Streckenblockanlage für eingleisige, in beiden Richtungen befahrene Gleisstrecken. In der schweizerischen Patentschrift Nr. 190307 sind Sicherungseinrichtungen für eingleisige, in beiden Richtungen be fahrene Gleisstrecken beschrieben, bei wel chen an den Zwischenblockstellen Gleisrelais so angeordnet sind, dass je nach der einge stellten Fahrrichtung das dieser Blockstrecke zugehörige Gleisrelais. an die Blockstrecke über Kontakte eines Zustimmungshilfs relais angeschlossen wird. Die Zustimmungs abgabe von einem Bahnhof zum andern er folgt mit Hilfe von Zustimmungshilfs relais, welche sich an den Zwischenblock stellen befinden. Die Zustimmungshilfs relais erhalten ihren Strom über Kabeladern von einer Stromquelle, welche an dem vor liegenden Bahnhof angeordnet ist.
Die Er findung besteht darin, dass an den Zwischen- blockstellen nicht mehr zwei, sondern nur ein für beide Blockstrecken gemeinsames Gleisrelais angeordnet ist. Dieses Gleisrelais ist in der Grundstellung an beide Block strecken angeschaltet, und wird bei Einstel lung einer Fahrt je nach der festgelegten Fahrrichtung selbsttätig von der einen oder andern Blockstrecke abgeschaltet, so dass es für die .eine oder andere Blockstrecke als Gleisrelais verwendet wird.
Drei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind in den <B><I>Mg.</I></B> 1, 2 und 3 der beiliegenden Zeichnung veranschaulicht und im folgenden näher beschrieben.
In Fig. 1 ist die eingleisige Strecke zwi schen den Bahnhöfen<I>A</I> und<I>B</I> in die Gleis abschnitte la und 1b eingeteilt und durch die Ausfahrsignale 1, 2, 5 und 6 sowie durch die selbsttätigen Zwischensignale 3 und 4 gesichert. Bei den Zwischensignalen 3 und 4 ist im Sinne der Erfindung nur das Gleisrelais 20 mit der Stromquelle 8 an geordnet. Das Gleisrelais 20 ist hier ein normales zweistelliges Relais. Je nachdem, von welchem Bahnhof aus die Zustimmung gegeben wird, wird bei den selbsttätigen Zwischensignalen das Gleisrelais von der einen Gleisstrecke abgeschaltet und die Stromquelle an diese Gleisstrecke angeschal tet. In den Bahnhäfen A und R sind die Re lais 10 bezw. 30 und die Stromquellen 7 bezw.
9 in der bekannten Weise an die Gleisstrecken la und 1b angeschlossen. In der Grundstellung der Anlage sind die Gleisstrecken stromlos, das. heisst die Gleisrelais liegen mit ihren Wicklungen an den Gleisen. Vor die Wick lung des Gleisrelais 20 sind zweckmässig zwei Sperrzellen 15 und 16 angeordnet, um zu erreichen, dass bei dem Einstellen einer Richtung erst das an der Zwischenblock stelle befindliche Gleisrelais 20 anzieht:, be vor die andern Gleisrelais 10 oder 30 Span nung erhalten.
Es isst dies eine zusätzliche Massnahme, um die Reihenfolge in der Ar beitsweise des Gleisrelais zu erzwingen, < 12a in der Grundstellung d_-= Gleisrelais parallel an den Gleisstrecke-. liegen.
Soll nun beispielsweise eine Fahrt von dem Bahnhof A nach dem Bahnhof B statt finden, so wird in dem Bahnhof B der Zu stimmungsschalter umgelegt und die Strom quelle 9 über die Kontakte 111b und 112b des Zustimmungsschalters an die Gleis strecke 12b geschaltet. Gleichzeitig -wird durch den Kontakt 113 des Zustimmungs schalters der Stromweg für das Zustim mungshilfsrelais 60 vorbereitet;. Das Gleis relais 20 erhält nun von der Stromquelle 9 über die Kontakte 111b, 112b, 52, 53 Strom und zieht seinen Anker an. Die Sperrzelle 15 verhindert, dass der Strom in die Gleis strecke 12a gelangt.
