CH256466A - Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfähigen und wollähnlichen Faserbandes mit guter Oberflächenbeschaffenheit aus Viskose. - Google Patents

Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfähigen und wollähnlichen Faserbandes mit guter Oberflächenbeschaffenheit aus Viskose.

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CH256466A
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Glanzstoff Ag
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Description


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 Verfahren zur unmittelbaren Herstellung    eines   verzugsfähigen und wollähnlichen Faserbandes mit guter    Oberflächenbeschaffenheit   aus Viskose. Es ist bekannt, aus trockenen    Cellulose-      hydratfäden   bzw. -kabeln verzugsfähige Bänder und Garne dadurch herzustellen, dass man die Fäden oder Kabel ein- oder mehrmals unter beschränktem Verzug durch    ein   rotierendes Zerreisswerk schickt, wobei die Elementarfädchen in Faserstücke zerrissen werden, ohne dass der Faserverband verloren geht. Die so erhältlichen verzugsfähigen Bänder liefern ein schlichtes,    leinenähnliches   Garn mit stark verminderter Dehnungsfähigkeit und glatter, verhältnismässig    strukturloser   Oberfläche der Fasern. 



  Es    ist   nun gefunden worden,    .dass   man zu einem wollähnlichen, verzugsfähigen Faserband mit guter Oberflächenbeschaffenheit .der Fasern aus Viskose gelangen kann, wenn ein noch    stark      xanthogenathaltiges   Kabel gesponnen wird, welches in den Elementarfädchen    Titerschwankungen   aufweist, und wobei die Stellen mit dem kleinsten    Titer   des Kabels    begeneinander   versetzt sind. Das Kabel wird hierauf in entspanntem Zustand in an sich bekannter 'Weise zu    Cellulosehydrat   zersetzt; dann gewaschen und getrocknet.

   Das Gebilde kann schliesslich weiterlaufend oder in gesondertem Arbeitsgang in    einem   Zerreisswerk in den Elementarfäden zerrissen und zu einer Lunte aufgelöst werden, .die als Ausgangsmaterial zur Garnbildung tauglich ist. 



  Die intermediäre Bildung und zeitweise    Aufrechterhaltung   des noch xanthogenathal-    tigen   Zustandes des Kabels verbunden mit der Entspannung    desselben   gibt, wie gefunden wurde, die Vorbedingung und    Möglichkeit   an die Hand, die Ausbildung der Fadenoberfläche und auch des Innern im nachfolgenden    Zersetzungsprozess      günstig   zu beeinflussen; ohne den Kabelverband durch Schneiden zu zerstören und .die Möglichkeit der unmittelbaren Gewinnung eines verzugsfähigen Bandes preiszugeben. Die Ausbildung von entsprechend verteilten    Titerschwankungen   bzw.

   Schwachstellen in den Elementarfäden hat zur Folge,    dass   das nachträgliche Zerreissen im    Verzugsstreckwerk   zur Lunte mit verhältnismässig geringer Kraft und daher ohne Überdehnung des dickeren    ünd   wichtigen Fasermittelteils erfolgen kann, während die zum voraus    eingeschnürten   Schwachstellen zu sanft auslaufenden Faserenden    wie   bei    natürlichen   Haaren führen. Auch    wird   -eine gewisse    Tex-      tilstruktur   schon dadurch hervorgerufen,    .dass   die Zersetzungsflüssigkeiten auf die Schwachstellen des entspannten Elementarfadens anders einwirken, als auf die dickeren Zwischenteile. 



  Als    Spinnbäder   können alle bekannten Bäder. angewendet werden, welche einen noch verhältnismässig    wenig   zersetzten, noch stark    xanthogenathaltigenFaden   zu liefern    vermögen   wie: schwachsaure gewöhnliche Salzbäder und    Ammoniumsalzbäder,   aber auch    Sulfit   und 

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    Bisulfit   enthaltende Bäder oder solche ' mit löslichen    Carbonaten.   



  Die    Schwachstellen   in den Elementarfäden können auf bekannte Arterzeugt werden, sei es z. B. durch wechselnden Fadenabzug vermittels rotierenden Nocken, wobei eine zeitweise    Einschnürung   des    Viskosestrahls   in der Nähe der Düse stattfindet oder durch Pumpen, welche    .die   Viskose stossweise fördern oder ähnliche bekannte Massnahmen. 



