CH222803A - Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden aus Polyharnstoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden aus Polyharnstoffen.

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CH222803A
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    • C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G18/00—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates
    • C08G18/06—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen
    • C08G18/28—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen characterised by the compounds used containing active hydrogen
    • C08G18/30—Low-molecular-weight compounds
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    • C08G18/3225—Polyamines

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Description


  Verfahren zur     Herstellung    von künstlichen Gebilden aus     Polyharnstoffen.       Zur Herstellung von synthetischen Fasern  und Filmen aus linearen Kondensationspro  dukten sind bereits sehr viele Wege einge  schlagen worden. So kann man z. B. durch       Veresterung    von     Glykolen    mit     Dicarbon-          säurerr    oder durch     Umsetzung    von     Amino-          ca.rbonsäuren    oder äquivalenten Mengen Di  aminen und     Dicarbonsäuren        hochmolekulare     Polyester     bezw.    Polyamide darstellen.

   Wäh  rend die     Ester    infolge ihres niedrigen  Schmelzpunktes keine technische Verwen  dung     finden;    konnten, haben sich die Poly  amide in den verschiedensten Verwendungs  gebieten sehr gut bewährt.  



  Eine     weitere    Gruppe von     Polykondensa-          tionsprodukten,    die sich .durch sehr hohe  Schmelzpunkte und. hohe     Lös.ungsmittel-          best.ändigkeit    auszeichnen, sind die     Poly-          harnstoffe    folgender     Konstitution:            (HN.R#NH.CO#NH#R#NH#CO),#     Man hat auch schon     Poilyharnstoffe    durch    Umsetzung von Diaminen mit     Kohlendioxyd.     hergestellt.

   Dabei werden aber umschmelz  bare und unlösliche     Massen    erhalten, die  keinerlei     praktischen;    Wert besitzen. Ein  weiterer Weg zur Herstellung dieser wert  vollen Verbindungen führt über die     Um-          @setzung    von     Kohllensäurederivaten,    wie den  Halogeniden oder     Estern,    mit Diaminen.

    Hierbei werden jedoch keine Produkte mit  befriedigenden     Eigenschaften    erhalten, die  sie für eine     technische    Verwendung geeignet  erscheinen     lassen.    Entweder geht die Reak  tion zu träge vor sich, oder es. werden     Pro-          dukte    erhalten, die sieh bereits unter ihrem  Schmelzpunkt zersetzen und daher nicht ver  formt werden können.  



  Die vorliegende Erfindung     betrifft    ein  Verfahren zur Herstellung von     geformten          Gebilden,    aus.     Polyh.arnstoffen,    nach welchem  man     hochmolekuilare    Produkte mit sehr wert  vollen: plastischen     Eigenechaften    zu Fäden,  Filmen und andern     künstlichen    Gebilden ver-      arbeitet.

   Die zu verformende Masse wird er  halten durch Kondensation von     Diurethanen       mit Diaminen nach dem allgemeinen     Reak-          tionsschema.:     
EMI0002.0004     
    wobei     R1    und     R;;

      eine     zweiwertige        Methylen-          gruppenket.te        bedeuten,    die     unsubstituiert     oder     substituiert    und durch     IHeteroatome        oder            aromatisaho        bezw.        hydroaromatische    Ringe  unterbrochen sein kann.

   Beispielsweise kön  nen     R1    und     R;;    folgende Gruppen sein:  
EMI0002.0020     
         R2    stellt einen     Alkyl-    oder     Arylrest    dar,  der bei der Kondensation wieder     austritt.     



  Die erhaltenen     Polykondensationsprodukte          stellen        Polvharnstoffe    dar und werden zu  künstliche Gebilden     verarbeitet.     



  An sich sind     Poilyharnstoffc    in der Lite  ratur schon     1>esclirie4n.    Beispielsweise wird  aus     Tetramethylendiamin    mit Kohlendioxyd  im geschlossenen Rohr     hei        2920'    ein     Tetra-          methvlenharnstoff    erhalten. Aber diese Sub  stanz besitzt keinen Schmelzpunkt, sondern  wird über 260  allmählich braun und     filier     320' ganz schwarz.  



  Somit weicht die     Substanz    nicht nur der  Herstellungsmethode, sondern     aueli    den Ei  genschaften nach von den hier     besehriebenon,     erstmalig erhaltenen Produkten völlig ab.  



