Regulierungseinrichtung für Dampf- und Gasturbinen. 0 Um die Stabilität einer Regulierung für Dampf- und Gasturbinen zu gewährleisten, sollte die Bewegung der Arbeitsmittelventile auf das Steuerorgan rückwirken, da sonst zufolge der Trägheit der rotierenden Massen der Turbine die durch eine Belastungsände rung notwendig gewordene Neuzuordnung des Arbeitsmitteldurchflusses erst nach einer längeren Periode von Über- und Unterregu lierung den Gleichgewichtszustand erreicht.
An eine Turbinenregulierung wird ferner die Forderung gestellt, dass beim Parallel betrieb mit andern Turbinengruppen zum Zwecke der Lastverteilung auf die einzelnen Einheiten, die Ungleichförmigkeit - das heisst die relative Drehzahlspanne zwischen Vollast und Leerlauf - während des Betrie bes der Turbine wahlweise verändert werden kann.
Die Stärke der Rückführung sollte eben falls verändert werden können, um allfälli gen Pendelerscheinungen der Regulierung be gegnen zu können. So wäre es z. B. wün schenswert, bei kleinen Ungleichförmigkeiten die Rückführung zu vergrössern. Vorteilhaft ist ferner, wenn bei einer beliebig eingestell ten Ungleichförmigkeit die Stärke der Rück führung ohne Rückwirkung auf die erstere ebenfalls beliebig gewählt und eingestellt werden kann.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Regulierungseinrichtung für Gas- und Dampf turbinen, welche ein Steuerorgan aufweist, das Impulse von der zu regulierenden Grösse empfängt und in Abhängigkeit davon ein Ventil zur Änderung des Arbeitsmittelflusses durch die Turbine steuert, wobei das betref fende Ventil einen mit Flüssigkeitsdruck be tätigten Kraftkolben besitzt.
Die Erfindung besteht darin, dass der Flüssigkeitsdruck, welcher den Kraftkolben steuert, auf die Un gleichförmigkeit der Regulierung einwirkt und dass die Rückführung der Bewegung des Ventils auf das Steuerorgan durch einen vom Ventil betätigten Verdrängungskörper er folgt, welcher mittels Flüssigkeitsübertra gung einen Verdrängungskörper im Steuer organ betätigt. Bei einer solchen Regulierung ist es im Gegensatz zu den bisher üblichen Regulie rungen möglich, mit einfachen Mitteln so wohl die Ungleichförmigkeit als auch die Stärke der Rückführung unabhängig von einander und während des Betriebes der Tur bine beliebig voneinander zu verändern.
Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung sind in den Fig. 1 bis 4 der Zeich nung schematisch dargestellt. In der Fig. 1 ist 1 die Turbine, deren Arbeitsmittelfluss durch das zwischen Arbeitsmitteleintritt 2 und Einströmstutzen 3 gelegene Ventil 4 ge steuert wird, welches einen sich in einem Zylinder 5 bewegenden Kraftkolben 6 auf weist, der durch Flüssigkeitsdruck, im vor liegenden Fall durch Öldruck, im Raume 7 betätigt wird. Die dem Öldruck entgegen gesetzt gerichtete Kraft auf den Kraftkolben wird durch die Zusammendrückung der Feder 8 erzielt.
Die gezeichnete Regulierung weist ein Steuerorgan auf, das die innerhalb der strichpunktierten Linie 104 gelegenen Teile enthält, welches von einem schematisch ange deuteten Geschwindigkeitsregler 103, der über einen nicht gezeichneten Antrieb von der Turbinenwelle betätigt wird, Impulse er hält und in Abhängigkeit davon einen Öl druck steuert, welcher über die Leitung 9 und den Raum 7 den Kraftkolben 6 und damit das Ventil 4 betätigt.