  Die Versetzung bzw.    llberlappung   der    Schwachstellen   im    Sammelfaden   oder Kabel kann auf verschiedene    Weise      bewerkstelligt   werden; man kann grosse,    insbesondere   länglich gestaltete Düsen bzw. lochtragende Düsenböden verwenden, welche    schief   (z.

   B. in    4,5 )   zur    Abzugsvorrichtung   gestellt    werden.   Man. kann auch    mit   gewöhnlichen kleinen    Spinndüsen   arbeiten, die zum    Sammelfaden   oder Kabel so aufgestellt sind, dass die Schwachstellen, .die an den Düsen gleichzeitig    entstehen,   infolge verschiedener Fadenabstäude bis zum Kabel    in   passender    Ver-      teilung   in demselben. zu liegen kommen. Auch kann der wechselnde Abzug, z.

   B. durch    l#"ockenbeeinflussungoder   die wechselnde Förderung der Pumpen in der Phase von Spinnstelle zu    Spinnstelle   versetzt sein oder der    Wechsel   im Abzug oder der    Pumpenförderung      kann   an sich    eine   gewisse    Aperiodizität   besitzen. 



  Die Auswahl des    Zersetzungsbades   richtet sich zweckmässig nach der    Zusammensetzung   und dem Zustand der Viskose und des Primärbades. Zu einer für    Wollersatzzwecke   passenden Struktur und Oberflächenbeschaffenkeit    des   Fadens kann man durch - eine gemässigte    eruptive   Zersetzung des entspannten. noch hoch    ganthogenathaltigen   Fadens gelangen, wobei Gase    wie      CS2,      H2,8,      S.02,      C02,   usw. in nicht zu langsamen und nicht zu schnellem,    im   Einzelfall zweckmässig durch Versuche festzustellendem Tempo, entwickelt werden.

   Als    Zersetzungsflüssigkeiten   eignen sich im Falle von gewöhnlicher    Viskose      und   Primärbädern mit Salzen, welche mit starken, insbesondere verdünnten    Mineralsäuren   unter    Gasentwicklung   zersetzt werden, vorteilhaft    verdünnte   Säuren wie    Schwefelsäure   oder angesäuerte    Lösungen   von Salzen wie Natriumsulfat,.    Ammoniumsulfat   auch bei gewöhnlicher Temperatur.

   Bei schwach angesäuerten gewöhnlichen Salz- oder    Ammoniumsalzbädern   als    Primärbad   empfiehlt es sich vielfach, heisse und gegebenenfalls    gleichzeitig   angesäuerte, verhältnismässig    konzentrierte   Salzlösungen als Zersetzungsflüssigkeiten zu verwenden, um die eruptive    Zersetzung   und etwa erforderliche Gasentwicklung, soweit nötig, zu beschleunigen. 



  Wie sich herausgestellt hat,    können   trotz der vorhandenen    Titerschwankungen   zur Verbesserung der Fadenfestigkeit nicht unerhebliche Streckmassnahmen mit dem    Herstellungs-      v      erf      ahren   verbunden werden, wenn nur die von den    Schwachstellen      naturgemäss   gesteckte Grenze des    zulässigen.   Verzuges nicht überschritten    wird.   Anderseits kann ein mässiges    Verstrecken   insoweit dadurch günstig wirken, als die Schwachstellen noch eine Vertiefung erfahren. 



     Beispiel   1: Unter Benützung gewöhnlicher Viskose mit 7 %    Cellulose   und 7 % Alkali und eines    warmen   Spinnbades    reit      Natriumsulfit   und    Natiiumbisulfit   werden mit vier    10001öcheri-      gen   Spinndüsen    Einzelfadenschäfte   gesponnen und gemeinsam durch .eine    Sammelöse   über eine    Nocke   von einer Abzugswalze mit mehreren Umschlingungen als    Sammelfaden   abgezogen.

