Vorrichtung an Webstuhl zur Einleitung der Auswechselung des Schützens und zur Stillsetzung des Webstuhls bei Fadenbruch. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung an einem Webstuhl zur Einlei tung der Auswechslung des Schützens und zur Stillsetzung des Webstuhls bei Faden bruch.
Die bis heute bekannten, dem gleichen Zweck dienenden Vorrichtungen besitzen aus nahmslos mehrere am Brustbaum aasgelenkte Brustbaumhebel, von denen der eine von dem Gestänge des Spulenfühlers aus zwecks Ein leitung der Schützenauswechslung betätigt wird, während ein anderer beispielsweise durch die Einwirkung eines Schussfadenwäch- ters zwecks Abstellung des Webstuhls be wegt werden kann.
Ausser diesen beiden Brustbaumhebeln kann noch ein dritter Brustbaumhebel vorgesehen sein, der durch die Einwirkung eines gettfadenwächters be wegt wird, um den Webstuhl bei Kettfaden- bruch stillsetzen zu können.
Derjenige Brust baumhebel, welcher für die Einleitung der Auswechslung des Schützens in Funktion tritt, muss imstande sein, den Ausrückhebel des Webstuhls so zu steuern, dass er einen grösseren Winkelausschlag als beim Still setzen des Webstuhls vollführen kann, wo durch die Steuerwelle der Auswechselvor richtung eingekuppelt und die Auswechslung des Schützens bewerkstelligt wird.
Man kennt nun verschiedene Gestaltungsformen für den genannten Brustbaumhebel, damit derselbe entsprechend der vorgehend beschriebenen Weise auf den Ausrückhebel des Webstuhls einwirken kann.
Bei einer bekannten Ausführungsform ist am Brustbaum ein sogenanntes Fangstück aas gelenkt, das bei einer Schwenkbewegung des jenigen Brustbaumhebels, der bei der Ein leitung der Schützenauswechslung in Funk tion tritt, durch den letzteren zwangläufig derart gesteuert wird, dass es abseits des für den Ausrückhebel am Brustbaum vorge sehenen Schlitzes sich befindet, so dass der Ausrückhebel einen grösseren Winkelaus- schlag vollführen kann,
als wenn das Fang stück den genannten Schlitz in dessen Längs richtung teilweise überdeckt und dement sprechend der Winkelausschlag des Ausrück- Nebels verkleinert wird (Ausrückstelltmg des Webstuhls).
Man kennt auch eine Ausführungsform eines dem gleichen Zweck dienenden Brust baumhebels, bei welcher an demselben ein hakenförmig gestaltetes Fangstück starr be festigt ist, das bei laufendem Webstuhl den am Brustbaum vorgesehenen Schlitz für den Ausrückhebel in der Längsrichtung teilweise überdeckt.
Wird nun der Ausrückhebel durch einen zweiten Brustbaumhebel zwecks Still setzung des Webstuhls aus der am Brust baum vorgesehenen Rast herausgedrückt, so begrenzt die Stirnseite des Fangstückes den Winkelausschlag des Ausrückhebels (Still- setzung des Webstuhls).
Wird dagegen der Ausrückhebel durch den das Fangstück auf weisenden Brustbaumhebel zwecks Einlei tung der Auswechslung des Schützens aus der am Brustbaum vorgesehenen Rast heraus gedrückt, so kommt das Hakenmaul des hakenförmig gestalteten Fangstückes in die Richtung des am Brustbaum für den Aus rückhebel vorgesehenen Schlitzes zu liegen, so dass nun der Ausrückhebel einen grösseren Winkelausschlag vollführen kann.