Das Steuerorgan weist den Steuerschieber 10 auf, der vom Drehzahlregler 103 über den Hebel 11 bewegt wird. Im beschriebenen Beispiel soll einer Abnahme der Turbinen drehzahl ein Senken des Steuerschiebers ent sprechen. Der Steuerschieber 10 bewegt sich in. einer Steuerbüchse 12, welche mit Steuer kanten 13 und 14 versehen ist. Die Steuer büchse 12 ist zwischen zwei Federn 15 und 16 eingespannt und trägt einen Kolben 17, der sich in einem Zylinder 18 bewegt.
Der Kolben 17 stellt den Verdrängungs körper des Steuerorganes dar, welcher zur Rückführung der Ventilbewegung auf das Steuerorgan dient. Von der Ventilspindel 19 wird über den im Drehpunkt 21 gelagerten Hebel 20 der Kolben 23 mit Hilfe der Stange 22 im Zylinder 24 bewegt. Diese Vorrich tung stellt einen vom Ventil betätigten Ver drängungskörper dar. Der Raum 28 im Zy linder 24 steht mittels der Leitung 25 mit dem Raum 29 im Zylinder 18 in Verbindung. Das kommunizierende System erhält Drucköl aus der Leitung 26, wobei das Abblaseventil 27 im ganzen System, das heisst in den Räu men 28, 29, 30 und den Leitungen 25, 32 und 33 einen bestimmten Öldruck aufrecht erhält, solange die Kolben 23 und 17 in Ruhe sind.
Die Steuerbüchse 12 bewegt sich in einem starren Gehä,usse 34. In dieses führen die Druckölleitung 35 von einer Pumpe und der Ölablauf 36 sowie die Verbindungs leitung 9.
Die Regulierung arbeitet beispielsweise bei einer Mehrbelastung der Turbine folgen dermassen: Zufolge der Belastung wird die Drehzahl der Turbine sinken. Dabei bewegt sich wegen des Ansprechens von Drehzahl regler 103 der Steuersehieber 10 nach unten und lässt, zufolge der Freigabe der Steuer kante 14, Öl aus der Druckölleitung 35 durch Öffnungen 37 und 38 in der Steuer büchse 12 und die Leitung 9 unter den Kraftkolben 6 strömen, wobei das Ventil gegen die Feder 8 angehoben wird und da durch den Arbeitsmittelfluss durch die Tur bine vergrössert.
Ohne Rückführung würde das Ventil 4 wegen der nötigen Beschleuni gung des Turbinenläufers eine grössere als die der neuen Last entsprechende Öffnung einnehmen, und zwar so lange, bis die Tur bine wieder die verlangte Drehzahl erreicht hätte. Zufolge der Massenträgheit des Tur binenläufers würde aber die Drehzahl dann über das gewünschte Mass hinaussteigen und damit Pendelungen hervorrufen, da beim Schliessen des Ventils die verlangte Drehzahl wieder unterschritten würde. Erst durch die Wirkung von Reibungskräften könnte, nach einer längeren Periode von Über- und Unter regulierungen, das notwendige -Gleichgewicht für den neuen Betriebszustand erreicht werden.
Die Rückführung der Ventilbewegung auf das Steuerorgan geht so vor sich, da?) durch das Öffnen des Ventils 4 der Kolben 28 eine gewisse Ölmenge verdrängt, welche durch das Drosselventil 31 und das Abblas- ventil 27 ausgestossen wird. Durch diese Ver drängung der Ölmenge entsteht im Raume 29 ein Druck, welcher grösser ist als derjenige im Raume 30, so dass sich der Kolben 17 nach unten bewegt. Demzufolge wird die Steuerbüchse 12 nach unten geschoben und dadurch der Oldurchfluss zum Kraftkolben 6 sehon gedrosselt, bevor die genaue Drehzahl wieder erreicht ist.
