Blockeinrichtung mit selbsttätigem Strecken- und Bahnhofsblock in Wechselstrombahnanlagen. In mit Wechselstrom betriebenen Bahn anlagen macht es besondere Schwierigkeiten, eine Beeinflussung des Gleisrelais über die beim selbsttätigen Strecken- und Bahnhofs block erforderlichen Gleisstromkreise durch den Triebwechselstrom zu verhindern. Man hat hierfür bereits die verschiedensten Lö sungsformen entwickelt; z. B. hat man die Gleisstromkreise mit Gleichstrom betrieben und als Gleisrelais ein Relais verwendet, das nur auf Gleichstrom anspricht.
Diese Anord nung hat aber den Nachteil, dass nur eine Schiene zur Rückleitung des Triebstromes benutzt werden kann, da Drosselstösse, die eine Verwendung beider Fahrschienen eines Gleises zur Rückführung des Triebstromes ermöglichen, bei mit Gleichstrom betriebenen Gleisstromkreisen nicht angewendet werden können. Man hat auch Wechselstrom mit von der Frequenz des Triebstromes unterschied licher Frequenz für den Blockstrom ange- wendet und hierbei frequenzempfindliche Relais, insbesondere auch Zweiphasenrelais, benutzt. Die letztere Anordnung bietet aber deswegen besondere Schwierigkeiten, weil einerseits im Triebstrom Oberwellen enthal ten sind und anderseits sowohl Trieb- wie Blockstrom in der Frequenz schwanken.
Wenn nun der Blockstrom nicht unmittelbar vom Triebstrom aus umgeformt werden kann, was häufig der Fall ist, so kann es vor kommen, dass die Schwankungen der Fre quenzen nicht in gleicher Richtung erfolgen, das heisst, dass zum Beispiel der Triebstrom in der Frequenz nach oben schwankt, wäh rend der Blockstrom in der Frequenz nach unten schwankt. Dann nähert sich die Fre quenz der Oberwelle des Triebstromes der des Blockstromes, ja; bei grossen Schwankungen der Frequenzen sind sogar Überlappungen und damit eine Beeinflussung des Blockrelais durch den Triebstrom möglich. Das gilt zum Beispiel für den Fall, wo Zweiphasenrelais verwendet werden.
Würde hierbei die Fre quenz der Oberwelle des durch die Gleis wicklung des Relais fliessenden Triebstrome: die gleiche oder annähernd die gleiche sein wie die des in der Hilfswicklung des Zwei- pliasenrelais fliessenden Blockstromes, so könnte dieses Relais auch bei besetzter Strecke seinen Anker anziehen. Das gilt aber auch für andere frequenzempfindliche An ordnungen, da ja das Frequenzband des Blockstromes immer so breit gehalten werden muss, wie die Schwankungen der Blockfre quenz sind.
Diese Gefahr wird gemäss der Erfindung dadurch vermieden, dass die Frequenz des Blockstromes höher ist als diejenige des Triebstromes, und dass im Gleisstromkreis des Blockrelais eine Induktivität und ein Höchst stromauslöser vorgesehen sind. wobei besagte Induktivität so bemessen ist, dass die Sätti gung durch eine Welle des Triebstromes be reits dann erreicht wird, wenn die Oberwel len des Triebstromes, welche der Blockstrom frequenz näher liegen als diese Welle, noch nicht eine Höhe erreicht haben, auf die das Blockrelais anspricht:, während der Höchst stromauslöser so bemessen ist, dass er an spricht, wenn die Induktivität einen bestimm ten Sättigungsgrad erreicht.
Die Induktivität kann aus einem Trans formator oder aus einer Drosselspule bestehen und der Höchststromauslöser ein Relais oder eine Sicherung, z. B. eine Schmelzsicherung, sein.
Zweckmässigerweise erhält der Höchst stromauslöser eine gewisse Ansprechverzöge rung; insbesondere ist dies dann vorteilhaft, wenn eine Gefahr des Ansprechens des Block relais nur bei Kurzschluss im Triebstromnetz und den dann auftretenden holten Kurz- schlussst.römen zu befürchten ist. Diese dauern nämlich im allgemeinen nur einige Zehntel sekunden, so dass während dieser kurzen Zeit das Relais einer Beeinflussung unterliegen könnte, da hierdurch bei geeignet ausgebil detem Gleis- oder Hilfsrelais (verzögertes Arbeiten) ein Gefahrzustand vermieden wird. Sollte aber einmal infolge eines Versagens der Überstromauslöser des Triebstromes der Triebstromkurzschluss länger bestehen blei ben, z.
B. 1 bis 2 Sekunden, 1 Minute oder länger, so würde die Sicherung im Strom kreis der Gleiswicklung durchbrennen bezw. der Höchststromauslöser des Blockstromes ansprechen, ein Fall, der so selten vorkommt, dass eine Störung der Blockanlage in Kauf genommen werden kann.
Die Erfindung geht dabei insbesondere von der Erkenntnis aus, dass die Sättigung eines Transformators oder einer Drosselspule bei niedrigen Frequenzen schon bei niedriger Spannung, jedoch bei höheren Frequenzen erst bei einer entsprechend höheren Spannung erreicht wird, so dass also, bei der oben be schriebenen Wahl der Blockstromfrequenz, die Sättigung des Transformators zum Bei spiel durch die Triebstromgrundwelle bereits bei einer viel niedrigeren Spannung auftritt als bei der höherliegenden Blockstromfre quenz. Das gleiche gilt sinngemäss auch für Oberwellen, die unterhalb der Blockstrom frequenz liegen.
