CH228548A - Verfahren zur Herstellung von trans-Oestradiol aus cis-Oestradiol. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von trans-Oestradiol aus cis-Oestradiol.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von trans-Oestradiol aus eis-Oestradiol. Es ist bekannt, dass bei der Reduktion von ketogruppenhaltigen Sexualhormonen zu den entsprechenden Alkoholen, wie zum Bei spiel bei der Reduktion des Oestrons, des Dehydroandrosterons, des trans-Androste- rons und dergleichen, ein Gemisch isomerer Alkohole entsteht,
das sich nur durch die Stellung der durch Reduktion gebildeten OH- Gruppe am Kohlenstoffatom 17 unterschei det. So entstehen zum Beispiel aus dem Oestron sowohl das cis-Oestradiol, in dem die OH-Gruppe am Kohlenstoffatom 17 und die benachbarte Methylgruppe in eis-Stellung zueinander stehen, als auch das trans-Oestra- diol, in dem diese Gruppen in trans-Stellung zueinander angeordnet sind.
Durch geeignete Auswahl der Reduktionsbedingungen gelingt es zwar, das Gleichgewicht der Reaktionspro dukte zugunsten des einen oder des andern Isomeren zu verschieben. Es ist aber nicht möglich, die Bildung des einen Isomeren voll ständig zu unterbinden. Da sich nun die bei den Isomeren in ihren physiologischen Eigen- schaften wesentlich unterscheiden (so weist zum Beispiel das cis-Oestradiol nur etwa ein Zehntel der Wirksamkeit des trans-Oestra- diols auf),
bedeutet diese bisher unvermeid bare Bildung des weniger wirksamen Isome- ren einen Verlust an physiologischen Einhei ten. Verfahren, diesen Verlust zu vermeiden oder zu verringern, besitzen daher grosse tech nische Bedeutung.
Es ist auch bekannt, die Alkoholgruppe in 17-Stellung der Cyclopentanopolyhydro- phenanthrenderivate durch Oxydation in die Betongruppe überzuführen.
Es wurde nun gefunden, dass man zu einer erhöhten Ausbeute an trans-Isomeren gelangt, wenn man entsprechend vorliegender Erfin dung ein rohes, vorwiegend cis-Oestradiol ent haltendes cis-trans-Oestradiolgemisch unter intermediärem Schutz der phenolischen Hy- droxylgrupl:
e axydiext und @dureoh Itedüktion der entstandenen Ketogruppe ein an trans- Oestradiol stark angereichtertes Gemisch her stellt, aus dem, so erhaltenen Gemisch das trans-Oestradiol abscheidet und das dabei an fallende cis-Isomere erneut dem Verfahren unterwirft.
EMI0002.0003
CH3 <SEP> H <SEP> CH3 <SEP> H
<tb> LOH <SEP> OH
<tb> R-(\/ <SEP> I <SEP> RJ
<tb> cis-Oestradiol <SEP> trans-Oestradiol
<tb> Oxydation <SEP> Trennung
<tb> CH3 <SEP> 0 <SEP> CH3 <SEP> 11
<tb> <U>1</U>I <SEP> @ <SEP> \ <SEP> <U>@</U>@ <SEP> OH
<tb> --% <SEP> Reduktion
<tb> R <SEP> \/J <SEP> R_I: <SEP> <B>)I#,</B>@
<tb> Oestron <SEP> Gemisch <SEP> von <SEP> traps- <SEP> und
<tb> cis-Oestradiol Für die Oxydation eignen sich alle Oxy dationsmittel, die eine sekundäre Alkohol gruppe in eine getogruppe überzuführen ver mögen. Als besonders zweckmässig hat sich dabei Chromsäureanhydrid erwiesen.
Zum intermediären Schutz der phenoli- schen Hydroxylgruppe während der Oxyda tion kann man diese in eine Gruppe umwan deln, die man durch Hydrolyse leicht wieder in die Hydroxylgruppe überführen kann, zum Beispiel durch Überführung in die an organischen oder organischen Ester oder Äther und dergleichen. Als besonders vorteil haft hat sich dabei die Benzoylierung der phenolischen Hydroxylgrruppe im Oestradiol erwiesen.