Nachdem die Bewegung des Ventils 4 abgebremst wurde, gleicht sich der Druck in den Räumen 29 und 30 zufolge der Drosselstelle 31 und des Abblasventils 27 wieder aus, die Steuerbüchse nimmt ihre ur sprüngliche Lage wieder ein, und wenn die Drehzahl in der Zwischenzeit noch nicht den richtigen Wert erreicht hat, wird das Ventil 4 weiter geöffnet. Die Regulierung mit einer Rückführung der beschriebenen Art erlaubt es, den neuen Gleichgewichtszustand ange nähert aperiodisch, also ohne Pendelungen, zu erreichen. Wichtig ist dabei, dass die Stärke der Rückführung veränderlich ist.
Im vorliegenden Beispiel geschieht diese Ver änderung auf äusserst einfache Weise da durch, dass bei Verkleinerung des Durch flussquerschnittes der Drossel 31 die Rück führung verstärkt, beim Öffnen der Drossel 31 die Rückführung abgeschwächt wird.
Beim beschriebenen Steuerorgan müsste also jeder beliebigen Belastung der Turbine die genau gleiche Drehzahl entsprechen, da nur dann die Steuerbüchse 12 und der Steuer schieber 10 den Olzu- oder -abfluss des Raumes 7 unterbrechen.
Eine Regulierung dieser Art wird Iso- dromregulierung genannt. Sie ist aber in den wenigsten Fällen erwünscht, da, wie eingangs erwähnt, beim Zusammenarbeiten von Tur binengruppen bestimmte Ungleichförmig- keiten der verschiedenen Einheiten nötig sind, um die Lastverteilung beliebig vor nehmen zu können.
In. der Regulierung nach der Fig. 1 wird der Druck in. der Leitung 9, welcher den Kraftkolben 6 bewegt, zur Erreichung der Ungleichförmigkeit herbeigezogen. Die Lei stung der Turbine ist abhängig vom Arbeits- mitteldurchfluss und daher auch vom Hub des Ventils 4.
Bei gegebenen Arbeitsmittel- zuständen entspricht eine bestimmte untere Stellung des Ventils dem Leerlauf, eine be stimmte obere Stellung .des Ventils der Voll- lastleistung der Turbine. Ist das Ventil so ausgebildet, dass auf den Ventilkegel keine Kräfte von der Arbeitsmittelströmung aus geübt werden, so wird zufolge der Feder 8 .der Öldruck im Raume 7 und somit in Lei tung 9 direkt proportional der Belastung sein.
Die Drehzahl der Turbine kann verändert werden indem die Federn 15 und 16 ver schieden gespannt werden. Durch Betätigen der Schraube 40 kann beispielsweise die Steuerbüchse 12 nach unten verschoben wer den, und bei vorerst gleichbleibender Dreh zahl der Turbine und damit gleicher Stellung des Steuerschiebers 10 wird 01 aus dem Raum 7 durch die Leitung 9 und die Öffnun gen 38 und 39 in den Ablauf 36 entweichen, und zwar so lange, bis durch die Schliessung des Ventils 4 die Drehzahl der Turbine einen tieferen Wert angenommen hat, bei welchem die Stellung des Drehzahlreglers 103 und damit des Steuerschiebers 10 so ist, dass der Öldurchtritt durch die Steuerkanten 13 und 14 unterbrochen wird.
Bei positiver Ungleichförmigkeit, das heisst höherer Drehzahl bei Leerlauf als bei Vollast, kann der Öldruck in der Leitung 9, welcher den Kraftkolben 6 steuert, dazu be nützt werden, um die Federn 15 und 16 bei zunehmendem Öldruck, das heisst vergrösser ter Ventilöffnung und daher Belastung der Turbine, dadurch zu entspannen, dass der Druck durch die Leitung 41 einem Kolben 42, der sich in einem Zylinder 43 bewegt, zugeführt wird. Der Kolben 42 ist durch die Stange 44 mit einem Hebel 45 verbinden, der seinen Drehpunkt auf dem verschieb baren Support 46 hat. Zufolge der Feder 47 entspricht jedem Druck, das heisst jeder Be lastung der Turbine, eine ganz bestimmte Lage des Hebelendpunktes 48.