Bei der Vorrichtung gemäss vorliegender Erfindung ist nur ein am Brustbaum aasge lenkter Brustbaumhebel und ein um eine an dere Achse schwenkbares Fangstück vorge sehen, wobei zwischen diesen beiden Ele menten eine derartige Wirkungsverbindung besteht, dass bei einer Schwenkbewegung des Fangstückes, zwecks Freigabe des Weges für die Schwenkbewegung des Ausrückhebels des Webstuhls in die Schützenauswechselstellung,
der letztere durch eine Schwenkbewegung des Brustbaumhebels von einer Nase des Brustbaumes ausgeklinkt .wird. Die Erfin dung besteht nun darin, dass zwecks Ein leitung der Auswechslung des Schützens am Fangstück ein von dem Spulenfühler aus be- einflussbares Gestänge angreift, welches bei leerer Spule das Fangstück und den Brust- Baumhebel verschwenkt, wobei der letztere den Ausrückhebel von der Nase des Brust baumes ausklinkt,
und da,ss ferner die Wir kungsverbindung zwischen Fangstück und Brustbaumhebel derart ist, dass der Brust baumhebel unter dem Einfluss eines an ihm angreifenden Fadenwächters bei einem Fa denbruch eine Schwenkbewegung zwecks Aus klinkung des Ausrückhebels ausführt, ohne dass ein Verschwenken des Fangstückes um dessen eigene- Schwenkachse erfolgt, so dass der Ausschlag des Ausrückhebels durch das Fangstück eingeschränkt bleibt und dadurch der Webstuhl abgestellt wird.
Beiliegende Zeichnung veranschaulicht mehrere Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes. Es zeigt: Fig. 1 bis 3 eine Ausführungsform in Draufsicht, und zwar in Fig. 1 die Stellung der einzelnen Teile der Vorrichtung bei normal laufendem Web stuhl, Fig. 2 die Stellung bei stillgesetztem Web stuhl, Fig. 3 die Stellung bei Auswechslung des Schützens, Fig. 4' einen Aufriss, zugehörig zu Fig. 1, Fig. 5 in grösserem Massstab einen Quer schnitt nach der Schnittlinie 11-11 in Fig. 1,
Fig. 6 in grösserem Massstab ein Detail der Vorrichtung in Stirnansicht, Fig. 7 eine zweite Ausführungsform in Draufsicht, Fig. 8 eine dritte Ausführungsform in Draufsicht, Fig. 9 eine vierte Ausführungsform in Draufsicht.
In Fig. 1 bis 4 bezeichnet 1 den am festen Gelenkpunkt 2 des Brustbaumes 3. aasgelenkten Brustbaumhebel. Am Brustbaumhebel 1 ist am Gelenkpunkt 4 ein Dippelhebel aasgelenkt, mit dessen einem Hebelarm 5 das Führungs gestänge 6 der verschiebbaren Stange 7 ver bunden ist.
Die Verschiebung der Stange 7 erfolgt in an und für sich bekannter Weise unter dem Einfluss des auf der Zeichnung nicht dargestellten Spulenfühlers derart, dass das Ende 8 der Stange 7 hinter die Nase 9 des Schusswächterhammers 10 greift (siehe F'ig. 3 und 6).
Das Ende des zweiten, län geren Hebelarmes 11 des genannten Doppel hebels greift in einen Schlitz 12 eines im Punkt 13 am Brustbaumhebel 1 angelenkten Fangstückes 14, das bei eingerücktem (nor mal laufendem) Webstuhl (Fig. 1) und auch bei ausgerücktem (stillgesetztem) Webstuhl (Fig. 2) in den freien Raum des am Brust baum 3 für den Ausrückhebel 15 vorge sehenen Schlitzes 16 hineinragt. Am Brust baumhebel 1 ist ein Anschlag 17 vorgesehen, gegen den sich das Fangstück 14 anlegt, wenn es die beschriebene Stellung einnimmt.