Der Kontakt 2? schliesst den Stromweg für das Zustimmungshilfs relais 60. Dieses Relais zieht an und die Kontakte 61, 62, 63, 64, 65 und 66 -wechseln ihre Stellung. Über die Kontakte 62b und 63b wird Spannung an die Gleisstrecke 12n gelegt. Das Gleisrelais 10 im Bahnhof A erhält nun von der Stromquelle 8 über die Kontakte 62b, 63b, 121a, 122a Strom und zieht seinen Anker ebenfalls an. Das selbst- tätige. Zwischensignal 3 erhält über die Kon takte 211), 64 grünes Licht; die grüne Lampe 3? leuchtet auf. Das selbsttätige Signal 4 bleibt dagegen -weiterhin rot, da über den Kontakt 55 des Zustimmungshilfsrelais 50 die rote Lampe 41 Strom erhält.
Fährt nun der Zug vom Bahnhof A in die Gleisstrecke la ein, so fällt infolge Kurzschlusses seiner Erregerquelle das Gleisrelais- 10 ab. Erreicht der Zug die Gleisstrecke 1.b, so wird das Gleisrelais 20 stromlos und der Anker fällt ab. Der Kontakt 21 schaltet an dem selbst tätigen Signal 3 die rote Lampe 31 ein. Hat der Zug mit seinen Achsen die Blockstrecke la geräumt. so kann das Blockrelais 10 wie der anziehen, da die Stromquelle 8 über die Kontakte 621) uxid 63b noch an die Gleis strecke la beschaltet ist.
Räumt nun der Ziig auch die Gleisstrecke 1b, so zieht das Gleisrelais 20 ebenfalls wieder an, da die Stromquelle 9 über die Kontakte 111b, 1122b, 52a, ;53n die Wicklung des Gleisrelais 20 speist. Das Signal 3 zeigt wieder grünes Licht und ein in der Zwischenzeit bis zum Signal 3 vorgefahrener Zug kann weiter fahren. Soll nun die Fahrrichtung geändert werden, so muss zuerst der Zustimmungs schalter im Bahnhof ss in die Grundstellung gelegt werden.
Dadurch werden die Gleis relais 20 und 10- sowie das Zustimmungs relais 60 stromlos. Die Relais fallen ab und die Anlage befindet sich in der Grundstel lung. Jetzt kann der Zustimmungsschalter im Bahnhof A für eine Fahrt von B nach .4 umgelegt werden. Hierdurch werden die Re lais und Stromquellen in umgekehrter Rich tung an die Gleisstrecken 12a und 12b gelegt.
Fig. 2 zeigt Schemateile einer Anlage, welche im wesentlichen dieselbe Schaltungs anordnung wie die Anlage nach Fig. 1 auf weist:, nur ist hier das Relais 20 ein drei stelliges Relais. Dieses Relais hat bekann- terweise zwei getrennte Anker, und zwar einen neutralen und einen polarisierten Anker. Der polarisierte Anker zieht je nach der Stromrichtung oder Polarität nach der einen oder andern Seite an. Durch diese An ordnung ist auf eine einfache Weise er- reicht, dass für jede Fahrrichtung auch immer an den Zwischenblockstellen die ein gestellte Richtung überprüft wird.
Für die der Seite des Bahnhofes B entsprechende Anzugsrichtung des, Blockrelais 20 wird der Umschalter 21 auf grün (Stellung 21b) um gelegt und der Kontakt 22 geschlossen, wäh rend für die der Seite des Bahnhofes A ent sprechende Anzugsrichtung der Umschalter 23 auf grün (Stellung 23b) umgelegt und der Kontakt 24 geschlossen wird, und zwar mit Hilfe des. polarisierten Ankers. Die Kontakte 201 und 202 werden von dem neu tralen Anker gesteuert und werden bei jeder Anzugsstellung des Relais umgelegt. Auf die Kontakte 54, 55 und 64, 65 der Zustim mungshilfsrelais 50 und 60 kann hierbei verzichtet werden.
Findet nun beispielsweise wieder eine Fahrt vom Bahnhof<I>A</I> nach dem Bahnhof<I>B</I> statt, so wird der Zustimmungsschalter im Bahnhof B umgelegt; das Blockrelais 20 er hält die Gleisspannung einer bestimmten Stromrichtung, so dass der polarisierte Anker des Blockrelais 20 nach der dieser Stromrichtung zugeordneten Seite anzieht und der Umschalter 21 auf Stellung b um gelegt bezw. der Kontakt 22 geschlossen wird. Gleichzeitig wechseln die Kontakte 201 und 202 des. neutralen Ankers von dem Blockrelais 20 ihre Stellung.