Befindet sich der Support 46 mit dem Auflagepunkt des Hebels 45 in der mit I bezeichneten Stel lung, so wird bei zunehmender Belastung der Turbine die Steuerbüchse 12, wegen der Auflage des Federtellers 49 der Feder 16 auf dem Hebel 45, nach unten verschoben und dabei die Drehzahl bei zunehmender Last verringert.
In der Stellung II des Supports 46 hat die Bewegung des Hebels 45 keinen Einfluss auf die Stellung der Steuerbüchse 12, die Drehzahl ist somit für alle Belastungen der Turbine konstant, was einer Regulierung mit verschwindender Ungleichförmigkeit, also einer Isodromregulierung entspricht.
In der Stellung III des Supports 46 hat die Regulierung negative Ungleichförmig keit; die Drehzahl ist bei Vollast höher als bei Leerlauf.
Man erkennt, dass es mit einfachen Mit teln gelingt, sowohl die Ungleichförmigkeit als auch die Rückführung während des Laufes der Turbine beliebig zu verstellen, und zwar so, dass im Gegensatz zu den üblichen Regulierungen diese Grössen unab hängig voneinander eingestellt werden kön nen. Zwischen dem Steuerorgan und den zu regulierenden Ventilen sind keine Hebel verbindungen notwendig, so dass eine den Aufbau der Turbine nicht beeinflussende Aufstellung der beiden Teile möglich ist.
Es ist möglich, vom Steuerorgan aus auch mehrere nacheinander öffnende Ventile zur Steuerung des Arbeitsmitteldurchflusses zu betätigen, wenn diese mit Kraftkolben ver sehen sind, welche auf bestimmte Öldrücke abgestimmte Federn besitzen. So können bei spielsweise Teil- und Überlastventile betätigt werden.
Die dem Kolben 23 der in Fig. 1 dargestellten Anordnung entsprechenden Ver drängungskolben der einzelnen Ventile kön nen mit dem Verdrängungskolben 17 der Rückführung in gemeinsamer Flüssigkeits verbindung stehen, und entsprechend der Be tätigung der einzelnen Ventile wird deren Bewegung auf das Steuerorgan rückgemel- det. Anderseits ist es mö --,lich, die einzelnen Ventile von nur einem mit einem Kraftkol ben und einem Riicl#:führkolben ausgerüsteten Regulierventil mechanisch zu betätigen.
Die Fig,. 2 zeigt: eine beispielsweise Aus- fiilirun,rsform einer solchenVentilbetätigung. Innerhalb der mit 104 bezeichneten strich punktierten Linie befindet sich das Steuer organ, das mit dem in Fig. 1 gezeichneten identisch ist, und den Regelimpuls vom Dreh zahlregler 7.03 über den Hebel 11 erhält.
1VIit 4 ist ein Regulierventil zur Steuerung des Arbeitsmitteldurchflusses durch die nicht ge zeichnete Turbine angedeutet, welches einen Kraftkolben 6 besitzt, der vom C)ldruck im Raume 7 und einer Feder 8 bewegt wird, wobei der Oldruck durch die Leitung 9 vom Steuerorgan innerhalb der Linie 104 auf den Kraftkolben 6 übertra"en wird.
Zum Unter schied von Fig. 1 ist bei der Anordnung nach Fig. 2 kein besonderer Verdrängungskolben 23 zur Rückführung notwendig, da die dem Raum 7 gegenüberliegende Seite des Kolbens 6 als Verdrängungskolben die Bewegung des Ventils auf das Steueror -,an überträgt, wozu es nur nöti-- ist, den Zylinder 5 allseitig ge schlossen auszubilden und die der Leitung 25 in Fig. 1 entsprechende Leitung 50 anzuord nen.
