CH226967A - Verfahren zur Herstellung von Sinterkörpern aus Presslingen von Metallpulver. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Sinterkörpern aus Presslingen von Metallpulver.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Sinterkörpern ans Presslingen von Netallpulver. Zur Herstellung von gesinterten Form körpern wurde bisher so gearbeitet, dass Me tallpulver, beispielsweise in kaltem Zustand, durch Pressen in kompakte Formkörper über geführt wurde und diese Formkörper, bei spielsweise in einem Glühofen, unterhalb des Schmelzpunktes des Metalles oder der Me tallkomponenten, in der Praxis bei Tem peraturen, die höchstens zwei Drittel der Schmelztemperaturen betrugen, gegebenen falls in vor Oxydation schützender Atmo sphäre, längere Zeit, teilweise mehrere Stun den,
geglüht wurden.
Das wesentliche Charakteristikum der bei der metallkeramischen Verformung ausgebil deten Arbeitsweise des Sinterus besteht darin, dass man dem durch Pressen in die endgültige Form gebrachten Körper eine innere Ver festigung gibt, die der eines geschmolzenen und wieder erstarrten Körpers zwar ent spricht, ohne dass jedoch das Metall bezw. die Komponenten auf Temperaturen erhitzt werden, bei denen sie bereits zum Schmelzen kommen, wodurch der Körper deformiert würde.
Es wurde nun die-überraschende Feststel lung gemacht, dass es möglich ist, auch bei Temperaturen, die weit oberhalb der Schmelz punkte des oder der zur Anwendung gelan genden Metalle liegen, einen Sintereffekt zu erreichen, der dem des bisherigen, unterhalb des Schmelzpunktes der Komponenten liegen den Verfahrens gleichkommt, wobei die Form ebenfalls erhalten bleibt, aber der Sinter prozess in unverhältnismässig kürzerer Zeit durchgeführt wird.
Die vorliegende Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstellung von Sinter- körpern aus Presslingen von Metallpulver mindestens einer Sorte, das dadurch gekenn zeichnet ist, dass die Presslinge nur so lange Temperaturen ausgesetzt werden, die weit oberhalb des Schmelzpunktes des Metalles bezw. der Metallsorten, beispielsweise im Temperaturbereich des elektrischen Licht- Bogens, liegen, dass nur ein Sintervorgang eintritt.
Die Herstellung eines Sinterkörpers nach vorstehend gekennzeichneter Art kann so durchgeführt werden, dass man dem beispiels weise kalt gepressten Formkörper einen Wärmestoss erteilt, der so kurz bemessen ist, dass die einzelnen Teilchen Gelegenheit haben, miteinander zu verschweissen, ohne dass der Körper als Ganzes zum Schmelzen kommt und dadurch seine Form verlieren würde. Um einen derartigen Wärmestoss zu erteilen, der in relativ kurzer Zeit den ganzen Körper durchdringen muss, ist von einer Wärmequelle auszugehen, die sehr hohe Tem peraturen aufweist, Temperaturen, die jeden falls weit über den Schmelzgraden des Press- gutes liegen, so dass bei längerem Behandeln der Presslinge Schmelzen eintreten würde.
Durch Abschrecken bezw. durch Entfernen der Wärmequelle wird den einzelnen Teil chen jedoch nur Gelegenheit gegeben, ober flächlich miteinander zu verschweissen. Die Temperatur der Wärmequelle darf hierbei jedoch nicht so tief liegen, dass kein Wärme stoss mehr erteilt werden kann, sondern die Wärme sich nur so langsam durch den Kör per fortpflanzt, da.ss dadurch ein deformie rendes Schmelzen eintritt. Um einen der artigen, möglichst kurz bemessenen, inten siven Wärmestoss zu erzielen, können die verschiedenartigsten hochtemperaturigen Wärmequellen benutzt werden. Vorzugsweise wird man den elektrischen Lichtbogen zur Anwendung bringen.
So kann man zum Beispiel in ein Kohlen rohr einen zylindrischen Pressling aus Kup ferpulver gut passend einführen und dieses Kohlerohr als einen Pol für den Lichtbogen benutzen. Das Kohlerohr lässt man dabei rotieren. Auf diese Weise ist es möglich, bei exakter Beherrschung der Temperaturein wirkung, zu einer Sinterung zu gelangen.
