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Schütz mit selbsttätiger Auslösung zur wahlweisen Verwendung für halbautomatische und vollautomatische Steuerungen. 31an kann bei den Schaltungen für elektrische Schütze mit selbsttätiger Auslösung zwischen solchen für halbautomatische und solchen für vollautomatische Steuerungen unterscheiden.
Das Schaltbild Fig. 1 zeigt die Schaltung einer halbautomatischen Steuerung. 1 ist die Schützspule, 2 eine vom Überstrom- auslöser betätigte Schaltstelle, E das Organ zur willkürlichen Einschaltung, A das Organ zur willkürlichen Ausschaltung, 8 ein von der Schützspule 1 gesteuerter Selbsthaltekontakt.
Die Steuerung arbeitet insofern "halbautomatisch", als das Ein- und Ausschalten von Hand mittels der Organe E und A willkürlich erfolgen kann, während lediglich beim Auftreten einer Auslösebedingung das Ausschalten infolge Ansprechens der Schaltstelle 2 des Auslösers selbsttätig erfolgt. In diesem Fall öffnet sich der Selbsthaltekon- takt S infolge Entregung der Schützspule 1.
Diese bleibt auch nach dem Rückgang des Auslösekontaktes 2 in seine Normallage ent- regt, solange nicht eine erneute willkürliche Einschaltung mittels des Einschaltorganes E vorgenommen wird. Der Öffnungskontakt des Auslösers braucht daher in seiner geöffneten Stellung, die er im angesprochenen Zustand einnimmt, nicht gegen Wiederschlie- ssen gesperrt zu werden.
Zum Unterschied demgegenüber zeigt das Schaltbild Fig. 2 die Schaltung einer vollautomatischen Steuerung. Wesentlich für das "vollautomatische" Arbeiten ist, dass das normale, betriebsmässige Ein- und Ausschalten anstatt lediglich durch willkürlich betätigte Schliess- und Trennkontakte mittels eines selbsttätig, insbesondere aus der Ferne gesteuerten Dauerkontaktes D erfolgt; ein von. der Schützspule gesteuerter Selbsthaltekontakt ist somit bei einer solchen Steuerung
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nicht erforderlich.
Daher soll bei der vollautomatischen Steuerung im Gegensatz zur halbautomatischen Steuerung der Offnungs- konta-kt des Auslösers in seiner geöffneten Stellung gesperrt sein, damit der Dauerkontakt D, der ja auch im Falle einer Überstromauslösung geschlossen bleibt, beim Rückgang des Auslösers in seine Normallage keine Wiedereinschaltung des Schützes herbeiführt, solange nicht die Auslöseursache beseitigt und die Sperrung des Auslösekon- taktes willkürlich wieder aufgehoben ist.
-Man ist bestrebt, die Schütze so zu bauen, bezw. ihre Auslöseeinrichtungen so auszubilden, dass das Gerät auf möglichst einfache Art wahlweise für sämtliche möglichen Steuerungsarten verwendbar gemacht werden kann und die Bedienung im Betrieb bei jeder Verwendungsart so einfach wie möglich ist.
Hinsichtlich der Lösung dieser Aufgabe wird durch die Erfindung eine wesentliche Verbesserung erzielt. Die Erfindung betrifft ein Schütz mit selbsttätiger Auslösung zur wahlweisen Verwendung für halbautomatische und vollautomatische Steuerungen. Dabei ist am Schütz ein Betätigungsorgan, beispielsweise ein Schwenkhebel. angeordnet.
Gemäss der Erfindung hat dieses Betätigungsorgan bei Schaltung des Schützes für vollautomatische Steuerungen, bei welchen der Auslösekontalit im geöffneten Zustand gesperrt ist, die Funktionen des Entsperrens des im geöffneten Zustand gesperrten Auslösekontaktes und des willkürlichen Ausschaltens auszuführen, nährend es bei Schaltung des Schützes für halbautomatische Steuerungen lediglich zur willkürlichen Ein- und Ausschaltung dient.
Ein Ölschütz ist schematisch als Ausfüh- rungsbeispiel der Erfindung in Fig. 3 dargestellt.
20, 21, 22 sind äussere Anschlüsse für die Steuerleitungen. 24 ist das Gehäuse der Kontakteinrichtung des nicht mitdargestell- ten Auslösers. das bis unter den Ölspiegel reicht, so dass die darin vorhandenen Unterbrechungsstellen des Steuerstromkreises sich unter dem Ölspiegel befinden. Die Schaltstellen und Anschlüsse der Hauptstromkreise sind der Einfachheit der Darstellung halber weggelassen.
