CH216146A - Einrichtung zur trockenen Destillation pflanzlicher Stoffe, insbesondere von Holz. - Google Patents
Einrichtung zur trockenen Destillation pflanzlicher Stoffe, insbesondere von Holz.Info
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Description
Einrichtung zur trockenen Destillation pilanzlicher Stoffe, insbesondere von Holz. Die Erfindung bezieht sich auf eine Ein richtung zur trockenen Destillation pflanz licher Stoffe, insbesondere von Holz, und be steht darin, dass eine Retorte mit Heizmantel und aufgesetztem, unten und oben abschliess barem Einfüllschacht für das Destilliergut und am untern Ende angeordneter, von aussen zugänglicher Entnahmeöffnung für den Destillationsrüekstand vorgesehen ist,
an welche Retorte oben eine Zuleitung für heisse Gase und am mittleren Teil eine Abzugs leitung für die Schwelgase angeschlossen ist, die über ein Gebläse mit einem unter der Retorte angeordneten, mit deren Heizmantel kommunizierenden Verbrennungsraum für die Schwelgase in Verbindung steht, um mit denselben die Retorte zu heizen.
Auf der Zeichnung, die ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes dar stellt, ist Fig. 1 ein Vertikalschnitt desselben, Fig. 2 ein Teilschnitt hierzu nach Linie II-II der Fig, 1 und Fig. 3 ein weiterer Teilschnitt nach Linie III-III der Fig. 1.
Auf einem Sockel 1 ist eine stehende zylindrische Retorte 2 mit diese auf ihrer ganzen Höhe umgebendem Heizmantel 3 und Wärmeisoliermantel 4 aufgestellt. Im Reiz mantel 3 ist eine schraubenlinienförmig ver laufende Leitschikane 5 zur Ausnützung der Heizgasewärme eingebaut.
Der Boden 2' der Retorte 2 ist über einen mit dem Innern des Heizmantels kommunizierenden Heizraum 6 hinweg schräg abfallend angeordnet und geht unten in die untere Begrenzungswand des seitwärts nach aussen führenden, von aussen also zugänglichen Entnahmestutzens 7 für die Destillationsrückstände über.
Der Stutzen 7 ist mittels eines abnehmbaren oder aufklappbaren Deckels 8 abgeschlossen. Oben ist auf die Retorte ein Einfüllschacht 9 für das Destillationsgut, insbesondere zu ver kohlendes Holz aufgesetzt. Dieser Einfüll- schacht ist unten gegen die Retorte hin mit tels eines von aussen zu bedienenden Schiebers 10 und oben mittels eines aufklappbaren Deckels 11 abgeschlossen.
Am obern Ende des Heizmantels können die Heizgase durch ein Kaminrohr 12 abziehen. An die Retorte 2 ist oben eine Zuleitung 18 für heisse Gase angeschlossen, die am Anfang des Betriebes in einem auf die Retorte neben dem Füll schacht aufgestellten Hilfsgenerator 14 er zeugt oder auch von einer andern Stelle der Einrichtung aus zugeführt werden können. Am mittleren Teil, das heisst auf halber Höhe, ist an der Retorte 2 eine Abführungs- leitung 15 für die Schwelgase angeschlossen.
Die Leitung 1.5 führt die heissen Schwelgase an einem nicht gezeichneten Thermometer vorüber in einen vertikalen, zugleich als Wasserkühler ausgebildeten Reiniger 16, in welchem unten Teer und andere Kondensa tionserzeugnisse aus den Schwelgasen aus geschieden werden. die sich in einer Teer vorlage l r\ sammeln.
Aus dem Reiniger 16 gelangen die vorgereinigten und gekühlten brennbaren resp. nicht kondensierten Gase durch ein Rohr 18' in einen Trockenturm 18, in welchem sie gereinigt und getrocknet wer den und aus welchem sie oben durch ein Rohr 19 hindurch von einem Gebläse 20 ab gesaugt werden.
Das Gebläse 20 drückt diese Gase durch eine Leitung 21 an einem Kon- denswassersammler 22 vorbei und durch einen mit dem Kamin in Verbindung stehen den Dreiweghahn 23 hindurch in eine Bren- nerdüse 24, die sich in der Heizkammer 6 unter der Retorte befindet.
