Verfahren und Voriichtung zur Heustocktrocgnung.
Ein guter Heuertrag ist nicht nur von der eingebrachten Menge, sondern auch mindestens ebensoviel von der Qualität des zum Verfüttern bereiten Materials abhängig. Der Wert eines Henstockes hängt somit zu einem grossen Teil von dem Zustand des eingebrachten Neues ab. Dabei spielt die darin enthaltene Feuchtigkeit eine Hauptrolle. Je nach deren Menge kann dieselbe zu einer Gärung oder zum Schimmligwerden führen. Bei der Gärung erhitzt sich das Innere des Heustockes, so dass das Heu braun wird und damit einen grossen Teil seines Nährgehaltes einbüsse Eine starke Gärung kann zu Reu- stockbränden führen. Schimmliges Heu ist für das Vieh ungeniessbar und damit vollständig wertlos.
Je nach den klimatischen Verhältnissen ist es aber sehr oft nicht möglich, einen xTollständig gesunden, das heisst trockenen Heustock aufzubauen.
Mit der vorliegenden Erfindung sollen diese Missstände beseitigt werden. Sie betrifft ein Verfahren zur Heustocktrocknung, nach welchem im untern Teil des zu trocknenden Heustockes trockene Luft eingeführt und auf der obern Fläche desselben die den Heustock durchströmte, mit Feuchtigkeit geschwängerte Luft abgesaugt und abgeleitet wird, wobei das Absaugen der letzteren zur Erzeugung der Luftzirkulation im Innern des Ileu- stockes dient, und eine Vorrichtung zur Ausführung dieses Verfahrens, welche zur Einführung von trockener Luft in den untern Teil des Heustockes einlegbare Mittel und einen auf den Heustock aufzusetzenden hutartigen Deckel mit Mitteln zum Absaugen der Feuchtluft aufweist.
Auf beiliegender Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf dieselbe und
Fig. 2 einen Vertikalschnitt mit der an einem Heustock eingebauten Vorrichtung.
Fig. 3 ist ein Horizontalschnitt nach der Linie 2 in Fig. 2 und
Fig. 4 ein senkrechter Schnitt in grösserem Massstab nach der Linie B-B in Fig. 1.
Fig. 5 veranschaulicht ein aus mehreren Teilen zusammengesetztes Luftzuführungs- rohr und
Fig. 6 und 7 sind schnittweise zwei Aus fiihrungsvarianten von Rohrverbindungen in noch grösserem Massstab.
Die gezeichnete Vorrichtung besteht im wesentlichen aus zwei Rauptbestandteilen, aus Mitteln zur Einführung von trockener Luft im untern Teil des T Renstockes mit einer Einrichtung zum Erwärmen der Luft und aus einem hutartigen Deckel auf dem Heu- stock mit Mitteln zum Absaugen der feuchten Luft.
Im untern Teil des Heustockes g sind als Mittel zur Einführung von Frischluft mehrere Rohre 1 nebeneinander eingelegt, welche auf der ganzen Länge Löcher 2 aufweisen.
Das eine Ende jedes Rohres 1 ist durch eine Kalotte 3 abgeschlossen. Das andere, offene Ende 4 steckt in einem querliegenden Verteilrohr 5, das beiderends für den Eintritt der Frischluft offen ist. Zur Erwärmung der letzteren dient ein elektrischer Heizkörper 6.
Statt einer elektrischen Reizung könnte auch eine beliebige andere Heizvorrichtung vorgesehen sein.
Da die Rohre 1 nach der Trocknung des lieustockes fl aus demselben wieder herausgezogen werden sollen und um den Heustock auf seiner ganzen Länge resp. Breite zu durchdringen, eine beträchtliche Länge, beispielsweise in der Grössenanordnung von acht bis zehn Metern haben n müssen ist es vorteil- haft, die Rohre in mehrere Teile aufzuteilen, da in einer Scheune selten so viel Raum vorhanden ist, um die Rohre ohne Zerlegung alis dem Heustock k herausziehen zu können.
Fig. 5 zeigt ein aus vier Teilen zusammenge setztes Rohr 1. In Fig. 6 und 7 sind zwei verschiedene Varianten von Verbindungen der Rohrteile gezeigt. Gemäss denselben weisen die Rohre zur Verbindung Schraubgewinde auf, wobei gemäss Fig. 6 der eine Rohrteil am einen Ende eine Überwurfmuffe 7 aufweist, welche auf das anstossende Ende des nächsten Rohrteils aufgeschraubt wird. Dabei sind die beiden Muffenenden abgerundet, um ein leichtes Rerausziehen des Rohres aus dem Reustock zu gewährleisten. Fig. 7 zeigt ein aus verschiedenen Teilen zusammengesetztes, aussen vollkommen glattes Rohr.