25 ist ein aussen am Schütz angebrachter Schwenkhebel. Er dient bei Schaltung des Schützes für halbautomatische Steuerung zum willkürlichen Ein- und Ausschalten, indem er über ein Gestänge 26, 9-7 ein Verbindungsteil 30 bewegt.
Im ausgeschalteten Zustand nimmt bei dieser Schaltung das Teil 30 die in vollen Linien gezeichnete Lage ein. Wird nun zwecks willkürlicher Einschaltung der Schwenkhebel im Rechtsdrehsinn bewegt, so hebt er unter Vermittlung des Gestänges 26, 27 das Verbindungsteil 30 an, so da.ss sein rechtes Ende mit dem untern Ende des Stromzuführungsteils 21 in Berührung kommt und damit die Schaltstelle 31 des Steuerstromkreises schliesst.
Bei dieser Schaltung des Schützes werden zum äussern Anschluss der Steuerleitungen an zwei Phasen der Hauptleitungen R, .9, T die Anschlussteile 20 und 22 benutzt; der Steuerstromkreis, der strichpunktiert gezeichnet ist, verläuft somit von der Klemme. 20 über das Verbindungsteil 30, die Schaltstelle 31, die schematisch angedeutete, vom Auslöser zu betätigende Unterbrechungsstelle des Steuerstromkreises 32, Klemme 33, Schützspule 34 zur Anschlussstelle 22.
Das Schütz zieht daher an und der Elektromagnet, der auf den Schieher 35 über die Traverse 38 in Pfeilrichtung 36 einwirkt, hält über einen Anschlag 37 das Verbindungsteil 30 in der angehobenen Stellung, so dass die Schaltstelle 31 geschlossen bleibt, auch wenn der Schalthebel 25 in seine Mittellage zurückkehrt.
Beim Ansprechen des Auslösers wird die Schaltstelle 32 geöffnet, so dass die Spule 34 entregt wird, worauf der Magnet abfällt und somit auch die Schaltstelle 31 geöffnet wird. Nimmt darauf der Auslöser wieder seine normale Stellung ein, so wird der Auslöserkontakt 32 wieder geschlossen, so dass
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eine Wiedereinschaltung des Schützes, die mittels des Schalthebels 25 oder mittels einer Fernsteuerung erfolgen kann, vorbereitet ist. Eine willkürliche Ausschaltung des Schützes kann durch eine Bewegung des Schwenkhebels 25 im Linksdrehsinn und eine dadurch bewirkte Öffnung der Schaltstelle 31 erfolgen, sowie durch eine an sich bekannte Fernausschaltung.
Soll dasselbe Schütz für vollautomatische Steuerung verwendet werden, so wird das Teil 30 aus der gezeichneten Lage entfernt und in die gestrichelt gezeichnete Lage gebracht. Ferner werden zum äussern Anschluss der Steuerleitung die Klemmen 21, 22 benützt und dafür gesorgt, dass der Unterbre- cherkontakt 32 des Auslösers, der bei der halbautomatischen Schaltung nicht gesperrt war, in seiner geöffneten Stellung gesperrt ist. Letzteres kann auf eine weiter unten noch näher zu beschreibende Art und Weise mittels des Organes 50 geschehen, das gleichzeitig zum Einstellen der gewünschten Auslösestromstärken bezw. Auslösezeiten dienen kann.
Es können auch mehrere vom Auslöser betätigte Unterbrechungsstellen des Steuerstromkreises vorhanden sein, die teils bei Arbeitsweise mit Sperrung (für vollautomatische Steuerung), teils bei Arbeitsweise ohne Sperrung (für halbautomatische Steuerung) zur Wirkung kommen.
Bei Schaltung für vollautomatische Steuerung verläuft der Steuerstromkreis, der für diesen Fall gestrichelt gezeichnet ist, von der Klemme 21 über die schematisch dargestellte Unterbrechungsstelle 32 des Auslösers, Klemme 33, Sehützspule 34 zur Anschlussklemme 22. Die betriebsmässige Steuerung erfolgt nunmehr mittels des ausserhalb des Schützes befindlichen Dauerkontaktes D. Beim Ansprechen des Auslösers wird der Spulenstromkreis unterbrochen, und da die vom Auslöser gesteuerte Schaltstelle 33 in ihrer geöffneten Stellung gesperrt ist, tritt auch nach Rückgang des Auslösers in seine Normallage keine selbsttätige Wiedereinschaltung des Schützes ein.
Nachdem darauf die Auslöseursache beseitigt worden ist, kann willkürlich die erneute Inbetriebnahme durch den am Schütz vorgesehenen Schwenkhebel 25 erfolgen. Wird dieser im Rechtsdrehsinne bewegt, so wird das Verbindungsteil 30 aus seiner gestrichelt gezeichneten Lage heraus angehoben. Es stösst dabei mit seinem rechten Ende gegen einen aus dem Auslösergehäuse herausragenden beweglichen Anschlag 40, durch welchen die Entsperrung des Auslöserkontaktes herbeigeführt wird.
