Schwungradmagnetzünder. Bei Schwungradmagnetzündern sind viel fach mindestens über einen Teil des Schwung- radumfanges ringsegmentförmige, die Weich eisenpolschuhe zwischen sich einschliessende Dauermagnetstäbe angeordnet, während sich innerhalb des Kranzes aus diesen Bauteilen ein feststehender Zündanker befindet.
Die Erfindung bezweckt einen solchen Schwungradmagnetzünder für Brennkraft- maschinen verwenden zu können, die in bei den Drehrichtungen betrieben werden können. Damit dabei erreicht wird, dass die Zündung in beiden Drehrichtungen bei gleicher Entfer nung des Kolbens vom obern Totpunkt er folgt, ist gemäss der Erfindung bei einem solchen Schwungradmagnetzünder minde stens eine Magnetgruppe aus je drei in der Umfangsrichtung des Schwungrades hinter einander angeordneten und jeweils durch Polschuhe voneinander getrennten Magnet stäben vorgesehen,
von denen bei der einen Drehrichtung der mittlere mit dem einen und bei der andern Drehrichtung mit dem an dern der beiden aussen liegenden Magnetstäbe der Gruppe zusammenarbeitet. Dabei kann die Nabe des auf der Kurbelwelle der Brenn- kraftmaschine befestigten Schwungrades in der üblichen Weise als Unterbrechernocken ausgebildet und die übrigen zur Unter brechereinrichtung gehörenden Teile auf der feststehenden Ankerplatte angeordnet sein.
Die wirksamen Teile des Magnetzünders wer den zweckmässigerweise so zueinander ange ordnet, dass bei der einen Drehrichtung der Unterbrecher bei derselben Stellung des. Mag netsystems gegenüber dem feststehenden An ker geöffnet wird, bei welcher er bei der an dern Drehrichtung geschlossen wird.
In den Figuren der beiliegenden Zeich nung sind beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt einen Teil eines nur eine Magnetgruppe enthaltenden Schwungrad magnetzünders für Rechtslauf mit einem in der Abrissstellung dargestellten Schwungrad und Fig. 2 denselben Schwungradmagnetzün derteil für Linkslauf ebenfalls mit in der Abrissstellung dargestelltem Schwungrad; in Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der ausser dem Zündanker noch ein Lichtanker vorgesehen und der Schwung radumfang infolgedessen mit zwei Gruppen zu je drei Magneten besetzt ist, so dass im Lichtanker während jeder Umdrehung des Schwungrades sechs Flusswechsel stattfinden.
Bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 sind am Umfang eines Schwungrades 1 sechs Polschuhe 2 bis 7 aus Weicheisen be festigt. Zwischen den Polschuhen 2, 3, 4, 5 sind Stabmagnete 8, 9, 10 so angeordnet, dass sich an den Polschuhen 2 und 4 Nordpole und an den Polschuhen 3 und 5 Südpole ausbil den, während die Zwischenräume zwischen den Polschuhen 2 und 7 und 5 und 6 durch Füllstücke 11 und 13 aus Eisen und der Zwi schenraum zwischen den Polschuhen 6 und 7 durch ein Füllstück 12 aus nicht ferromag- netischem Werkstoff ausgefüllt sind. Bei laufendem Schwungrad bewegen sich die Magnetpolschuhe 2 bis 7 an den Polschuhen 14 und 15 eines eine Wicklung 16 tragenden, feststehenden Ankerkernes 17 vorbei.
Die auf eine Kurbelwelle 18 aufgekeilte Schwung radnabe ist als Nocken 19 ausgebildet, durch welchen der auf der Ankerplatte gelagerte Unterbrecherhebel 20 gesteuert wird und die Unterbrecherkontakte 21 und 21' geöffnet und wieder geschlossen werden. Wenn nun bei der Drehung des Schwungrades in der Pfeilrichtung zum Beispiel der Magnetpol schuh 5 dem Ankerpolschuh 15 gegenüber steht, so steht der Magnetpolschuh 4 dem An kerpolschuh 14 gegenüber. Der Ankerkern 17 wird also in der durch einen Pfeil ge kennzeichneten Richtung von magnetischen Kraftlinien durchsetzt, die von dem Magnet 1.0 ausgehen.
Nimmt dann bei der Weiter drehung das Schwungrad die in Fig. 1 dar gestellte Abrissstellung ein, bei welcher die Unterbrecherkontakte 21 und 21' geöffnet werden, so wird hierauf der Ankerkern 17 an Kraftlinien, die von dem Magnet 9 aus gehen, über die Polschuhe 3 und 4 in der Pfeilrichtung entgegengesetzter Richtung durchsetzt. Schliesslich gelangt das Schwung rad in die in Fig. 2 dargestellte Stellung, bei welcher sich die Unterbrecherkontakte 21 und 21.' wieder schliessen. Der Flusswechsel im Ankerkern 17, der bei dieser Drehrichtung für die Erzeugung des Zündfunkens mass gebend ist, geht also von den Magneten 9 und 10 aus, während bei der entgegengesetz ten Drehrichtung des Schwungrades die Mag nete 8 und 9 wirksam sind.