Die Ventilspindel 19 ist durch den Win kelhebel 51 zwangsläufig mit einer Welle 52 verbunden, welche bei einer Bewegung der Ventilspindel 19 in den Lagern 53 um ihre Längsachse gedreht wird.
In der Fig. 2 stellt 54 und 55 je ein Teil lastventil vor. Die Ventile sind mit Stangen 56 und 57 mit den Platten 60 und 61 ver bunden, welche durch Federn 62 und 63 die Ventile auf ihrem Sitze halten, solange sie nicht durch die der Welle 52 und vermittels der mit der Welle 52 starr ver bundenen Hebel 58 und 59 angehoben wer den. Bei kleiner Last übernimmt das Ventil 4 allein die Steuerung des Arbeitsmittel durchflusses. Bei einer gewissen Erhebung der Ventilspindel 19 wird die Welle 52 so weit gedreht, dass der Hebel 58 das Spiel X durchlaufen hat und daher das Ventil 54 zu öffnen beginnt.
Ist die Drehring der Welle so weit erfolgt, dass der Hebel 59 den Weg y zurückgelegt hat, so beginnt auch das Ventil 55 zu öffnen. Durch entsprechende Ausbil dung der Drosselkegel der einzelnen Ventile gelingt es, auch hier eine direkte Propor tionalität zwischen Ventilhub und Leistung der Turbine zu erhalten.
In vielen Fällen wird es nicht möglich sein, die Ventile so auszulegen, dass vom Ar beitsmittel keine Reaktionen auf die Ventil kegel ausgeübt werden. Beim beschriebenen Gestängemechanismus zur Ventilbetätigung entstehen noch Reibungskräfte, die vom Ven tilhub abhängen können und zufolge von Abnützungen zeitlichen Veränderungen aus gesetzt sind.
Daher ist stets dann, wenn der vom Steuerorgan erzeugte Öldruck direkt zur Betätigung der Kraftkolben dient, dieser Öl- druck nicht mehr proportional zur Ventil erhebung bezw. zur Turbinenleistung, da neben den Federkräften noch zusätzliche Kräfte auf den Kraftkolben wirken. Durch diesen Umstand wäre die Ungleichförmigkeit. welche durch den vom Steuerorgan erzeugten Druck zur Steuerung der Ventile erzielt wird, nicht nur von Laständerungen, sondern auch von andern Faktoren abhängig.
Um diesem Übelstand abzuhelfen, können die Kraftkolben der Ventile mit Vorsteue- rungen versehen werden. Eine solche ist in der Fig. 3 dargestellt. Der vom Steuerorgan erzeugte Öldruck, welcher in der Leitung 9 herrscht, wirkt, anstatt direkt auf den Kraft kolben, auf eine Steuerbüchse 65 vermittels des im Raum 64 des Gehäuses 66 liegenden Stufenkolbens. Die vom Öldruck im Raum 64 auf die Steuerbüchse ausgeübte Kraft wird durch die Feder 67 im Gleichgewicht gehal ten, so dass einem bestimmten Öldruck in der Leitung 9, also eine ganz bestimmte Stellung der Steuerbüchse 65 entspricht.
In der Steuerbüchse 65, welche im Gehäuse 66 ver schiebbar ist, bewegt sich ein Steuerschieber 68, der über den Hebel 69 und die Stange 71 zwangsläufig mit dem Kraftkolben 6 des nicht gezeichneten Ventils verbunden ist. Bei einer Mehrbelastung der Turbine wird das Steuerorgan den Öldruck in der Leitung 9 erhöhen.
