Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Formkörpern aus bildsamen Massen, insbesondere von Tonziegeln. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Herstel lung von Formkörpern aus bildsamen Mas sen, insbesondere von Tonziegeln, durch Zer teilung des aus einer Strangpresse austreten den Stranges, Trocknen und Brennen der so geformten Körper.
Gemäss der Erfindung wird ein aus einer Strang presse ausgepresstes, zusammenhaften des Strangstück durch quer zur Strangrich tung verlaufende Schnittfugen in eine Viel zahl von Formkörpern unterteilt, als Ganzes von dem Strangrest am Mundstück der Presse abgenommen und, ohne die einzelnen Form körper voneinander zu entfernen, weiter be handelt.
Diese Weiterbehandlung besteht zweck- mä.ssig darin. dass der geschnittene, aber noch zusammenhaftende Strang an der Luft oder in einer Trockenvorrichtung getrocknet und anschliessend gebrannt wird. Bei diesem Ver fahren fällt also insbesondere das im Ziegelei- betrieb bisher übliche Auseinanderrücken der geschnittenen Formlinge hinter der Presse fort.
Zur Durchführung des Verfahrens wird zweckmässig eine Einrichtung benutzt, bei der erfindungsgemäss unter dem. hängenden Mundstück einer Strangpresse eine das Strangstück aufnehmende, in waagrechter Richtung verfahrbare Unterlage und in dem Raum zwischen dem Pressmundstück und der Oberfläche der Unterlabe Schneidgeräte an geordnet sind, die das Strangstück quer zu seiner Längsrichtung zerschneiden, und wel che Kanalöfen aufweist, in -die die geschnit tenen Strangstücke mit der verfahrbaren Unterlage eingeführt werden können.
In der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele von erfindungsgemässen Einrichtungen dargestellt; ari Hand welcher auch Durch führungsbeispiele des Verfahrens gemäss der Erfindung erläutert sind. Als Ausführungs beispiel ist eine einen Tonstrang zu Tonziegeln verarbeitende Einrichtung dargestellt und beschrieben.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht der Presse mit der Schneidvorrichtung; Fig. 2 zeigt die beladenen Wagen auf ihrem Wege durch einen als Trockenkanal dienenden Kanalofen, Fig. 3 auf dem Wege durch einen als Tunnelofen ausgebildeten Kanalofen; Fig. 4 und 5 zeigen schematisch die Zer legung des gepressten Tonstranges mit ver schiedenen Schneidgeräten; Fig. 6 und 7 zeigen zwei Anordnungen des Schneiddrahtes für eine durchgehende senkrechte Trennfuge; Fig. 8 und 9 zeigen eine Exzentersteue rung der Schneidgeräte in Seitenansicht und im Querschnitt; Fig. 10 ist eine Seitenansicht einer andern Schneidvorrichtung; Fig. 11 zeigt Einzelheiten der Vorrich tung gemäss Fig. 10; Fig. 12 und 13 zeigen zwei verschiedene Konstruktionen für einen den Tonstrang beim Schneiden abstützenden Schild;
Fig. 14 zeigt die eine Setzvorrichtung in Seitenansicht; Fig. 15 ist eine Stirnansicht und Fig. 16 ein Grundriss hierzu; Fig. 16a zeigt in vergrössertem Massstabe die ausgefahrenen Schneiddrähte; Fig. 17 ist eine Seitenansicht einer zwei ten Ausführungsform des Setzgerätes; Fig. 18 und 19 zeigen zwei Mundstücke mit anderem Austrittsquerschnitt.
Ein Gerüst, das aus den Säulen 1 und den Bindern \? besteht. umschliesst die Schneidvorrichtung mit dem Plattenwagen und trägt die Strang presse 3 nebst Antriebs motor 4 und Vorgelege 5. Die Presse 3 kann mit einer Entlüftungseinrichtung ausgerüstet sein. In einer Grube befindet sich das Längs bett 6 und das Querbett 37 für die Grund platte 7, auf der der als Unterlage dienende Plattenwagen 8 steht. An den Säulen 1 ist ferner die Schneidvorrichtung 9 Gelagert, die das elektrische Auge 10 trägt. Das elektrische Auge 10 steuert die Vorschubbewegung aus der Presse selbsttätig. Das elektrische Auge ist dicht oberhalb der den Strang aufnehmen den Unterlabe angeordnet. Es setzt dann über ein Relais oder dergleichen den Antrieb der Strangpresse still.
