CH219299A - Apparat für Gehörgeschädigte. - Google Patents

Apparat für Gehörgeschädigte.

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CH219299A
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Ernst Dr Bieri
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Ernst Dr Bieri
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    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61F—FILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F11/00—Methods or devices for treatment of the ears or hearing sense; Non-electric hearing aids; Methods or devices for enabling ear patients to achieve auditory perception through physiological senses other than hearing sense; Protective devices for the ears, carried on the body or in the hand
    • A61F11/30—Non-electric hearing aids, e.g. ear trumpets, sound amplifiers or ear-shells

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Description


  



  Apparat für   Gehörgeschädigte.   



   Bisher ist den   gehörgeschädigten    Sch lern, wie zum Beispiel schwerhörigen und   taubstummen    Kindern und   Erwaehsenen    sowie   Spätertauben, die Sprech-und    Abseh  fertigkeit    nur auf   optisch-motorischem    Wege oder unter Mitbenützung elektrischer   Hoir-    apparate vermittelt worden. Der Apparat ge  mal3    der Erfindung will nun den   Gehörge-      schädigten    das Tasten und Hören der Sprache auf rein mechanischem Wege vermitteln und ihnen durch die gleichzeitige   Ermoglichung    des Absehens das Auffassen des   Gesproche-    nen erleichtern.



   Wenn wir die gesprochene Sprache wie irgendeinen Gegenstand unserer Erkenntnis betrachten, gelangen wir zu folgender Unterscheidung :    l.    Die primäre Bewegungsform der Sprache.



   Beim Sprechen führen wir eine Summe von Sprechbewegungen aus, wobei als innervierte Organe Zwerchfell, Lungen, Kehlkopf, Zunge, Lippen, Gaumensegel, Unterkiefer und Zähne zusammenarbeiten. Die Gesamtheit dieser Sprechbewegungen ist das Ursprüngliche der äussern Erscheinung jeder Lautsprache. Daher bezeichnen wir sie als die primäre Bewegungsform der Sprache.



   Als Wirkung dieser primären   Bewegungs-    form der Sprache entstehen   rhythmisch-    klangliche Gebilde, die von uns   gehorten      Sprechreihen    (Worte und Sätze), die wir als
2. die   Hörform    der Sprache bezeichnen.



   Diese Hörform der Sprache entspricht als klanglich-rhythmisches Gebilde in ihrer   Glie-    derung der primären   Bewegungsform    aufs   genaueste. Änderungen    der   Bewegungsform    bewirken immer entsprechende Änderungen in der   Hörform.    In der H¯rform haben wir somit eine direkt wahrnehmbare   Eontroll-      mögliehkeit    der Bewegungsform.



   In dieser   Hörform    der Sprache liegt   nun    aber noch eine andere, nur unter besonderen UmstÏnden und Bedingungen   hervortretende      Erscheinungsweise    der Sprache   eingeschlos-    sen. Wenn uns. direkt ins Ohr gesprochen wird und wir von den klanglichen Qualitäten der Luftschwingungen absehen, bleiben im mer noch als Wirkungen der   Sprechbewe-       gungen deutlich wahrnehmbare, ans. äussere    Ohr und Trommelfell   schlagende Luftstüsse.   



  Dieselben erfolgen wiederum   in genau der-    selben rhythmischen Gliederung wie die primÏre   Bewegungsform    der   Spraehe und atel-    len das bei totaler Taubheit noch   verwert-    bare   Reizmaterial dar, wenn wir dem Tauben    direkt ins Ohr sprechen. Die bei diesem Einsprechen ins Ohr des   Tauben    direkt ein  dringendenLuftstoBe vermogen    also die ihrer    Schwingungsform und-dauer entsprechenden    klanglichen Qualitäten nicht mehr und bei   Schwerhörigen    nur unvollkommen und ver ändert zur Geltung zu bringen.

   Um so    star-    ker wirken nun aber diese direkt ins Ohr   dringenden Luftstösse    als   Tastreize (Druck-,    WÏrme- und KÏlteempfindungen), die einander ebenso in   rhythmischer    Gliederung folgen wie die   klanglichen    Qualitäten der   Horform.    Diese damit   hinreichend charak-    terisierte Erscheinungsweise der Sprache können wir daher als    3.    die Tastform der Sprache bezeichnen.



   Diese Tastform der Sprache mit ihren rhythmisch gegliederten   Tastreizen (Druck-,    Wärme und   Eälteempfindungen)    bietet uns als eine weitere, bisher im   Unterricht    aber nicht verwertete direkte Möglichkeit der Kontrolle und Beeinflussung der primären   Bewegungsform    hinsichtlich ihrer rhythmischen Beschaffenheit, und vermag bei der Auffassung der Wort-und Satzgestalten die   fehlenden klangliehen Qualitäten    (den Ton als TrÏger des Rhythmus und die dem Ton   eigene Klangfarbe, Stärke und Hohe)    freilich auf andere Weise, aber doch hinreichend   wu    ersetzen.