Besonders vorteilhaft wird die Anord nung, wenn als Blockstromfrequenz eine Fre quenz gewählt wird, die in der Nähe der Frequenz von solchen Triebstromoberwellen liegt, die nur verhältnismässig schwach aus geprägt sind. Die Blockstromfrequenz kann auch mit der Frequenz einer Oberwelle des Triebstromes zusammenfallen.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes ist an Hand der beigeordneten Zeichnung erläutert. Für die Schaltung hat man das praktisch wohl hauptsächlich in Frage kommende Zweiphasenrelais verwen det. Es ist eine Anordnung mit einschieniger Isolierung gewählt, wobei zur Rückleitung des Triebstromes nur die eine der beiden Fahrschienen benutzt wird. Die Anordnung liesse sich aber auch in gleicher Weise für Gleichstromkreise mit Drosselstössen anwen den, wo beide Schienen zur Rückleitung des Triebstromes dienen.
Die eine Schiene 1 ist durch Isolierstösse 2 und 3 unterteilt. Der Triebstrom ist durch Doppelpfeile, der Blockstrom durch einfache Pfeile angedeutet.
Es sei nun angenommen, dass sich eine Zugachse 5 in der Strecke zwischen den Iso- lierstössen 2 und 3 befindet. Es entsteht dann zwischen den Punkten 5 und 6. ein Span nungsabfall U des Triebstromes, der einen Teilstrom über die Gleiswicklung 41 des Zweiphasenrelais 4 und die isolierte Schiene 7 schickt. Er fliesst dabei über eine Sicherung 8 und einen Transformator 9. Die Sicherung 8 und der die Induktivität bildende Trans formator 9 sind in der erfindungsgemäss be schriebenen Weise bemessen. Hierbei kann der Blockstrom, der eine höhere Frequenz als der Triebstrom hat, z.
B. entsprechend einer Oberwelle desselben, bei freiem Gleis zur Gleiswicklung des Blockrelais gelangen, ohne dass der Transformator 9 gesättigt wird und die Sicherung 8 durchschmilzt, da ja die Sät tigung des Transformators 9 bei der voraus gesetzten Bemessung bei der hohen Block stromfrequenz erst bei einer ziemlich hohen Spannung auftritt.
Wird nun das Gleis, wie in der Zeich nung dargestellt, durch die Zugachse 5 be setzt, so fliesst ein Teiltriebstrom als Fremd strom durch die Sicherung 8 und den Trans formator 9. Im normalen Betrieb ist dieser durch den Transformator 9 fliessende Teil triebstrom sehr klein bezw. er kann, falls er forderlich, durch Anordnung eines beson deren Schutzwiderstandes 10 sehr klein ge halten werden, so dass hierbei weder eine Sät tigung des Transformators durch den Trieb strom eintreten kann, noch die in dem Trieb strom enthaltenen Oberwellen am Blockrelais eine für den Anzug des Relais ausreichende Fremdspannung erzeugen können.
In anormalen Fällen, aber, -auf die im Sicherungswesen geachtet werden muss, z. B. bei Bruch in der zur Rückleitung des Trieb stromes vorgesehenen Schiene, könnte ein wesentlich höherer Triebstrom. durch den Transformator 9 fliessen, dessen Oberwellen dann, wenn sie in der Nähe der Blockstrom frequenz liegen, das Relais betätigen könn ten. In diesem Falle tritt nun eine Sättigung des Transformators durch die Triebstrom grundwelle oder aber durch eine unterhalb der Blockstromfrequenz liegende Oberwelle des - Triebstromes auf, und die Sicherung spricht an, und zwar geschieht das, ehe die in der Nähe der Blockstromfrequenz liegende Oberwelle des Triebstromes die zum Anzug des Relais erforderliche Grösse hat.
In erster Linie wird es hierbei möglich sein, die Sätti gung durch die Grundwelle zu erreichen, da die - Oberwellen im allgemeinen verhältnis mässig schwach sind.
Wäre an Stelle der Sicherung ein Relais als Höchststromauslöser vorhanden, so würde dann bei Ansprechen desselben der Kontakt 81 geöffnet, und das Relais 4 könnte nicht mehr anziehen.
Es ist auch möglich, die Gleiswicklung des Relais als Induktivität zu benützen und folglich bezüglich. der Sättigung in gleicher Weise zu bemessen wie den Transformator 9. Das bedingt zwar unter Umständen eine be sondere Relaisbauart, ermöglicht aber, auf den Transformator zu verzichten.
Bei Abschnitten mit Drosselstössen, die gestatten, die beiden Fahrschienen zur Rück leitung des Triebstromes zu benutzen, wird die Anordnung sinngemäss gewählt. Hierbei ist aber auch dann, wenn der Drosselstoss be reits als Transformator ausgebildet ist, die Zwischenschaltung eines besonderen Trans formators 9 zwischen Drosselstoss und Gleis wicklung des Relais erforderlich, es sei denn. dass die Gleiswicklung des Relais selbst eine spezielle Ausbildung erhält.