Es kann gleichzeitig dazu dienen, den Antrieb der selbsttätigen Schneid vorrichtungen einzuschalten.
Die Arbeitsweise kann jedoch auch so ge leitet werden, dass die Unterlage sich bei Be ginn des Pressvorganges in der abgesenkten Stellung befindet und erst angehoben wird, nachdem der hängende Strang bis zu dem elektrischen Auge vorgeschoben und die Presse stillgesetzt worden ist.
Schneidvorrichtung und Presse sind derart zueinander angeordnet, dass das ausgepresste Tonstrangstück 11 dicht vor dem Schneid gerät steht. Die Fig. 1 zeigt gestrichelt die Stellung der Wagenplatte in mit Ziegeln voll besetztem Zustand.
Fig. 2 und 3 zeigen einen beladenen Plattenwagen, der die Setzpresse verlassen hat und in Kanalöfen eingefahren ist, von vorn gesehen und im Grundriss dargestellt. Im Trockenkanal nach Fig. 2 liegen die in Längsrichtung angeordneten Heizrippenrohre 12 und im Tunnelofen nach Fig. 3 die von der Decke herabhängenden Gaspfeifen 13 zwischen den Längsreihen der Ziegelstapel. Die hängenden Gaspfeifen im Brennofen, be sonders im Kanalofen, können aus Schamotte, Korund oderhitzebeständigem Stahl so ausge staltet werden, dass das untere Ende geöffnet und Flugasche beim Putzen der Pfeifen nach unten ausgestossen werden kann.
Die Gas pfeifen können ferner nach oben aus dem Ofen herausziehbar und auswechselbar aus gebildet werden.
Soll das Tonstrangstück durchgehend in zwei oder mehrere senkrechte Teilstränge zer legt werden, so wird gemäss Fig. 6 vor dem Mundstück 3' der Presse 3 ein Sehneiddraht 62 befestigt, der die aus der Figur ersieht- liche senkrechte Fuge erzeugt. Besonders zweekmässig ist es jedoch. den Sehneiddraht 6? gemäss Fig. 7 in das Innere des Mund stückes 3' in einem Abstand von einigen Mil limeter vor der Austrittskante zu legen. Da- durch wird ein Auseinanderklaffen der bei den Stranghälften mit Sicherheit vermieden.
An Stelle des gespannten Drahtes kann auch vor dem Mundstück ein Steg von bis zu cm Breite angebracht werden. Der dadurch entstehende Zwischenraum zwischen den bei den Einzelsträngen lässt Trockenluft bezw. Heizgas durchtreten. Um eine Entfernung der beiden Stranghälften am obern Ende mit Sicherheit zu verhindern, kann auch über den senkrecht geteilten Strang eine Kapsel, eine Klammer oder ein Winkelrahmen von der Querschnittsform des Stranges gesetzt wer den.
Die waagrechten Trennfugen werden mit den waagrecht bewegten Schneiddrähten 25 geschnitten, die in einen Rahmen aus den Stangen 24 eingespannt sind. Nach einem Schnitt können die Schneidgeräte zum Bei spiel senkrecht verschoben werden, um beim darauffolgenden Rückkehrhub eine entspre chende Anzahl -weiterer Fugen zu schneiden.
Man kann die Einzelkörper aber aus dem Strang auch anders schneiden, wie die Fig. 4 und 5 zeigen. In diesem Falle können die Vertikalschneider mit einer oder mit zwei Führungsnadeln ausgebildet ,sein. Bei einer Nadel 27 pro Schneidgerät durchsticht diese den Tonstrang in der Mitte zwischen zwei waagrechten Schnitten. Vorn an der Nadel ist quer zu dieser in einem Spalt ein Stahl blech von der Breite B (z. B. etwa 10 mm), der Stärke<B><I>S</I></B> (z. B. 0,7 mm) und einer der Ziegelhöhe entsprechenden Höhe H als Schneidgerät eingenietet, das allseitig ge schärft ist.
