CH219440A - Schallplatte. - Google Patents

Schallplatte.

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CH219440A
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Description


  Schallplatte.    Es sind zahlreiche Verfahren bekannt  geworden, die darauf hinzielen, die auf  Schellack aufgebaute, nicht biegsame Schall  platte durch ein ebenso leicht verformbares  und hinsichtlich der Tonwiedergabe, Feuch  tigkeitsbeständigkeit, Tropenfestigkeit, Na  delfestigkeit usw. gleichwertiges Material  zu ersetzen.

   Man hat beispielsweise versucht,  an Stelle von     Schellack        Cellulosederivate,     insbesondere     Nitrocellulose    und     Acetylcellu-          lose    und Kunstharze, insbesondere Phenol-,       Phenol-Keton-,        Resorcin-    und Harnstoff  harze, zu verwenden;

   diese Bindemittel wur  den in der Regel nicht allein benutzt, son  dern in Verbindung mit Füllstoffen und Zu  sätzen der verschiedensten Art, insbesondere  Naturharzen     (Akaroid),    Faserstoffen (Holz  mehl, Papier, Asbest usw.), ferner auch in  Verbindung mit Gewebebahnen, sowie mit  den verschiedensten sonstigen organischen  und anorganischen Füllstoffen, wie Russ,  Graphit,     gepulvertem    Bernstein, Steinnuss-    staub,     unsehmelzbaren    Kondensationspro  dukten, gebranntem Gips,     Bariumsulfat,    In  fusorienerde, Ton, Aluminium- oder Eisen  oxyd usw.  



  Neuerdings hat man sich auch bemüht,  als Bindemittel für Schallplatten an Stelle  von Schellack     Polymerisationsprodukte        un-          gesättigter    organischer Körper heranzu  ziehen, vor allem     Polyvinylester    und     -äther,          Mischpolymerisate    von     Vinylverbindungen,     durch Behandeln von     Polyvinylalkohol    mit  Aldehyden erhaltene Kondensationsprodukte,       Polyacrylester,    Polystyrol und dergleichen.  



  Diese polymeren     Vinylverbindungen    wur  den zum Teil für die Herstellung von bieg  samen, dünnwandigen Schallplatten mit oder  ohne Füllstoff benutzt, gegebenenfalls unter  Zusatz von     hochsiedenden        Gelatiniermitteln    9  zum Zwecke der Verbesserung der Elastizi  tät. Auch hat man Mischungen von     Cellu-          loseestern    und     Polyvinylestern    für Schall  platten     verwandt.    Vorzugsweise wurden die           Palyvinylverbindungen    auf     Metallplalten     oder Schichten von Papier, Leinen und der  gleichen aufgebracht.

   Es; wurde auch ver  sucht,     Polyvinylverbindungen,    insbesondere       Polyvinylhalogenid    im Gemisch mit.     Poly-          vinylacetat    unter Zusatz von faserigen oder  wachsartigen Füllstoffen unmittelbar zu  massiven Schallplatten zu     verpressen.    Alle  diese Vorschläge haben bisher nicht zu einer  der     Schellackmasse    in jeder Hinsicht gleich  wertigen Schallplattenmasse geführt, und  zwar vor allem     deshalb    nicht, weil keine  dieser Massen neben den hohen phonetischen  Eigenschaften, wie sie der     Schellaekinasse     eigentümlich sind,

   eine gleich gute     Verforin-          barkeit    und Billigkeit wie die     Sehellael:-          masse    besass.  



  Es wurde nun gefunden,     da.ss,    Schallplat  ten, die aus einer     Mischung    bestehen, die       Palymerisationsprodukte    organischer Ver  bindungen und solche     höhermolekulare    Stoffe  enthalten, die durch     eine    Behandlung von  Kohle oder     Kohleextrakten    bei Temperatu  ren von<B>370</B> bis 475   und     unter    einem Druck  von 100 bis 700     at        gewonnen    wurden, den  aus Schellack hergestellten Schallplatten  hinsichtlich der Tonwiedergabe, Verformbar  keit und Billigkeit völlig ebenbürtig sind.

    Zweckmässig werden den neuen Schallplatten  anorganische und gegebenenfalls auch orga  nische, z. B.  -achsartige Füllmittel zuge  setzt.  



  Während man bei der     Verpressung    von       Polyvinylverbindungen    allein mit den übli  chen Füllmitteln zu Massen gelangt, die im  Gegensatz zur     Schellackmasse    viel weniger       plastisch,    also schwerer verformbar sind und  infolgedessen     höhere    Drucke und Tempera  turen als die     Schellackmasse    erfordern, las  sen sich die neuen     .Tassen    mit den normalen,  bei     Schellackmassen    üblichen Drucken und  Temperaturen vollkommen einwandfrei zu  Schallplatten     verpressen,

      und zwar unter       Anwendung    der     gleichen        Erwärmungs-    und       Abl@ühlungszeit    wie bei den     Schellaekmas-          sen,    was für die Wirtschaftlichkeit der  Schallplattenfabrikation von ausschlagge  bender Bedeutung ist.

