CH211068A - Verfahren und Vorrichtung zur Entfeuchtung und Trockenhaltung von Mauerwerk, z. B. solchem von Gebäuden. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Entfeuchtung und Trockenhaltung von Mauerwerk, z. B. solchem von Gebäuden.Info
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Description
Verfahren und \Torrichtung zur Entfeuehtung und Trockenhaltung von lüauerwerk, z. B. solchem von Gebäuden. Die praktische Erfahrung zeigt, dass ausserordentlich viele Gebäude von unten herauf, oft bis in die obern Stockwerke; feuchtes Mauerwerk aufweisen. Diese Er scheinung tritt nicht nur bei an offenen Ge wässern gelegenen Gebäuden auf, sondern wird vielfach auch an Gebäuden beobachtet, die auf trocken scheinendem Gebiete liegen, wenn deren untere Teile von stark wasser haltigem Erdreich umgeben sind, vom Grund wasserspiegel erreicht werden oder ähnlichen Einflüssen ausgesetzt sind.
Die bisher zur Entfeuchtung derartiger Gebäude vorgeschlagenen Mittel, Lüftungs einrichtungen und dergl., erweisen sich in der Regel als unwirksam, was damit zusam menhängt, dass die die Durchfeuchtung be wirkenden Kräfte nicht erkannt worden waren.
Auf Grind von bekannten physikalisch chemischen und geophysikalischen Erschei nungen sind Potentialdifferenzen zwischen dem Alauerwerk und dem umgebenden Erd- reich zu erwarten. Derartige Potentialdiffe renzen lassen sich in der Tat durch Messun gen nachweisen, wobei sich ferner gezeigt hat, dass das Mauerwerk gegenüber Erde in der artigen Fällen stets ein negatives Potential aufweist. Die Grösse des zwischen Erde und Mauerwerk fliessenden Stromes ist dabei wesentlich abhängig von dem Grad der herr schenden Feuchtigkeit.
Die Grösse der in der Praxis zwischen Stellen des Mauerwerkes und guten Erdun gen in Kurzschlussleitern gemessenen Ströme beträgt oft ca. 5 bis 50 mA, die gemessenen Potentialdifferenzen betragen etwa 10 bis 100 mV.
Es erweist sich nun, dass das Feucht werden bezw. das Aufsteigen des Wassers im Mauerwerk, auf der bekannten physika- lischen Erscheinung der Elektroosmose be ruht. Die untersten Gebäudeteile, das heisst die Grundmauern stehen bei feuchtwerden- den Mauern, wie oben dargelegt wurde, an Wasserläufen oder im Grundwasser oder doch in einem stark wasserhaltigen Erdreich. Die bestehende Potentialdifferenz treibt das Wasser in die Poren des Mauerwerkes.
Selbst wenn die nachweisbaren Potentialdifferenzen verhältnismässig gering sind, so genügen sie doch, angesichts der ausserordentlich grossen Angriffsfläche, um erhebliche Mengen Wasser in das Mauerwerk einzuführen und mit Hilfe der Kapillarkräfte hoch zutreiben.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein auf dieser Einsicht beruhendes Verfahren zur Entfeuchtung und Trocken haltung von Mauerwerk, sowie eine Vorrich tung zur Durchführung des Verfahrens.
Erfindungsgemäss wird das Auftreten einer merklichen und wirksamen negativen elektrischen Potentialdifferenz zwischen dem zu entfeuchtenden und trocken zu haltenden Mauerwerk und dem Erdreich vermieden. Dadurch werden die erwähnten elektroosmo- tischen Vorgänge ausgeschaltet.
Die prak tische Erfahrung hat überdies ergeben, dass bei bestimmten geologischen Verhältnissen der Potentialausgleich zwischen Mauerwerk und Erde auch eine gewisse Entfeuchtung der benachbarten obern Erdschichten er reichen kann, z. B. in kiesigem und sandigem Boden.
Es wird sich in den meisten Fällen darum handeln, ein bereits feuchtes :Mauer werk trocken zu legen, das heisst eine be stehende Potentialdifferenz auszugleichen.
In diesem Falle kann durch Kurz schliessen des Mauerwerkes, das heisst durch metallische Verbindung von Stellen dessel ben mit der Erde, der elektroosmotische Vor gang unterbrochen werden; der Nachschub von Wasser hört auf, und das Mauerwerk trocknet allmählich aus. Messungen des elek trischen Widerstandes an Sonden im Mauer werk lasen darauf schliessen, dass nach dem \\'egfall der elektroosmotischen Auftriebs kraft die vielen dünnen Wassersäulen im Ka- pillarsystem, dem Gesetz der Schwere fol gend, absickern. An zahlreichen Stellen der untersten Mauerpartien tritt vorübergehend eine sichtbare Erhöhung der Nässe auf.