   Die Umdrehungszahl der    Nocke   ist so    eingestellt"dass   alle 15 cm auf den    Einzel-      fadenschIften   nach den Düsen    gleichzeitig   Schwachstellen entstehen. Die Düsenplatten haben.    Abstände   von der Sammelöse, die von der ersten zur vierten um je 3 cm grösser werden, so    dass,der   Fadenschaft der vierten Düse einen um 12 cm    längeren   Weg bis zur Öse zurückzulegen hat als derjenige der ersten Düse.

   Der Sammelfaden durchläuft von der Abzugswalze    kommend   zunächst    eine   Luftstrecke von    vielen      1VI-etem,   damit die    anhaf-      tende      Badflüssigkeit   die    Fadenmasse   gehörig durchdringen kann und wird dann in einem    Differentialstreckwerh   in    beschränktem   Masse, das heisst ohne Durchreissen der Schwach- 

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    stellen,      verstreckt.   Daraufhin gelangt der Sammelfaden auf ein laufendes Band,

   worauf er spannungslos abgelegt und zuerst mit verdünnter Schwefelsäure zersetzt und im weiteren allen Nachbehandlungsoperationen einschliesslich des    Trocknens      unterworfen   wird. Nach dem Trocknen wird das Produkt in einem    Zerreiss--Streckwerk   in Elementarfäden zerrissen und zu einer Lunte aufgelöst.    Beispiel   2: Unter Benützung .derselben Viskose und eines auf 30  C    temperierten      Spinnbades,      wel-      @ches   gleiche Teile    Ammoniumsulfat   und Natriumsulfat und wenig Schwefelsäure enthält, um das    Amoniak   mit.

   Sicherheit zurückzuhalten, werden drei je stark    xanthogenathaltige      Fadenschäfte   aus drei je    8001öcherigen   Spinndüsen gesponnen, in einer gemeinsamen Öse zu einem    Sammelfaden   vereinigt und weitergeleitet. Die Düsen    haben   von der Sammelöse verschiedene Abstände, die von der ersten zur dritten um je 4 ein anwachsen, so. dass der zur dritten Düse gehörende Fadenweg um 12 cm länger ist als der zur ersten Düse gehörende. Die einzelnen Fadenschäfte werden von pulsierend    fördernden   Spinnpumpen erzeugt, welche gleichzeitig auf den drei Fadenschäften    verdickte   und verdünnte Stellen hervorbringen.

   Mehrere .der beschriebenen    Sam-      melfäden   werden auf ein und derselben Spinndaschine zu einem Kabel vereinigt, welches im fortlaufenden Arbeitsgang zwischen Differentialwalzen mässig    verstreckt   und dann ähnlich wie nach Beispiel (1) in    entspanntem   Zustand    fertig   gestellt wird, wobei    indessen   zum Zersetzen des    xanthogenathaltigen   Kabels eine heisse, fast gesättigte und schwachsaure Natriumsulfatlösung verwendet wird. Nach dem Trocknen wird das Produkt in einem    Zerreiss-Streckwerk   in Elementarfäden    zerrissen   und zu einer Lunte aufgelöst.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur unmittelbaren Herstellun; eines verzugsfähigen und wollähnlichen Faserbandes mit guter Oberflächenbeschaffenheit der Fasern aus Viskose, dadurch gekennzeichnet, dass ein stark xanthogenathaltrges! Kabel gesponnen wird, welches in den Elementarfädchen Titerschwankungen aufweist, wobei die Stellen mit dem kleinsten Titer innerhalb des Kabels gegeneinander versetzt sind und welches hierauf in entspanntem Zustand zu Cellulosehydrat zersetzt, dann gewaschen und getrocknet und schliesslich in einem Zerreiss-Streckwerk zu einer Lunte aufgelöst wird. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet,-dass die Schwachstellen gruppenweise gegeneinander versetzt sind. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzung in angesäuerter, salzhaltiger Flüssigkeit vorgenommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzung in heisser Flüssigkeit vorgenommen wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzung in sauren, heissen Flüssigkeiten vorgenommen wird. 5. Verfahren nach Patentähspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzung in angesäuerten, salzhaltigen, heissen Flüssigkeiten vorgenommen wird.
CH256466D 1943-08-07 1944-08-29 Verfahren zur unmittelbaren Herstellung eines verzugsfähigen und wollähnlichen Faserbandes mit guter Oberflächenbeschaffenheit aus Viskose. CH256466A (de)

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