CH247439A - Verfahren zur Herstellung von Kohlensäuregas und Apparat zur Ausführung dieses Verfahrens. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kohlensäuregas und Apparat zur Ausführung dieses Verfahrens.

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CH247439A
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    • C01B32/00Carbon; Compounds thereof
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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Kohlensäuregas    und     Apparat    zur Ausführung  dieses Verfahrens.    Vorliegende Erfindung betrifft ein neues  Verfahren zur Herstellung von beispiels  weise zum Gebrauch in Brauereien, Mineral  wasserfabriken, und dergleichen bestimmtem       Kohlensäuregas    mit     Kohlensäureeis    als Aus  gangsmaterial.  



  Das üblich in diesen Industrien     benutzte          Kohlensäuregas    wird in der Regel durch Ver  dampfen flüssiger Kohlensäure in Stahl  behältern     hergestellt.    Das Verdampfen ge  schieht dabei bei etwa 50     Atm.    Druck, und  das gebildete     Kohlensäuregas    muss erst ein       Druckreduktionsventil    passieren, wo es auf  einen passenden Druck, 1-6     Atm.,    einge  stellt wird, bevor es nutzbar gemacht werden  kann.  



  Es leuchtet ein, dass es nicht nur in pro  duktionsmässiger, sondern auch in transport  mässiger Hinsicht eine wesentliche Verein  fachung     bedeuten    würde, falls man Kohlen  säuregas durch direktes Verdampfen au       Kohlensäureeis    in Blöcken herstellen     könnte.     



       Dies-    ist, wie z. B. aus dem von     Plank-    und       Kuprianoff    aufgestellten     Kohlensäure-Entro-          piediagramm    hervorgeht, bei Drucken unter  5,28     Atm.        abs.,    d. h. unter dem     Trippelpunkt     der Kohlensäure, möglich.  



  . Es ist. bereits vorgeschlagen worden, für       derartige    Zwecke     Kohlensäuregas    aus Kohlen  säureeis in einem geschlossenen Behälter     her-          zustellen,       Gemäss einem dieser Vorschläge wird die  Verdampfung des     Kohlensäureeises    dadurch  verursacht, dass dem Druckbehälter von unten  her Wasser zugeführt wird, das gegebenen  falls mit Hilfe eines Heizelementes temperiert  werden kann,     wobei    die Regelung der Kohlen  säureentwicklung durch Regelung des Was  serstandes und der Temperatur des Wassers  geschieht. Diese Regelung findet manuell  statt.  



  Bei dieser bekannten Methode ist vorge  sehen, dass in den     Behälter    nicht mehr       Kohlensäureeis    zugeführt wird, als für eine  Betriebsperiode erforderlich ist. Es soll hier  eingefügt werden, dass in den genannten In  dustrien im     allgemeinen        intermittierender    Be  trieb mit Betrieb am Tage und Betriebspausen  nachts, an     Sonntagen,    Feiertagen und derglei  chen angewendet     wird.     



  Wenn in dem     vorstehend    genannten, be  kannten Apparat bei Beendigung einer Be  triebsperiode noch     Kohlensäureeis    vorhanden  ist, muss man den     Behälter    offen stehen  lassen, damit das noch vorhandene Eis ver  dampfen und das entwickelte     Kohlensäuregas     in der Betriebspause entweichen kann. Schliesst  man nämlich den Behälter, so wird das Eis  infolge Wärmeaufnahme aus der Umgebung       unter    ständiger Druckerhöhung derart ver  dampfen, dass gegebenenfalls Gefahr einer  Explosion entstehen kann, falls der     Behälter     nicht besonders     kräftig    bemessen ist.

        Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver  fahren zur Herstellung von     Kohlensäuregas     aus     Kohlensäureeis    in einem geschlossenen  Behälter, welches Verfahren eine wesentlich  einfachere     Regelung    des     Betriebes    ohne Ex  plosionsgefahr und ohne Verlust von Kohlen  säuregas in den     Betriebspausen    gestattet.  



  Bevor auf die     Beschreibung    des Verfah  rens eingetreten wird, ist es zweckmässig, eine  Übersicht über die     Zustandsänderungen    zu  geben, die stattfinden, wenn     Kohlensäureeis     in einen geschlossenen Behälter eingebracht  und sich selbst     überlassen    wird (vergleiche       obengenanntes        Entropiediagramm).     



       Kohlensäureeis    sublimiert bei Atmo  sphärendruck bei einer Temperatur von ca.  - 79  C. Das Eis wird deshalb bei     Lagerun;     in freier Luft immer diese     Temperatur    auf  weisen.  