Dieser schliesst sich infolgedessen unter Einwirkung seiner Kontaktdruckfeder wieder, so dass das Schütz wieder betriebsbereit ist; ist der das Schütz steuernde Dauerkontakt D noch geschlossen, so erfolgt hiermit gleichzeitig die Wiedereinschaltung.
Durch Bewegen des Schwenkhebels 25 im Linksdrehsinne kann auch bei der vollautomatischen Steuerung eine willkürliche Ausschaltung am Schütz selbst herbeigeführt werden. Das gestrichelt gezeichnete Verbindungsteil 30 wird hierbei nach abwärts bewegt und stösst gegen einen beweglichen Anschlag 41, durch den die Schaltstellen 32 geöffnet und der Haltestromkreis der Schützspule unterbrochen wird.
Das Umstellen der Kontakteinrichtung des Auslösers von der gesperrten auf die un- gesperrte Arbeitsweise und umgekehrt erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel mittels des Organes 50, das gleichzeitig zum Einstellen der gewünschten Auslöserstromstär- ken bezw. Auslöserzeiten dient. Einmal wird hierdurch der Vorteil erreicht, dass besondere auszuwechselnde Teile, die verloren gehen können, vermieden werden.
Sodann ist es hierdurch möglich, wie nachstehend an Hand der Fig. 4 bis 6 erläutert wird, mit dem Umstellen der Arbeitsweise gleichzeitig eine Änderung der Auslöseskala, die regelmässig damit zugleich erforderlich wird, zwangläufig herbeizuführen:
Die Einrichtung nach Fig. 4 bis 6 lässt sich mit der Einrichtung nach Fig. 3 nicht ohne Änderungen dieser letzteren kombinieren, wie aus nachstehendem hervorgeht.
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Die Einrichtung nach Fig. 4 bis 6 besitzt ein langgestrecktes, aus Metall oder Isolierstoff bestehendes Gehäuse 51, in welchem der grösste Teil der Mechanik der Einrichtung untergebracht ist, und ein daran unten angesetztes kleineres Gehäuse 5?, in dem sich der feste und der bewegliche Auslöserkontakt 53, 54 befinden. Letzterer ragt mit einem Verlängerungsansatz 55, der zur Steuerung dient, in das obere Gehäuse hinein.
Auf ihn wirkt bei gesperrter Arbeitsweise ein Vorsprung 56 eines unter Wirkung eines Kraftspeichers 57 stehenden Teils. das im normalen Betriebszustand bei gesperrter Arbeitsweise an einem Steuerhebel 58 ver- klinkt ist. Bei ungesperrter Arbeitsweise wird das drehbar gelagerte Teil 56 mittels eines Schiebers 59, der dann nach unten gedrückt ist, festgehalten, so dass der Hebel 58 allein auf das Teil 55 bezw. den Kontakt 54 einwirkt und ihn nach Rückgang des Auslöseorganes unter Einwirkung seiner Kontalztdriiclzfeder wieder in die Einschaltstellung gelangen lässt.
Der Steuerhebel 58 lagert bei 60 in einer U-förmigen Schaukel 61, die an der Stelle 6? in zwei einander gegenüberstehenden Gehäusewandungen ortsfest gelagert ist. Uni unmittelbare Berührungen des zweckmässig aus Blech gebogenen Steuerhebels 58 mit den seitlichen Gehäusewandungen zii vermeiden, sind diese mit kleinen kantigen Querrippen 63 versehen. Auf den Steuerhebel 58 wirkt bei 64 in Pfeilrichtung das nicht mit dargestellte Auslöseteil ein. Dies kann in bekannter Weise in einer Auslöseleiste bestehen. durch welche die vorhandenen thermischen oder elektromagnetischen Auslöseorgane mit der Kontakteinrichtung lose gekuppelt sein können.
Der ortsfeste Drehpunkt des in der Schaukel 61 gelagerten Steuerhebels 58 befindet sich an dem Vorsprung 65. Mit diesem lehnt er sich gegen einen Exzenter 66 an, der durch das Einstellglied 50 verstellbar ist, wodurch die jeweils gewünschten Auslösewerte einstellbar sind.
