Lungengesteuertes Ventil im Atemgerät. Bei hmgengesteuerten Ventilen für Atem geräte wurden bisher zur Belastung des Ver- schlussstückes Schraubenfedern verwendet, welche fest eingestellt waren. Da jedoch das Verschlussstück, welches innerhalb oder ausserhalb des Druckraumes angeordnet war, stets vom fallenden Druck der Sauerstoff vorratsflaschen beeinflusst wurde, so ergab sich ein in Abhängigkeit vom Druck in den Sauerstoffflaschen veränderlicher Widerstand beim Öffnen des lungengesteuerten Ventils.
Bei ausserhalb des Druckraumes angeord netem Ventilverschlussstück wurde der bei der Einatmung zur Betätigung des Ventils erforderliche Unterdruck mit sinkendem Druck in der Sauerstoffflasche immer grösser. Bei innerhalb des Druckraumes befindlichem Verschlussstück musste zum Öffnen des Ven- tils bei vollen Sauerstoffflaschen der grösste Unterdruck erzeugt werden.
Dieser Mangel konnte zwar dadurch behoben werden, dass man dem lungengesteuerten Ventil ein Druck minderventil vorschaltete, wodurch der für das lungengesteuerte Ventil zur Verfügung stehende Druck in weiten Grenzen konstant gehalten wurde. Dieser Druckminderer be deutete jedoch eine bedeutende Vermehrung der Einzelteile und damit eine zusätzliche Störungsquelle.
Gegenstand der Erfindung ist ein lun gengesteuertes Ventil in einem Atemgerät, welches Ventil dadurch gekennzeichnet ist, dass dasselbe als ,Schliessfeder für das Ventil- verschlussstück ein Federrohr aufweist, des sen Innenraum in offener Verbindung mit dem Druckraum der Sauerstoffvorrats flaschen steht, zum Zwecke,
den Einfluss des fallenden Druckes der Sauerstoffflaschen aus zuschalten und einen über den ganzen Druck bereich gleichmässigen Widerstand des lun gengesteuerten Ventils zu gewährleisten.
Eine besonders vorteilhafte, gedrängteSau- art dieser Anordnung ergibt sich zum Bei spiel dadurch, dass das freie federnde Ende des Federrohres durch ein, bewegliches Zwi schenstück mit dem längeren Arm eines die Schliesskraft übertragenden, zweiarmigen He bels verbunden ist, an welchem gleichzeitig die von Membranen oder einem Steuerbeutel betätigten Hebel angreifen, wobei die Drehebene der letztgenannten Hebel gegenüber derjeni gen des zweiarmigen Hebels um 90 verdreht ist.
Um einen einfachen Zusammenbau und eine zuverlässige Einstellung zu gewähr leisten, ist es zweckmässig, am Ende des Federrohres ein verstellbares Gelenk derart anzuordnen, dass die Länge des kraftüber tragenden Zwischenstückes und somit die Spannung des Federrohres eingestellt werden kann. Ausserdem können auch die beiden Arme des die Kraft des Federrohres auf das Ventilverschlussstück übertragenden zwei armigen Hebels in ihrem Drehpunkt gelenkig und gegeneinander einstellbar miteinander verbunden sein. Man kann hierdurch den Winkel zwischen beiden Armen des Hebels verändern und so in einfacher Weise die Spreizstellung der an dem Hebel angreifen den Betätigungshebel ihrer Entfernung von den Membranen und der Hubbewegung der Membranen anpassen.
Es hat sich ferner als besonders vorteilhaft erwiesen, das Feder rohr, die Übertragungshebel und die Betäti gungshebel des lungengesteuerten Ventils an dem Ventilkörper so zu vereinigen, dass die Ventilanordnung als Ganzes aus dem Atem gerät herausgenommen werden kann.