Der Zwei-Nadelschneider besitzt zwei Nadeln, deren äusserste Enden .durch einen Stahlblechstreifen verbunden sind. Die bei den Nadeln durchstechen den senkrechten Tonstrang etwa 3 mm über bezw. unter einer horizontalen Schnittfuge. Der verbindende Stahlblechstreifen oder Stahldraht ragt etwas über die Nadeln heraus. Der schneidende Blechstreifen kann so kurz gehalten sein, dass etwa 1 mm Masse ungeschnitten bleibt. Die ser Rand zerreisst erst beim Trocknen, beim Brennen oder beim Verladen des gesamten Stapels.
Ein Ausbrechen von Masseteilen kann da durch verhindert werden, dass alle Vertikal schneider nicht ganz durch den Strang ge führt werden, sondern ,schon 1 mm vor Aus tritt den Rückschnitt beginnen.
Der Tonstrang erhält zum Beispiel durch geeignete Bemessung des Pressmundstückes einen Querschnitt, der ein Einfaches oder ein Mehrfaches, vorzugsweise das Doppelte einer Ziegelfläche beträgt.
Sollen aus einem Strang vom Querschnitt 25 X 25 cm Normalziegel mit einer Fläche von 25 X 12 .cm geschnitten werden, so wer den die Vertikalschneider als Doppelmesser ausgebildet, derart, dass zwischen den beiden nebeneinander liegenden Ziegeln ein Abfall streifen von 1 cm Breite, 6,5 cm Höhe und \?5 cm Länge herausgeschnitten wird. Dies ist beispielsweise dadurch möglich, das zwi schen zwei an Stelle der Nadeln 27 ange ordnete Gleitstangen zwei Schneiddrähte 43 senkrecht mit einem Abstand von 1 cm ein gespannt sind (Fis. 5).
Wird aber, wie -oben erwähnt, durch einen Draht oder einen Steg am Pressenmundstück ein Tonstrang im Quer- schnitt 25 X 24 cm in zwei Teilstränge von 25 X 12 cm zerlegt, so braucht man nur mittels der Schneiddrähte 25 die waagrechten Trennfugen herzustellen.
Eine mechanische Spalt oder Schneidein richtung zur Herstellung von Trennfugen im Verband zeigen die Fig. 8 und 9. -An dem Träger ?' sind Wellen 14 und 15 gelagert, die von den Schnecken 16 und 17 über die Schneckenräder 18 und 19 angetrieben wer den. Auf den Wellen 14, 15 und 15' ,sitzen Exzenter 20, 21 und 21', deren Pleuelstan gen 22, 23 und 23' an den eigentlichen Schneidgeräten angreifen. Statt Exzenter könnten auch Schubkurbelgetriebe vorge sehen sein.
Zur Herstellung der waagrechten Trenn fugen dienen die zwischen den Gleitstangen 24 eingespannten Schneiddrähte 25. In den Rahmen 26 und 26' sind ausserdem Nadeln 27 und<B>27'</B> geführt, die entweder paarweise übereinander ebenfalls einen senkrecht stehen den Schneiddraht tragen oder aber einzeln arbeiten und ein senkrechtes Schneidmesser für die senkrechten Trennfugen besitzen.
Bei dieser Ausführungsform arbeiten zu nächst sämtliche Horizontalschneider 25 und dann sämtliche in einer senkrechten Ebene liegende Vertikalschneider 27 bezw. 27' je weils gleichzeitig.
Eine hydraulisch betätigte Schneidvor richtung ist in den Fig. 10 und 11 darge stellt. Die Gleitstangen 24 mit den Schneid drähten 25 und die Nadeln 27 und 27' mit den Schneidgeräten für die senkrechten Fu gen sind in den Rahmen 26" und 26"' ähnlich wie bei der Vorrichtung nach Fig. 8 und 9 geführt. .Sie sitzen jedoch an Kolbenstangen 28, deren Kolben 29 in Zylindern 30 geführt sind. Das vordere Zylinderende ist jeweils mit dem hintern Ende das darunter liegen den Zylinders durch eine Überströmleitung 31 bezw. 32 verbunden. Die Zuströmungslei tung tritt am vordern Ende des obersten Zylinders vor dem Kolben ein.