Dadurch, dass einerseits bei ungesperrter Arbeitsweise das untere Ende des Teils 58 bei einem bestimmten Auslösewert das Teil 55 anstossen soll. während anderseits bei gesperrter Arbeitsweise bei demselben Auslösewert das Teil 58 die Verklinkung des Teils 56 freigeben soll, bevor es selbst mit dem Teil 55 in Berührung gekommen ist, ergibt sich eine Verschiedenheit der Einstellskalen- werte bei gesperrter und ungesperrter Arbeitsweise der Auslöserkontakteinrichtung.
Dein kann dadurch Rechnung getragen -erden, dass die Umstellung von einer Arbeitsweise auf die andere durch Umdrehen des entsprechend geformten Einstellorganes 50, an dem sich die Skala befindet, vorgenommen wird. Auf diese Weise lässt es sich erreichen. dass bei jeder Arbeitsweise zwangläufig die richtige Einstellskala verwendet wird; es kann beispielsweise auf der Oberseite und auf der Unterseite des Einstellrades 50 je eine Skala vorgesehen werden.
Fig. 4 und 5 zeigen die Einrichtung beispielsweise mit dem Einstellorgan 50 in der Stellung für die ungesperrte Arbeitsweise, Fig. 6 in der Stellung für die gesperrte Arbeitsweise. Bei der ungesperrten Arbeitsweise drückt das Einstellrad dauernd mit seinem nach unten gekröpften Rand auf einen Ansatz 69 am obern Ende des in Richtung von oben nach unten beweglichen Schiebers 59, so dass die Kraftspeichervorrichtung 56, 5 7 vom Hebel 58 dauernd abgehoben bleibt.
Bei der gesperrten Arbeitsweise dagegen (Fig. 6) ist der Schieber 59, gegebenenfalls unter Einwirkung einer besonderen Rückstellfeder. angehoben, so da.ss bei Einwirkung des Auslösers auf den Steuerhebel 58 eine Entklinkung der Kraftspeichervorrichtung 56, 57 erfolgt, worauf der Auslösekontakt 53, 54 geöffnet wird und geöffnet bleibt, bis die Entriegelung herbeigeführt. ist.
Die Entriegelung kann durch kurzzeitigen Druck in Pfeilrichtung 70 auf das obere Ende des Schiebers 59 bewirkt werden, und zwar wird diese Entriegelung des Auslöse- kontaktes mittels des aussen am Schütz vorgesehenen Betätigungsorganes direkt vorge-
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nommen, ohne dass bei einer solchen Ausführung der Auslöserkontakteinrichtung ein besonderes, für verschiedene Gebrauchslage vorgesehenes Teil im Aufbau des Schützes, wie das Teil 30 bei der Anordnung nach Fig. 3 benötigt würde.
Das willkürliche Ausschalten bei vollautomatischer Steuerung bezw. gesperrter Arbeitsweise der Auslöserkontakteinrichtung des Schützes mittels des Betätigungsorganes am Schütz kann in einfacher Weise durch Offnen eines besonderen Unterbrechungskontaktes im Haltestromkreis der Schützspule, oder durch willkürliches Auslösen des Unterbrechungskontaktes 53, 54, z. B. vermittels Anhebens des obern Endes des Schiebers 59 und damit verbundenes Anstossen des Auslösehebels 58 erfolgen. Das willkürliche Ein- und Ausschalten bei Schaltung für halbautomatische Steuerung mittels des Betätigungsorganes am Schütz kann durch Öffnen und Schliessen einer besonderen Schaltstelle im Steuerstromkreis bewirkt werden.
Die Kupplung des Betätigungsorganes am Schütz mit dem Umstellorgan der Kontakteinrichtung des Auslösers kann besonders vorteilhaft unter Zwischenschaltung einer hinreichend starken Feder erfolgen, die bei ungesperrter Arbeitsweise, bei der das Umstellorgan 59 in seiner Lage festgehalten wird, bei einer willkürlichen Betätigung nachgibt, bei gesperrter Arbeitsweise dagegen, bei welcher das Umstellorgan vom willkürlich betätigten Teil mitgenommen wird, im wesentlichen starr wirkt.
Es ist vorteilhaft, das turmartige Gehäuse der Auslöserkontakteinrichtung mit den Auslösern, der Auslöseleiste und deren Schutzgehäuse zu einer baulichen Einheit zusammenzufassen, die für sich in einem besonderen Arbeitsgang geeicht und als Ganzes in den Aufbau des Schützes ein- und ausgebaut werden kann.
Bei Verwendung ein und derselben Auslöserkontakteinrichtung für verschiedene Grössen bezw. Bauarten von Schützen können der obere Gehäuseteil 61 und die Mechanik der Auslöserkontakteinrichtung ein- heitlich sein, während lediglich der untere Gehäuseteil 52 und die Lage der Kontakteinrichtung 53, 54 der jeweiligen Höhe des Olspiegels anzupassen sind.