In der beigefügten Zeichnung ist der Er findungsgegenstand in zwei Ausführungs- beispielen dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 eine Ansicht eines Teils eines Atemgerätes von der einen Membranseite mit einem Schnitt durch das lungengesteuerte Ventil, Fig. 2 einen Schnitt durch Fig. 1 in Höhe der lungenbetätigten Steuerhebel,
Fig. 3 eine weitere Ausführungsform eines Teils der Fig. 1 im Schnitt.
Hierin ist ein Teil eines Atemgerätes dar gestellt, bei welchem das lungengesteuerte Ventil durch zwei Membranen betätigt wird, welche vor den Stirnöffnungen eines flachen, zylindrischen Gehäuses untergebracht sind. Das lungengesteuerte Ventil kann jedoch auch in dem Atembeutel eines Kreislauf gerätes oder in einem besonderen, an den Atembeutel angeschlossenen Hilfsbeutel Ver wendung finden.
Das zylindrische Gehäuse 1 enthält unter zwei mit Öffnungen 2 versehenen Schutz deckeln 3 zwei Membranen 4. Am Zylinder mantel des Gehäuses 1 ist ein Anschlussstut- zen 5 angeordnet, der zur Verbindung mit einem Atemschlauch oder mit den sonstigen Teilen eines Atemgerätes dient. Eine weitere Öffnung 6 im Zylindermantel dient zum Ein setzen der Ventilteile mit den Steuerhebeln. Durch den Anschluss 7 ist die Verbindung des Ventils mit dem Sauerstoffvorratsbehäl- ter hergestellt.
Im Ventilgehäuse 8 befinden sich die Bohrung 9, welche zu der Ventil öffnung 10 führt, und eine weitere Bohrung 11, durch welche der Innenraum 12 des Federrohres 13 in offener Verbindung mit dem Druckraum der Sauerstoffflaschen steht. Vor der Ventilöffnung 10 sitzt das Ver- schlussstück 14.
Die zum Schliessen notwen dige Kraft liefert das von dem Druck der Sauerstoffflaschen belastete Federrohr 13, das mit seinem einen Ende in das Ventilgehäuse 8 eingelötet ist und dessen federndes Ende 15 durch ein Verbindungsstück 16 mit dem langen Arm 17 eines zweiarmigen Übertra gungshebels 18 in Verbindung steht. Der kurze Arm 19 des Hebels 18 überträgt etwa durch eine Stellschraube 20 die Federkraft des Federrohres 13 zum Beispiel direkt auf das Verschlussstück 14.
Statt der unmittel baren Übertragung der Schliesskraft von der Stellschraube 20 auf das Verschlussstück 14 kann auch, wie in der Fig. 1 dargestellt ist, ein Zwischenglied in Form eines in einem Führungsstück 21 beweglichen Druckstiftes 22 vorgesehen sein. Die Betätigung des Ven tils geschieht durch zwei Betätigungshebel 23, welche mit Drehachsen 24 am Ventil körper 8 gelagert sind, wobei die Drehebene der Betätigungshebel 23 gegenüber derjenigen des Übertragungshebels 18 um 90 verdreht ist. Die Hebel 23 greifen mit Nocken 25 an dem Hebel 18 an.
Die Betätigungshebel 23 greifen ferner mit ihren flachen Enden 26 lose in Ösen 27 ein, welche an den mit den Membranen 4 verbundenen Druckplatten 28 befestigt sind. Der aus der Ventilöffnung 10 austretende Sauerstoff strömt durch einen Kanal 29 in das Gerät.
Die Ausführungsform nach Fig. 3 zeigt mit Bezug auf die Hebel 16, 17, 18, 19 (Fig. 1) die Übertragung der Kraft des Fe derrohres 13 auf das Verschlussstück 14. So wohl die Schliesskraft des Federrohres 13 als auch die Spreizstellung der lungengesteuerten Betätigungshebel 23 werden zweckmässig ein stellbar gemacht. Die Längeneinstellung des Verbindungsstückes 16 wird unter Wahrung der Drehbarkeit zum Beispiel dadurch her gestellt, dass am Ende 15 des Federrohres ein Gewindestück 31 angesetzt ist.