Das Fangstück 14 wird unter dem Einfluss einer Feder, wie weiter unten stehend näher beschrieben wird, in, nachgiebiger Weise gegen den Anschlag 1'7 gedrückt. Wenn das Ende 8 der Stange 7 hinter die Nase 9 des Schusswächterhammers 10 greift (Stellung für Auswechslung des Schützen, Fig. 3), so erfährt der Doppelhebel unter dem Einfluss des Schusswächterhammers eine Schwenk bewegung um seinen Gelenkpunkt im Uhr zeigersinn (von oben gesehen), wodurch das Fangstück 14 ebenfalls eine Schwenkbewe gung im gleichen Drehsinn um seinen Ge lenkpunkt 13 erfährt, so däss dasselbe den Schlitz 16 verlässt.
Der abgekröpfte Hebel arm 11 des Doppelhebels legt sich am Ende der Schwenkbewegung des Fangstückes 14 gegen die Nabe des letzteren an. Der während der beschriebenen Schwenkbewegung des Dop pelhebels auf den Gelenkpunkt 4 sich gel tend machende Druck wird von einer auf den Brustbaumhebel einwirkenden, anderseits am Brustbaum abgestützten Feder 18 aufgenom men, so dass der Brustbaumhebel 1 daran ver hindert wird,
während der Eigenschwenk- bewegung des Doppelhebels um den Gelenk punkt 4 und des Fargstückes 14 um den Ge lenkpunkt 13 eine Schwenkbewegung um seinen Gelenkpunkt 2 zu vollführen.
Wenn der abgekröpfte Hebelarm 11 des Doppel hebels mit der Nabe des Fangstückes 14 in Berührung kommt, so ist der Doppelhebel mit dem Brustbaumhebel 1 in der einen Schwenkrichtung starr verbunden, so dass nun bei der fortschreitenden Schwenkbewe gung des Schusswächterhammers 10 der Dop pelhebel gemeinsam mit dem Brustbaumhebel 1 und dem Fangstück 14 eine Schwenkbewe gung um den Gelenkpunkt 2 bei gleicher Winkelgeschwindigkeit aller genannten Teile im Uhrzeigersinn vollführt (Fig. 3),
wodurch der Ausrückhebel 15 von der Nase 21 des Schlitzes 16 abgedrückt wird und sich in die Schützenauswechselstellung bewegt.
Am freien Ende des Brustbaumhebels 1 ist der Schussgabelträger 19 befestigt. Die an demselben angelenkte Schussgabel 20 greift bei Schussfadenbruch hinter die Nase 9 des Schusswächterhammers 10, derart, dass der Brustbaumhebel 1 unter dem Einfluss des Schusswächterhammers eine Schwenkbewe gung vollführt.
an welcher auch der Doppel hebel und das Fangstück 14 teilnehmen, jedoch ohne dass diese Teile eine Eigen schwenkbewegung um ihre Achsen (4 und 13) vollführen, das heisst der Doppelhebel (5, 11) und das Fangstück 14 verbleiben in bezug auf ihre Stellung zum Brustbaumhebel 1 in Ruhe. Das Fangstück 14 verbleibt daher mit seinem freien Ende über dem Schlitz 16, derart, dass der Ausrückhebel 15, der durch den Brustbaumhebel 1 von der Nase 21 des Schlitzes 16 abgedrückt wird, nur eine Schwenkbewegung vollführen kann, bis er an das Fangstück 14 anzuliegen kommt.
(Stillgesetzter Webstuhl, Fig. 2.) Um den Webstuhl auch bei Kettfaden- brueh stillsetzen zu können, ist am Brust baumhebel 1 (Fig. 5) mittels des Zapfens 22 ein dreiarmiger Hebel angelenkt, dessen einer Hebelarm 23 als Führung dient für die längs verschiebbare Stange 24 des Kettfadenwäch- ters. Auf der Stange 24 ist ein Anschlag 25 befestigt, dessen Stirnende bei Bettfaden bruch mit dem Stirnende eines an der Web- lade 26 befestigten Anschlages 27 in Berüh rung kommt, derart,
dass der dreiarmige Hebel eine Schwenkbewegung entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn (Fig. 5) um die Achse 22 voll führt, bis dessen Hebelarm 28 an der Unter- seite des Brustbaumhebels 1 anzuliegen kommt.