Wird die Druckmittelzuführung bei ausgefahrenen Schneiddrähten eingeschaltet, so tritt das Druckmittel zunächst vor den obersten Kol ben, bewegt diesen nach hinten und ruft da durch den obersten Schnitt hervor. Hat der Kolben 29 die hinterste Stellung erreicht, so strömt das Druckmittel durch die Leitung 31 zu dem nächsten Zylinder über, in welchem dann der zweite Kolben nach hinten bewegt ,wird und den zweiten Schnitt bewirkt und so fort. In ähnlicher Weise arbeiten die Kol ben für die Schneidgeräte der senkrechten Fugen.
Die Leitungen 31' und 32' schliess lich dienen dazu, um mit Hilfe des aus ,dem untersten Zylinder austretenden Druckmit tels die Schneidgeräte jeder Gruppe wieder in die Ausgangsstellung zurückzuführen, nachdem der geschnittene Tonstrang aus dem Bereich der Schneidgeräte entfernt ist.
Die dargestellte Ausführungsform hat den Vorteil, dass sie ohne Ventile arbeitet. Es besteht jedoch ohne weiteres die Möglichkeit, auch Überströmventile und Zweigleitungen vorzusehen, die nach Erreichung eines be- stimmten Druckes in einem Zylinder -den Druckmitteleintritt für den nächsten Zylinder freigeben. Die Steuerung kann auch so ein gestellt werden, dass der tiefer liegende Kol ben schon dann seinen Arbeitszug antritt, wenn der Arbeitszug des vorhergehenden Kol- . bens erst teilweise vollendet ist.
Dies lässt sich zum Beispiel dadurch erreichen, dass die Überströmöffnungen an den Zylindern um ein entsprechendes Stück gegen das Zylinderende verschoben werden.
Beim magnetischen Schneidgerät werden Magnete zur Hin- und Herbewegung der Schneiddrähte benutzt, die durch Hebel von entsprechender Übersetzung auf die Füh rungsstangen der Schneiddrähte wirken. Beim Seilzugschneidgerät greifen Seile an den Be tätigungsstangen der Schneidgeräte an, und die Seile sind an ihrem andern Ende mit Ge wichten belastet. Ferner können Getriebe motore vorgesehen sein, die mit Ritzeln auf Zahnstangen wirken, welche die Schneidgeräte betätigen.
Wenn sämtliche Horizontalschneider gleich- zeitig arbeiten, so wird auf den Tonstrang ein Druck ausgeübt, der zu einer geringen Formänderung führen könnte. Um dies zu verhindern, kann gemäss Fig. 12 oder 13 ein Stützschild vorgesehen werden.
In dem Rahmen 26 ist gemäss Fig. 12 ein senkrechter Schild 63 mittels einer Gleit- stange 64 gelagert, die zwischen den beiden Gleitstangen 24 liegt. Die Stange 64 wird durch einen zusätzlichen Exzenter 65 in -der Weise gesteuert. dass der Schild 63 nach Ab sinken des Tonstranges auf die -Unterlage an die Seitenfläche des Stranges herangeführt wird. Nach erfolgtem Schneidvorgang wird der Schild durch eine Exzenterdrehung von 180 zurückgezogen.
Der Stützschild besitzt einen seitlichen Flansch, der eine genaue An lage an dem Tonstrang sicherstellt.
Bei der Ausführung nach der Pio,. 13 ist der Schild 63 auf Stangen 66 in dem Rah men 26 gelagert, die unter Druck der Federn 67 stehen. Beim Auspressen des Stranges be findet sich der Schild in seiner äussersten Lage, so dass der Strang unmittelbar an ihm heruntergleitet. Beim Durchschneiden des Stranges wird der Schild berührt und dann mit den . Gleitstangen 24 zurückbezogen, indem die hinter dem Schneiddraht 25 am Hopf der Gleitstange 24 angebrachten Kok ken 68 auf den Schild treffen.
