CH234257A - Verfahren zur Verhinderung der Zersetzung von wässrigen Lösungen oxydierbarer, als Arzneimittel verwendbarer Stoffe. - Google Patents
Verfahren zur Verhinderung der Zersetzung von wässrigen Lösungen oxydierbarer, als Arzneimittel verwendbarer Stoffe.Info
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Description
Verfahren zur Verhinderung der Zersetzung von wässrigen Lösungen oxydierbarer, als Arzneimittel verwendbarer Stoffe. Es ist bekannt, dass zahlreiche Stoffe in wässriger Lösung in hohem Masse Oxydationen unterliegen; so werden zum Beispiel Lösungen von Natriumsalicylat bald rötlich gefärbt, und, wenn darin Natriumbikarbonat anwesend ist, sogar in wenigen Tagen violett. Lösungen von Askorbinsäure, Adrenalin, Apomorphinum und zahlreichen andern Stoffen werden auch in wässrigem Medium leicht oxydiert; Adrenalinlösungen werden unter diesen Umständen rot, Apomorphinumlösungen grün gefärbt. Gemische von Adrenalin und p-Aminbenzoyldiäthylaminäthanol werden bei Lagerung gelb. Alle erwähnten Oxydationen finden schon bei gewöhnlicher Temperatur statt; durch Erhitzen wird deren Auftreten wesentlich beschleunigt. Als weitere Beispiele dieser insbesondere für die Pharmacie äusserst schädlichen Oxydationserscheinungen mögen noch die nachstehenden erwähnt werden. Lösungen von Ferrochlorid werden bei Lagern bald oxydiert unter Bildung von basischen Ferrisalzen, welche nicht nur wegen ihrer Xtzeigenschaften unerwünscht, sondern ausserdem als Therapeuticum bei sekundärer Anämie und Chlorose wertlos sind. Auch zahlreiche Alkaloide unterliegen, wenn gelöst, ähnlichen Oxydationen (Chinin, Mor phium, Emetin). Bekannt ist zum Beispiel die Grünfärbung eines Gemisches von Chininhydrochlorid und Äthylurethan nach Lagern während einiger Zeit. Verschiedene Mittel sind in der Literatur angegeben worden, um dergleichen unerwünschte Oxydationen zu vermeiden. Teilhaft sind diese Mittel vom medizinischen Gesichtspunkt aus nicht unbedenklich, wie zum Beispiel die Hinzufügung von kleinen Mengen von Schwefeldioxyd oder Kaliummeta- bisulfit, teilhaft haben sie sich als ungenügend erwiesen. Das beste bisher bekannte Mittel ist die Hinzufügung von kleinen Mengen von Ascorbinsäure. Letzteres hat aber den Nachteil, dass sie selbst leicht oxydiert wird und dann ihre schützende Wirkung verliert. Zwar kann man hiergegen verschiedene Massnahmen treffen, wie die Wahl des richtigen pH und der Gebrauch von doppelt destillierten Wasser: eine in allen Hinsichten befriedigende Lösung für den obenerwähnten tibel- stand ist aber bisher nicht erhalten worden. Gegenstand des vorliegenden Patentes ist ein Verfahren zur Verhinderung der Zersetzung von wässrigen Lösungen oxydierbarer als Arzneimittel verwendbarer Stoffe, in ciem man der Lösung des als Arzneimittel verwendbaren Stoffes einen die Oxydation verhindernden Stoff beifügt, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass man als die Oxydation verhindernden Stoff Zyanwasserstoff verwendet, und zwar nur in solchen Mengen, dass davon keine eigene pharmakologische Wirkung auftritt. Zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens kann der Lösung des als Arzneimittel verwendbaren Stoffes direkt Zyanwasserstoff zugesetzt werden, oder aber ein in der Lösung Zyanwasserstoff abspaltender Stoff oder ein Gemisch solcher Stoffe. Sehr geeignet hierzu ist das in der Heilkunde vielfach gebrauchte Kirsehlorbeer- wasser, das 0,1 % HCN abspalten kann. Die Menge, welche man von diesen Stoffen zum Schutze von Arzneimittellösungen gegen Oxydation braucht, ist in der Regel so gering, dass die Stoffe an sich keine pharmakologische Wirkung ausüben und so keine Bedenken gegen die Hinzufügung davon bestehen