Einrichtung zum Lagern von Spinn- und Zwirnspindeln. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Lagern von Spinn- und Zwirnspindeln mittels Hals und Fusslager enthaltenden Lagerhülsen. Die Praxis in der heutigen Spinnerei und Zwirnerei zeigt in steigendem Masse das Bestreben, auf einer Maschine Spindeln für die verschiedensten Arten von Spulen oder Garnhülsen zu ver wenden, um entsprechend den zu verspinnen den Rohstoffen - Baumwolle, Wolle, Zell wolle, Kunstseide usw. - sich den jeweiligen praktischen Bedürfnissen anpassen zu kön nen.
Wenn man bedenkt, dass ebenso Schuss- wie Ketthülsen in den verschiedensten Ab messungen, Northrophülsen, Holz- und Papp- spulen mit mehr oder weniger grossen Garn mengen besponnen werden müssen, so ergibt sieh, dass die verschiedenen grossen Hülsen und Kopse auch ganz unterschiedliche Be lastungen und Schwerpunktsverlagerungen mit sich bringen, wodurch die Laufbedingun- gen der Spindel stark beeinflusst werden. Dazu sind noch die je nach Bedarf stark wechselnden und insbesondere immer mehr gesteigerten Spindeldrehzahlen zu berück sichtigen.
Bis zu einem gewissen Grad ist die Spin- ,deltechnik diesen Bedürfnissen dadurch ge recht worden, dass die Spindelaufsätze ab nehmbar gemacht oder dass die Spindel-aber- teile (Schaft mit Wirtel) auswechselbar ge macht worden sind. Diese Massnahmen konn ten aber den Erfordernissen der heute zur Verfügung stehenden Rohstoffe nicht ge nügen, weil der Unterbau der Spindeln den stark veränderlichen Beanspruchungen nicht gewachsen bezw. nicht angepasst war.
Wäh rend also bisher derjenige Teil -der .Spindel, der zur Aufnahme der Garnhülse dient, aus gewechselt wunde, waren die Spindeln in ihrem Unterteil und,die zugehörige Lagerung von vornherein nur für bestimmte, eng be grenzte Belastungen und Beanspruchungen festgelegt.
Wollte ein Spinner, veranlasst durch den Übergang auf einen andern Rohstoff, wesent lich grössere gopsgewichte erzielen: oder wesentlich höhere Drehzahlen erreichen, oder beides stark reduzieren, so war er gezwungen, eine neue, entsprechend grössere oder kleinere Maschine anzuschaffen.
Gemäss der Erfindung ist in einer oben und unten offenen Führungsbüchse eine eine Spindel tragende Lagerhülse auswechselbar angeordnet, die zum Zwecke des Umwechselns gegen eine eine Spindel verschiedener Grösse tragende Lagerhülse mit gleichem Aussen durchmesser an der Passfläche unter Vermitt lung mindestens eines nachgiebigen Tole ranzgliedes in der Führungsbüchse gehalten ist.
Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung in beispielsweisen Ausführungs formen veranschaulicht, und es stellt dar: Fig. 1 eine Spindellagerung, Fig. 2 die Lagerhülse, Fig. 3 eine bauliche Variante, Fig. 4 einen Querschnitt durch die Fig. 3 gemäss der Linie IV-IV, Fig. 5 die Führungsbüchse der Spindel bank in Ansicht, Fig. 6 die Führungsbüchse der Spindel bank im Längsschnitt, Fig. 7 eine feste Ausbildung der Füh rungsbüchse in der Spindelbank, Fig. 8 eine bauliche Variante, Fig. 9 eine weitere bauliche Variante in Seitenansicht, teilweise im Schnitt, Fig. 10 in Draufsieht.
In der Spindelbank 1 wird eine kurze, oben und unten offene Führungsbüchse 2 in bekannter Weise durch eine Mutter 3 be festigt. In dieser Führungsbüchse sitzt die mit einem Fusslager F und einem Halslager H ausgebildete Lagerhülse 4, in velcher die Spindel 5, an der der Wirtel 6 angeordnet. ist, gelagert wird. In der Führungsbüchse 2 ist eine Aussparung 7 (Fig. 6) vorgesehen, in die bei eingesteckter Lagerhülse 4 ein an die ser befestigter Stift 8 (Fig. 2 und 3) ein greift, um eine Drehung der Lagerhülse 4 in der Büchse 2 zu verhindern. Um das geringe Spiel zwischen Lagerhülse und Führungs büchse aufzunehmen, einen Toleranzausgleich zu schaffen und einen zentrischen Sitz der Lagerhülse zu erreichen, werden gemäss Fig. 2 an dieser federnde Elemente 9 vor gesehen, z. B. an sich bekannte Federkappen.