Daran anschliessend erfolgt bei der Weiterbewegung der Weblade eine Ver- schwenkung des Brustbaumhebels 1 gemein sam mit dem dreiarmigen Hebel, so dass der Ausrückhebel 15 durch den Brustbaumhebel 1 von der Nase 21 des Schlitzes 16 abge drückt wird und eine Schwenkbewegung voll führt, bis er an das Fangstück 14 anzuliegen kommt (Fig. 2).
Eine auf den dreiarmigen Hebel einwirkende Feder 29 hat das Bestre ben, den dritten Hebelarm 30 des dreiarmigen Hebels. gegen die Oberseite des Brustbaum hebels 1 zu drücken. Wenn der Hebelarm 30 auf der Oberseite des Brustbaumhebels 1 an liegt, so beeinflusst er bei der Schwenkbewe gung des Brustbaumhebels 1 einen auf der Sperrklinken-Auslösewelle 31 des Waren baumes befestigten Hebel 32, wodurch die Sperrklinken des Regulators ausgelöst wer den und der Abzugwalze die Möglichkeit ver liehen wird, eine gewisse rückläufige Dreh bewegung auszuführen.
Wird dem Brust- Baumhebel vom Kettfadenwächter aus eine Schwenkbewegung erteilt, so vollführt der dreiarmige Hebel zuerst für sich allein, wie bereits beschrieben, eine Schwenkbewegung. Dadurch kommt der Hebelarm 30 abseits des Hebels 32 zu liegen, so dass der letztere durch den Hebelarm 30 nicht beeinflusst wird. In folgedessen wird bei einer Ausrückung des Webstuhls vom Kettfadenwächter aus die Sperrklinken-Auslösewelle 31 nicht verdreht.
Am Hebelarm 28 des dreiarmigen Hebels ist eine schiefe Anlauffläche 33 vorgesehen, an welcher der Hebelarm 11 des das Fangstück 14 steuernden Doppelhebels anliegt, wenn der Hebelarm 30 unter dem Einfluss der Feder 29 auf dem Brustbaumhebel 1 aufliegt.
Wird der am Brustbaumhebel 1 aasgelenkte Doppel hebel vom Spulenfühler aus zwecks Einlei tung der Auswechslung eines Schützens be einflusst, so dass er eine Eigenschwenkung um die Gelenkachse 4 vollführt, so wirkt der Hebelarm 11 des Doppelhebels auf die schiefe Anlauffläche 33 des Hebelarmes 28 des drei armigen Hebels derart ein, dass der letztere unter Überwindung der Federkraft der Feder 29 eine Schwenkbewegung entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn (Fig. 5) vollführt,
wo durch der Hebelarm 30 des dreiarmigen He bels in die strichpunktierte Stellung gelangt und bei der Schwenkbewegung des Brust baumhebels 1 der Hebel 32 der Sperrklinken- Auslösewelle 31 nicht beeinflusst wird. Eine Beeinflussung des Hebels 32 erfolgt also nur, wenn der Brustbaumhebel 1 unter dem Ein fluss der mit dem Schusswächterhammer 10 in Eingriff kommenden Schusswäehtergabel 20 eine Schwenkbewegung vollführt. Wie weiter oben beschrieben, wird das Fangstück 14 durch den Einfluss einer Feder in nachgiebiger Weise gegen den Anschlag 17 des Brustbaumhebels 1 gedrückt.
Bei raschlaufenden Webstühlen besteht nun die Möglichkeit, dass das Fangstück 14, wenn dasselbe zwecks Einleitung der Auswechs lung eines ,Schützens aus dem freien Raum des Schlitzes 16 herausbewegt wird, wieder in den freien Raum des Schlitzes 16 zurück schnellt, bevor der Ausrückhebel 15 in die Auswechselstellung gelangt, so dass nicht die gewünschte Auswechslung des Schützens, sondern eine Ausrückung des Webstuhls er folgt. Um dieses zu verhindern, ist an einem Gelenkpunkt 34 des Brustbaumhebels 1 eine als Doppelhebel ausgebildete Klinke aasge lenkt.