Daher wird die Steuerbüchse 65 nach oben verschoben und gibt, weil der Steuer schieber 68 sich immer noch in der früheren Lage befindet, die Öffnung 77 frei, so dass Drucköl aus der Leitung 73 durch die Öffnung 77 und 76 sowie die Leitung 72 in den Raum 7 unter den Kraftkolben 6 gelangt und dadurch diesen und damit das nicht gezeichnete Ventil gegen die Feder 8 anhebt. Bei einer Auf wärtsbewegung des Kraftkolbens 6 wird der Steuerschieber 68 zufolge des im Punkt 70 angelenkten Hebels 69 ebenfalls nach oben verschoben.
Sobald der Kraftkolben 6 einen bestimmten, in einem festen Verhältnis zum Hub der Steuerbüchse 65 stehenden Hub zu rückgelegt hat, unterbricht :die Steuerkante 79 des Steuerschiebers 68 den Olzufluss zum Raume 7. Dadurch entspricht jeder Lage der Steuerbüchse 65 eine bestimmte Lage des Kraftkolbens 6, und zwar ist es in diesem Falle gleichgültig, was für Kräfte auf den Kraftkolben wirken. Die letzteren müssen nur kleiner sein als die vom Öldruck maximal erzeugbare Kraft.
Bei einer Verkleinerung des Öldruckes in der Leitung 9 bewegt sich die Steuerbüchse 65 zufolge der Feder 67 nach unten, lässt Öl aus dem Raum 7 durch die Leitung 72 und die Öffnung 76, 75 in den Ablauf 74 ausfliessen, bis sich der Kraft kolben und damit die Steuerkante 78 des Steuerschiebers 68 so weit nach abwärts be wegt hat, dass der Olausfluss unterbrochen wird.
Mit der beschriebenen Vorsteuerung ist der vom Steuerorgan erzeugte Öldruck zur Steuerung der Kraftkolben, welcher auf die Steuerbüchse der Vorsteuerung wirkt, genau dem Ventilhub und daher der Belastung der Maschine proportional, und zwar unabhängig davon, wie gross die Arbeitsmittelreaktionen auf die Ventile und allfällige Reibungskräfte sind.
Da zur eigentlichen Betätigung der Kraftkolben der volle Öldruck aus der Lei tung 73 zur Verfügung steht und das Steueröl vom Steuerorgan nur die Steuer büchse der Vorsteuerung verschieben muss, kann die Sehlusszeit des Kraftkolbens ver kleinert und damit die Empfindlichkeit der Regulierung verbessert werden.
Dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel haftet insofern noch ein Nachteil an, weil die Zusammendrückung der Federn 15 und 16 der Steuerbüchse 12 durch den Kolben 4\? und die Feder 47 zum Zwecke der Errei chung der Ungleichförmigkeit der Regulie rung abhängig ist von der Vorspannung der Federn, welche durch die Schraube 40 er folgt.
Mit der Schraube 40 lässt sich die mitt lere Drehzahl der Turbine einstellen und da, der Druck über dem Kolben 42 dem Druck im Raume 7 unter dem Kraftkolben 6 ent sprechen soll, so würde bei verschiedener mittlerer Drehzahl der Turbine diese die Un gleichförmigkeit beeinflussen, da die Reak tionskräfte der Federn 15 und 16 ebenfalls vom Hebel 45 aufgenommen werden müssen. Die Einstellung einer gewünschten Ungleich förmigkeit, welche im Beispiel nach der Fig. 1 durch Verschieben des Auflage punktes 46 erfolgt, wäre dann abhängig von der eingestellten mittleren Drehzahl.
Um diesem Übelstand zu begegnen, kann der Kolben 42 mit einer Vorsteuerung ver sehen werden, welche so arbeitet, dass unab hängig von der Vorspannung der Federn 15 und 16 der Kolben 42 bei einem bestimmten Druck in der Leitung 9 immer die gleiche Lage einnimmt.