           Man    braucht auch nicht, wie dies bei Ver  wendung von     Polyvinylprodukten    als alleini  gem Bindemittel     notwendig    ist,     ztmäehst    Ron  delle durch     Ausstanzen    aus Walzhäuten her  zustellen, die dann lediglich geprägt werden,  sondern     inan    kann     genauwie    bei     derSchellack-          rna:

  sse    Rohlinge in Form von Klumpen oder  dicken Platten oder zu Spiralen aufge  wickelte     Streifen    auf die Mitte der Matrize  aufbringen     lind        unmittelbar    zu fertigen Plat  ten     verpressen.    Dies ist bei Verwendung der       Polyvinylverbindungen    allein nicht möglich,  weil in diesem Falle viel     zii    hohe Drucke er  forderlich sind,

   durch deren     Anwendung    die  selbst bei hohen Temperaturen noch zäh  flüssige Masse     einen        raschen        Verschleiss    der  Tonrillen und dabei ein     1Jnbrauchbarwerden     der     Matrize        hervorruft.     



       Die    neuen Schallplatten sind auch völlig  unempfindlich gegen Luftfeuchtigkeit, so       da.ss    weder     ein        Verziehen,    noch ein Ver  schwimmen der mittels Matrizen eingepräg  ten Schallkurven zu befürchten ist.

       Hinsich-          licli        ihrer        Festiglkeit    und Zähigkeit     übertref-          den    sie     vielfach    die     Schellackplatte.        Aucli     hinsichtlich Nadelverschleiss und     Haltbar-          ]zeit.    der Platte, selbst bei häufigem Ab  spielen, sind sie der     Schellackplatte    minde  stens gleichwertig, desgleichen in     bezug     auf Temperaturunempfindlichkeit beim Ge  brauch in den Tropen.  



  Verwendet     man    statt der beanspruchten,  aus Kohle und     Kohleextrakten    gewonnenen       höhermolekularen.    Stoffe, die als Weich  niachungsmittel bei der Herstellung von  Schallplatten schon vorgeschlagenen     wachs-          artigen    Stoffe, z.

   B.     Montanwachs,    das be  kanntlich bei     gewöhnlichem    oder nur wenig  erhöhtem, weit unter 100     at    liegendem Druck  und bei Temperaturen unter 370   aus Braun  kohle     gewonnen    wird, oder Teere oder     andere          pechähnliche    Stoffe, wie     Stearinpecb,    so be  sitzen die     Schallplatten    eine erheblich gerin  gere     Wärmebeständigkeit        und    Nadelfestig  keit.  



  Die nachstehenden Beispiele zeigen einige  Zusammensetzungen der neuen Schallplat  ten.      <I>Beispiele:</I>  1. 15     Teile    eines     Mischpolymerisates    aus       7,5%        Vinylchlorid    und     25%        Acrylsäure-          methyester    werden mit 35 Teilen .eines       Braunkohlenrohextraktes    und 50 Teilen  Kieselweiss durch Kneten oder Walzen ver  mischt;

   der     Braunkohlenrohextrakt    wird  durch Behandeln von getrockneter Braun  kohle mit einem Gemisch aus einer hydrier  ten, mehrkernigen Verbindung und einem  Phenol bei     370-410'    unter einem Druck  von 100-200     at,        Abfiltrieren    des ungelösten  Anteils, sowie der Asche und     Abdestillieren     des Lösemittels gewonnen. Aus der durch  Kneten oder Walzen bei etwa 120' her  gestellten Mischung werden durch Auswal  zen oder Ziehen Streifen hergestellt, die auf  einer Heizplatte gut durchgewärmt und an  schliessend zusammengeballt oder zusammen  gewickelt werden.

   Die so hergestellten Roh  linge werden auf die auf 140   erwärmte  Schallplattenmatrize     gelegt,    zusammenge  presst, nur wenige Sekunden geheizt und  dann in ganz kurzer Zeit abgekühlt, worauf  die fertige Schallplatte der Form entnom  men werden kann.  



  2. 15 Teile eines aus<B>80%</B>     Vinylchlorid     und 20%     Maleinsäuremethylglykolester    be  stehenden     Mischpolymerisates    werden mit  30 Teilen     Braunkohlenrohextrakt    (herge  stellt wie in Beispiel 1 beschrieben) sowie  5 Teilen     Steinkohlenteerpech    und 50 Teilen  Kieselweiss vermischt und wie in Beispiel 1  verarbeitet.  



