CH212204A - Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden, wie Fasern, Fäden, Rosshaar, Bändchen, Filme usw. aus Cellulose und Cellulosederivaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden, wie Fasern, Fäden, Rosshaar, Bändchen, Filme usw. aus Cellulose und Cellulosederivaten.

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CH212204A
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Bekleidungsindustrie Deutsche
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Description


  Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden, wie Fasern, Fäden,     Rosshaar,     Bändchen, Filme usw. aus     Cellulose    und     Cellulosederivaten.       Die Erfindung     betrifft    ein Verfahren zur  Herstellung von geformten Gebilden, wie  Fasern, Fäden, Bändchen, Filme usw. aus       Cellulose    und     Cellulosederivaten,    wobei man  einer auszufällenden Lösung     härtbare,    z. B.       kondensierbare    oder     polymerisierbare    Stoffe  zufügt, die Verformung vornimmt und den so  erhaltenen Formling einer der Härtung, z. B.

    Kondensation oder     Polymerisation    dienenden  Behandlung unterwirft.  



  Die Herstellung von gekräuselten Fasern,  gemusterten Filmen     etc.    ist vielfach Erfin  dungsgegenstand gewesen. Insbesondere hat  es sich als erforderlich erwiesen, die immer  mehr von der verbrauchenden Industrie be  vorzugte Stapelfaser in einen gekräuselten  Zustand zu versetzen, da sie nur in diesem  Zustand gut mit andern Fasern mischbar und  auch für sich allein     verspinnbar    ist. Aber  auch für die Kunstseide ist die Frage der    Kräuselung von einer gewissen Bedeutung,  da gekräuselte Kunstseidenfäden dem Gewebe  besondere Effekte ermöglichen, die ohne diese  Kräuselung nicht denkbar sind.

   Es ist aber  bisher nicht möglich gewesen, zu einer Kräuse  lung zu gelangen, die auch im fertigen Ge  webe, insbesondere nach Behandlung des  fertigen Gewebes, erhalten bleibt, da alle die  bisher benutzten Methoden nur zu einer vor  übergehenden Kräuselung führten, die ins  besondere einer     Nassbehandlung    nicht Stand  hielt.  



  Gemäss der vorliegenden Erfindung wer  den nun der auszufällenden Lösung     Stoffe     einverleibt, die durch Härtung (Kondensation,       Polymerisation)    in einen unlöslichen Zustand  versetzt werden können und dadurch die  Kräuselung     (Musterung)    fixiert.  



  Man fügt beispielsweise einer Spinnlösung  ein     Phenolformaldehyd-Harz    hinzu, das nur      so weit kondensiert ist, dass es noch löslich  ist und verspinnt die so präparierte Spinn  lösung zu Kunstseide und kräuselt sie, indem  man sie durch geeignete Maschinen bei einer  Temperatur von beispielsweise<B>80-1600</B>  führt. Man kondensiert das Formaldehyd  phenolprodukt gleichzeitig oder zeitlich da  nach (zum Beispiel durch Erwärmen). Da  durch wird es unlöslich und die so gekräuselte  Faser behält den gekräuselten Zustand bei,  auch bei     Nassbehandlung,    Färbung und der  gleichen mehr.     Zweckmässigerweise    wird man  der Spinnlösung nicht mehr von den genann  ten Substanzen zusetzen als notwendig ist,  um den gewünschten gekräuselten Zustand  zu erhalten.  



  Es ist zwar schon bekannt geworden,  Kunstseide mit     Konder)sationsprodukten    zu  beladen, jedoch ist bisher die Kondensation  dieser Produkte unter Kräuselung noch nicht  vorgeschlagen worden. Die Verwendung von       polymerisierbaren    Stoffen ist in diesem Zu  sammenhang überhaupt noch nicht vorge  schlagen worden.  



  Für die Durchführung der Erfindung eig  nen sich alle Produkte, die das Fasermaterial  nicht angreifen und nachträglich durch eine  irgendwie geartete Behandlung in den un  löslichen, festen Zustand übergeführt werden  können, so insbesondere alle die Stoffe, die  unter dem Namen Kunstharze zusammen  gefasst werden können. Bei der Verwendung  solcher     Stoffe    zur Spinnlösung muss man ge  eignete     Konzentrations-    und     Fällungsverhält-          nisse    wählen, damit das inkorporierte Produkt  sich in dem Faden geeignet verteilt und die  Kräuselung beim Erhitzen gut fixiert.  



