CH215777A - Verfahren zur Isolierung des thyreotropen und des laktationsfördernden Hormons aus diese Stoffe enthaltenden Ausgangsmaterialien. - Google Patents
Verfahren zur Isolierung des thyreotropen und des laktationsfördernden Hormons aus diese Stoffe enthaltenden Ausgangsmaterialien.Info
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Description
Verfahren zur Isolierung des thyreotropen und des laktationsfördernden Hormons aus diese Stoffe enthaltenden Ausgangsmaterialien. Die Isolierung der Hormone des Hypo- physenvorderlappens stellt eine schwierige Aufgabe dar. Es ist zwar gelungen z.
B. die gonadotropen Hormone von den laktations- fördernden Hormonen abzuscheiden, indem man Trockenpulver aus Hypophysenvorder- lappen zunächst einer Extraktion mit neu tralen oder schwach alkalischen wässrigen Lösungen unterwirft, wobei die gonadotropen Hormone in Lösung gehen, und dann aus dem Extraktionsrückstand das laktations- fördernde Hormon mit wässrigen Lösungen stärkerer Alkalinität herauslöst.
Hierbei ver teilt sich das thyreotrope Hormon auf beide Extrakte. Es kann nur auf umständlichem Wege aus diesen entfernt werden und geht dabei verloren. Da das thyreotrope Hormon in verhältnismässig wesentlich grösseren 14fen- gen in der Hypophyse vorhanden ist als die gonadotropen Hormone. so besteht ein Be dürfnis, vor allem das thyreotrope Hormon neben dem laktationsfördernden Hormon zu isolieren.
Während nämlich gonadotrope Hormone sich besser aus andern Ausgangs materialien, wie Harn und Blut von schwan geren Individuen gewinnen lassen, stellt der Hypophysenvorderlappen zurzeit das beste Ausgangsmaterial für Laktationshormone und thyreotrope Hormone dar.
Zur gleichzeitigen Gewinnung des thyreo- tropen und laktationsfördernden Hormons ge mäss vorliegender Erfindung geht man so vor, dass man zunächst das Ausgangsmaterial mit verdünnten wässrigen Säuren, zweckmässig bei einem pg von 4-5, extrahiert und aus dem Extrakt das thyreotrope Hormon iso liert, und dass man aus dem Extraktionsrück- stand das laktationsfördernde Hormon ge winnt.
Die Extraktion des Ausgangsmaterials mit verdünnten, wässrigen Säuren, wobei die entsprechenden Salze des thyreotropen Hor mons entstehen, erfolgt vorteilhaft mit ver dünnter 0,25-0,5 % iger Essigsäure; doch können auch andere Säuren Verwendung finden, sofern darauf geachtet wird, dass der pH-Wert sich zwischen 4 und 5 hält.
Die Aufarbeitung des Säureextraktcs auf thyreotropes Hormon, bei der die entstande nen Salze wieder zerlegt bezw. einer doppel ten Umsetzung unterworfen werden, kann in an sich bekannter Weise erfolgen. Vorteil haft -bedient man eich dabei der Verfahren des D.R.P. Nr. 681216 und der Schweiz.
Patente Nr. 116002, Nr. 178439 und Nr. 2120 7 5, nach denen sich das thyreotrope Hormon von seinen Begleitstoffen durch Ausfällung mit eiweissfällenden Alitteln, deren pn kleiner als 3 ist, vor allem durch Ausfällung mit Pikrin- säure, in guter Reinheit isolieren lässt.
Die Extraktion des laktationsfördernden Hormons aus dem Rückstand von der Ex traktion des thyreotropen Hormons kann ebenfalls unter Bildung von Salzen, die bei der späteren Aufarbeitung wieder zerlegt werden, nach an sich bekannten Methoden er folgen. Am besten bewährt hat sich die Ex traktion mit wässrig-alkoholischem Alkali, bei einem pH-Wert von 9-10. Man kann aber auch wä,ssrige Alkalien verwenden. Ebenso ist es möglich, das laktationsfördernde Hormon mit salzsaurem wässrigem Aceton zu extrahieren.