Selbstverständlich wäre es auch möglich, bei in feuchtem Erdreich stehenden Gebäuden von Anfang an das Mauerwerk kurz zuschliessen und damit das Feuchtwerden zu vermeiden.
Wie die physikalischen Erscheinungen der Elektroosmose zeigen, lässt sich der Vor gang durch Umpolen umkehren. Es erscheint deshalb möglich, die Austrocknungsvorgänge dadurch zu beschleunigen, dass an das Mauer werk gegenüber Erde ein positives Potential angelegt wird.
Im allgemeinen sind jedoch die Aus trocknungsvorgänge, wie die Erfahrung zeigt, schon bei blosser Erdung des Mauer werkes so gut, dass im allgemeinen auf die Anlegung einer zusätzlichen Spannung ver zichtet werden kann.
Bei der ebenfalls Gegenstand der Erfin dung bildenden. zur Durchführung des Ver fahrens dienenden Vorrichtung, werden nun in das Mauerwerk eingelassene Sonden aus elektrisch leitendem Material vorgesehen, und zwar zweckmässigerweise für besonders feuchte Stellen in grösserer Anzahl und näher beieinander, wobei die einzelnen Sonden durch einen praktisch korrosionsbeständigen Leiter unter einander und mit der Erde ver bunden sind.
Auf die Wahl der Erde ist hierbei be sonderer Wert zu legen, da die wirksamen Potentialdifferenzen nur dann ausgeglichen -erden können, wenn eine vorzügliche Er dung vorhanden ist.
In der beiliegenden, ein Beispiel be treffenden Zeichnung ist veranschaulicht, wie die Sonden eingebaut werden können. Es zeigt: Fig. 1 ein Stück Mauer mit eingebauten Sonden in Ansicht, Fig. 2 dasselbe im Schnitt, Fig. 3 eine Kellerecke mit eingebauten Sonden.
In dem Mauerwerk 1 sind Sonden 2 aus gut leitendem, korrosionsbeständigen Mate rial eingesetzt und gut mit dem Mauerwerk verbunden. Die Sonden 2 sind durch die Leitung 3 miteinander verbunden und gut geerdet, beispielsweise mit der Wasserleitung 5 verbunden. Die Leitung 3 ist beispielsweise in Isolierrohre verlegt; sie kann aber auch eingemauert oder in. anderer Weise montiert sein.
Die in Fig. 3 gezeigte Kellerecke ist der Anschaulichkeit halber aus Steinen ausge führt gezeichnet. Die Mauern können jedoch aus jedem beliebigen Material bestehen.
Der Einbau von Sonden in das Mauer werk hat sich als zweckmässig erwiesen, doch kann das Verfahren auch durch irgend eine andere Vorrichtung ausgeführt werden, die, mit dem Mauerwerk elektrisch gut verbun den, durch Anlegen an Erde ebenfalls be stehende Potentialdifferenzen beseitigt. Diese Vorrichtung wird in der Regel auf der Innenseite der Kellermauern montiert, bei nicht unterkellerten Gebäuden auf der Aussenseite der Grundmauern.
Claims (1)
- PATEN TAN S PRüCHE I. Verfahren zur Entfeuehtung und Trok- kenhaltung von Mauerwerk, z. B. sol chem von Gebäuden, dadurch gekenn zeichnet, dass das Auftreten einer merk lichen und wirksamen negativen elektri schen Potentialdifferenz zwischen dem zu entfeuchtenden und trocken zu halten den Mauerwerk und dem Erdreich aus geschaltet wird.II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in das Mauerwerk eingelassene Sonden aus elektrisch leit- fähigem Material vorgesehen sind, die untereinander und mit der Erde durch einen praktisch korrosionsbeständigen Leiter verbunden sind. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das gegen das Erdreich negative elektrische Poten tial des Mauerwerkes durch elektrische Leiter erfasst und durch Erdung aus geglichen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die einzelnen Leiter untereinan der verbunden und gemeinsam geerdet werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass an die Leiter und die unter diesen bestehende Verbin- dungsleitung eine Spannung angelegt wird, derart, dass eine positive Potential differenz zwischen Mauerwerk und Erde entsteht. 4. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Verbin- dungsleitung der einzelnen Sonden in das Mauerwerk verlegt ist. 5.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass an Stellen erhöhter Feuchtigkeit Sonden in kleine ren Abständen als an den übrigen Stel len angebracht sind.
Applications Claiming Priority (1)
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