Verfahren zur Verstellung von farbigen Bildern unter Verwendung von Teil-Negativen und -Positiven und nach diesem Verfahren hergestelltes Bild. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von farbigen Bil dern unter Verwendung von Teil-Negativen und -Positiven und ein nach diesem Verfah ren hergestelltes Bild. Sie bezieht sich ins besondere auf das sogenannte "additive" Farbbildverfahren, bei welchem von dem wie derzugebenden Objekt für jede der Grund farben ein Negativ und diesem entsprechend ein Positiv hergestellt wird und bei welchem die Positive dann unter Zwischenschaltung der erforderlichen Farbfilter durch gleich zeitige oder zeitlich schnell aufeinanderfol gende Durchleuchtung zu dem farbigen Bilde zusammengesetzt werden.
Dies kann zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass die zu den verschiedenen Grundfarben gehörigen Positive mittels Filme auf einem Schirm projiziert werden.
Bis jetzt wird bei der additiven Methode zur Erzielung eines farbigen Bildes eines Objektes derart gearbeitet, dass für jedes der zwei oder mehr im Licht der verschiedenen Grundfarben auf photographischem Wege aufgenommenen Schwarz-Weiss-Bilder der so genannte gerade Teil der Schwärzungskurve benutzt wird. In dieser Weise ist es theo retisch möglich, das Objekt naturgetreu, das heisst unter Beibehaltung der gegenseitigen Verhältnisse der im Objekt in jeder Grund farbe vorhandenen Lichtwerte, zu reprodu zieren.
Bei Anwendung der üblichen licht empfindlichen Materialien ergibt sich aber, dass das Gebiet der Intensitäten, das dem geraden Teil der Schwärzungskurve ent spricht, in einem solchen Masse begrenzt ist, dass die naturgetreue Wiedergabe im all gemeinen gestört ist.
Die vorliegende Erfindung bietet die Möglichkeit, auf einem andern, ebenso photo graphischen Wege von einem Objekt ein far biges Bild zu erhalten, dessen Naturgetreu- heit mindestens ebensogut oder sehr viel bes- ser angenähert wird als mit den bisher be kannten Methoden möglich war.
Gemäss der Erfindung kommen für das Negativ und das Positiv für wenigstens eine der Grundfarben lichtempfindliche Schichten mit Durchlässigkeitskurven zur Anwendung, von denen wenigstens die dem Durchhang der zugehörigen Schwärzungskurven nahezu ent sprechenden Teile verwendet werden.
Diese Teile sollen in einem Koordinatensystem, in dem auf die Abszissen- bez -. die Ordinaten achse die auf das lichtempfindliche Material aufgetroffenen Lichtmengen pro Oberflächen einheit bezw. die erhaltenen Durchlässigkeits- w erte in einem Massstab von 0 bis 100% in 0<B>0'</B> e ichen Abschnitten aufgetragen sind, ge genüber einer in dem Quadranten der Durch lässigkeitskurven unter 45 durch den Ur sprung des betreffenden Koordinatensystems gezogenen Geraden,
in den praktisch vorkom menden Intervallen nahezu das Spiegelbild voneinander sein.
Unter den im obenstehenden genannten 100% der Lichtmenge pro Oberfläclreneiri- heit wird hier die Lichtmenge verstanden, die erforderlich ist, um im allgemeinen auf eine lichtempfindliche Schicht eine praktisch verschwindende Durchlässigkeit von zum Bei spiel 1 % zu verursachen. Diese 100 % sollen bei der Aufnahme wenigstens gleich der gröss ten auf das lichtempfindliche Material auf treffenden von irgend einem Teil des aufzu nehmenden Objektes herrührenden Licht menge pro Oberflächeneinheit. gewählt wer den. Die kleineren, auf dem Material pro Oberflächeneinheit wirksamen Lichtmengen.
die von weniger hellen Teilen des Objektes herrühren, verursachen dann also eine im Verhältnis (abhängig von der Form der Durchlässigkeitskurve) grössere Durchlässig keit des Materials.