  Wird das, Eis, wie bereits     erwähnt,    in  einen geschlossenen Behälter eingebracht,  würde     nichts        geschehen,    falls der Behälter  bei dieser niedrigen Temperatur aufbewahrt  werden würde. Es     wird        indessen    vorausge  setzt, dass der Behälter unter gewöhnlichen  atmosphärischen Verhältnissen     (zwischen     -20 und     -I-        20     C) aufbewahrt wird. Aus der  Umgebung dringt dann in den Behälter eine  bestimmte Wärmemenge pro Zeiteinheit ein,  entsprechend der Wärmeleitfähigkeit des Be  hältermaterials.

   Diese Wärme wird von der  Kohlensäure in dem Behälter     aufgenommen,     wobei sich ein bestimmter Zustand einstellt in       Übereinstimmung    mit dem genannten     En-          tropiediagramm.    Die Verhältnisse entwickeln  sich nun auf folgende Weise: Das     Kohlen-          säureeis    beginnt sofort zu verdampfen und  gibt zu einer     gradweisen        Zunahme    des     Druk-          kes    in dem     Behälter    sowie zu entsprechender  Erhöhung der     Verdampfungstemperatur    An  lass.

   Auf diese Weise werden Temperatur  und Druck verhältnismässig schnell steigen,  bis der     Trippelpunkt    bei     etwa.    5,28     Atm.     und - 56  C erreicht ist. Über diesen Punkt  hinaus kann die Kohlensäure nicht länger als  fester Stoff bestehen, und     eine    weitere Zu  fuhr von Wärme wird von jetzt ab zum  Schmelzen des Eises verbraucht. Dieses    Schmelzen findet nun bei konstantem Druck  und Temperatur statt und erfordert einen  verhältnismässig grossen Wärmeverbrauch  (etwa 45 Kalorien pro Kg); es dauert des  halb verhältnismässig lange, bis alles Eis ge  schmolzen ist. Wenn dies indessen geschehen  ist, wird eine weitere Wärmezufuhr von einer  schnellen Steigerung des Druckes und der  Temperatur begleitet sein.  



  Denkt man sich nun umgekehrt eine       Kohlensäuremenge,    die in einem Behälter  eingeschlossen ist und einen Gesamtwärme  inhält aufweist, der beim Gleichgewichts  zustand eine Mischung von fester und flüssi  ger Kohlensäure unter einem Gasdruck von  5,28     Atm.    und einer Temperatur von  - 56  C     bedingt,    so wird durch Öffnen des       Gasventils    gasförmige Kohlensäure entwei  chen und das     Gleichgewicht    im Behälter ge  stört werden. Ein Teil der flüssigen Kohlen  säure (der der Gasabnahme proportional ist)  kann ihren     Zustand    nicht mehr aufrecht er  halten und geht teilweise in feste und teil  weise in Gasform über.  



  Die Menge der flüssigen Kohlensäure, die  auf diese Weise in Gasform     bezw.    feste  Form übergeht, kann leicht berechnet werden,  wenn man voraussetzt, das während der Ver  dampfung keine Wärme aus der Umgebung  aufgenommen wird. Die     Verdampfungswärme     der flüssigen Kohlensäure ist nämlich     etwa     80 kcal, während die Schmelzwärme etwa  45 kcal ist. Von 1 kg flüssiger Kohlensäure  werden deshalb     45/(80-(-45)    kg = etwa 360  verdampfen, während der Rest, nämlich       80/(80-I-45)   <B>kg=</B>     et-,va    640 g in feste Form  übergeht.

   Wenn aus der Umgebung gleich  zeitig eine gewisse Wärmemenge aufge  nommen wird, wird selbstverständlich ein  grösserer Teil der flüssigen Kohlensäure in  Gasform und ein kleinerer Teil in feste Form  übergehen.  



  Vorliegende Erfindung stützt sich auf die  Erkenntnis der vorstehend beschriebenen Ver  hältnisse. Das erfindungsgemässe Verfahren  zur Erzeugung von     Kohlensäuregas    aus fe  ster Kohlensäure in     intermittierendem    Be  trieb ist dadurch gekennzeichnet, dass man      den Behälter während der     Betriebsunter-          brüche    verschlossen hält und dass man dafür  sorgt, dass bei geschlossenem Behälter stän  dig feste Kohlensäure in diesem enthalten  5 ist.