Mit der Kammer 6 steht ein regulierbares Luftzutrittsrohr 25 in Verbindung, das mit einem erweiterten Teil 25' das Brennerrohr konzentrisch um gibt und die zur Verbrennung des Gases nö tige Luft zuführt. 26 und 26' sind in ver schiedenen Höhen an die Retorte 2 ange schlossene Thermometer, die auch durch Lufteintrittsdüsen ersetzt werden können, wenn es sich als wünschenswert erweist, mit der beschriebenen Einrichtung auch Holzgas erzeugen zu können.
27 sind von den Seiten wänden des Entnahmestutzens 7 einwärts vorstehende Führungsansätze für einen vorn vorteilhaft spitz zulaufenden Schieber 28, welcher in Fig. 1 nur durch strichpunk tierte Linien angedeutet ist und ein geregel tes und gleichmässiges Herausrutschen der fertigen Holzkohle aus dem Stutzen 7 be- zweckt.
Nach dem Füllen der Retorte 2 z. B. mit zu verkohlendem Holz und des Hilfsgenera- tors 14 mit Holzkohle werden der letztere und der Ventilator 20 in Betrieb gesetzt. Durch die Saugwirkung des Ventilators wer den die im Hilfsgenerator 14 erzeugten heissen Gase durch das in der obern Hälfte der Retorte 2 befindliche Schwelgut hin durch abgesaugt, welches dabei erhitzt wird.
Die sich anfänglich aus dem Schwelgut ent wickelnden Waserdämpfe werden ebenfalls abgesaugt, so dass auch zu Beginn des Be triebes eine Kondensation der Wasserdämpfe im Innern der Retorte verhindert und die gründliche Durchwärmung des Schwelgutes begünstigt und beschleunigt wird.
Die ge waschenen resp. gereinigten und gekühlten Gase werden durch den Ventilator 20 in die Heizkammer 6 gedrückt und dort unter der Retorte 2 verbrannt. Dadurch wird der eigentliche Schwelprozess in der Retorte ein geleitet.
Nach zwei Stunden, wenn die Tem peratur im untern Teil der Retorte auf zirka 270 C gestiegen ist, setzt eine ziemlich stür mische Gasentwicklung ein, und die Tempe ratur kann sich ohne äussere Wärmezufuhr auf zirka 550 C steigern. Mit fortschreiten der Erhitzung des Schwelgutes steigert sich infolge bedeutender Schwelgasentwicklung der Druck im Innern der Retorte soweit,
bis die Saugkraft des mit stets gleicher Ge schwindigkeit laufenden Ventilators 20 nicht mehr Schritt zu halten vermag mit der Schwelgasentwicklung. In diesem Zeitpunkt übersteigt der Druck im Innern der Retorte den Saugdruck des Ventilators. Infolge dieses kleinen Überdruckes in der Retorte wird in den Hilfsgenerator 14 keine Luft mehr an gesaugt, wodurch dieser erlöscht und ausser Betrieb gesetzt wird.
Gegebenenfalls kann in die Zuleitung 13 eine Rückschlagklappe eingebaut sein, welche das Eintreten von Schweldämpfen in den Generator 14 selbst tätig verhindert.
Der Destillationsrückstand, das heisst die fertige Holzkohle, kann dann der Retorte unten durch den Stutzen 7 entnommen werden. Vor dem Öffnen des Entnahmestutzensi 7 wird der Dreiweghahn 23 so umgestellt, dass das Gas in das Kamin geleitet wird, weil die Gefahr besteht, dass durch den nach dem Öffnen des Stutzens 7 in der Retorte auf tretenden Luftüberschuss die Flamme aus geblasen wird.
Nach Öffnen des Stutzens 7 wird der Schieber 28 eingeführt, um einen geregelten Austritt der Kohle zu bewirken. Nach Entnahme der fertigen Kohle aus der Retorte und Schliessen des Stutzens 7 wird das Gas wieder in die Düse 24 geleitet und entzündet. Nachher kann durch Herausziehen des Schiebers 10 das in dem oben geschlosse nen, gefüllten Schacht 9 befindliche Holz in die Retorte fallen gelassen werden. Der Schieber 10 wird sofort wieder geschlossen und der Schacht 9 von neuem gefüllt.