können. Man kann zum Beispiel mit gutem Resultat auch Wasser von bitteren Mandeln benützen. Weiter hat es sich in vielen Fällen als möglich erwiesen, die schützende Wirkung von Askorbinsäure durch Hinzufügung von geringen Mengen einer HCN enthaltenden Flüssigkeit zu verstärken. Ein weiterer Vorteil des vorliegenden Verfahrens ist noch, dass man die pH der Lösungen erhöhen kann. Es hat sich gezeigt, dass die schützende Wirkung nicht nur in vitro. sondern auch in vivo besteht. An Hand einiger Beispiele möge die Er windung näher erklärt werden. Beispiel 1: Zu einer Lösung, welche per 100 cm3 50 g Chininhydrochlorid und 25 g Lthyl- urethan enthält. wird 1 em3 Lorbeerkirsehwasser hinzugefügt. Die Fhissigkeit wird in Ampullen gebracht und dann in üblicher Weise sterilisiert. Während eine dergleiche in Ampullen gebrachte Flüssigkeit ohne Hinzufügung von Lorbeerkirschwasser bei Lagerung während eines WIonats schon grün gefärbt ist, welche Farbe allmählich dunkler wird, war die nach der Erfindung erhaltene Injektionsflüssigkeit nach einem Jahre noch ganz farblos. Beispiel II: Eine 20% ige Lösung von Natriumsalicylat, welcher 1% EZirschlorbeerwasser hinzugefügt ist, wird in einem geschlossenen Gefäss während einer Stunde auf 1000 C erhitzt. Die Lösung ist nach drei monaten noch vollkommen farblos, während eine gleichzeitig, jedoeh ohne Kirschlorbeerwasser, hergestellte und gleiehfalls während einer Stunde auf 1000 C erhitzte Liisung nach der erwähnten Zeit deutlich rot gefärbt ist. Beispiel III: Apomorphinumlösungen können durch Hinzufügung von 2 mg Askorbinsäure per Kubikzentimeter gegen Oxydation geschützt werden, wenn man dabei die üblichen Fürsorgen in acht nimmt. Fügt man aber überdies l Vol. % Kirschlorbeerwasser hinzu, dann kann man die Lösung bei 1000 C sterilisieren, ohne dass die bekannte grüne Farbe auftritt. Die in dieser Weise hergestellte Lö sung hat sich pharmakologisch ebenso wirksam gezeigt als eine frisch hergestellte und nicht sterilisierte Lösung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Verhinderung der Zersetzung von wässrigen Lösungen oxydierbarer, als Arzneimittel verwendbarer Stoffe, indem man einer Lösung eines als Arzneimittel verwendbaren Stoffes einen die Oxydation verhindernden Stoff beifügt, dadurch gekennzeichnet, dass als die Oxydation verhindernder Stoff Zyanwasserstoff verwendet wird, und zwar nur in solchen Mengen, dass davon keine eigene pharmakologische Wirkung auftritt.UNTERANSPRÜCliE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man der Lösung eines als Arzneimittel verwendbaren Stoffes einen in ihr Zyanwasserstoff abspaltenden Stoff hinzufügt.2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man der Lösung eines als Arzneimittel verwendbaren Stoffes ein Gemisch von in ihr Zyanwasserstoff abspaltenden Stoffen hinzufügt.3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man der Lösung eines als Arzneimittel verwendbaren Stoffes Kirschlorbeerwasser hinzufügt.4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man der Lösung eines als Arzneimittel verwendbaren Stoffes Bittermandelwasser hinzufügt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL234257X | 1940-01-17 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH234257A true CH234257A (de) | 1944-09-15 |
Family
ID=19780163
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH234257D CH234257A (de) | 1940-01-17 | 1940-12-23 | Verfahren zur Verhinderung der Zersetzung von wässrigen Lösungen oxydierbarer, als Arzneimittel verwendbarer Stoffe. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH234257A (de) |
-
1940
- 1940-12-23 CH CH234257D patent/CH234257A/de unknown
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