Die Wärmequelle, beispielsweise der Licht bogen, kann unter U mständen direkt auf das zu behandelnde Werkstück zur Einwirkung gelangen, wenn beispielsweise Formkörper aus Metallen vorliegen, die nicht der Gefahr einer Oxydation ausgesetzt sind. Bei Behand lung von beispielsweise Eisen oder ähnlichen Metallen ist es zweckmässig, in einer Schutz gasatmosphäre zu arbeiten. Die Wärme behandlung kann entweder bei inertem Gas oder unter reduzierenden Bedingungen, bei spielsweise Wasserstoff bezw. im Vakuum oder Hochvakuum, vorgenommen werden.
Eine weitere Ausführungsform des Ver fahrens besteht darin, dass die Formkörper in reduzierende Mittel, beispielsweise Kohle pulver und dergleichen, eingepackt und diese so vorbereiteten Gegenstände der Wärme quelle ausgesetzt werden. Bei der Verwen dung von Kohlepulver kann zum Beispiel gleichzeitig eine gewisse Zementation der Oberfläche, was in manchen Fällen sehr er wünscht ist, erreicht werden.
Der Formkörper wird je nach Beschaffen heit zweckmässig einige Sekunden, höchsten falls ausnahmsweise Minuten, mit oder in der Wärmequelle behandelt.
Eine weitere Ausführungsform besteht ferner darin, dass man mehrere Kohleelektro den einander gegenüber anordnet, um so einen möglichst grossen Wärmeraum zu schaffen, durch den der Gegenstand entweder hindurchgezogen oder -bewegt werden kann. Bei Röhren oder ringförmigen Formstücken kann beispielsweise ein Kohlestab durch die Öffnung geführt werden, der gegebenenfalls den zweiten Pol darstellt. Zur Erzielung eines möglichst grossen Wärmeraumes kann auch der Lichtbogen elektromagnetisch aus einandergezogen werden. Gegebenenfalls kann, wenn der Formkörper beispielsweise in einem Rohr mit Kohlepulver eingebettet ist, auf diesem Rohr eine Schleifbürste laufen, so dass das Rohr den einen Pol darstellt.
Die vorliegende Erfindung soll nicht auf die angeführten Beispiele beschränkt sein, sondern jede Vorrichtung zur Erzielung einer hochtemperaturigen Wärmequelle kann zur Anwendung gelangen, die dem Formkörper Gelegenheit gibt, mehr oder weniger rasch durch die Wärmezone hindurchgeführt wer den zu können. Nach der Wärmebehandlung wird der Körper vorteilhaft aus der Wärme- zone entfernt, wobei er sich sehr rasch ab kühlt.
In sehr vielen Fällen kann ein der artig rasches Abkühlen im Sinne einer Ab schreckung erwünscht sein. Gegebenenfalls kann der Körper nach der Wärmebehandlung nicht unter den normalen Verhältnissen ab gekühlt werden, sondern er kann zusätzlich, beispielsweise in Wasser, direkt abgeschreckt werden.
Das beschriebene Verfahren, das den bis herigen Anschauungen direkt zuwider läuft, insofern als nicht nur bei Schmelztempera turen, sondern sogar teilweise bei Verdamp- fungstemperaturen gearbeitet und trotzdem nur ein Sintervorgang erreicht wird, war ab solut neu und überraschend.
Abgesehen davon werden aber noch weitere Vorteile durch das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht, in dem der Sintervorgang in einer dem bisheri gen Verfahren gegenüber unvergleichlich kürzeren Zeit vor sich gehen kann, was bei der Herstellung von Formkörpern, die in der Praxis am laufenden Band in grössten Men gen verarbeitet werden, einen besonderen Vorteil darstellt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Sinter körpern aus Presslingen von Metallpulver mindestens einer Sorte, dadurch gekenn zeichnet, dass die Presslinge nur so lange Temperaturen ausgesetzt werden, die weit oberhalb des Schmelzpunktes des Metalles bezw. der Metallsorten liegen, dass nur ein Sintervorgang eintritt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Erhitzung der Presslinge in einem inerten Schutzgas vor genommen wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Erhitzung der Presslinge in reduzierender Atmosphäre vor genommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Erhitzung der Presslinge im Vakuum vorgenommen wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Erhitzung der Presslinge eingebettet in reduzierende feste Mittel vorgenommen wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als reduzierendes Mittel Kohle pulver verwendet. 6.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Wärmequelle der elektrische Lichtbogen verwendet wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der gesinterte Formkörper unmittelbar nach dem Erhitzen abgeschreckt wird.
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