Unter "Durchlässigkeitskurve" wird hier eine Kurve verstanden, welche die Beziehung zwischen den in bezug auf den immer vor handenen photographischen Schleier gemes senen Durchlässigkeitswerten der lichtemp findlichen Schicht und den auf diese Schicht pro Oberflächeneinheit aufgetroffenen Licht- mengen angibt. Es ist klar, dass die Form dieser Kurve durch die nach der Belichtung stattfindende photographische Entwicklung des Materials beeinflusst werden kann.
Bemerkt sei, dass das Arbeiten mit Durch lässigkeitskurven, wie im obenstehenden an gegeben ist, der Benutzung von Schwärzungs- kurven vorzuziehen ist, und zwar deshalb, weil für die Anwendung der Erfindung er forderlich ist, wenigstens denjenigen Teil der Durchlässigkeitskurve zu verwenden, der nahezu dem Durchhang der zugehörigen Schwärzungskurve entspricht-.
Besonders bei den kleineren Lichtmengen ist das Arbeiten mit Durchlässigkeitskurven übersichtlicher, weil die prozentuale Änderung der Durch- lii,ssigkeit mit zunehmender Lichtmenge in diesem Gebiet im allgemeinen wesentlich grö sser ist als die entsprechende Schwärzungs- änderung. Dies gilt insbesondere für die jenigen Materialien, welche für die Anwen dung der Erfindung in Betracht kommen.
Ein besonderer Fall der obengenannten. einander spiegelbildlichen Durchlässigkeits kurven ergibt sich. wenn nicht von zwei ver schiedenen Materialien für das negative bezw. positive Bild Gebrauch gemacht wird, sondern nur von einem und demselben D1a- terial reit einer Durchlässigkeitskurve, die ihr eigenes Spiegelbild, das heisst symmetrisch in bezug auf die obengenannte unter 45 " gezogene Gerade ist. Eine derartige Durch- lässigl@eitskurve sei hier eine symmetrische Kurve genannt.
Dadurch, dass gemäss der Erfindung im Gebiet des Durchganges der Schwärzungs- hurve gearbeitet wird, demzufolge die mitt lere Durchlä ssigk < it sowohl des Negativs wie des Positivs bedeutend grösser ist als bei den üblichen photographischen Verfahren derFall ist, wo eben im geraden Teil der Schwär zungskurve, also bei im Mittel niedrigeren Durchlässigkeiten gearbeitet wird, ergibt sich der besondere Vorteil, dass sowohl bei der Aufnahme,
beim Kopieren als auch bei der Wiedergabe, erheblich geringere Lichtmen gen erforderlich sind. Gerade für das Farb- bildverfahren, bei dem bekanntlich verhält- nismässig grosse Lichtverluste auftreten, ist dieser Vorteil wichtig.
In den beiliegenden Figuren wird die Er findung an Hand einiger Beispiele näher ver deutlicht werden.
In Fig. 1 stellt 1 eine Durchlässigkeits kurve einer lichtempfindlichen Schicht für eine der Grundfarben dar. Die Abszissen be zeichnen aufgetroffene Lichtmengen pro Oberflächeneinheit, die Ordinaten die nach Entwicklung erhaltenen Durchlässigkeits werte. Aus der Kurve 1 ergibt sich somit der Prozentsatz an Licht, für den die Schicht entsprechend den verschiedenen pro Ober flächeneinheit aufgetroffenen Lichtmengen nach Entwicklung durchlässig ist. Die Höchstmenge des Lichtes pro Oberflächen einheit ist dabei gleich den oben definierten 100% gewählt.
Treffen infolge der Lichtausstrahlung des wiederzugebenden Objektes Lichtmengen pro Oberflächeneinheit von zum Beispiel 30 bezw. 50 %, auf ein Negativmaterial mit einer Durchlässigkeitskurve 1 auf, so wird letzteres nach Entwicklung somit eine Durch lässigkeit von 44 bezw. 29 % aufweisen.
Von diesem Negativ wird durch Kopieren ein Po sitiv hergestellt, und zwar so, dass das Nega tiv mit einer derartigen Lichtmenge durch leuchtet wird, dass an einer Stelle des Posi- tivs, welche das Bild einer Stelle des Nega- tivs ist, wo gar kerne Lichteinwirkung statt gefunden bat, die pro Oberflächeneinheit wirksame Lichtmenge wenigstens nahezu gleich 100 % ist.
