Neigungswaage.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Nei gungswaage zur Feststellung der infolge einer Beeinflussung entstehenden prozentuelen Gewichtsänderung eines Gegenstandes oder einer Materialmenge, welche Waage mit einem Schiebegewicht versehen ist, das zur Entlastung oder Belastung des Neigungsgewichtes entlang einer Hilfsskala verstellt werden kann, welche derart unterteilt ist, dass darauf eine prozentuale Beziehung zwi schen den Gewichten vor und nach der Beeinflussung abgelesen werden kann.
Aus der deutschen Patentschrift Nr. 365838 ist eine solche Waage bekannt. Das Schiebegewicht, das zur Entlastung oder Belastung des Neigungsgewichtes dient, ist hierbei entlang des Traghebels des Neigungsgewichtes von Hand verstellbar.
Beim Erfindungsgegenstand ist nun der Traghebel des Neigungsgewichtes mit einem zweiten Hebel gekuppelt, längs welchem das Schiebegewicht verstellbar ist.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise dargestellt.
Es zeigen : Fig. 1 den Anzeigekasten einer Neigungswaage in Vorderansicht mit gröB- tenteils weggebrochenem Zifferblatt,
Fig. 2 einen Durchschnitt nach der Linie II-II in Fig. 1.
Die nichtgezeichnete Lastschale der Waage wirkt mittels einer auf-und abgehenden Zugstange 3 auf einen innerhalb des Anzeigekastens 4 liegend angeordneten Hebel 5, der an seinem einen Ende mit einer Schneide auf einem Böckehen 6 abgestützt und an seinem andern Ende mit dem untern Ende einer zweiten, ungefähr senkrechten Zugstange 7 gelenkig gekuppelt ist. Das obere Ende dieser Stange wirkt auf den liegenden Arm 8 eines Winkelhebels 8,8a ein, dessen anderer, abwärtsgerichteter Arm 8a ein Gewicht 10 trägt und als Neigungshebel oder Pendel dient. Der Hebel 8,8a ist mittels einer Scheide auf einem Bockchen 11 abge stützt. Am rechten Ende des liegenden Armes 8 ist eine abwärtsgerichtete Zahnstange 9 angebracht, die mit einem Zahnritzel 12 kämmt.
Das Ritzel 12 ist fest mit einem Zeiger 13 verbunden, der sich zur Gewichtsanzeige über einem kreisförmigen Zifferblatt 14 bewegt.
Der Neigungshebel oder das Gewichtspendel 8a, 10 ist mittels einer an beiden Enden gelenkig abgestützten Zugstange 15 mit dem freien Ende einer liegenden Hilfsbrücke 16 gekuppelt, deren anderes Ende mit einer Schneide auf einem festen Bockchen 17 ruht. Entlang dieser Brücke ist ein Hilfsgewicht 18 verschiebbar. Seine Verschiebung geschieht mit Hilfe einer Schraubenspindel 19, die an beiden Enden drehbar in der Brücke 16 gelagert ist und mittels einer aus einer Schraubenfeder 20 bestehenden biegsamen Welle mit einer im Kasten 4 gelager- ten kurzen Welle 21 gekuppelt ist, die ausser- halb des Anzeigekastens eine Handkurbel 22 trägt. An der Brücke 16 ist eine Skala 23 befestigt, mit der ein Zeiger 24 des Hilfsgewichtes 18 zusammenarbeitet.
Die Skala weist eine von rechts nach links im Wert ansteigende Dezimalteilung auf, die im Beispiel von 50-100 geht.
Wie ersichtlich, wird der Neigungshebel 8a, 10 durch das verschiebbare Hilfsgewicht je nach dessen Stellung mehr oder weniger belastet, so dass es möglich ist, die Aus gleichskraft der Waage durch Verschieben des Hilfsgewichtes zu verändern. Befindet sich das Gewicht 18 in seiner linken Endlage, wobei der Zeiger 24 an der Skala 23 auf 100 steht, dann ist der volle oder normale Gewichtsausgleich vorhanden, so daB der Zeiger 13 der Waage das wirkliche Gewicht der abgewogenen Last anzeigt. Wird das Hilfsgewicht dagegen nach rechts verscho- ben, dann findet ein nur teilweiser Gewichtsausgleich statt, so dass der Zeiger 13 der Waage ein grösseres als das wirkliche Gewicht der Last anzeigt.
Das wirkliche Gewicht macht dann immer einen der Stellung des Hilfsgewichtes 18 entsprechenden Anteil des angezeigten Gewichtes aus. Dieser Anteil kann an der mit einer entspreehenden Teilung versehenen Skala 23 in Prozenten abgelesen werden.