Als Ausgangsmaterialien kommen in Frage frische, zweckmässig zermahlene Hypo- physenvorderlappen, insbesondere solche von Rindern. Es empfiehlt sich jedoch, diese Ma terialien zunächst in bekannter Weise einer Acetontrocknung zu unterwerfen und das er haltene Trockenpulver zu verwenden. Das be anspruchte Verfahren kann aber auch auf andere Ausgangsmaterialien, die die beiden Hormone enthalten, angewandt werden. Beide Hormone werden in guter Ausbeute und einem Zustande grosser Reinheit erhalten.
Beispiel <I>1:</I> 1 kg Acetontrockenpulver aus Rinder hypophysenvorderlappen werden dreimal mit je 10 Litern 0,5 %iger Essigsäure je 24 Stun den bei Zimmertemperatur extrahiert und der Rückstand abzentrifugiert, abgesaugt oder abgepresst. Die vereinigten essigsauren Extrakte (25 Liter) werden mit.
300 cm' 10 % iger Na tronlauge stark (plienolplithalein-) alkalisch geniaeht und nach Zwgabe von 2 Litern 10 % iger Zinl@acetatlösung auf den pH-Wert 7,2 eingestellt. wobei eine reichliche. sich gut absetzende Fällung entsteht. Der Nieder schlag wird nach 12stündigem Stehen im Eisschrank abzentrifugiert, in Essigsäure ge löst und 12 Stunden in einem Zellophan schlauch (300) dialysiert.
Durch Fällung des Sclilauehinbaltes mit Aceton oder andern ge eigneten wasserlöslichen organischen Lö sungsmitteln erhält man 10-15 g thyreo- tropes Hormon mit 10-l5 ITs.E!mg.
Der bei der Behandlung des Ausgangs materials mit verdünnter Essigsäure an fallende Rückstand wird zweckmässig ge trocknet und danach in 2500 ein' Wasser und 7500 cm' 95 %l en1 Xtbanol suspendiert. Unter gutem Rühren wird dann so lange n-Natronlauge hinzugefügt, bis das PH 9 er reicht ist. Es muss mehrmals Natronlauge nachgegeben werden. bis der pH-Wert kon stant bleibt. Nach einer Stunde wird der un gelöste Teil abzentrifugiert und noch zwei mal in gleicher Mrcise extrahiert.
Die ver einigten wässrib-alkoholisch-a,11kalischen Ex trakte werden mit- n-Salzsäure auf PH 6 ge bracht und das zweifache Volumen 95%igen Äthanols Hinzugefügt. Nach 12stündigem Stehen der Mischung im Eisschrank wird die Fällung abzentrifugiert und in n'10 Na tronlauge vorsichtig gelöst. Die Lösung darf ein pn von 10 nicht überschreiten.
Darauf fügt man zu der Lösung, die meist noch ge ringe nicht gelöste Anteile enthält, 25 cm' gesättigte Kochsalzlösung und füllt auf 500 ein' auf, setzt weiter 3500 cm' Äthanol hinzu und bringt das pH der Lösung mit n.'10 Salzsäure auf 6. Die entstehende Fällung wird noch zweimal in der Bleiehen Weise ge löst und wieder gefällt.. Die gesammelten Lö sungen werden im Vakuum bei 35 nach vor- lieriger Einstelluna des pn auf 7 eingeengt, bis der Alkohol entfernt ist.
Die so erhaltene Lösung wird nun auf pn 6.2 gebracht und ein sich bildender geringer Niederschlag durch Abzentrifugieren entfernt. Durch Zu satz von n/10 Salzsäure wird jetzt das pH der Lösung auf 4-5 gebracht. Hierbei fällt das laldationsfördernde Hormon aus. Es wird durch Abzentrifugieren und Waschen mit Äthanol und Äther als weisses Pulver erhal ten. Die Ausbeute beträgt 5-10 g. 3 mg dieses Produktes sind an der Taube bei intramuskulärer Injektion im Kropftest be reits deutlich wirksam.
