CH237132A - Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. das dadurch gekennzeichnet ist, dass man ein Dicyan- diamid, Melamin und Guanidinkarbonat ent haltendes Gemisch mit wässrigem Formalde hyd kondensiert, wobei die molare Menge des Melamins kleiner ist als diejenige des Di- cyandiamids. Das so gewonnene,
neue Kon densationsprodukt lässt sich in entwässertem Zustande durch Hitze allein oder durch Hitze und Druck härten, besonders gut bei einem über 7 liegenden pu, und liefert dabei eine Kunstmasse, die gegenüber den bekannten, aus Dicyandiamid und Formaldehyd herge stellten Massen eine grössere Heisswasser beständigkeit aufweist.
Ausführungsbeispiel <I>1:</I> 5 Gewichtsteile Guanidinkarbonat wur den in 500 Gewichtsteilen 37prozentiger Formaldehydlösung gelöst und zu dieser Lö sung, die, mit der Glaselektrode gemessen, ein pg von 9,22 zeigte, 140 Gewichtsteile Dicyandiamid und 55 Gewichtsteile Melamin gegeben, entsprechend einem Verhältnis von 1 Mol. Dicyandiamid zu 0,25 Mol. Melamin zu 3,6 Mal. Formaldehyd.
Während des Er wärmens gingen das Dicyandiamid und das Melamin in Lösung. Nach 35 Minuten lan gem Kochen am Rückflusskühler wurde ein sirupartiges Kondensationsprodukt erhalten.
In dieses sirupartige Kondensationspro dukt wurden 0,18 mm dicke Blätter aus reinem Baumwollpapier getaucht und 36 Stunden bei Zimmertemperatur (25 'C) ge trocknet. Die luftgetrockneten, Blätter wurden während 5 Minuten bei einer von 40 bis 70 C ansteigenden Temperatur im Trockenschrank erhitzt. Der Harzgehalt der so behandelten Blätter betrug 50%. Eine Schicht von 10 solcher Blätter wurde zwischen blanken Stahlplatten in eine auf 70 ' C aufgeheizte hydraulische Presse gebracht und langsam unter Druck gesetzt. Die Temperatur wurde innert 30 Minuten auf 150 C erhöht, wäh rend der Druck 141 kg pro cm' betrug.
Nach Ausschaltung der Wärmezufuhr kühlten sich die Heizplatten im Verlaufe von 2:) Minuten auf 80 C ab. Als Resultat dieser Pressung wurde eine zu einem einheitlichen Stück zu sammengeschweisste Platte erhalten. Ein Probestück von 11,4 mm Dieke zeigte nach halbstündigem Verweilen in kochendem Was ser eine Gewichtszunahme von nur 4%.
Ausführungsbeispiel <I>?:</I> 430 Gewichtsteile 37prozentige Form aldehydlösung wurden durch Hinzufügung von 4,3 Gewichtsteilen Guanidinkarbonat auf ein px von 9,22 (Glaselektrode) gebracht. Mit dieser Formaldehydmenge wurden 140 i Gewichtsteile Dicyandiamid und 55 Ge wichtsteile Melamin während 55 Minuten in der gleichen Weise wie bei Beispiel 1 zur Reaktion gebracht.
Die in diesem Ansatz ver wendeten molaren Mengen von Dicyandiamid, i 1 < lelamin und Formaldehyd verhalten sich wie 1 : 0,25 : 3,1.
Die Herstellung der aus Blättern zusam mengefügten Platte unterschied sich von der jenigen des vorangehenden Beispiels insofern, als die imprägnierten Blätter nach 24stüji- digem Trocknen an der Luft nochmals ge taucht und 24 Stunden bei Ra.uuitemperatur getrocknet wurden. Zur Polymerisation des Kondensationsproduktes erfolgte Erhitzen von 10 Minuten bei einer von 25 auf 70 C steigenden Temperatur. Der Harzgehalt wurde zu 6550v gefunden. Während des Pressens der Blätter zur Platte wurde die Temperatur nur bis 144 C steigen gelassen.
Die mit der so erhaltenen Platte ange stellte Heisswasserprobe lieferte ein ausge zeichnetes Resultat, ebenso eine mit kaltem Wasser ausgeführte Probe: Nach achttägigem Verbleiben der Probeplatte in Wasser von 25 C zeigte sie eine Gewichtszunahme von nur 0,677o'.