Eine Über- wuremutter 32 gestattet es, den halbkuge ligen Kopf 33 des Verbindungsstüekes 16 dem Ende des Federrohres mehr oder weniger zu nähern. Um die Einstellung der Spreiz- stellung der Betätigungshebel 23 zu ermög lichen, sind die beiden Arme des zweiarmigen Hebels 18 in ihrem Drehpunkt 34 gelenkig miteinander verbunden. Beide Arme 17, 19 des Hebels 18 besitzen Ansätze 35 bezw. 36, von denen der eine die sich gegen den andern abstützende Einstellschraube 37 besitzt.
In Verbindung mit der Überwurfmutter 32 des Verbindungsstückes 16 können somit die Fe derkraft des Federrohres 13 und die Spreiz- stellung der Betätigungshebel 23 in weiten Grenzen einfach verstellt werden.
An dem Ventilkörper 8 sind das Feder rohr 13, das Verbindungsstück 16, die Über- tragungshebel 17 und 19, die Betätigungs hebel 23 und der Hochdruckanschluss 7 so ver einigt, dass die Ventilanordnung nach dem Zusammenbau als Ganzes in das Gerät ein gesetzt werden kann. Die Abdichtung er folgt mit einem Flansch 30.
Die Wirkungsweise der Ventilanordnung ist folgende: Bei der Einatmung entsteht in der Maske ein Unterdruck, der sich durch den Ansehlussstutzen 5 auf den Innenraum des Cl ehäuses 1 überträgt und die Membranen 4 veranlasst, sich nach innen zu bewegen. Diese Bewegung überträgt sich über die Druckplat- ten 28 auf die Betätigungshebel 23. Diese drücken mit ihren Nocken 25 auf den Hebel 18, so dass der Schliessdruck der Röhrenfeder 13 aufgehoben wird.
Das Verschlussstück 14 gibt die Ventilöffnung 10 frei, und der Sauerstoff kann durch die Bohrung 29 in das Gerät einströmen. Da das Innere der Röhren feder 13 durch den Kanal 8 mit dem Druck raum des Sauerstoffvorratsbehälters verbun den ist, verändert sich die von der Röhren feder 13 auf das Verschlussstück 14 aus geübte Kraft in gleicher Weise wie der vom Sauerstoff über den Querschnitt der Ventil- öffnung 10 übertragene Gegendruck, so dass von den Betätigungshebeln 23 nur der stets etwa gleichbleibende,
geringe Abdichtungs druck überwunden werden muss.
Auch wenn das Verschlussstück 14 der Ventilöffnung 10 innerhalb des Druckraumes angeordnet ist, so dass also der Druck in den Sauerstoffflaschen die Abdichtung der Ventil öffnung übernimmt, kann diese Anordnung vorteilhafte Anwendung finden. - In diesem Falle ist nämlich die vom Sauerstoff auf das Verschlussstück ausgeübte Kraft, insbeson dere bei hohen Flaschendrucken, sehr viel grösser als der zum Abdichten erforderliche Druck, so dass die Gefahr einer unzulässigen Belastung des abdichtenden Baustoffes auf dem Ventilsitz besteht.
Die Entlastung des Verschlussstückes durch das Federrohr er folgt im wesentlichen in gleicher Weise, wie beispielsweise in Fig. 1 und 3 angegeben ist. Es wird lediglich der Druckstift 22 durch die Ventilöffnung 10 bis zu dem innerhalb des Druckraumes liegenden Verschlussstück durch geführt. Die lungengesteuerten Hebel 23 er halten dann Nocken 25, welche im Gegensatz zu Fig. 1 und 3 den Hebelarm 17 von seiner Unterlage abheben.