Der eine Hebelarm der Klinke ist mit einer Nase 35 versehen, während der andere Hebelarm, an welchem eine Zugfeder 37 an greift, mit einer schiefen Anlauffläche 36 versehen ist. Das andere Ende der Zugfeder 37 steht mit dem Fangstück 14 derart in Ver bindung, dass das letztere gegen den Anschlag 17 des Brustbaumhebels 1 gedrückt wird. Die Anlauffläche 36 des Doppelhebels legt sich gegen einen am Brustbaum 3 befestigten Füh rungsstift 38.
Werden nun bei Einleitung der Schützen auswechslung vom Spulenfühler aus der am Brustbaumhebel 1 aasgelenkte Doppelhebel (5, 11) und das Fangstück 14 gegenüber dem Brustbaumhebel verschwenkt, so schwingt das Ende des Fangstückes 14 an der Nase 35 der Klinke vorbei, ohne diese zu berühren (siehe Pfeil in Fig. 1).
Bei der darauffolgen- den gemeinsamen Schwenkbewegung des Dop pelhebels, des Fangstückes und des Brust baumhebels 1 mit der Klinke gleitet die schiefe Anlauffläche 36 der Klinke an dem Führungsstift 38 des Brustbaumes entlang, so dass die Klinke eine Eigenschwenkung um den Gelenkpunkt 34 vollführt und ihre Nase 35 in die Bewegungsbahn des Endes des Fangstückes 14 hineinragt. Auf diese Weise wird das Fangstück 14 durch die Klinke ver riegelt (Fig. 3), so dass ein vorzeitiges un erwünschtes Zurückschnellen des Fangstückes 14 in den freien Raum des Schlitzes 16 ver mieden wird.
Die Verriegelung wird so lange aufrechterhalten, bis der Brustbaumhebel 1 bei seiner Rückschwingung unter dem Ein fluss der Feder 18 wieder in seine Ruhestel lung zurückgekehrt ist. Vollführt der Brust baumhebel 1 unter dem Einfluss der Schuss- wächtergabel in Verbindung mit dem Schuss- wächterhammer eine ' Schwenkbewegung zwecks Ausrückung des Webstuhls, so voll führt jeweils die Klinke ebenfalls eine Schwenkbewegung, wobei die Nase 35 dem Fangstück 14 so weit genähert wird,
dass die selbe das Fangstück 14 beinahe berührt (Fig. 2).
Fig. 7 zeigt eine zweite Ausführungs form der Verriegelung des Fangstückes. Es bezeichnet hier 39 das am Gelenkpunkt 40 des abgebrochen gezeichneten Brustbaum hebels 41 angelenkte Fangstück. Am Brust baumhebel 41 ist am, Gelenkpunkt 42 eine Klinke 43 angelenkt, an welcher eine mit schiefer Anlauffläche 44 versehene Nase 45 vorgesehen ist. Durch eine an der Klinke 43 und an dem Fangstück 39 angreifende Feder 46 wird die Klinke 43 gegen einen Anschlag 47 und das Fangstück 39 gegen einen An schlag 48 des Brustbaumhebels 41 gedrückt.
Die Nase 45 der Klinke 43 liegt alsdann in der Bewegungsbahn des Fangstückes 39, und es ist die Bewegungsbahn durch einen ein gezeichneten Pfeil angegeben. An der Klinke 43 ist am Gelenkpunkt 49 eine Klinke 50 angelenkt, an welcher eine schwache Blattfeder 51 befestigt ist, deren freies Ende zwischen zwei an der Klinke 43 vorgesehenen Stiften 52 lose gehalten wird. Durch diese Einrichtung wird die Klinke 50 in der eingezeichneten Normallage gehalten. Am Brustbaum 53 ist ein Anschlag 54 vorgesehen, der sich bei in der Ruhestellung befindlichem Brustbaumhebel 41 gegen die Unterseite der Klinke 50 legt.