  Bei der Herstellung von Stapelfaser, die  vielfach schon im Anschluss an den Spinn  vorgang in Stapel geschnitten wird, genügt  ein Aufschlagen in irgend welcher) bekannten  Vorrichtungen, gegebenenfalls in Ventilatoren,  um die gekräuselte Form zu erhalten, und  dieses Material kann dann der Nachkonden  sation unterworfen werden, ohne dass eine  besondere, den     Kräuselungszustand    aufzwin  gende maschinelle Vorrichtung zur Anwen  dung gelangt.    <I>Beispiele</I>  1. Die Herstellung von Gebilden (z. B.  



  Kunstseide) aus     Celluloselösungen    (Viskose,       Kupferoxydamn)oniakcelluloselösung)    (zum  Beispiel die Herstellung vor) Kunstseide) nach  dem dem Patent     zugrundeliegenden    Verfahren  unterscheidet sich von den sonst üblichen  Herstellungsverfahren hauptsächlich dadurch,  dass der Spinnlösung, beispielsweise der Vis  kose, vor der Formgebung (also bei der Kunst  seidenherstellung vor dem Ausspritzen der  Spinnlösung aus der Düse), in irgendeiner  Etappe der Herstellung der Spinnlösung, die  vorstehend erwähnten Stoffe zugefügt werden.  



  Man mischt der Spinnlösung ein vorbe  reitetes     Phenolformaldehydgemisch    zu, welches  zum Beispiel aus 50 Teilen Phenol und 50  Teilen Formaldehyd des Handels und 3 Teilen       wässrigen    Ammoniaks besteht; man kann  auch ein bereits     vorkondensiertes    oder vor  polymerisiertes Produkt verwenden. Statt der  angegebenen Mengen können auch andere  Mischungsverhältnisse gewählt werden. Der  Grad der zu wählenden     Vorpolymerisation    ist  begrenzt durch den Punkt, in welchem das       Polymerisat    in der Spinnlösung nicht mehr  löslich ist.

   Vorteilhaft wird man diese     Poly-          merisation    nicht his zu dieser Grenze bringen,  sondern eine weniger     vorpolymerisierte    Mi  schung verwenden. Von diesem Produkt     wer-          den        der        Spinnlösung        etwa        0,1-6%        auf        Zell-          stoffgehalt    berechnet zugefügt.

   Wenn man  einen stärkeren     Effekt    erreichen will, so wird  mehr von dem     kondensierbaren    Produkt zu  gegeben; man kann bis zu     10%    zufügen und  unter Umständen auch noch über diesen  Prozentsatz hinausgehen.  



  Nach erfolgter     Forrngebung    (und der     evtl.     erforderlichen     Nachbebandlung)    werden dann  die gekräuselten Gebilde demselben Verfahren  ausgesetzt, das man sonst zur endgültigen       Polymerisation    (das heisst vollständigen     Un-          löslichmachung)        vorpolymerisierter    Produkte  anwendet (natürlich unter Berücksichtigung  der Grenzen, die man dem     Stoff,    aus welchem  das Gebilde besteht, zumuten darf).

   Beispiels  weise wird bei Verwendung eines Phenol  formaldehydkondensats oder eines Harr)stoff-           formaldehydkondensats    die Kondensation un  ter entsprechender Erwärmung auf beispiels  weise 130   C durchgeführt. Die Erwärmungs  zeit richtet sich wesentlich nach den Um  ständen, unter welchen die Behandlung vor  genommen wird und wird um so kürzer sein,  je schneller die einzelne Faser die angegebene  Temperatur annimmt.  



  Beispielsweise können die Fasern durch  geheizte     Riffelwalzen,    etwa nach der Art der  bekannten Flachsbrecher, hindurchgeleitet  werden. Das gleiche Verfahren ist selbstver  ständlich auch anwendbar auf die Herstellung  von schon vielfach im Handel befindlichen  Filmen, die durch Prägung beispielsweise mit       Gauffrierwalzen    ein besonderes Muster erhal  ten haben. Das     Unlöslichmachen    kann gleich  zeitig mit der Kräuselung oder nach ihr ge  schehen.  