Wenn nun für das Positiv ein Material mit einer Durchlässigkeitskurve 2 benutzt wird, welche gegenüber der Geraden 3 über das praktisch vorkommende Lichtmengen intervall nahezu das Spiegelbild der Durch lässigkeitskurve 1 ist, so kann ein positives Bild erhalten werden, das praktisch keine Abweichungen von den bei dem ursprüng lichen Objekt auftretenden Lichtintensitäten aufweist. Denn pro Oberflächeneinheit auf getroffene Lichtmengen des Objektes von 30 bezw. 50 % ergeben in diesem Falle die schon obengenannten Durchlässigkeitswerte des Ne- gativs von 44 bezw. 29 % .
Diese Lichtmen gen treffen beim Kopieren somit auf das Positiv mit der Durchlässigkeitskurve 2 auf, wo sie Durchlässigkeitswerte von 28,5 bezw. 53,5 % erzeugen. Diese Durchlässigkeitswerte, welche den an denselben Stellen des Positivs austretenden Lichtmengen pro Oberflächen einheit entsprechen, sind in grosser Annähe rung den ursprünglich vom Objekt ausge strahlten Lichtintensitäten proportional, wie sich ausserdem aus der Wiedergabekurve 4, welche den Zusammenhang zwischen den so eben genannten Durchlässigkeitswerten und den auf das Negativ pro Oberflächeneinheit aufgetroffenen Lichtmengen darstellt, ergibt.
Die mit der Erfindung erzielte fortschritt liche Wirkung geht klar aus der ebenfalls eingezeichneten Wiedergabekurve 5 hervor, welche sich ergibt, wenn man zwei Materia lien benutzt, deren Durchlässigkeitskurven nicht das Spiegelbild voneinander sind, son dern sowohl das Negativ wie das Positiv auf einem und demselben Material mit zum Bei spiel der Durchlässigkeitskurve 2 herstellt.
In Fig. 2 ist der Fall gezeichnet, bei dem erfindungsgemäss sowohl für das Negativ wie für das Positiv dasselbe photographische Ma terial mit einer wenigstens nahezu symme trischen Durchlässigkeitskurve 6, wie oben definiert, angewendet wird.
Bei aufgefallenen Lichtmengen pro Ober flächeneinheit von 10 bezw. 40 % ergeben sich Durchlässigkeitswerte für das Negativ von 31,5 bezw. 7,5 %. Diese Mengen treffen beim Kopieren mit einer Liehtmenge pro Oberflächeneinheit gleich 10010o" auf das Po sitiv auf und ergeben dort Durchlässigkeits werte von 10 bezw. 40 %, das heisst wieder Lichtmengen, welche den durch das ur sprüngliche Objekt ausgestrahlten Lichtinten- sitäten proportional sind.
Wie aus der Wie dergabekurve 7 hervorgeht, gilt diese Propor tionalität in dem grössten Teil des in Be tracht kommenden Intensitätsintervallen. Wenn man nämlich einen relativen Fehler von etwa 5 % in der Wiedergabekurve für jede der Grundfarben als zulässig voraus setzt, einen Betrag der in Anbetracht der er- forderlichen Naturgetreuheit des Bildes sicher nicht zu gross ist, so ergibt sich unter der Annahme, dass für jede der Grundfarben eine Durchlässigkeitskurve wie 6 aus Fig. ? be nutzt wird, dass in einem Intervalle non etwa 2 bis<B>100%,
</B> das heisst also im Verhältnis 1 : 50, die Proportionalität gewährleistet ist.
Hierzu sei noch bemerkt. dass dieses Er gebnis mit handelsüblichen Materialien er zielbar ist. Auch das aus Fig. 1 hervor gehende Resultat ist mit handelsüblichen Materialien zu erreichen: nur ist das Inter vall, das mit einem relativen Fehler von etwa 5% proportional wiedergegeben werden kann, etwas kleiner.