Durch das noch glühend heisse Destillationsgut wird der Schwelprozess auf das frisch eingefüllte Material übergeleitet, ohne dass der Genera tor 14 von neuem in Betrieb genommen wer den muss.
Die Hauptteile der beschriebenen Ein richtung können zum Tranport derselben voneinander getrennt und einzeln verladen werden. An Ort und Stelle der Holzgewin- nung oder in der Nähe derselben am besten da, wo Wasser und elektrischer Strom zur Verfügung stehen, kann die Einrichtung zu sammengestellt und in Betrieb genommen werden.
Da die unkondensierbaren, brenn baren Gase zur Heizung der Retorte verwen det werden, ist der Betrieb der Einrichtung für die Umgebung gefahrlos und praktisch geruchlos, weshalb die Einrichtung in der Nähe von 'Wohnstätten und sogar in Gebäu- lichkeiten aufgestellt werden kann. Die be schriebene Einrichtung arbeitet praktisch kontinuierlich und kann von einem einzigen Mann bedient werden. Bei Bedarf, z. B. für den Betrieb von Motoren oder einer Heizung, kann die Einrichtung nach Anschliessen von
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur trockenen Destillation pflanzlicher Stoffe, inbesondere von Holz, gekennzeichnet durch eine Retorte mit Heiz- mantel und aufgesetztem, unten und oben abschliessbarem Einfüllschacht für das De stilliergut und am untern Ende angeordneter, von aussen zugänglicher Entnahmeöffnung für den Destillationsrückstand,an welche Retorte oben eine Zuleitung für heisse Gase und am mittleren Teil eine Abzugleitung für die Schwelgase angeschlossen ist, die über ein Gebläse mit einem unter der Retorte an geordneten, mit deren Heizmantel kommu nizierenden Verbrennungsraum für die Schwelgase in Verbindung steht, um mit denselben die Retorte zu heizen.UNTERANSPRÜCHE: 1. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Zuleitung für die zum Einleiten des Schwelprozesses be nützten heissen Gase mit einem auf der Re torte aufgestellten Hilfsgenerator in Verbin dung steht. 2. Einrichtung nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass der Hilfsgenera tor neben dem Einfüllschacht aufgestellt ist.3. Einrichtung nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die Retorte auf ihrer .ganzen Höhe von einem gegen Wärme verlust isolierten Heizmantel umgeben ist. 4. Einrichtung nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass die Retorte einen gegen einen seitlichen Entnahmestutzen für den Destillationsrückstand schräg abfallen den Boden aufweist.5. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, um die Retorte auf Erzeugung von Holzgäs umzustellen. Lufteintrittsdüsen an die Retorte an den hiefür vorgesehenen Stellen zur Erzeugung von Holzgas, resp. Sauggas, verwendet werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH216146T | 1940-11-30 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH216146D CH216146A (de) | 1940-11-30 | 1940-11-30 | Einrichtung zur trockenen Destillation pflanzlicher Stoffe, insbesondere von Holz. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH216146A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2622930A1 (de) * | 1976-05-21 | 1977-12-01 | Patra Patent Treuhand | Verfahren und einrichtung zur unter gasbildung bewirkten behandlung auf vorrat gehaltenen brennstoffs |
| FR2583427A1 (fr) * | 1985-06-14 | 1986-12-19 | Gourbeyre Claude | Procede de fabrication de charbon de bois, dispositif pour sa mise en oeuvre et produits obtenus par ce procede |
| EP0471357A3 (de) * | 1990-08-15 | 1992-04-08 | Heiyo Shoji Kabushiki Kaisha | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Aktivkohle unter Verwendung von kohlehaltigem Material |
-
1940
- 1940-11-30 CH CH216146D patent/CH216146A/de unknown
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2622930A1 (de) * | 1976-05-21 | 1977-12-01 | Patra Patent Treuhand | Verfahren und einrichtung zur unter gasbildung bewirkten behandlung auf vorrat gehaltenen brennstoffs |
| FR2583427A1 (fr) * | 1985-06-14 | 1986-12-19 | Gourbeyre Claude | Procede de fabrication de charbon de bois, dispositif pour sa mise en oeuvre et produits obtenus par ce procede |
| EP0471357A3 (de) * | 1990-08-15 | 1992-04-08 | Heiyo Shoji Kabushiki Kaisha | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Aktivkohle unter Verwendung von kohlehaltigem Material |
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