In beiden Fällen kann der Schild Ein schnitte besitzen, so dass die Schneiddrähte etwa 3-10 mm in den Schild eindringen oder durch ihn hindurchgehen können, damit der Strang mit Sicherheit vollständig durch- schnitten wird.
Eine Hubvorrichtung für den Platten wagen 8 ist aus Fig. 1 ersichtlich. Am Bo den der Grube liegen Schienen 33, auf denen das Längsbett 6 durch den Motor 34 mittels eines Spindelantriebes 35 verfahren werden kann. Das Längsbett 6 trägt Schienen 36 für das Querbett 37, das wiederum mittels eines Spindelantriebes 38 verfahren werden kann. Auf dem Querbett 37 ruht mittels Säulen 39 die Grundplatte 7 für den als Unterlage die nenden Wagen B. Mittels Kegelradgetrieben 40, 41 und Schneckengetrieben 42 können die Säulen 39 und damit die Grundplatte 7 und der Plattenwagen 8 gehoben.und gesenkt werden.
Um zu vermeiden, dass jeweils der ganze Plattenwagen 8 mit den darauf ruhenden, schon geschnittenen Tonsträngen hin- und hergefahren, gehoben und gesenkt wird, kann ein besonderes Gerät zum Aufnehmen und Absetzen der einzelnen Tonstränge gemäss den Fig. 14 bis 16 verwendet werden.
Bei der Vorrichtung nach Fig. 14 bis 16 ist seitlich von der Strangpresse 3 der Träger 44 angeordnet, der mit einer Rolle 45 auf der Schiene 46 geführt ist. Zwei Gegenrollen 47 dienen zur ,sicheren Führung des Trägers. In dem Träger 44 ist der Ausleger 48 auf einer Spindel 49 geführt. Der Ausleger ist mittels der Spindel und des Handrades 50 in ge wissem Umlange senkrecht verschiebbar. An seinem vordern Ende besitzt er zwei Finger 51, die in zwei Nuten 52 der Auflagerplatte 53 greifen.
Auf der andern Seite der Presse befindet sich der Plattenwagen 8, auf den die ge- schnittenen Tonstrangstücke 11 mit den Auf lageplatten 53 aufgesetzt werden. Der Wagen ist auf den Schienen 54 verfahrbar, so dass nach Aufsetzen der einen Stapelreihe der Wagen um eine weitere Reihe verschoben werden kann. Die einzelnen Tonstränge wer den innerhalb jeder Reihe dadurch nebenein andergestellt, dass das Setzgerät 44, 48 auf der Schiene 46 verschieden weit nach links in Fig. 14 verfahren wird. Statt dessen kann aber auch der Plattenwagen auf einem seit lich verfahrbaren Bett ruhen, ähnlich wie dies oben beschrieben und in Fig. 1 dargestellt ist, so dass das Setzgerät stets über die glei che Strecke verfahren wird.
Vor und hinter der Presse sind seitlich zu der Bewegungsbahn des Setzgerätes die Schneidvorrichtungen 55, 55' angeordnet, deren Aufbau im wesentlichen wie bei den Ausführungsformen der Fig. 8-11 beschrie ben, gehalten sein kann. Die Schneiddrähte ?5 mit ihren Führungsstangen 24, 24' sind abwechselnd derart in den Schneidvorrichtun gen 55, 55' gelagert, dass die erste, dritte, fünfte Fuge usw. beispielsweise von der Vor richtung 55. die zweite, vierte, sechste Fuge usw. dagegen von der Vorrichtung 55' in dem unter der Presse befindlichen Strangstück 11 geschnitten werden. die beiden Vorrichtungen 55, 55' arbeiten somit in entgegengesetztem Richtungssinn.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 17 sind die Presse, das Setzgerät und der Plat- tendagen in gleicher Weise angeordnet, jedoch ist nur eine Schneidvorrichtung 55 unter der Presse vorgesehen, deren Schneid drähte sämtlich in demselben waagrechten Richtungssinn arbeiten. Zur Aufnahme des Schneiddruckes ist deshalb ein Stützschild vorgesehen, dessen Konstruktion aus Fig. 12 oder 13 ersichtlich ist.