Das Zustim mungshilfsrelais 60 zieht auch an, da der Stromweg über die Kontakte 113 des Zu stimmungsschalters und den Kontakt 22 des Blockrelais geschlossen ist. Über die Kon takte 62b und 63b wird Spannung an die Gleisstrecke la gelegt, und das Gleisrelais 10 im Bahnhof A zieht seinen Anker an. Das selbsttätige Zwischensignal 3 wird über die Kontakte 21b und 201b auf grün geschaltet. Fährt nun der Zug vom Bahnhof A in die Gleisstrecke la ein, so fällt das Gleisrelais 10 ab. Erreicht der Zug die Gleisstrecke 1b, so wird das Gleisrelais 20 ebenfalls stromlos: und der neutrale Anker fällt ab-. Der Kontakt 201 geht auf Stellung a und schaltet an dem selbsttätigen Signal 3 die rote Lampe 3,1 ein.
Hat der Zug mit seinen Achsen die Blockstrecke 1a geräumt, so zieht das Blockrelais 10 wieder an, da die Stromquelle 8 über die Kontakte 62b und 63b an die Gleisstrecke la angeschaltet ist. Räumt nun der Zug auch die Gleisstrecke 1b, so zieht der neutrale Anker des Gleis relais 20 ebenfalls. wieder an, da die- Strom quelle 9 über die Kontakte 111b, 112b, 52a, 53a das Gleisrelais 20 speist. Der Kontakt 201 geht auf Stellung b und schaltet am Signal 3 die grüne Lampe 32 wieder ein, und die Züge können sich im Blockabstand fol gen. Soll nun die Fahrrichtung geändert werden, so muss zuerst der Zustimmungs schalter im Bahnhof B in die Grundstellung gebracht werden. Dadurch werden, die Gleis relais 20 und 10 sowie .das Zustimmungs hilfsrelais 60 stromlos.
Die Relais fallen ab und die Anlage befindet sich in der, Grund stellung. Jetzt kann der Zustimmungs schalter im Bahnhof A für eine Fahrt von B nach A umgelegt werden. Hierdurch wer den die Relais und Stromquellen umgekehrt, wie im erstbeschriebenen Fall an die Gleis strecken la und 1b gelegt. Die Wicklung des Gleisrelais 20 ist nun in der entgegen gesetzten Richtung stromdurchflossen; der polarisierte Anker zieht nach der andern Seite an, so dass jetzt das. selbsttätige Zwi schensignal 4 über die Kontakte 23b und 202b für die Fahrtlampe 42 Spannung er hält.
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungs form der Streckenblockanlage mit einem dreistelligen Blockrelais 20. Hier ist auf die Zustimmungsleitungen von den Bahnhöfen zur Zwischenblockstelle verzichtet. Die Weitergabe der Zustimmung an der Zwi- sehenblockstelle vermittelt das dort ange ordnete dreistellige Blockrelais 20. Weiter hin sind an .der Zwischenblockstelle zwei Hilfsrelais 40 und 70 angeordnet.
Der Um ochalter 21 wird auf Stellung a umgelegt und es öffnet der Kontakt 22, wenn der polarisierte Anker des Blockrelais 20 nach der Seite des Bahnhofes A anzieht, 23 und 24 sind die Kontakte für die entgegen gesetzte Anzugsrichtung. Die Kontakte 201, 202, 203, 204 und 205 werden von dein neutralen Anker besteuert. Fig. 3 ist so dar gestellt, dass im Bahnhof B die Zustimmung nach dem Bahnhof A gegeben ist, also dass ein Zug von<I>A</I> nach<I>B</I> fahren kann. Über die Kontakte 111b, 112b am Zustimmungs schalter im Bahnhof B ist die, Stromquelle 9 an das Gleis. 1b gelegt und das Blockrelais 20 erhält über die Kontakte 111b, 11.2b, 52a_, 53a Strom.
Der Umschalter 21 wird auf Stellung b umgelegt und der Kontakt 22 wird geschlossen. Gleichzeitig schliessen die Kontakte 201b, 202b, 203 und 205 an dem neutralen Anker; der Kontakt 204 wird unterbrochen. Über die Kontakte 21b und 201b erhält die grüne Lampe 32 am Block signal 3 Strom. Durch die Kontakte 205 und 22 ist das Richtungshilfsrelais 60 zum An zug gebracht worden, und dieses hat seine Kontakte 61, 62b und 63b geschlossen. Über die Kontakte 62b, 63b ist die Strom quelle 8 an das Gleis 1a gelegt. Das Block relais 10 zieht seinen Anker an. Die Aus fahrsignale 1 oder 2 im Bahnhof A können auf Fahrt gebracht werden.