  3. Braunkohlenextrakt, hergestellt wie  in Beispiel 1 beschrieben, wird zunächst bei  22   und 9 Alm. zwei Stunden lang mit der  gleichen Gewichtsmenge Propan extrahiert.  Dann wird der hierbei erhaltene unlösliche  Rückstand bei 20' und 4,7     Atm.    1 Stunde  lang mit der gleichen Gewichtsmenge     Di-          methyläther    extrahiert. Der hierbei erhal  tene Extrakt. dient zusammen mit einem       Polymerzsationsprodukt    einer organischen  Verbindung als Komponente für die Her  stellung von Schallplatten.  



  4. An Stelle des in Beispiel 1 und 2  verwendeten     Braunkohlenrohextraktes    wird    ein     Steinkohlenrohextrakt    angewendet, der  in an sich bekannter Weise in Gegenwart  eines Katalysators bei<B>380'</B> und 200     at     Wasserstoffdruck hydriert wurde.  



  5. An Stelle des in Beispiel 1 und 2  verwendeten     Braunkohlenrohextraktes    wird  ein hochsiedendes, pechähnliches Produkt  verwendet, das neben grösseren Mengen  Treibstoff aus Steinkohlenextrakt in Gegen  wart eines aus. Eisenoxyden bestehenden  Katalysators bei 475   und 650     at    Wasser  stoffdruck erhalten wurde.  



  6. An Stelle des in Beispiel 1 und 2  erwähnten     Braunkohlenrohextraktes    verwen  det man zähe, feste     Destillationsrückstände,     die man ,erhält, wenn man aus den durch  Hydrierung von     Braunkohle    bei einem Was  serstoffdruck von 200     at    und einer Tempe  ratur von<B>370'</B> in Gegenwart von     Hydrie-          rungskatalysatoren    in der     Sumpfphase    ent  haltenen Produkten die unter Atmosphären  druck bis<B>280'</B> übergehenden Anteile ab  destilliert.  



  7. An     Stelle    der in den     bisherigen    Bei  spielen angewendeten     Vinylhalogenide        bezw.          Mischpolymerisate    wird Polystyrol verwen  det.  



  B. An Stelle der bisher genannten     Poly-          vinylverbindungen    werden     Polymerisations-          produkte        verwendet,    wie sie beispielsweise  durch Einwirkung von Alkali oder     Natirum-          acetat    oder von     Säuren,    auf     aliphatische     Aldehyde, insbesondere den     Acetaldehyd     und dessen     Homologen    entstehen.  



  9. An Stelle des in Beispiel 1 und 2  verwendeten     Braunkohlenrohextraktes    wird  ein Produkt benutzt, -das man erhält, wenn ,  man getrocknete Steinkohle mit einem Ge  misch aus einer hydrierten, mehrkernigen  Verbindung und einem Phenol bei 370  bis 410' und einem Druck von 100     at    be  handelt, den     ungelösten    Anteil     abfiltriert,     das Lösemittel durch     Abdestillieren    entfernt  und den so gewonnenen Extrakt. mit schwef  liger Säure oder Äther behandelt.  



  Die in den vorstehenden Beispielen ange  gebenen Mischungsverhältnisse können nach  Bedarf zwecks Verbesserung der Plastizität      der Mischung weitgehend geändert werden,  sei es durch Zusatz gewisser Mengen von  Wachsen, wie     Montanwachs,    sei     @es    durch  Anwendung anderer anorganischer     Füll-          s    Stoffe, z. B. kolloidalem Talkum an Stelle  von Kieselweiss, sei es durch     Mitverwendung     faseriger Füllstoffe, z. B.     Baumivollfloelzen.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRZTCH Schallplatte, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Mischung besteht, die Polymeri- sationsprodukte organischer Verbindungen und solche höhermolekulare Stoffe enthält, die durch eine Behandlung von Kohle oder Kohleextrakten bei Temperaturen von 370 bis 475 und unter einem Druck von 100 bis 700 a.t gewonnen wurden. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Schallplatte nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Mischung solche höherniolelzulare Stoffe enthält, die bei der Hydrierung von Kohle bei Tempe raturen von<B>370</B> bis 47.5 und einem Druck von 100 bis 700 a1 erhalten wurden. 2.
    Schallplatte nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die 11iseliung solche höhermolekulare Stoffe enthält, die bei der Hydrierung von Kohleextrakten hei Temperaturen von 370 bis 475 und einem Druck von 1.00 bis 700 at erhalten wurden.
    3. Schallplatte nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Mischung solche höhermolekulare Stoffe enthält, die durch Extraktion von Kohle bei Tempera turen von<B>370</B> bis 475 und einem Druck von 100 his 700 at gewonnen wurden.
CH219440D 1937-05-29 1938-05-03 Schallplatte. CH219440A (de)

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DE1053207B (de) * 1952-10-21 1959-03-19 Union Carbide Corp Schallplatte
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