Der in Fig. 1 dargestellte Geschwindig keitsregler 103, welcher mechanisch von der Turbinenwelle angetrieben wird, verhindert, dass das Steuerorgan, welches den zur Steue rung der Ventile notwendigen Öldruck lie fert, unabhängig von der Turbine angeordnet werden kann, da der Hebel 11 der Fig. 1 das Steuerorgan in eine örtliche Abhängigkeit zur Turbine bringt. Um das Steuerorgan vollständig unabhängig von der Turbine auf stellen zu können, kann der Geschwindig keitsregler von einem Synchronmotor ange trieben werden, der elektrisch mit einem von der Turbine angetriebenen Stromerzeuger verbunden ist.
Eine andere Möglichkeit be steht darin. auf der Turbinenwelle einen Drehzahlgeber anzuordnen, der einen Öl druck erzeugt, welcher proportional der Dreh zahl der Turbine ist und den Drehzahl- schwanlizungen ohne zeitliche Phasenverschie bung zu folgen vermag.
Die Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Regulierung, bei welcher das innerhalb der strichpunktierten Linie 80 gelegene Steuerorgan sowohl mit der Turbine als auch mit dem den Arbeitsmittelfluss durch die Turbine steuernden Regulierventil nur durch Ölleitungen verbunden ist und daher unab hängig von beiden aufgestellt werden kann. Teile, welche mit solchen der Fig. 1 identisch sind, sind mit den gleichen Bezugsziffern versehen.
Auf der Turbinenwelle ist ein Drehzahl regler 81 angeordnet, welcher im Drehzahl geber 82 einen Öldruck erzeugt. Dieser Öl druck, "Drehzahldrucli-" genannt, ist ohne zeitliche Phasenverschiebung ein Mass für die momentan von der Turbine eingehaltene Drehzahl. Es soll an-,enommen werden, dass bei höherer Drehzahl ebenfalls der "Dreh zahldruck" einen höheren Wert erreicht und umgekehrt.
Das innerhalb der Linie 80 angeordnete Steuerorgan enthält einen Steuerschieber 84, der an seinem untern Ende einen Kolben 106 trägt, welcher in einem Zylinder 105 arbei tet. Der Zylinder 105 ist mit Leitung 83 an den Drehzahlgeber 82 angeschlossen. Der auf den Kolben 106 ausgeübten Kraft wird von den Federn 86 und 88 Gleichgewicht gehal ten.
Bei der Soll-Drehzahl der Turbine decken die Steuerkanten 89 und 90 die Off nungen 93 und 94 ab, so dass durch die Öff nung 95 der Leitung 9 weder Öl zugeführt noch entnommen wird. Sinkt zufolge einer Lasterhöhung der Turbine die Turbinen zahl, so wird der Druck in Leitung 83 sinken und demzufolge schieben die Federn 86 und 88 den Steuerschieber 84 nach unten. Die Steuerkante. 90 gibt dabei die Öffnung 94 in der unbeweglichen Steuerbüchse 96 frei, und das Drucköl aus der Leitung 92 strömt in die Leitung 9. Dadurch wird der Druck in ihr erhöht, und der mit 97 bezeich nete Vorsteuerapparat liefert Drucköl unter den Kraftkolben 6 des Ventils 4.
Dieses wird <B>,</B> tii"elioben, und es vergrössert sich der Ar- in beitsmittelfluss durch die Turbine. Durch das Öffnen des Ventils 4 wird der Kraftkolben 6 01 aus dem obern Teil des Zylinders 5 ver drängen. Dieses 01 fliesst durch Leitung 50 auf die untere Seite des Zylinders 98, strömt durch die einstellbare Drossel 31 und dann durch das auf einen bestimmten Druck ein gestellte Abblaseventil 27 ins Freie.
