CH223539A - Verfahren zur Herstellung von Guanaminen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Guanaminen.

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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zur Herstellung von     Guanaminen.            Guanamine    sind wichtige Verbindungen zur  Herstellung von wertvollen     Formaldehydkon-          densationsprodukten.    Zu ihrer Herstellung ste  hen verschiedene Verfahren zur Verfügung,  welche alle von dem leicht zugänglichen       Dicyandiamid    ausgehen. Nach dem einen  Verfahren wird an     Dicyandiamid    Ammoniak  angelagert, unter Bildung von     Biguanid,    wel  ches dann in einer zweiten Reaktionsstufe  mit Säurechloriden oder     Anhydriden    in das  entsprechende     Guanamin    umgewandelt wird.

    Bei diesem Verfahren verläuft zwar die  zweite Stufe mit sehr guter Ausbeute und  liefert ein reines Produkt, jedoch ist bei der  ersten Stufe die Ausbeute so mangelhaft, dass  das ganze Verfahren für eine technische Aus  übung nicht in Frage kommen kann. Nach  einem andern Verfahren ist es bekannt,  zwecks Herstellung von     Guanamiden        Dicyan-          diamid    mit     Säurenitrilen    der     aliphatischen,     aromatischen oder     heterozyklischenReihe    zu  erhitzen.

   Dieses Verfahren hat den Vorteil    der     Einstufigkeit;    die bekannte Arbeitsweise  krankt jedoch daran, dass die Ausbeuten an       Guanaminen    für eine technische Benutzung  nicht     ausreichen,    und dass mehr oder weniger  grosse Mengen von     Melamin    und     Ammelin    als  Nebenprodukte entstehen. Nach einem wei  teren Verfahren entstehen endlich     Guanamine     beim     Erhitzen    der     Guanidinsalze    der entspre  chenden     Carbonsäuren;    die Ausbeute lässt  auch     hier    zu wünschen übrig.  



  Es wurde nun gefunden, dass man     Gua-          amine,    ausgehend von     Dicyandiamid,    in einer  Stufe in guter Ausbeute herstellen kann,  wenn man ein Gemisch von     Dicyandiamid    mit  einem     Säurenitril    der     aliphatischen,    aroma  tischen oder     heberozyklischen    Reihe und einer  stark basischen anorganischen oder organi  schen     Verbindung    auf höhere Temperaturen  erhitzt. Hat das zur     Verwendung    kommende       Säurenitril        einen    niedrigen Siedepunkt,     wie     z.

   B.     Acetonitril,    so arbeitet man zweckmässig  im geschlossenen Gefäss.      Nach dem vorliegenden Verfahren können  nicht nur. wie schon erwähnt, die     Guanamine     in guter Ausbeute erhalten werden, sondern  es zeigte sich auch, dass dabei die Bildung  von     Melamin    und     Ammelin,    welche natürlich  stets mit einem Verlust an     Dicyandiamid    und  damit einer     Ausbeuteminderung    verbunden  ist, auf ein Minimum zurückgedrängt     bezw.     vollständig vermieden werden kann.

      <I>Beispiel 1:</I>  84 Teile     Dicyandiamid    werden in einem       Autoklaven    mit 250 Teilen     Acetonitril    und  16 Teilen     Piperidin    5 Stunden auf 190 bis  195   C erhitzt. Das auskristallisierte Produkt  ist     Acetoguanamin    vom Schmelzpunkt<B>263'</B> C.  



  Die Ausbeute beträgt 100 Teile =<B>80%</B>  der Theorie. Setzt man kein     Piperidin    zu, so  erhält man nur 81 Teile     eines    wesentlich     un-          reineren    Produktes vom Schmelzpunkt 200  bis 216          C.  



  <I>Beispiel 2:</I>  84 Teile     Dicyandiamid    werden mit 250  Teilen     Benzonitril        unter    Zusatz von etwa 7.8  Teilen     Piperidin    etwa 3 Stunden auf eine  Temperatur erhitzt, welche nahe am Siede  punkt des     Benzonitrils    liegt. Es tritt voll  ständige Lösung ein. aus der nach dem Er  kalten das     2.6-Diamino-4-phenyl-triazin-1.3.5          (Benzoguanamin)    vom Schmelzpunkt 222   C  in einer Ausbeute von 80 bis 85     ö    der Theo  rie auskristallisiert.  



  Arbeitet man ohne Zusatz von     Piperidin,     so erhält man nur 40 bis 45     %        Diamino-          phenyltriazin    neben 25     %        Melamin.     



  An Stelle von     Piperidin    kann man mit  ähnlichem Erfolg zum Beispiel     Diäthylen-          triamin,        Tetrahydrochinolin,    ferner Pottasche  oder     Atznatron    verwenden.  



  <I>Beispiel 3:</I>  42     Teilsee        Dicyandiamid    werden mit 55 Tei  len     Benzonitril    und etwa 7 5 Teilen     Diäthyl-          benzol    unter Zusatz von 4 Teilen     Piperidin     3 Stunden zum Sieden erhitzt. Das gebildete       Benzoguanamin    kristallisiert aus und wird  nach dem Erkalten abgesaugt. Es ist mit dem  gemäss Beispiel 2 erhaltenen Produkt iden  tisch.

      <I>Beispiel 4:</I>  300 Teile     /3-Naphtonitril    werden mit 84  Teilen     Dicyandiamid    unter Zusatz von 3 bis  5 Teilen     Piperidin    oder     Pyrrolidin    oder     Ben-          zylamin    3 bis 4 Stunden unter Rühren auf  200 bis 205   C erhitzt. Nach dem Erkalten  wird die Schmelze mit niedriger siedenden  organischen Lösungsmitteln, wie z. B. Tetra  chlorkohlenstoff, verrührt und der Nieder  schlag abgesaugt.

   Das mit theoretischer Aus  beute erhaltene weisse Pulver stellt das     Di-          amino    -     naphtyl    -     triazin    vom Schmelzpunkt       22        40                 C        dar.        Es        ist        in        höher        siedenden        orga-          nischen    Lösungsmitteln, z. B.     Benzonitril,          rückstandslos    löslich.  



  Arbeitet man ohne Zusatz von Basen, so  erhält man mit wesentlich geringerer Aus  beute ein Produkt von niederem unscharfem  Schmelzpunkt, welches nur teilweise in orga  nischen Lösungsmitteln löslich ist.    <I>Beispiel 5:</I>  84 Teile     Dicyandiamid    werden in 250  Teilen     Benzylcyanid    unter Zusatz von etwa  7,8 Teilen     Piperidin    etwa 3 Stunden zum  Sieden erhitzt. Aus der so entstandenen Lö  sung kristallisiert das gebildete     Diamino-          benzyltriazin    vom     Schmelzpunkt    232   C in  guter Ausbeute aus.  



  Bei     Verwendung    von     Furonitril    erhält  man das entsprechende     Diaminofuryltriazin     vom Schmelzpunkt 248 bis 250   C in guter  Ausbeute. Es ist ein     farbloses    Pulver, das  sich in heissem Wasser, wenig in Alkohol und  Benzol löst.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Guanami- nen durch Umsetzung von Dicyandiamid mit Säurenitrilen, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch von Dicyandiamid, einem Säure nitril und einer stark basischen Verbindung auf höhere Temperaturen erhitzt wird.
CH223539D 1940-05-09 1941-04-04 Verfahren zur Herstellung von Guanaminen. CH223539A (de)

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