   Auf diese Weise ist es unmöglich, dass der       Kohlensäuredruck    bei geschlossenem Behälter  über den dem     Trippelpunkt    entsprechenden  Wert (etwa     -.56     C) steigen kann, da dem       Behälter    zuströmende Wärme, sei es aus der  9 unter normalen Bedingungen stehenden Um  gebung aufgenommene, sei es künstlich zu  geführte, zuerst das System auf die dem       Trippelpunkt    entsprechende Temperatur er  wärmt, falls es vorher eine tiefere Temperatur  > hatte, worauf die weiter zuströmende Wärme  zum Schmelzen des- Eises bei konstantem  Druck von 5,28     Atm.    aufgebracht -wird.

    Man stellt zweckmässig die Betriebsver  hältnisse (Dauer und Menge der Entnahme  von Gas und Dauer der     Betriebsunterbrüche)     sowie die Wärmeleitfähigkeit der Behälter  wandungen so aufeinander ein, dass die aus  der unter normalen Bedingungen stehenden  Umgebung aufgenommene Wärme für einen  minimalen Bedarf an Gas gerade ausreicht,  ferner so,     da.ss    sich ständig (d. h. auch am       Schlusse    einer jeden Betriebsperiode) flüssige  Kohlensäure in dem Behälter befindet. Wenn  letzteres der Fall ist, hat man Sicherheit da  für, dass die Gasentwicklung stets bei dem  konstanten Druck von etwa 5,28     Atm.    statt  findet.  



  Man verwendet     vorteilhafterweise    einen  Behälter, der zur Aufnahme einer für die  Deckung des Bedarfes an Gas von mehreren  Wochen oder mehreren Monaten ausreichen  den Menge     Kohlensäureeis    dimensioniert ist.  Man versieht den Behälter zweckmässig mit  Mannloch, Auslaufrohr für das     Kohlensäure-          a        S,    mit     Verschliessventil    und Gasmesser,  Manometer,     Thermometer,    Sicherheitsventil,  mechanischer Sicherungsvorrichtung und In  spektionsglas,

   sowie gegebenenfalls mit einer  Vorrichtung für künstliche     "##@Tärmezufuhr.     Der     Behälter    kann ferner mit einem wärme  isolierenden     Mantel    oder dergleichen versehen  sein,     dessenWärmeIeitfähigkeit    durch Luken,  ein Ventilationssystem oder in anderer Weise    verändert werden kann,     damit    die Wärme  aufnahme des Behälters aus der Umgebung  nach Bedarf geregelt werden kann.  



  Der Betrieb gestaltet sich dann, beispiels  weise, wie folgt: Der Behälter wird zuerst  mit     Kohlensäureeis    gefüllt und dann     geschlos-          sen.    Nach Verlauf einiger Zeit ist der Druck  auf den dem     Trippelpunkt    entsprechenden  Wert gestiegen, wonach das Schmelzen des  Eises beginnt. Wenn der Behälter so lange  Zeit gestanden hat, dass in dem geschmolze  nen     Eise    eine latente, den Bedarf an Kohlen  säuregas in der kommenden Betriebsperiode  entsprechende Wärmemenge aufgespeichert  ist, ist der Behälter gebrauchsfertig und die  Gasentnahme kann beginnen.  



  Von grösster praktischer     Bedeutung    ist,  dass die     Gasentwicklung,    solange sich noch  flüssige Kohlensäure in dem Behälter befin  det, bei einem konstanten Druck von ca.  5,28     Atm.    stattfindet. Mit Hilfe eines ein  fachen     Dampfreduktionsventils    kann man  dann den Gasdruck in der Verbrauchsleitung  auf jede Höhe. bis zum     Trippelpunkt    genau  einstellen.  



  Wenn der Bedarf an     Kohlensäuregas    ge  deckt ist, wird das Ventil wieder geschlossen  und der Behälter wird nun wieder eine Zeit  lang stehen gelassen, ehe wieder eine neue       Anzapfung    vorgenommen wird     usw.    Auf  diese Weise kann so lange fortgefahren wer  den, bis der Vorrat an     Kohlensäureeis    im Be  hälter erschöpft ist. Bei     korrekter    Behand  lung wird hierbei kein     Kohlensäureverlust     riskiert.

   Ist indessen das     Kohlensäureeis    ver  braucht, so verursacht der fortgesetzte Wärme  zugang zum Behälter eine     Erhöhung    des  Druckes, wodurch ein Risiko für Verlust von  Kohlensäure durch das Sicherheitsventil ent  steht, falls keine besonderen Massnahmen ge  troffen werden.  