  Der     Erweiehungspunkt,    .der nach dem  neuen Verfahren erhaltenen Produkte liegt  zwischen 120 und 200 , je     nachdem,    was für  ein     Diurethan    und     Diamin    Verwendung  finden. Die     fadenziehenden    Eigenschaften  der so erhaltenen Produkte sind hervor  ragend, und diese eignen sich daher vorteil  haft zur Herstellung von Fasern. Filmen usw.    Die     Kondensation    kann in Anwesenheit  von     Lösungsmitteln    durchgeführt werden.

    Vorteilhaft ist es auch, die Kondensation in       Gegenwart    von basischen Stoffen, wie     Al-          kalien,    Oxyden,     Carbonaten,        Alkoholaten     oder basischen, organischen Flüssigkeiten,  wie     Pyridin,    durchzuführen. Zur Entfernung  der     Regte    des     bei    der     Reaktion    abgespaltenen  Alkohols und     Hydratwassers,    kann man sieh  der binären     bezw.        ternären    Destillation be  dienen.  



  Die erhaltenen     Polykondensationsprodukte     können vor ihrer Verformung zu Fäden oder  Filmen mit     Mattierungsmitteln,        Farbstoffen     oder Weichmachern     versetzt    werden. Die  Verarbeitung zu     Fädena    kann in an sich be  kannter Weise im     Na.B-    oder     Trockenspinn-          verfahren    vorgenommen werden.         Beispiele:       1.

   Man erhitzt 130 Gewichtsteile     Okta-          methylendiurethan    mit 39     Gewichtsteilen          Äthylendiaminhydrat    bei Gegenwart von  1 Gewichtsteil Alkali 4 Stunden im Auto  klaven auf 200 . Nach dem Abkühlen fügt  man 100 Gewichtsteile     Xylol    hinzu und de-           sti.lliert    zunächst bei gewöhnlichem     Druck          Xylol,    Alkohol und     Hydratwasser    als     ter-          näres    Gemisch ab. Die letzten Reste werden  in gutem Vakuum bei einer Temperatur bis  <B>150'</B> entfernt.

   Man erhöht nun die Tempe  ratur auf<B>230'</B> und     polymerisiert    2 Stunden  im Vakuum von 3 mm     Hg.    Das resultierende  Produkt besitzt sehr gute fadenziehende Ei  genschaften. Der     Erweichungs.punkt    liegt bei  120'. Es wird zu Fäden versponnen.  



  2. 130     Gewichtsteile        Oktamethylendi-          urethan    und 30 Gewichtsteile     Äthylendiamin     werden bei 200' im Autoklauen zur Reaktion  gebracht.     @    Nach vierstündiger Reaktionszeit  wird zunächst der entstandene Alkohol     ab-          destilliert    und anschliessend das Produkt im  Vakuum von 10 mm     Hg.    2 Stunden bei 220'  polymerisiert. Es wird ein Produkt mit einem  Schmelzpunkt von 123' erhalten, und daraus  werden Fäden gezogen.  



  3. 102     Gewichtsteile        Äthylendiurethan          werden;    mit 72 Gewichtsteilen     Oktamethylen-          diamin    3 Stunden bei 200' im Autoklauen  erhitzt. Die     Polym.erisation    des     Produktes          i    wird im Vakuum von 10 mm     Hg.    bei 220'  durchgeführt. Es wurde noch 2 Stunden im  Vakuum behandelt. Das hierbei erhaltene  Produkt ist hell, etwas trüb, zieht. gut Fäden  und wird zu Fäden versponnen.  



  4. 130 Gewichtsteile     Oktamethyl.endi-          urethan,    44     Gewichtstei=le        Pütrescin    und' 100  Gewichtsteile     m-Kresol    werden im Auto  klauen     zunächst    1 Stunde bei 200' und dann  weitere 3 Stunden bei<B>235'</B> erhitzt. Nach  dem Abkühlen wird zunächst das     m-Kresol     im Vakuum     abdestilliert,    die Temperatur auf  200  erhöht und bei dieser Temperatur die       Polymerisation    durchgeführt. Es wurde noch  2 Stunden im Vakuum von 5 mm     Hg.    behan  delt.

   Das auf diese Weise entstehende Pro  dukt ist fast weiss, trüb und besitzt gute  fadenziehende Eigenschaften. Es wird zu  Fäden versponnen.  