Die so eingerichtete Waage kann benutzt werden, um durch Vergleich des Gewichtes eines Gutes oder Gegenstandes vor und nach einer mit einer Gewichtsverminderung verbundenen Behandlung zu prüfen, ob die Ge wichtsverminderung dem vorgesehenen oder vereinbarten Anteil des ursprünglichen Gewichtes tatsächlich entspricht. Der Gebrauch der Waage ist dabei folgender :
Zum Beispiel bei zu entrahmender Milch sei angenommen, dass ein Grad der Entrahmung vereinbart sei, der einen Gewichtsverlust von 25% bedingt, so dass das Gewicht der Magermilch 75 % des Gewiehtes der Vollmilch betragen muss. Beim Abwiegen der Vollmilch wird das Hilfsgewicht 18 in seine linke Endlage gebracht, also auf 100% eingestellt.
Bei dem nachher stattfindenden Abwiegen der Magermilch wird das Hilfsge- wicht dagegen so eingestellt, dasssein Zeiger auf 75% steht. Die Waage zeigt dann, falls die Entrahmung in der vereinbarten Weise durchgeführt worden ist, in beiden Teilen das gleiche Gewicht an. War das Gewicht der Vollmilch beispielsweise 80 kg, dann zeigt der Zeiger 13 der Waage nicht nur beim Wiegen der Vollmilch, sondern auch beim Wiegen der Magermilch, obgleich letziere nur 60 kg schwer ist, auf 80 kg. Ist die Gewichtsanzeige niedriger, dann war die Milch zu sark entrahmt worden.
Die Waage vergleicht also selbsttätig das Gewicht der Ma germilch unter Berücksichtigung des vereinbarten Gewichtsverlustes mit dem Gewicht der Vollmilch, und man kann unmittelbar am Zeiger 13 der Waage ablesen, ob die Entrahmung in der vereinbarten Weise durchgeführt worden ist oder nicht.
Um zum Beispiel festzustellen, um wieviel Prozent mehr entrahmt worden ist als vereinbart, verschiebt man das Gewicht 18 an der Hilfsbrüeke 16, bis der Zeiger 13 der Waage auf 80 kg zeigt, worauf man an der Skala 23 die wirkliche Gewichtsabnahme der Milch ablesen kann.
Die Waage kann natürlich auch benutzt werden, um einen vorher nicht festgelegten oder vereinbarten Gewichtsverlust eines Gutes, zum Beispiel den Gewichtsverlust von Holz beim Trocknen festzustellen. Nachdem das getrocknete Holz auf die Lastschale der Waage gebracht ist, wird das Hilfsgewicht derart verschoben, daB der Zeiger 13 an der Skala 14 auf dem ursprtinglichen Gewicht des nassen Holzes steht.
Der Zeiger 24 zeigt dann an der Skala 23 das prozentuale Verhältnis des Trockengewichtes zum NaBgewicht an.
Die Bezifferung der Skala 23 konnte dahin geändert werden, daB die Zahlen mit Null beginnend von links nach rechts anwachsen. In diesem Falle wird an der Skala angezeigt, um wieviel Prozent das wirkliche Gewicht geringer ist als das vom Zeiger der Waage angezeigte Gewicht bezw. man stellt in dem ersterwähnten Anwendungsbeispiel beim Nachwiegen der Magermilch am Hilfsgewicht 18 den vereinbarten Gewichtsver- lust ein. Die Waage kann so ausgebildet werden, daB sie statt zum Nachpriifen einer Ge wichtsverminderung umgekehrt zum Nachprüfen einer Gewichtszunahme zu gebrauchen ist.
So kann zum Beispiel die gezeigte Eine richtung so abgeändert werden, daB in der rechten Endlage des Hilfsgewichtes 18 der volle oder normale Gewichtsausgleich stattfindet, während bei Verschiebung des Gewichtes nach links die Ausgleichkraft der Waage vergröBert wird. Der Zeiger 13 zeigt dann bei verstelltem Hilfsgewicht 18 ein kleineres Gewicht als das wirkliche Gewicht an, wobei zum Beispiel das Verhältnis des wirklichen Gewichts in Prozenten des angezeigten Gewichts wieder an der Skala 23 abzulesen ist.
Ferner ist eine solche Ausbildung möglich, dass wahlweise Gewichtsverminde- rungen oder Gewichtszunahmen nachgeprüft werden können, indem die Einrichtung so gewählt wird, daB in einer mit 100 oder auch mit 0 bezeichneten Mittelstellung des Hilfsgewichtes der normale Gewichtsausgleich erfolgt, während bei Verschiebung des genannten Gewichtes nach rechts oder links die Ausgleichkraft der Waage verkleinert oder vergröBert wird.
Endlich könnte die Waage so ausgebildet werden, dass das Hilfsgewicht den Neigungshebel, statt wie im Beispiel belastet, entlastet, d. h. also, daB es dem Neigungsgewicht entgegenwirkt ; zu diesem Zwecke kann zum Beispiel bei der dargestell ten Ausführung die Hilfsbrücke 16 statt mit dem Arm 8a, mit dem Arm 8 des Winkelhebels 8,8a gekuppelt sein, wobei natürlich ein entsprechend schweres Neigungsgewicht 10 anzuordnen ist.