Voll führt nun der Brustbaumhebel 41 bei ein geklinktem Fangstück 39 eine Schwenkbewe gung, so wird der Klinke 50 unter dem Ein fluss des Anschlages 54 eine Schwenkbewe gung im Uhrzeigersinn erteilt, wobei die schwache Blattfeder 51 nach abwärts durch gebogen wird und die Klinke 50 an dem An schlag 54 vorbeigleiten kann. Nach dem Vor beigleiten nimmt die Klinke 50 wieder ihre Normalstellung ein.
Bei der darauffolgenden Rückschwingung des Brustbaumhebels 41 kommt der Anschlag 54 mit einer schiefen Anlauffläche 55 der Klinke 50 in Berührung, so dass die an einer Drehung entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn durch einen an der Klinke 43 vorgesehenen Anschlag 56 verhinderte Klinke 50 von dem Anschlag 54 verdrängt wird und die Klinke 43 eine Schwenkbewe gung im Uhrzeigersinn vollführt, so dass deren Nase 45 das Fangstück 39 freigibt und dieses unter dem Einfluss der Feder 46 eine Schwenkbewegung entgegengesetzt dem Uhr zeigersinn vollführt,
bis es an den Anschlag 48 des Brustbaumhebels 41 anzuliegen kommt und in den freien Raum des Schlitzes 57 des Brustbaumes 53 hineinragt.
Fig. 8 zeigt eine Ausführungsform in ver einfachter Bauart. Es bezeichnet 58 den am Gelenkpunkt 59 des Brustbaumes angelenkten Brustbaumhebel. Am Gelenkpunkt 60 des Brustbaumhebels 58 ist das als Doppelhebel ausgebildete Fangstück angelenkt, dessen längerer Hebelarm 61 am Ende rechtwinklig abgebogen ist und durch eine am Brustbaum hebel 58 abgestützte schwache Feder 62 in der Ruhestellung gegen einen Anschlag 63 des Brustbaumhebels gedrückt wird.
Der Brustbaumhebel 58 wird in der Ruhestellung durch eine stärkere Feder 64 gegen einen am Brustbaum vorgesehenen Anschlag 65 ge drückt. Am kürzeren Hebelarm 66 des Fang- stückes greift das Führungsgestänge 67 der durch den Spulenfühler verschiebbaren und mit dem hin und her schwingenden Schuss- wächterhammer kuppelbaren Stange 68 an.
Wenn diese mit dem Schusswächterhammer gekuppelt wird, so vollführt das Fangstück unter Zusammenpressung der Feder 62 eine Schwenkbewegung, bis dessen längerer Hebel arm 61 an einem am Brustbaumhebel 58 vor gesehenen Anschlag 69 anzuliegen kommt. Die weitere Schwenkbewegung des Fang stückes erfolgt nun zusammen mit dem Brust baumhebel 58 um dessen Schwenkpunkt 59 unter Zusammenpressung der Feder 64.
Um bei raschlaulenden Stühlen ein vorzeitiges Zurückschnellen des Fangstückes unter dem Einfluss der Feder 62 zu verhindern, kann auch hier am Brustbaumhebel 58 eine Klinke 70 angelenkt sein, deren Gestaltung und Steuerung gleich wie bei der Ausführung gemäss Fig. 1 bis 3 oder der Ausführungs form gemäss Fig. 7 sein kann.
Beim Aus rücken des Webstuhls wird nicht dem Fang stück, sondern dem Brustbaumhebel 58 bei spielsweise von der Schusswächtergabel aus in Verbindung mit dem Schusswächterham- mer eine Schwenkbewegung erteilt, wie diese durch den eingezeichneten Pfeil kenntlich ge macht ist, wobei das Fangstück keine Eigen schwenkbewegung um die Schwenkachse 60 ausführt.