Beispiel <I>1:</I> 0,36 g eines cis-trans-Oestradiolgemisches, das vorwiegend cis-Oestradiol enthält, wer den nach Schotten-Baumann benzoyliert. Das benzoylierte Produkt wird in 100 cm' Eis essig gelöst und mit 106 mg Chromsäure (1,2 Mol) in 100 cm@ Eisessig tropfenweise bei Zimmertemperatur versetzt. Man lässt über Nacht stehen. Dann giesst man das Reak tionsgemisch in die fünffache Menge Wasser Die folgenden Formelbilder sollen das Ver fahren an Hand des Oestradiols näher erläu tern und äthert aus.
Der Äther wird mit Soda und Wasser gewaschen und anschliessend getrock net. Der Ätherrückstand schmilzt bei 200 bis 210 . Man kristallisiert ihn aus Alkohol um und erhält in einer Ausbeute von 70-80 das reine Oestronmonobenzoat. Dieses Pro dukt wird in Propylalkohol mit metallischem Natrium unter Erwärmen auf dem siedenden Wasserbade verseift und gleichzeitig zum Oestradiol hydriert. Das Hydrierungsgemisch wird nach beendeter Reaktion mit verdünnter Schwefelsäure angesäuert und erschöpfend mit Äther extrahiert. Der Ätherauszug wird getrocknet und durch Abdestillieren vom Lö sungsmittel befreit.
Der hinterbleibende Rück stand wird aus Methanol umkristallisiert, wobei man 85 % der Ausbeute als reines trans- Oestradiol mit den aus der Literatur bekann ten physikalischen Konstanten erhält. Das daneben anfallende cis-Oestradiol wird er neut in den Prozess zurückgeführt.
<I>Beispiel 2:</I> Man verfährt nach Beispiel 1 bis zur Ge winnung des reinen Oestronmonobenzoats. Dieses wird bei 60-80 in Methanol gelöst und in Gegenwart von Nickelkatalysator nach Raney im. eIgeschlossenen Gefäss mit Wasserstoff bis zur Aufnahme von 1,1 1VIol Wasserstoff geschüttelt, wobei man die Tem peratur von 60-80 aufrechterhält. Nach Unterbrechung der Wasserstoffaufnahme kühlt man auf Zimmertemperatur ab, filtriert den Katalysator ab und entfernt aus dem Fil trat das Lösungsmittel durch Eindampfen im Vakuum.
Der hinterbleibende Rückstand, das Oestradiolmonobenzoat, wird mit alkoho lischer Kalilauge verseift. Aus der Versei- fungsflüssigkeit lässt sich nach Ansäueirn mit verdünnter Schwefelsäure das Oestradiol aus- äthern, das, wie in Betspiel 1 beschrieben, in trans,
- und cis-Oes@tradiol getrennt wisrd, wonach man :letzteres erneut dem Verfahren unterwirft.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von trans- Oestradiol, dadurch gekennzeichnet, dass man ein rohes, vorwiegend cis-Oestradiol enthal- tendes Oestradiolgemisch unter intermediärem Schutz -der phenolischen Hydroxylgruppe oxydiert und durch Reduktion der dabei ent standenen Ketogruppe ein an trans-Oestra- diol stark angereichtertes Gemisch herstellt,aus dem so erhaltenen Gemisch das trans- Oestradiol abscheidet und das dabei anfal lende cis-Isomere erneut dem Verfahren unterwirft. UN TERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Oxydation mit Hilfe von Chromsäure durchgeführt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der intermediäre Schutz der phenolischen Hydrogylgruppe vor der Oxydation durch Überführung in eine Gruppe, die sich durch Hydrolyse leicht wie der in die Hydroxylgruppe zurückverwandeln lässt, erfolgt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE228548X | 1937-03-01 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH228548A true CH228548A (de) | 1943-08-31 |
Family
ID=5867267
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH228548D CH228548A (de) | 1937-03-01 | 1938-02-28 | Verfahren zur Herstellung von trans-Oestradiol aus cis-Oestradiol. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH228548A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2779773A (en) * | 1956-05-23 | 1957-01-29 | Nepera Chemical Co Inc | Steroid 3, 16alpha-diols and process |
-
1938
- 1938-02-28 CH CH228548D patent/CH228548A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2779773A (en) * | 1956-05-23 | 1957-01-29 | Nepera Chemical Co Inc | Steroid 3, 16alpha-diols and process |
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