Dabei ist das eine Ende 8 des einen Rohrteils so weit verjüngt, dass es im Ende des benachbarten Rohrteils einsehraubbar ist. An Stelle der Schraubgewinde können auch andere Verbindungsorgane treten. beispielsweise ein Bajonettverschluss. Sind die Rohre einteilig, das heisst bestehen sie aus einem einzigen Stück, so ist es zweckmässig, wie in Fig. 3 angedeutet, dieselben konisch zu gestalten, um ein leichtes Herausziehen derselben aus dem Reustock sicherzustellen. Werden sie aber aus mehreren Teilen so können sie zylindrisch sein. Das hat den Vorteil, dass man die Rohre in verschiedenen Längen im Heustock einbauen kann.
Als Material für die Rohre eignet sich vorzugsweise Leichtmetall, Pressspan oder irgendein Kunstharz.
Der obere Teil der Vorrichtung, der hutartige Deckel, welcher die ganze obere Fläche des Heustockes überdeckt, besitzt ein Mittelstück 9 in Form einer flachen Pyramide, welche mittels Füssen 10 auf dem Heustock abgestützt wird. In der Mitte der Pyramide ist eine Öffnung mit einem nach oben geführten Kamin 11, welcher zur Ableitung der unter dem Deckel angesammelten, aus dem Heustock ausgetretenen feuchten Luft dient.
Für das Absaugen derselben ist ein am Kamin angeschlossener (zeichnerisch nicht dargestellter) Ventilator vorhanden. Derselbe kann entweder mit dem Kamin 11 direkt zusammengebaut oder an dasselbe anschliessbar irgendwo an der Scheunenwand anmontiert sein. Zur Kontrolle der Temperatur der abgesaugten Feuchtluft dient ein Thermometer 12 und zur Verhinderung einer zu hohen Temperatur im Heustock H ein Thermostat 13, welcher nach Massgabe der Temperatur der abgeführten Feuchtluft den Heizkörper 6 im Sammelrohr 5 über einen Schalter ein- resp. ausschaltet. An den Aussenkanten der Pyramide 9 sind Stangen 13 (in Fig. 1 strichliert angedeutet) eingehängt, welche an die Ränder und Ecken des Reustockes verlaufen.
Diese Stangen 14 dienen als Träger für Platten, zum vollständigen Zudecken des Reustocles, so dass durch das pyramidenförmige Mittelstück 9 und die Platten eine den ganzen Heustock überdeckende Pyramide entsteht. Die untern Eck- platten 15, welche den obern Teil der senkrechten Kanten des Heustockes überdecken und die zwischen denselben eingelegten Zwi schenplatten 16 sind ein Stück weit, beispielsweise in der Grössenordnung von einem Meter, senkrecht über die Seitenflächen des Heu- stockes heruntergeführt. Damit soll vermieden werden, dass zwischen den Oberkanten des Eleustockes und dem Deckel Frischluft an gesaugt wird.
Zwischen dem ¯ Mittelstück und den untern Eckplatten 15 und Zwischenplatten 16 ist noch eine weitere Reihe von Platten 17 eingelegt, wodurch die Abdeckung vervollständigt wird. Zum gegenseitigen Zu- sammenhalten dienen die Stangen 14, welche beiderends in Raken 18 und 19 endigen.
Während jede Stange 14 mit dem je Rakeln 18 am Mittelstück 9 eingehängt ist, werden die Platten 15 und 16 am Haken 19 befestigt, so dass dieselben nicht vom Heustock abrutschen können. Es sind ferner Haltevorrichtungen für die Platten 17 vorzusehen, um zu vermeiden, dass dieselben unter die untern Platten 15 und 16 hinunterrutschen. Eine solche Haltevorrichtung besteht, wie in Fig. 4 angedeutet ist, aus Haken 20, welche in der Nähe der untern Kanten der Platten 17 befestigt sind und über die obern Kanten der Zwischenplatten 16 greifen.