  Bei     intermittierendem    Bedarf an Kohlen  säuregas, wie z. B. in der Brauerei- und     Mi-          neralwasserindustrie,    mit Betrieb am Tage  und Betriebspause bei Nacht, an Feiertagen  und dergleichen ist es eine besondere Auf  gabe, das     Kohlensäureschmelzen    in der Be  triebspause durch Regelung der Wärme-      Isolation dem Bedarf in der kommenden Be  triebsperiode     anzupassen.    Hat man aus irgend  einem     Grunde    für mehr     Kohlensäuregas,    als       berechnet,    Gebrauch, muss gegebenenfalls  künstliche Wärme durch eine besonders ein  gebaute     Wärmezufuhrvorrichtung,    z.

   B. mit  tels eines     Heizelementes,    zugeführt werden.  



  Die Benutzung von zwei oder mehreren,  wechselweise zu füllenden     Druckbehältern     kann vorteilhaft sein. Die Behälter können  oben mit Rohren verbunden sein, jedoch der  art, dass jeder einzelne Behälter von dem  übrigen Teil des Systems während des Fül  lens abgeschlossen werden kann. Durch Aus  schalten eines Teils des     Systems    auf diese  Weise kann man dessen Oberfläche und da  mit auch die Wärmeaufnahme regeln. Gleich  zeitig kann     eine    eventuelle Drucksteigerung  in einem Behälter, in dem alles Kohlensäure  eis geschmolzen     ist,    von dem     Kohlensäureeis     in einem andern Behälter aufgenommen  werden.  



  In gewissen Fällen kann es auch zweck  mässig sein,     Verbindungsrohre    unten an den  Behältern anzubringen und dadurch dem  flüssigen Teil der Kohlensäure Gelegenheit  zum Kommunizieren zu geben.  



  Bei sehr grossen Anlagen kommt auch die  Einrichtung besonderer Schmelzbehälter in  Betracht, von welchen die flüssige Kohlen  säure in einen grösseren     Sammelbehälter     hineinläuft oder     hinübergepumpt    wird, in  welchem das Verdampfen     stattfindet.     



  Das erfindungsgemässe Verfahren kann  gegebenenfalls auch derart ausgeführt werden,  dass wenigstens ein Teil der zur Verdamp  fung des     Kohlensäureeises    notwendigen  Wärmemenge von einem gas- oder     flüssig-          keitsförmigen    Medium zugeführt wird, das  durch ein     in    dem Behälter     angebrachtes          Durchströmungselement    geleitet     wird    und  welches, nachdem es an den Behälter oder  dessen     Inhalt    Wärme abgegeben hat,

   durch  einen     Wärmeaustauscher        geleitet    oder auf  andere Weise für     Kühlzwecke    benutzt wird.  Der Behälter kann gegebenenfalls mit dop  peltem Boden oder Mantel versehen werden,    durch welchen das genannte Medium     hin-          durchgeleitet    werden kann.  



  Auf ähnliche     Art    kann auch der Kälte- : o  Inhalt des hergestellten     Kohlensäuregases     ausgenutzt werden.         UNTERANSPRUCH:     4. Apparat nach     Patentanspruch        II,    wo  bei der Behälter     mit-einem    wärmeisolierenden  Mantel versehen     ist,    dadurch gekennzeichnet,  dass     Mittel    vorgesehen sind, um die Wärme  leitfähigkeit des Mantels zu     variieren.  

Claims (1)

  1. PATEITANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Kohlen säuregas aus fester Kohlensäure in einem verschliessbaren Behälter in intermittierendem Betrieb, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter während den Betriebsunterbrüchen geschlossen gehalten wird und dass dafür gesorgt wird, dass bei geschlossenem Behälter i stets feste Kohlensäure darin enthalten ist. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass dafür gesorgt wird, dass sich ausserdem ständig flüssige Kohlensäure in dem Behälter befindet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Entnahme von Kohlensäuregas, die Betriebsunterbrüche und die Wärmeleitfähigkeit der Behälterwandun gen derart aufeinander eingestellt werden, dass keine Wärme künstlich zugeführt werden muss. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass ein mit Wärme isolation versehener Behälter verwendet wird, der Mittel zum Variieren der Wärmeleit fähigkeit aufweist.
    PATENTANSPRUCH II: Apparat- zur Ausführung des Verfahrens ; nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeich net, dass er einen mit einem Inspektionsglas versehenen Behälter aufweist.
CH247439D 1944-02-22 1945-02-20 Verfahren zur Herstellung von Kohlensäuregas und Apparat zur Ausführung dieses Verfahrens. CH247439A (de)

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