auf eine Halogenionen enthal tende Kolloidachicht. Die Fähigkeit zu einer chemischen.
Entwicklung kann der Schicht mittels einer geeigneten Belichtung, die wie der vor oder nach dem Schneiden vorgenom men werden kann, erteilt werden, der Ent wickler stellt die zweite Komponente dar. Die verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten ge mäss den unter 7 und 8 beschriebenen Bei spielen können auch hier durchgeführt wer den.
Wenn die Einverleibung des Silberbro- mids bei der Herstellung des Trägers, d. h. vor dem Aufbringen der Schutzschicht, vor genommen wird und das Entwicklungsfähig- machen nach dem Schneiden der Schwin gungsspur erfolgen soll, so muss darauf ge achtet werden, dass die Schutzschicht eine derartige Beschaffenheit hinsichtlich der Lichtabsorption aufweist, dass das vor der Entwicklung zu benutzende Licht absorbiert, jedoch das für das Kopieren oder für die Wiedergabe anzuwendende Licht durchgelas sen wird. Dies kann zum Beispiel mit einer Polystyrol-Chininsulfatschutzschicht erreicht werden.
Eine derartige Schicht ist durchläs sig für infrarotes Wiedergabe- und blaues Kopierlicht, jedoch anderseits undurchlässig für das vor der Entwicklung zu verwendende ultraviolette Licht.