Als Material für diesen hutartigen Deckel eignen sich die gleichen Materialien wie für die Röhren 1. Die Stangen 14 werden zweckmässigerweise aus Metall hergestellt und die Platten können z. B. auch aus Sperrholz sein.
Um den Prozess im Innern des Reustockes, das heisst den Trocknungsvorgang verfolgen zu können, ist es zweckmässig, den Feuchtigkeitsgehalt der abgesaugten Luft feststellen zu können. Hierzu bedient man sich am besten eines im Kamin 11 angeordneten Rygro- meters 21.
Der Betrieb zur Trocknung eines lieu- stockes gestaltet sich folgendermassen; Beim Aufbau eines Heustockes werden zuerst auf eine Bodenlage von ungefähr einem halben Meter Heu die Rohre 1 parallel nebeneinander verlegt, wobei die freien Enden so weit vorragen und die Abstände zwischen denselben so gehalten werden, dass später das Verteilrohr 5 an die freien Rohrenden 4 angesteckt werden kann. Dann wird der Hen- stock bis zu seiner endgültigen Höhe aufgebaut, wobei Bedacht zu nehmen ist, dass die obere Fläche gut ausgeglichen, das heisst praktisch horizontal ist. In der Mitte derselben wird nun das Mittelstück 9 mit seinen Füssen 10 aufgestellt. Um ein zu tiefes Einsinken der letzteren im Heu zu vermeiden, ist es erforderlich, dass sie eine genügend grosse Standfläche haben.
Dann werden die Stangen 14 mit den Haken 18 am Mittelstück 9 eingehängt und so verlegt, dass sie annähernd radial gegen die Aussenseiten und die verti kalten : Kanten des Heustockes gerichtet sind.
An den Haken 19 werden die untern Eckund Zwischenplatten 15 und 16 eingehängt. so dass deren vertikal gerichtete Teile satt am Heustock anliegen. Es wird sich als zweckmässig erweisen, eventuell entstehende Lücken zwischen dem Heustock H und den senkrechten Plattenteilen mit Heu aus zur stopfen, um einen Lufteintritt durch diese Lücken direkt unter den Deckel zu verhindern. Der Kamin wird am Ventilator, beispielsweise durch ein Verbindungsrohr, angeschlossen, sofern der Ventilator und der Kamin nicht schon zusammengebaut sind.
Das Verteilrohr 5 wird an die Rohre 1 gesteckt, die erforderlichen elektrischen Verbindungen hergestellt und der Strom eingeschaltet. Der Schalter für den Heizwiderstand 6 wird vom Thermostaten 13 beherrscht, so dass die Heizung nach Massgabe der Temperatur der abgeführten Feuchtluft selbsttätig ein- resp. ausgeschaltet wird.
Der Ventilator saugt nun die Luft teilweise vom Verteilrohr 5 her vorgewärmt und teilsweise aus den freien Seiten des Ren- stockes in dessen Inneres hinein, wobei diese Luft darin befindliche Feuchtigkeit aufnimmt und an der obern Fläche des Reustockes denselben wieder verlässt, um unter dem Deckel durch den Kamin abgesaugt zu werden.
Dieser Trocknungsprozess, bei dem der Heizkörper so gesteuert werden kann, dass nur billiger Nachtstrom konsumiert wird, wird so lange fortgeführt, bis das gewünschte Ziel erreicht ist, was durch eine Marke auf der Hygrometerskala gekennzeichnet werden kann.
Nach Beendigung des Prozesses wird der hutartige Deckel mit den Verbindungskanälen in umgekehrter Reihenfolge der Montage wieder abgebaut, das Verteilrohr 5 mit dem Heizkörper 6 entfernt und die Röhren 1 aus dem Heustock herausgezogen. Wo dieselben zufolge Platzmangel aus mehreren Teilen zusammengesetzt sind, wird nach dem Ausziehen eines Teilstückes aus dem Reu- stock dasselbe abgeschraubt resp. losgekuppelt und nach und nach werden die übrigen Teilstücke auf die gleiche Weise entfernt.
PBTENTBNSPRVCHE:
I. Verfahren zur Eeustocktrocknung, dadurch gekennzeichnet, dass im untern Teil. des zu trocknenden CE Heustockes trockene Luft eingeführt und auf der obern Fläche desselben die den Heustock durchströmte, mit Feuchtigkeit geschwängerte Luft abgesaugt und abgeleitet wird, wobei das Absaugen der letzteren zur Erzeugung der Luftzirkulation im Innern des Heustockes dient.