Bei dieser zweiten Ausführungsform ist ausserdem ein Tisch 56 ähnlicher Ausfüh rung wie bei den bekannten Muffenrohrpres- sen vorgesehen, der mittels einer Zahntange 57 gehoben und gesenkt wird. Der Tisch trägt die Auflageplatte 53. Das Gewicht der Zahnstange mit dem Tisch und der Auflager- platte wird durch das in der Grube 58 vor gesehene Gegengewicht 59 aufgenommen, das an einem über die Rolle 60 geführten Seil 61 hängt. Das andere Ende des Seils greift an dem untern Ende der Zahnstange 57 an.
Die Arbeitsweise des Setzgerätes nach Fig. 14 ist im wesentlichen der der Hub vorrichtung für den Plattenwagen ähnlich. Es wird zunächst ein Strang ausgepresst, bis das elektrische Auge 10 die Presse stillsetzt. Dann wird die Auflagerplatte -53 in Berüh rung mit der untern Fläche des Stranges ge bracht. Der Strang wird geschnitten und zu sammen mit der Platte 53 mittels dem Spin delantrieb 49. 50 gesenkt. um ihn vom Mund stück zu trennen. dann auf den Plattenwagen gefahren und dort abgesetzt. Bei geringer Abwärtsbewegung des Auslegers 48 kommen die Finger 51 von der Auflagerplatte frei und das Gerät kann zur Aufnahme einer neuen Auflagerplatte und eines neuen Ton stranges zurückgefahren werden.
Bei dem Setzgerät nach Fig. 17 wird auf den Tisch 56, wenn er sich in seiner tiefsten Stellung befindet. die Auflagerplatte 53 aus Schamotte oder aus einem andern Werkstoff so gelegt, dass das in diesem Fall vorläufig noch etwas weiter zurückgefahrene Setzgerät die Platte mit Stapel später störungsfrei aufnehmen kann. Der Tisch und die darauf gelegte Auflagerplatte werden bei ausgeleg ten Schneidarmen bis unter den Strangrest hochgeführt. Das erfolgt durch einen nicht dargestellten Elektromotor. Die Gewichte von Zahnstange und Tisch sind durch -das Gegen gericht zum grössten Teil ausgeglichen.
Nachdem die Platte so Reit emporgehoben worden ist, dass sie leicht gegen den verblie benen Strangrest oder die volle Austritts öffnung des Mundstückes drückt, schaltet sich der Zahnstangenmotor selbst aus. Beim Auspressen des Stranges und der damit stetig wachsenden Tischbelastung wird der Tisch durch Pressdruck und Stranglast mit Strang austrittsgeschwindigkeit niedergedrückt.
An Stelle des elektrischen Auges kann nunmehr ein Schalter oder ein Kontakt durch den Tisch betätigt werden. wenn der Strang die vorgesehene Länge bezw. der Tisch den vorgesehenen Abstand vom Mundstück erreicht hat. Beim freihängenden Strang ist es da gegen zweckmässig, das elektrische Auge als Steuerorgan zum Stillsetzen des Antriebs motors der Presse zu benutzen, da ein in Form eines Schalters oder dergleichen von dem bild samen und weichen Strang zu überwindender körperlicher Widerstand Deformationen am Strang verursachen würde.
Nachdem die vorgesehene Stranglänge erreicht, der Pressantriebsmotor stillgesetzt und das Schneiden der horizontalen Schnitt fugen erfolgt ist, arbeitet das Setzgerät in der gleichen Weise, wie zu der Vorrichtung nach Fig. 14 bis 16 angegeben. Vor dem seit- liehen Verfahren des Tonstranges ist jedoch der Tisch 56 noch tiefer abzusenken. um den Weg für den Ausleger 48 freizugeben.
Statt der dargestellten Plattenwagen können zur Aufnahme der Tonstapel auch aus Metall, Schamotte oder dergleichen be- stehende Einzelplatten als verfahrbare Unter lage verwendet werden, die als Sohle in die Kanalöfen, das heisst Trockenkammer und die Brennkammer eingefahren werden und an den Längsseiten Rinnen haben, in die an den Ofenlängswänden vorgesehene Leiten ein greifen. Die Rinnen haben dabei eine solche Breite, dass die Platten angehoben werden und frei über die Leisten hinweggleiten können.