Mittels der Leitung 99, des Abblaseventils 27 und der Druckölzuführung 26 wird auf der obern Seite des Rückführkolbens 87 ein konstanter Öldruck aufrechterhalten. Zufolge der Dros sel 31 entsteht beim Öffnen des Ventils 4 ein Überdruck unter dem Rückführkolben 87, welcher den Steuerschieber 84 in seine Aus gangslage rückzuführen bestrebt ist und daher die Stabilität der Regulierung gewähr leistet: Durch Verkleinerung der Drossel öffnung 31 kann die Rückführung verstärkt, durch Vergrössern die Rückführung abge schwächt werden.
Wenn bei einer Entlastung der Turbine ihre Drehzahl ansteigt, so wird der Druck unter dem Kolben 106 vergrössert, der Steuer schieber 84 gegen die Federn 86 und 88 an gehoben, und die Steuerkante 89 gibt die Öffnung 93 der Steuerbüchse 96 frei, wobei 01 aus der Leitung 9 durch die Leitung 91 abfliesst und wegen der früher beschriebenen Arbeitsweise des Vorsteuerapparates 97, der Druck inf Raume 7 .sich verkleinert.
Der Kraftkolben 6 bewegt sich nach unten und das Ventil 4 verkleinert den Arbeitsmittel fluss durch die Turbine, um diesen der klei neren Turbinenlast anzupassen. Der Kraft kolben 6 saugt bei seiner Abwärtsbewegung 01 aus der untern Seite des Zylinders 98 an, welches durch die Drossel 31 zuströmen muss, so dass der 0'ldruck unter dem Rückführ- kolben 87 tiefer sein wird als der durch das Abblaseventil _ 27 eingehaltene,
konstante Öl druck auf der obern Seite des Rückführkol- bens 87. Damit erfährt der Steuerschieber 84 wiederum eine Kraft, welche ihn in seine Ausgangslage rückzuführen bestrebt ist. Be findet sich der Kraftkolben 6 nach der Ein nahme einer bestimmten Lage wieder in Ruhe, so gleichen sich die Drücke auf der obern und untern Seite des Kolbens 87 aus, so dass von diesem keine Kräfte mehr auf den Steuerschieber 84 ausgeübt werden.
Hat dagegen die Turbine durch die erfolgte Än derung des Arbeitsmittelflusses noch nicht die richtige Drehzahl eingenommen, so kann der Steuerschieber nicht in der Stellung sein, in welcher die Öffnungen 93 und 94 der Steuerbüchse 96 verschlossen sind, und er wird daher den Arbeitsmittelfluss so lange ändern, bis die richtige Drehzahl erreicht ist.
Die Ungleichförmigkeit der Turbine wird, wie dies an Hand der Fig. 1 beschrieben wurde, dadurch erreicht, dass mit steigendem Öldruck in den Leitungen 9 und 41 entspre chend einer erhöhten Belastung der Turbine, zufolge der Zusammendrückung der Feder 47 durch den Kolben 42, der Hebel 100 zusam men mit der Schraube 101 die Federn 88 und 86 entlastet, sofern sich der Drehpunkt 46 des Hebels 100 in der in Fig. 4 gezeichne ten Lage befindet.
Ist die Vorspannung der Federn 88 und 86 kleiner, so muss der Druck unter dem Kolben 106 und damit die Dreh zahl der Turbine kleiner sein, als wenn die Federn stärker gespannt sind. Befindet sich somit der Drehpunkt 46 des Hebels 100 rechts von der Schraube 101 in Fig. 4, so ist die Drehzahl bei grösserer Last tiefer als bei Leerlauf; die Ungleichförmigkeit ist positiv. Durch Verschieben des Drehpunktes 46 kann die Ungleichförmigkeit Null oder negativ sein. Soll die Drehzahl der Turbine verändert werden, so kann dies durch Drehen der Schraube 101 mittels des Handrades 102 er reicht werden.
Diese Drehzahlverstellung kann auch durch Drehen der Schraube 101 mittels eines Elektromotors erfolgen, so dass die Drehzahl der Turbine durch Fernsteue- rung eingestellt werden kann.