<I>Beispiel 2:</I> 2,5 kg A.cetontrockenptilver aus Rinder hypophysenvorderlappen werden dreimal mit je 25 Litern 0,5 %iger Essigsäure je 24 Stun den bei Zimmertemperatur extrahiert und den Rückstand abzentrifugiert, abgesaugt oder abgepresst.
Aus dem extrahierten Drüsenmaterial ge winnt man das lactotrope Hormon nach den Angaben des Beispiels 1.
25 Liter der vereinigten Essigsäure extrakte von Rinderhypophysenvorderlappen werden zwecks Abscheidung des thyreotropen Hormons mit dem gleichen Volumen konzen trierter wässriger Pikrinsäure oder mit einer entsprechenden Menge alkoholischer Pikrin- säurelösung gefällt. Der Niederschlag wird abgetrennt, in 1 Liter Wasser suspendiert und mit konzentriertem Ammoniak neutrali siert, wobei der grösste Teil gelöst wird.
Dar auf wird filtriert, das Filtrat mit 10 Liter Aceton gefällt, der Niederschlag abfiltriert und mit Aceton und danach mit Äther farb los gewaschen. Ausbeute: 30-40 g eines wei ssen, in verdünnter Säure leicht löslichen Pul vers, welches in mg etwa 5 Ms-Einheiten ent hält.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Isolierung des thyreotro- pen und des laktationsfördernden Hormons aus diese Stoffe enthaltenden Ausgangsmate rialien, dadurch gekennzeichnet, dass man das Ausgangsmaterial mit verdünnten, wässrigen Säuren extrahiert und aus dem Extrakt das thyreotrope Hormon isoliert, während aus dem Extraktionsrückstand das laktations- fördernde Hormon gewonnen wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man bei einem PH von 4-5 extrahiert. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Extraktion des Ausgangsmaterials mit Hilfe von 0,25 bis 0,5%igen Lösungen schwacher organi scher Säuren durchgeführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Essigsäurelösung verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das thyreotrope Hormon aus dem schwachsauren Extrakt mit Hilfe von eiweiss fällenden Mitteln, deren pH kleiner als 3 ist, ausgefällt wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 2 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass man als eiweissfällendes Mittel Pikrinsäure verwendet. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das laktationsfördernde Hormon aus dem Rückstand der Säureextraktion durch Be handlung mit verdünnten wässrigen Alkali lösungen extrahiert wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 2 und 6, dadurch gekenn zeichnet, dass als wässriges Alkali wässrig- alkoholische Alkalilösungen Verwendung finden. B.Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 2, 6 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass die Extraktion mit wässri- gen Alkalien bei einem PH von 9-10 erfolgt. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 bis 8, dadurch gekenn zeichnet, dass Rinderhypophysenvorderlappen als Ausgangsmaterial Verwendung finden. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 bis 8, dadurch gekenn zeichnet, dass aus Rinderhypophysenvorder- lappen gewonnenes Acetontrockenpulver als Ausgangsmaterial Verwendung findet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE215777X | 1938-11-17 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH215777A true CH215777A (de) | 1941-07-15 |
Family
ID=5825740
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH215777D CH215777A (de) | 1938-11-17 | 1939-11-07 | Verfahren zur Isolierung des thyreotropen und des laktationsfördernden Hormons aus diese Stoffe enthaltenden Ausgangsmaterialien. |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH215777A (de) |
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1939
- 1939-11-07 CH CH215777D patent/CH215777A/de unknown
-
1941
- 1941-02-15 FR FR880498D patent/FR880498A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR880498A (fr) | 1943-03-26 |
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