  5. 130     Gewichtsteile        Oktamethylendi-          urethan    werden mit 72 Gewichtsteilen     Okta-          methylendiamin    in Gegenwart von 100 Ge  wichtsteilen     m-Kresol    als Lösungsmittel       zuerst    eine Stunde bei 200', dann 2 Stunden    bei     2301    im     Autoklaven    erhitzt. Nach dieser  Reaktion wird das     m-Kresol    im Vakuum ab  destilliert und     1/2    Stunde bei     220-230'    und  einem Vakuum von 5 mm     Hg.    polymerisiert.  Es wird ein helles Produkt erhalten.

   Die  Schmelze ist in der     gälte    trüb, sie hat. gute       fadenziehende    Eigenschaften. Es, wird zu  Folien     verarbeitet.     



  6. 102 Gewichtsteile     Äthylendiurethan     werden mit 72     Gewichtsteilen        Oktamethylen-          diamin    in Gegenwart von 100 Gewichtsteilen       m-Kresol    im     Autoklaven    1 Stunde bei 200'  und 3 Stunden bei<B>235'</B> erhitzt. Das       m-Kresol    wird anschliessend durch Erhitzen       des    Reaktionsproduktes im     Vakuum    entfernt.

    Darauf wird noch 15 Minuten bei einem       Vakuum        von    6     mm        11g.        bei        2:20-2401        poly-          merisiert.    Es wird ein sehr helles Reaktions  produkt mit fadenziehenden Eigenschaften  erhalten, das zu Fäden versponnen wird.  



  7. 144 Gewichtsteile     Oktamethylendi-          urethan,    59 Gewichtsteile     Hegamethylen-          diamin,    0,1g Natrium, gelöst in 10 cm' Al  kohol, werden 4 Stunden im Druckgefäss auf  200' erhitzt.  



  Man evakuiert dann .das Gefäss und poly  merisiert 1 Stunde bei 180-190  im Va  kuum von 3 mm     Hg.    nach. Das Produkt be  sitzt     gute    plastische Eigenschaften und hat  einen Schmelzpunkt von<B>185',</B> Es wird zu  Filmen verarbeitet.  



  B. 110 Gewichtsteile     Oktamethylendi-          kresylurethan,    welches durch Umsetzung  von     Sebacinsäurediazid    mit     gresol    herge  stellt wurde, und 31 Gewichtsteile     Ilega-          methylendiamin    werden 3 Stunden bei 220'  im Druckgefäss     polymerisiert.    Es resultiert  eine klare, etwas braune Schmelze, die beim  Abkühlen zu einer durchsichtigen Masse er  starrt.  



  Das noch etwas     Kresol    enthaltende Pro  dukt erweicht bei einer Temperatur von 155  bis<B>160'</B> und wird zu Filmen verarbeitet.  



  9. 288 g     Oktamethylendiamin,        78g        Äthy-          lendiaminhydrat    werden in 180 cm'     Kresol     im     Kohlensäurestrom    bei 220' kondensiert  und polymerisiert. Nach 23 Stunden wurde  das     gresol        abdestillie-rt    und man erhielt eine      braun gefärbte     Masise,    welche zu Fäden ver  formt wird. Der Schmelzpunkt liegt bei<B>223'.</B>

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von geform ten @Cebilden aus Polyharnstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man etwa. äquimolekularc Mengen Diurethane mit Diaminen bei er höhter Temperatur kondensiert und an schliessend bei etwa den gleichen Tempera turen der Polymerisation unterwirft und verformt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch,' da durch gekennzeichnet, dass man die Konden sation unter Druck und die Polymerisation im Vakuum durchführt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man die Konden- sation unter Anwesenheit von basischen Stoffen durchführt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man durch An wendung .des Prinzips der binären Destilla tion die letzten Spuren des abgespaltenen Al kohols und Hydratwassers entfernt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch da durch gekennzeichnet, dass man durch An- wendung des Prinzips der ternären Destilla- tion die letzten Spuren des abgespaltenen Al kohols und Hydratwaseers entfernt. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da- ,durch gekennzeichnet, dass die Kondensation in Anwesenheit von Lösungsmitteln durch geführt wird.
CH222803D 1939-09-18 1940-09-18 Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden aus Polyharnstoffen. CH222803A (de)

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