Es können aber auch Federringe, elastische Einlagen oder ähnliches verwendet werden. Diese Toleranzglieder werden zweckmässiger weise in verschiedenen Höhenlagen vorge sehen. Um zu verhindern, dass die Lagerhülse in der Achsenrichtung der Spindel sich ver schiebt, ist die Führungsbüchse 2 an ihrem untern Ende 10 leicht konisch erweitert. Die untern Federelemente 11 greifen in der Höhe dieser konischen Erweiterung 10 an, wodurch das Hochsteigen verhindert wird.
Es wurde oben gesagt, dass die Lagerhülse mit etwas Spiel in der Führungsbüchse sitze; dies ist deshalb erforderlich, weil infolge des hohen Feuchtigkeitsgehaltes der Spinnsäle und der manuellen Berührung der Teile sich Post bildet, der naturgemäss in kürzester Zeit bei vollständigem Passen der Lagerhülse in der Führungsbüchse ein Festrosten der Spin dellagerung bewirken würde, so dass ein Aus wechseln nicht mehr möglich wäre. Ander seits sind aber auch die unvermeidlichen To leranzen zu berücksichtigen. die bei der Her stellung der Spindellagerhülsen auftreten, und infolge derer eine Hülse anders ist wie die nächste. Wenn auch die Unterschiede nur gering sind, so muss ihnen doch Rechnung ge tragen werden.
Erforderlich ist, dass die Spin del trotz des geringen Spiels zwischen der Führungsbüchse und der Lagerhülse ruhig und ortsfest sitzt.
Bei der baulichen Variante gemäss Fig. 3 sind an Stelle der Federelemente 11 als Tole- ra.nzglieder sogenannte Wellen- oder Buckel ringe 14 verwendet. Zur Verhinderung der Drehurig wird zusätzlicherweise eine Feder kappe 15 in der fjagerhülse 4 vorgesehen.
Es ist nicht mehr erforderlich, die Füh rungsbüchse in der bisherigen Weise mit einer :Mutter in der Spindelbank zu befestigen, son dern die Führungsbüchse kann mit der Spin- delbank 1 zusammen gegossen werden (Fig. <B>7),</B> so dass Führungsbüchse und Spindel Bank ein einheitliehes Ganzes bilden.
An Stelle der federnden Elemente kann als Toleranzglied selbstverständlich auch ein elastischer Stoff 12, z. B. Kunstharz, Kunst horn, oder ein ähnliches Produkt vorgesehen werden, das in die Führungsbüchse 2 einge presst ist. Dadurch wird naturgemäss ein Fest rosten ebenfalls verhindert. An Stelle der Gegenmutter 3 kann die Führungsbüchse unter Umständen durch Schrauben 13 an der Spindelbank befestigt werden.
Die der Einrichtung ist sehr einfach. Sollen grössere oder kleinere Spindeln zur Verwendung kommen, so ge nügt zum Auswechseln ein leichter Druck von unten auf die Lagerhülse 4, und diese hebt sich samt der Spindel aus dem Führungs büchse 2 heraus. Die alte Lagerhülse und Spindel können in zusammengestecktem Zu stand dann ohne weiteres abgelegt werden. In die freigewordene Öffnung der Führungs büchse 2 wird nun die neue Spindel mit ihrer Lagerhülse eingeführt, und zwar so, dass die Nase 8 der Lagerhülse 4 in den Schlitz 7 der Führungsbüchse eingreift.
Damit ist die ganze Auswechselarbeit beendet, und die Ma schine läuft mit neuen Spindeln, die für den zu bildenden Wickelkörper geeignet sind und einwandfrei laufen. Dabei ist die Auswechs lung in denkbar kürzester Zeit erfolgt. Sie benötigt keinen Schraubenzieher oder Schrau benschlüssel oder ein anderes Werkzeug. Sie kann von vollkommen unkundigen Hilfs- kräften ausgeführt werden, da jede Einstell arbeit in Wegfall kommt.
Bei den dargestellten Einrichtungen werden die Lagerhülsen der Spindeln so mit der Spin delbank verbunden, dass die eingesteckten La gerhülsen mit dem Spindelschaft gemeinsam leicht und rasch herausgenommen und an ihrer Stelle .längere oder kürzere Lagerhülsen mit stärkerem oder schwächerem Halslager und Schaft ebenso leicht und rasch einge steckt werden können. Diese Auswechslung ist sehr einfach und geht in kürzester Zeit vor sich, um den Stillstand der Maschinen ab zukürzen und Unkostenlöhne möglichst zu er sparen.
Es sind beim Aus- und Einbau keine besonderen Massnahmen oder Werkzeuge er forderlich, und insbesondere ist ein Nachzen trieren nicht nötig. Jede der dargestellten Lagerhülsen erhält stets gleichbleibend zentrischen Sitz zur Füh rungsbüchse bezw. zum Spinnring, braucht also nicht nachzentriert zu werden.