Wenn nämlich bei der der Pfeilrichtung entgegengesetzten Drehrichtung des Schwungrades der Magnet polschuh 2 dem Ankerpolschuh 14 und der Magnetpolschuh 3 dem Ankerpolschuh 15 gegenübersteht, so wird der Ankerkern 17 wiederum in der durch einen Pfeil gekenn zeichneten Richtung von magnetischen Kraft linien durchsetzt, die von dem Magnet 8 aus gehen. Nimmt dann bei der Weiterdrehung das Schwungrad die in Fig. 2 für diese Dreh richtung dargestellte Abrissstellung ein, bei welcher sich die Unterbrecherkontakte 21 und 21' öffnen (der Öffnungszeitpunkt in der einen Drehrichtung ist der Schliessungszeit punkt in der andern Drehrichtung), so wird hierauf der Ankerkern 17 über die Polschuhe 3 und 4 in der Pfeilrichtung entgegengesetz ter Richtung von Kraftlinien durchsetzt, die von dem Magnet 9 ausgehen.
Schliesslich ge langt dann das Schwungrad in die in Fig. 1 dargestellte Stellung, bei welcher sich bei die ser Drehrichtung die Unterbrecherkontakte 21 und 21' wieder schliessen. Bei Rechts- und Linkslauf herrschen also dieselben magneti schen Verhältnisse im Zündanker, da in der Abrissstellung für beide Drehrichtungen je eine der beiden Kanten eines Ankerpol schuhes um denselben Winkel gegen eine der beiden Kanten eines ihm benachbarten Mag netpolschuhes am Schwungrad verdreht ist.
Für den Aufbau eines Magnetzünders für eine bestimmte, in beiden Drehrichtungen zu betreibende Brennkraftmaschine ist die er forderliche Vorzündung und mit Rücksicht auf die von dem Zünder erzielbare günstigste Leistung ein bestimmter Abriss massgebend. Die Vorzündung ist durch einen Winkel a ge kennzeichnet, um den die Kurbelwelle aus der Zündmomentlage gedreht werden muss, bis der Kolben im obern Totpunkt steht und der Abriss ist durch einen Winkel ss fest gelegt, um welchen im Zündzeitpunkt die ganten der Magnetpolschuhe gegen die Kan ten der Ankerpolschuhe verdreht sind.
Bei einer Maschine, die in beiden Drehrichtungen betrieben werden soll, ohne dass Änderungen irgend welcher Art am Zünder vorgenommen werden müssen, muss sich die Öffnungsdauer des Zündungsunterbrechers über einen Win kel von 2a erstrecken, da in diesem Fall die Öffnungsstellung des Unterbrechers bei der einen Drehrichtung gleich der Schliess stellung bei der andern Drehrichtung sein muss. Demgemäss sind auch dieselben Teile des Schwungrades in den Abrissstellungen bei beiden Drehrichtungen um einen Winkel von 2a gegeneinander versetzt, was sich ohne weiteres aus Fig. 1 ergibt.
Hier ist der Be zeichnung des Winkels 2a jeweils die Stel lung der rechten Aussenkante des Polschuhes 3 in den Abrissstellungen bei Rechtslauf (Fig. 1) und Linkslauf (Fig. 2) des darge stellten Schwungradmagnetzünders zugrunde gelegt. Demgemäss ist der eine Schenkel des Winkels 2a in Fig. 1 von Mittelpunkt des Schwungrades 1 aus über die rechte Aussen kante des Polschuhes 3 hinausgezogen, wäh rend der andere durch diejenige, durch den Winkel ss bestimmte Stelle der Fig. 1 hin durchgeht, an welcher die rechte Aussenkante des Polschuhes 3 in Fig. 2 in der Abriss stellung bei Linkslauf steht.
Die Abriss stellung bei Linkslauf ist gleichzeitig die Schliessungsstellung des Unterbrechers bei Rechtslauf, ebenso wie die Abrissstellung bei Rechtslauf die Schliessungsstellung des Un terbrechers bei Linkslauf ist.
Für die Polteilung ergibt sich ebenfalls aus Fig. 1 ein Winkel t = 2 (a + ss) . Sie ist durch die Bedingung festgelegt, dass ein und derselbe Schwungradmagnetzünder bei Rechts- und Linkslauf mit derselben Vor zündung a und demselben Abrisswinkel ss lau- fen soll. Soll zum Beispiel ein Zünder mit einer Vörzündung a - 20 und einem Ab risswinkel von ss - 10 arbeiten, so ergibt sich daraus eine Polteilung für das Magnet system von a =<B>60'.</B>
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 ist mit 24 ein Zündanker und mit 25 ein Lichtanker bezeichnet. An Stelle der Füll stücke 11, 12 und 13 sind hier ebenfalls Stabmagnete 26, 27 und 28 vorgesehen, so dass ein geschlossener Magnetring aus sechs Stabmagneten und sechs Polschuhen entsteht.
Für Zweizylindermotoren kann statt des einen Zündankers ein zweiter, gegenüber dem ersten um 180 versetzter Zündanker Ver wendung finden. Man kommt in diesem Fall mit einer Magnetgruppe aus.