Befährt nun der Zug den Gleisabschnitt la, so wird das Blockrelais 10 zum Abfall und durch den auftretenden Kurzschlussstrom das in die Speiseleitung eingeschaltete Relais 40 zum Anzug gebracht. Das Relais 40 schliesst seinen Kontakt 410 und das Hilfsrelais 70 zieht über die Kontakte 203 und 410 an und schliesst seinen Selbstschlusskontakt 71. Der parallel zum Kontakt 205 des Blockrelais liegende Kontakt 72 wird geschlossen. Be fährt nun der Zug den Gleisabschnitt 1b, so fällt der neutrale Anker des Blockrelais 20 ab. Die Kontakte 201, 202 werden auf Stel lung a geschaltet und die Kontakte 203 und 205 werden unterbrochen und der Kontakt 204 geschlossen. Da. das Hilfsrelais 70 etwas verzögert abfällt, bleibt es über seinen Selbstschlusskontakt 71 und den Kontakt 204 angezogen.
Desgleichen bleibt das Rich tungsrelais 60 über den Kontakt 7 2 des Hilfsrelais 70 in erregtem Zustande. Die rote Lampe 31 am Blocksignal 3 erhält über die Kontakte <I>21b</I> und 201a Strom. Räumt nun der Züzg die Blockstrecke l.a, so wird über die Kontakte 62b und 63b das Gleis la wieder gespeist. Das Blockrelais 10 zieht an und der nächste Zug kann folgen. Gleich zeitig ist das Hilfsrelais 40 abgefallen und hat seinen Kontakt 410 wieder unter brochen, da der Kurzschluss der Fahrschie nen aufgehoben ist.
Hat nun der Zug auch die Blockstrecke 1b geräumt, so zieht der neutrale Anker des Blockrelais 20 wieder an. Dadurch unterbricht der Kontakt 204 den Aufhängestromkreis für das Hilfsrelais 70; dieses fällt ab und unterbricht. auch den Kontakt 72. Das Relais 60 kann jedoch nicht abfallen, da es über den bereits ge schlossenen Kontakt 205 des Blockrelais 20 wieder Strom erhält.
Soll die Richtung ge wechselt werden, so werden durch Zurück legen des Richtungsschalters im Bahnhof B die Kontakte 111b und 11.2b geöffnet, die Stromquelle 9 vom Gleis 1 b abgeschaltet, und dadurch das Blockrelais 20 stromlos gemacht, so dass der neutrale Anker abfällt. Hierdurch werden die Kontakte 201, 202 auf Stellung a gelegt und die Kontakte 203 ttnd 205 unterbrochen und der Kontakt 204 geschlossen.
Durch -den Kontakt 205 wird der Stromweg für das Richtungsrelais 60 abgeschaltet; das Relais fällt ab und unter bricht seine Kontakte 62b und 63b und schliesst den Kontakt 61, so dass der Strom weg für das Richtungsrelais 50 freigemacht wird.
Soll nun eine Fährt in der entgegen gesetzten Richtung vom Bahnhof B nach dem Bahnhof A stattfinden, so muss der Zu- stimmungsschalter im Bahnhof A umgelegt \-erden. Hierdurch wird die Stromquelle 7 über die Kontakte 121b, 122b an das Gleis la gelegt und das Blockrelais 20 er hält nun eine Spannung entgegengesetzter Polarität. Der neutrale Anker zieht an und der polarisierte Anker schliesst die Kontakte der entgegengesetzten Anzugsrichtung, so dass die Kontakte 23b und 24 am polarisier ten Anker und die Kontakte 201b, 202b, 203 und 205 geschlossen werden.
Hierdurch wird das Richtungsrelais 50 über die Kon takte 205 und 24 zum Anzug gebracht, und das Gleis 1b wird über die Kontakte 52b und 53b an Spannung gelegt, so dass jetzt das Blockrelais 30 anziehen kann. An Stelle des polarisierten Gleichstromrelais 20 kann auch ein dreistelliges Wechselstromrelais der bekannten Bauart verwendet werden.