  Zur Erklärung, wie sich die Verfahren in  der in der Beschreibung erwähnten Weise in  die kontinuierlich aufeinander folgenden Ar  beitsgänge einschalten lässt, dient folgendes  Beispiel:       2.        In        eine        Viskoselösung,        die        z.        B.        7,5        %     Zellstoff und     6,5/o    Alkali enthalten kann,  gibt man während des     Auflöseprozesses,    also  derjenigen Phase des Fabrikationsganges, in  welchem das     Xanthogenat    in der Lauge auf  gelöst wird,

   dieser Lauge etwa 40o einer  alkalischen Lösung eines bekannten vor  kondensierten     Harnstoffformaldehydgemisches     oder eines entsprechenden andern geeigneten,  synthetischen Harzproduktes zu (das nicht  von der ursprünglichen     wässrigen    Lösung be  freit zu sein braucht und das in saurer Lö  sung langsam erhärtet. Die Viskose wird  filtriert, entlüftet und dann     ungereift    oder  gereift in ein bekanntes Spinnbad eingespon  nen; zum Beispiel ein Spinnbad, das 160 g       Schwefelsäuremonohydrat    enthält und 240 g  Glaubersalz i.     Ltr.    Der so gewonnene Faden  wird nach Verlassen des Spinnbades durch  ein profiliertes Walzenpaar geführt.

   Da das  Polymerisieren des     Harnstoffformaldehyd-          gemisches    durch den     Elektrolytgehalt    des  Spinnbades nur langsam erfolgt, und zwar  meistens langsamer als die Ausfällung der         Hydratcellulose,    so kann man Gemisch 'und  Konzentration so wählen und den Prozess so  leiten, dass das Gemisch beim Passieren     des     Walzenpaares noch plastisch ist und erst nach  dem Passieren unlöslich, wird     bezw.    erhärtet.  Zusätzliche Kondensation und     Polymerisation     durch Erwärmung ist dann nicht erforderlich.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden, wie Fasern, Fäden, Rosshaar, Bänd chen, Filme usw. aus Cellulose und Cellulose- derivaten, dadurch gekennzeichnet, dass man einer auszufällenden Lösung härtbare Stoffe zufügt, die Lösung durch Koagulation ver formt und den so erhaltenen Formling einer der Härtung dienenden Behandlung unter wirft. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Pätentansprucb, dadurch gekennzeichnet, dass der Formling einer Kräuselung und einer einer Nachkonden sation dienenden Behandlung unterworfen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Formling einer Kräuselung und einer einer Nachpolymeri- sation dienenden Behandlung unterworfen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kräuselung auf mechanischem Wege erfolgt. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Formling einer Musterung und einer einer Nachkonden sation dienenden Behandlung unterworfen wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Formling einer Musterung und einer einer Nachpolymeri- sation dienenden Behandlung unterworfen wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass einer Spinnlösung solche kondensierbaren Stoffe einverleibt werden, die einer Vor kondensation unterworfen worden waren, jedoch nur so weit, dass die Löslichkeit in der Spinnlösung noch bestehen bleibt.
    7. Verfahrd nach Patentanspruch und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass einer Spinnlösung solche polymerisierbaren Stoffe einverleibt werden, die einer Vor polymerisation unterworfen worden waren, jedoch nur so weit, dass die Löslichkeit in der Spinnlösung noch bestehen bleibt. B.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 und 6, dadurch gekennzeich net, dass ein kondensierbarer Stoff in einer Menge von 0,1-10% auf den Cellulose- gehalt der Spinnlösung berechnet, der Spinnlösung zugefügt wird. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 und 7, dadurch gekennzeich net, dass ein polymerisierbarer Stoff in einer Menge von 0,1-10% auf den Cellulosegehalt der Spinnlösung berechnet, der Spinnlösung zugefügt wird.
CH212204D 1934-06-01 1935-05-23 Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden, wie Fasern, Fäden, Rosshaar, Bändchen, Filme usw. aus Cellulose und Cellulosederivaten. CH212204A (de)

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