Verfahren zur Herstellung von Mustern. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her stellung von Mustern unter Zusammenwirken mehrerer, verschiedene Einzelmuster hervorru fender Mustervorrichtungen, z. B. Druckwalzen, Schablonen, Lochkarten, Nockenscheiben usw.
Es ist bekannt, zur Vermeidung einer zu raschen Musterwiederholung Druckwalzen mit verschiedenen Durchmessern hintereinander anzuordnen, Schablonenbänder verschiedener Längen und Schablonen, die ihre Bewegung in voneinander verschiedenen Zeitintervallen wiederholen, zusammenwirken zu lassen, mit Schablonen gegenseitige Relativbewegungen auszuführen, Düsen mittels Lochkarten oder Walzen zu steuern, einer Musterwalze Farben in wechselnder Folge oder Dichte zuzuführen, zwei sich ganz oder teilweise überdeckende Einzelmuster aufzudrucken, bei Verwendung mehrerer gleichachsig angeordneter Walzen die Kupplung zwischen den Walzen zu lösen oder die Walzen in achsialer Richtung zu verschieben.
Der Nachteil dieser Verfahren ist der, dass die erzielten Unregelmässigkeiten in der Mu- sterung teils nur Verschiebungen oder Ver zerrungen von Einzelmustern sind, oder dass die erzielten Unregelmässigkeiten sich so rasch wiederholen, dass wieder eine regelmässige Wirkung entsteht; da die einzelnen Muster selbst nicht gewechselt werden, sind die erziel t en -L Tnregelmässigkeiten beschränkt und wenig wirksam.
Demgegenüber wird nach der Erfindung eine Unregelmässigkeit der Musterung dadurch erzielt, dass die verschiedene Einzelmuster hervorrufenden Mustervorrichtungen - z. B. Walzen, Schablonen - in unregelmässigem, vorausbestimmten Wechsel ganz oder in Teilen zur Wirkung gebracht und so die von den ein zelnen Mustervorrichtungen hervorgerufenen Muster zu einem unregelmässigen Gesamt muster zusammengesetzt werden.
Auf diese Weise können kleine Einzel muster zu grossen unregelmässigen Mustern zusammengesetzt werden. Die Begrenztheit des Musters durch die beschränkte Grösse.' des ein zelnen Musterbildners (z. B. des Durchmessers der Druckwalze, der Länge der Schablone), die bisher die Bildung langer, unregelmässiger Muster unmöglich gemacht hatte, kann dadurch überwunden werden. Praktisch kann das un regelmässige Gesamtmuster dadurch erzielt werden, dass unter Anwendung von zum Teil bekannten Mitteln die einzelnen Mustervor richtungen wechselweise ganz oder teilweise ein- bezw. ausgeschaltet werden.
Bei der Herstellung von Mustern auf einer Farbbahn können in bekannter Weise Druck walzen von der Färbbahn abgehoben werden; dieses Abheben erfolgte bisher, um Ränder auf Tücher aufzudrucken, also um verschiedene Einzelmuster in regelmässiger Weise zusam menzusetzen, und nicht um durch ein unregel mässiges Durcheinanderdrucken verschiedener Einzelmuster ein neues unregelmässiges lauster zu erzielen. Zur Steigerung der Unregel mässigkeit können die Druckwalzen seitlich verschoben werden. Es können auch mehrere V alten nebeneinander angeordnet werden, die jeweils nur auf bestimmte oder auch auf wechselnde Streifen der Färbbahn wirken und die jede für sich in unregelmässigem, voraus bestimmten -Wechsel abgehoben werden.
Auch können die Farbwalzen, welche die Druck walzen mit Farbe versehen, so ausgebildet sein, dass sie wechselnde Teile der Druck walzen mit Farbe versehen, oder Quetsch- walzen können die Farbe von wechselnden Teilen der Druckwalzen abquetschen. Schliess lich können auch zwischen die Druckwalzen und die Färbbahn Schablonen gelegt werden, die wechselnde Teile der Druckwalzen am Farbauftrag behindern.
Beim Auftragen von Farbe mittels Spritz- vorrichtungen werden gewöhnlich die Muster bildner von bewegten Schablonen dargestellt. Für diese Schablonen gilt sinngemäss das gleiche wie das für die Druckwalzen aus geführte. So können die durch verschiedene Schablonen spritzenden Düsen von Nocken scheiben wechselnd geschlossen werden. An Stelle der Düsenabstellung oder in Kombi nation mit dieser können auch Blenden oder zusätzliche Schablonen treten, welche die ein zelnen Schablonenmuster oder jeweils nur Teile von ihnen in unregelmässigem, voraus- bestimmten Wechsel zum Farbauftrag frei geben.
Auch dort, wo mehrere Farben auf tragende Düsenbatterien ohne Schablonen vorgesehen sind, lässt sich das erfindungsge mässe Verfahren durchführen, indem die ein zelnen Düsen in unregelmässigem, voraus bestimmten Wechsel ein- und ausgeschaltet werden.
Die Elemente, welche die Ein- oder Aus schaltung der einzelnen Musterbildner bewir ken (z. B. die Nockenscheiben oder Ketten, welche die Walzen abheben, die Düsen dros seln usw.) sind selbst wieder in ihrer Grösse derart beschränkt, dass bei der Herstellung längerer Muster Wiederholungen eintreten können, indem, wenn z. B. die Nockenscbeiben sich einmal gedreht haben, sie bei der zweiten Umdrehung die gleichen Einstellungen her vorrufen wie bei der ersten Umdrehung. Um diese Wiederholungsmöglichkeit zu verrin gern, können auf diese Nockenscheiben weitere Nockensclieiben oder ähnliche Vorrichtungen, die ihre Bewegungen in andern Zeitintervallen wiederholen, wirken.
Durch die dabei auf tretende Überlagerung in der Einwirkung mehrerer verschiedener Verstellungselemente lässt sich z. B. auch bei längeren Färbbabnen die Unregelmässigkeit eines Musters bis zur völligen Rapportlosigkeit erweitern.
Sinngemäss lässt sich das erfindungsgemässe Verfahren auch anwenden beim Plattendruck, wobei die einzelne Platte den Musterbildner darstellt; weiterhin ist das Verfahren anwend bar bei Webstühlen, Strickmaschinen usw., wobei z. B. die einzelnen, verschiedene Einzel muster hervorrufenden Karten als die Muster bildner anzusehen sind. Auch wo Muster nicht durch Farbauftrag, sondern durch Prägungen erzeugt werden, lässt sich das Verfahren nach der Erfindung mit Vorteil anwenden.