Das erfindungsgemässe Kunstharz eignet sich aber nicht nur zum Pressen von Platten aus Blättern, sondern es lässt sich auch zur i Herstellung von Presspalvern verwenden, die bei Gegenwart von alkalischen Stoffen härt- bar sind und Presslinge von hervorragender Heisswasserbeständigkeit lief±rn. Solche Press- massen können durch Pulverisieren der nach den obigen Beispielen erhaltenen imprägnier ten und getrockneten Blätter gewonnen,
oder wie im folgenden Beispiel gezeigt werden soll, in bekannter Weise zusammengesetzt -erden.
A ifs <I>f</I> ährwzgsbeispiel <I>3:</I> 408 Gewichtsteile des nach Beispiel 1 er haltenen Kondensationsproduktes wurden 35 Minuten lang maschinell mit 120 Ge wichtsteilen Baumwollflocken gemischt. Nachdem man diese Mischung 24 Stunden sich selbst überlassen hatte, wurde sie ge trocknet und polymerisiert, indem man sie in den auf 30 C erhitzten Trockenschrank brachte, dessen Temperatur innert 20 Mi nuten auf 70 C gesteigert und sodann 1 Stunde auf 70 bis 75 C gehalten wurde. Das getrocknete Gemisch wurde 15 Stunden in einer Steinmühle gemahlen und dann 0,3 Zinkstearat zugefügt.
Das Presspulver wurde vorgeformt und ergab bei 160 bis 165 C und einer Pressdauer von 3 Minuten, ohne Abkühlung, Presslinge von 0,25 mm Dicke, die, 30 Minuten mit kochendem Wasser behandelt, ohne irgend welche Schädigung zu zeigen, nur 3,0 bis 4,7,-, Wasser absorbiert hatten.
Gemäss den obigen Beispielen werden die Ausgangsstoffe unter alkalischen Bedin gungen kondensiert: die Reaktion des Kon densationsproduktes bleibt auch während der Härtung alkalisch. Die Härtbarkeit der Di- cyandiamidharze unter alkalischen Bedin gungen ist eine ihrer hervorstechendsten Eigenschaften und erlaubt. die Mitverarbei- tung solcher Materialien, für welche zum Beispiel die Harnstoffkunstharze im allge meinen nicht geeignet sind, weil sie unter sauren Bedingungen gehärtet werden müssen.
Zur Mitverarbeitung von solchen Füllstoffen, die entweder direkt alkalisch sind oder Nei- gUng haben, Säuren zu binden, sind die Harnstoff-Formaldehyd-Harze nicht gut ver- ,vendbar, da solche Füllstoffe die als Kataly sator funktionierende Säure unwirksam machen.
Als typisches Beispiel eines alkali- sehen Füllstoffes, in Verbindung mit wel chem die Dicyandiamidharze besonders wert voll sind, sei der Chrysotil genannt, welcher ein häufig vorkommendes Mineral und in Form von Fasern, Schnüren, Geweben, Blättern, Platten usw. im Handel ist. Chryso- til besitzt die chemische Formel I-I"Mg3Si201 oder äMg0.2Si02.211.-0; seine alkalischen Bestandteile verhalten sich zu den sauren wie 8 :2.
Der Chrysatilasbest würde den sauren Katalysator neutralisieren und ist des halb als Füllstoff für Harnstoffharze un brauchbar.
Asbest ist als Füllstoff überall da am Platze, wo von der Kunstharzmasse hohe Hitzebeständigkeit verlangt wird, wie zum Beispiel bei elektrischen Isolatoren, Brems klötzen usw.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Kunst harzes, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Dicyandiamid, Melamin und Guanidin- karbonat enthaltendes Gemisch mit wässrigem Formaldehyd kondensiert, wobei die molare Menge des Melamins kleiner ist als diejenige des Dicyandiamids. Das klare, dickflüssige Kondensationspro- dukt lässt sich in entwässertem Zustande durch Hitze allein oder durch Hitze und Druck härten,besonders gut bei einem über 7 liegenden p$. Es soll ungemischt oder in Verbindung mit Füllstoffen, zum Beispiel Baumwolle, Asbest, insbesondere zur Her stellung von Presspulvern und geschichteten gepressten Platten verwendet werden. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Melamin mit Bezug auf das Dicyandiamid in einer Menge verwendet wird, die nicht grösser ist als dem Verhältnis von 1 Mol. Melamin zu 8 Hol. Dicyandiamid entspricht. 2. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Kondensation bei einem pH von nicht weniger als 8 vor genommen wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US237132XA | 1939-12-30 | 1939-12-30 | |
| CH232894T | 1940-12-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH237132A true CH237132A (de) | 1945-03-31 |
Family
ID=25727776
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH237132D CH237132A (de) | 1939-12-30 | 1940-12-30 | Verfahren zur Herstellung eines Kunstharzes. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH237132A (de) |
-
1940
- 1940-12-30 CH CH237132D patent/CH237132A/de unknown
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