. Die fertiggebrannten Stapel können mit einfachen bekannten Greifern ab;-enommen und unmittelbar verladen werden. Soweit die Ziegel oder dergleichen noch durch stehen gebliebene Grate zusammenhängen, werden sie sich beim Umladen in die Lagerräume oder Transportwagen leicht trennen.
Die im vorstehenden am Beispiel der Herstellung von Mauerziegeln beschriebene Erfindung ist grundsätzlich auch für die Gewinnung anderer keramischer oder sonsti ger Formkörper aus beliebigen bildsamen 'Tassen geeignet, beispielsweise lassen- sich auch keilförmige Formkörper erhalten. Zwei derartige Ausführungsformen sind aus Fig.18 und 19 ersichtlich. Bei Fig. 18 ist das Mund stück mit dem Kern 69 versehen, so dass ein Hohlstrang gebildet wird.
Durch vier in Ver längerung der Seitenkanten des Kernes nach den Aussenwänden des Mundstückes verlau fende Schneiddrähte 70, 71, 7?, 73 wird die ser Hohlraum in vier Teilströme vom Quer schnitt eines Normalziegels unterteilt, die sich gegenseitig abstützen. Es ist aber auch durch geeignete Form des Mundstückes mög lich,. Hohlziegel und Deckenziegel der ver schiedensten Form herzustellen.
Fig. 19 zeigt ein Mundstück mit einem Austrittsquerschnitt 74 von etwa S-Form und einem im Innern schräg angeordneten Schneiddraht 75, so dass ein in zwei Teil ströme unterteilter Strom erhalten wird, deren Querschnitte Ringziegeln entsprechen. Naturgemäss muss die Form des Stützschildes der abgestützten Fläche des Tonstranges beim Schneiden der Horizontalfugen ange spannt sein. Die chemische Beschaffenheit des bildsamen Materials ist bei dem Verfah ren gemäss der Erfindung nicht von Bedeu tung. In Betracht kommen grundsätzlich alle Rohstoffe, die eine genügende Standfestig keit bei entsprechend geformten Presssträngen zeigen.
Bei der Herstellung von Formkörpern. insbesondere Ziegeln, mittels der dargestell ten Einrichtungen aus einem mittels einer Strangpresse erzeugten Tonstrang ist ein wiederholtes Umsetzen der an der Presse ge schnittenen Formlinge auf die Fördergeräte und von diesen auf die Unterlage, auf denen sie getrocknet und gebrannt werden, nicht mehr erforderlich.
Es ist eine vollautomatische Herstellung prismatischer, keramischer Formkörper, ins besondere von Tonziegeln oder Klinkern, mög lich, bei der die Formlinge während des gan zen Arbeitsganges von Hand nicht berührt zu werden brauchen und insbesondere die schwie rigen Ofenarbeiten, wie Einbringen und Aus bringen, von Hand vermieden werden. Da durch wird ein erheblicher Anteil der mensch lichen Arbeitsleistung erspart.
Bei geeigneter zäher oder trockener Ton beschaffenheit gelingt es ohne Schwierigkeit, Stränge von einer Höhe bis zu 15 Normal- ziegeln oder mehr zu errichten und zu schnei den, ohne dass eine Änderung des Strang umrisses während des gesamten Arbeitsver fahrens festzustellen ist.
Durch die dargestellten Einrichtungen -wird es möglich, sowohl in der Trocken kammer wie in dem Tunnelofen eine einwand freie Gegenstrombewegung hervorzurufen und Trocknung und Brand über den Kanalquer schnitt völlig gleichmässig zu gestalten.
Die gepressten Formlinge können im Freien vorgetrocknet werden. Ein Hinterein anderschalten von natürlicher und künstlicher Trocknung ist jederzeit möglich. Der zum Trocknen aufzuwendende Wärmebetrag ist dadurch weitgehend ermässigt.
Um ein Festhaften oder Anbacken der un tersten weichen Ziegel beim Pressen auf der Unterlage zu verhüten, kann diese mit Sand oder dergleichen bestreut oder mit paraffi- niertem Papier, einfachem Packpapier oder Wellpappe belegt werden.