   4. Als   Absehform    der Sprache   bezeich-    nen wir alle Bewegungen und VerÏnderungen am und im Munde und an den   Weich-    teilen des   Gesiehtes,    die dem Auge beim Ablesen zugänglich sind.



   Diese verschiedenen Erscheinungsformen der Sprache kann nun ein Gehörgeschädigter mit Hilfe des erfindungsgemässen Apparates ausnützen.



   Auf beiliegender Zeichnung ist ein Ausf hrungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Der Apparat gemäss   Fiv. l    und 2 besteht aus drei Teilen : a) dem den   Luftschallstrom    aufnehmenden Sprechtrichter, der so gebildet ist, dass er den Mund eines Sprechenden umschliesst und so den durch die   Spreehbcwegungen erzeug-    ten Luftschallstrom vollstÏndig aufzunehmen vermag. Um den Eintritt des   Luftschall-    stromes in die Leitung b zu begünstigen, ist der Sprechtrichter vor der   Austrittspartie    verjüngt. Um ferner die   Absehbarkeit    der   Sprechbewegungen zu ermöglichen,    ist dieser   Sprechtrichter durchsichtig,    zum Beispiel aus helltransparentem Celluloid hergestellt.

      b)    der   Luftschallstromleitung.    die a mit c verbindet, und    c)    dem Oberteil, der die die Tast-und   Hörreize    verursachenden Wirkungen der Sprechbewegung auf das Ohr überträgt.



   Der dargestellte Apparat kann mit Mitteln zu seiner   Befestigung am Eopf    des Geh¯rgeschÏdigten versehen sein.



   Der den   Luftsehall    aufnehmende Sprechtrichter kann gegen einen Mund-und Nasen öffnungen   ums@hlie¯enden    Sprechtrichter ausgewechselt werden. Der letztere gibt auch die Nasallaute in ihrer vollständigen Wirkung wieder und walirt die   Natiirliehkeit    der Sprache.



   Statt dem Ohrenteil c die Form eines Trichters zu geben, könnte er auch als Olive (Fig. 3) oder   3luschel    (Fig. 4) ausgebildet sein, auch könnte er eine Membrane enthalten. Zur Milderung der Luftstösse oder aus hygienischen Gründen kann in den Luftweg ein Filter, zum Beispiel aus Watte, eingesetzt werden.



   Um bei einem Geh¯rgeschÏdigten die na  türlichen    Bedingungen zur Auffassung und   Kundgabe    der Sprache möglichst vollständig wiederherzustellen, kann der Apparat zwei   Schallaufnahmetriehter,    die je mit einem Ohrenteil verbunden sind, aufweisen.



  Der Gehörgeschädigte ist dann in der Lage, mit dem einen Ohr die Eigensprache zu kontrollieren und mit dem zweiten die Spra che eines andern wahrzunehmen, wobei infolge der Durchsichtigkeit des   Sprechtrich-    ters auch noch das Ablesen des Gesprochenen möglich ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Apparat für Gehörgeschädigte, dadurch gekennzeichnet, dass er einen durchsichtigen Luftschallaufnahmetrichter aufweist, der dazu bestimmt ist, den Mund eines Sprechenden zu umschliessen, welcher Tricher durch eine Luftschalleitung mit einem Ohrenteil verbunden ist, der die die Tast-und Hörreize verursachenden Wirkungen der Sprechbewegungen auf das Ohr überträgt, damit der Gehörgeschädigte die Wirkungen der Sprechbewegungen fühlen und hören und die Sprechbewegungen gleichzeitig sehen kann.
    UNTERANSPR'U'CHE : 1. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Sprechtrichter so ausgebildet ist, dass er auch die Nasenöff- nungen des Sprechenden umschliesst.
    2. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er mit Mitteln zur Befestigung des Ohrenteils am Kopf versehen ist.
    3. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmetrichter aus Celluloid ist.
    4. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Ohrenteil als Trichter ausgebildet ist.
    5. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Ohrenteil als Olive ausgebildet ist.
    6. Apparat nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Trichter mit einer Membran ausge stattet ist.
    7. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Ohrenteil als Muschel ausgebildet ist.
    8. Apparat nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er zwei Schallaufnahme- trichter, die je mit einem Ohrenteil verbunden sind, aufweist, damit der Gehörgeschä- digte mit dem einen Ohr die Eigensprache kontrollieren und gleichzeitig mit dem zweiten die Sprache eines andern verfolgen kann.
CH219299D 1943-03-22 1941-03-03 Apparat für Gehörgeschädigte. CH219299A (de)

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