Bei der durch Fig. 9 dargestellten Aus führungsform ist das als Doppelhebel aus gebildete Fangstück am. Gelenkpunkt 71 des Brustbaumes angelenkt. In der Ruhestellung legt sich der eine rechtwinklig abgebogene Hebelarm 72 des Fangstückes gegen einen am Brustbaum vorgesehenen Anschlag 73.
Der Brustbaumhebel 74 ist am Gelenkpunkt 75 des Brustbaumes angelenkt, und es ist an demselben ein Anschlag 76 vorgesehen, der normalerweise unter dem Einfluss einer auf den Brustbaumhebel 74 einwirkenden Druck feder 77 gegen den zweiten Hebelarm 78 des Fangstückes gedrückt wird, welch letzterer den ausgeübten Druck über den andern Hebel arm 72 des Fangstückes auf den am Brust baum vorgesehenen Anschlag 73 überträgt.
Der Anschlag 73 dient daher als Begrenzung der Sehwenkbewegung in der einen Richtung sowohl für das Fangstück als auch für den Brustbaumhebel. Am Hebelarm 78 des Fang stückes greift das Führungsgestänge 79 der durch den Spulenfühler längs verschiebbaren Stange 80 an, so dass, wenn die letztere mit dem Schusswächterhammer gekuppelt wird, das Fangstück eine Schwenkbewegung im Uhrzeigersinn vollführt, wobei dessen Hebel arm 78 auf den Anschlag 76 des Brustbaum hebels 74 drückt und dem letzteren ebenfalls eine Schwenkbewegung erteilt. Am Fang stück ist eine Bremsseheibe 81 vorgesehen, die durch eine Blattfeder 82 abgebremst wird.
Bei der Rückschwenkung des Brustbaum hebels 74 in die Ruhestellung muss die Brems wirkung dieser Bremsvorrichtung von der Feder 77 überwunden werden. Beim Aus rücken des Webstuhls wird nur dem Brust baumhebel 74 beispielsweise von der Schuss- wächtergabel aus in Verbindung mit dem Schusswächterhammer eine Schwenkbewegung erteilt, wie dieses durch den eingezeichneten Pfeil kenntlich gemacht ist. Das als Doppel hebel ausgebildete Fangstück verbleibt hier bei in Ruhestellung und ist in dieser Stellung durch die vorgesehene Bremsvorrichtung ge sichert. Naturgemäss könnte auch eine anders geartete Bremsvorrichtung als wie beschrie ben Anwendung finden.
Die Art und Weise des Zusammenwir kens des Fangstückes und des Brustbaum hebels mit dem Ausrückhebel sowie der Spu- lenfühlerstange (68 bezw. 80) mit dem Schusswächterhammer ist bei den Ausfüh rungsbeispielen nach den Fig. 8 und 9 gleich wie beim zuerst beschriebenen Ausführungs beispiel (Fig. 1 bis 4).
Die in Fig. 5 beschriebene Einrichtung für Beeinflussung oder Nichtbeeinflussung des Hebels 32 kann auch bei den Ausfüh rungsformen nach den Fig. 8 und 9 Anwen dung finden.
Bei den beschriebenen Ausführungsfor men wurde vorgesehen, dass am Brustbaum hebel der Kettfadenwäehter und die Schuss- gabel und am Fangstück der Spulenfühler angreift. Naturgemäss ist auch eine solche Anordnung möglich, wo am Fangstück der Spulenfühler und ausserdem die Schussgabel und am Brustbaumhebel nur der Kettfaden- wächter angreift.
Bei einer solchen Anord nung wird das Fangstück sowohl vom Spulen fühler als auch von der Schussgabel aus der art gesteuert, dass, wenn der Faden der Spule aufgebraucht ist oder ein Schussfadenbruch auftritt, eine Auswechslung des Schützens eingeleitet wird.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 1 bis 4 ist das Fangstück 14 an dem am Brust baumhebel 1 vorgesehenen Gelenkpunkt 13 angelenkt. Es wäre aber auch möglich, den Gelenkpunkt 13 am Brustbaum 3 anzuordnen.