Zahnbohrer.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Zahnbohrer mit einer mit Schneiden versehenen Stirnfläche. Gewöhnlich sind bei derartigen Bohrern die Schneiden so angeordnet, dass sie gegen das Zentrum der Stirnfläche zusammenlaufen. Solche Bohrer gestatten sowohl seitlich als auch in axialer Richtung zu arbeiten. Bei den bisher bekannten Bohrern ist jedoch die Leistungsfähigkeft in axialer Richtung verhältnismässig gering. Dies beruht hauptsächlich darauf, dass die Schneiden beim Zentrum der Stirnfläche sehr nahe aneinander zu liegen kommen und demzufolge eine kleine Höhe erhalten. Im Zentrum selbst der Stirnfläehe wird die Höhe gleich null. Hierzu kommt, dass die Zahnbohrer im allgemeinen sehr kleine Dimensionen haben müssen, z.
B. einen Durchmesser von etwa 0,8 bis 2 mm, weshalb eine richtige Ausgestaltung von den dem Zentrum zunächstliegenden Teilen der Schneiden auf praktische Schwierigkeiten stösst.
Um diese Schwierigkeiten zu überwinden und dadurch die Leistungsfähigkeit des Bohrers bei axialem Vorschub zu erhöhen, ist deshalb schon vorgeschlagen worden, den Bohrer in der Weise auszuführen, dass nicht alle, sondern nur zwei diametral gegenüberliegende Schneiden bis an das Zentrum der Stirnfläche hinreichen. Diesen Schneiden kann dann über ihre ganze Länge eine ausreichende Höhe gegeben werden und eine gewisse Vergrösserung der Schneidfähigkeft des Bohrers ist dadurch gewonnen worden. Mit der Leistungsfähigkeit bein Seitenvorschub des Bohrers verglichen, ist jedoch die Leistung bei axialem Vorschub auch für diesen Bohrertyp gering.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine solche Ausgestaltung des Bohrers, dass mit demselben ein grosser Nutzeffekt bei axialem Vorschub erreicht werden kann. Dies wird dadurch erzielt, dass eine Aussparung in dem zentralen Teil der Stirnfläche vorgesehen ist.
Der mehr oder weniger unwirksame Teil des Bohrers ist also weggenommen worden, und der axiale Bohrerdruck wird nur von den äussern, verhältnismässig grosse Schneiden aufweisenden Teilen der Stirnfläche aufgenommen, wodurch die Leistungsfähigkeit der Stirnschneiden gross wird.
Da keine Materialverarbeitung durch die Schneiden im Zentrum des Bohrers, wo die Aussparung gelegen ist, stattfindet, würde es naheliegen, anzunehmen, dass das Arbeitsmaterial dort übriggelassen und dasselbe den axialen Vorschub des Bohrers verhindern würde. Nun tritt aber der Effekt ein, dass ein der Aussparung entsprechender Teil des Arbeitsmaterials durch die Einwirkung der Schneiden freilich nicht sofort weggeschafft, sondern abgebrochen oder zerdrückt wird, ehe er dem Vorschub des Bohrers hinderlich geworden ist. Diese NVirlsung ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die Arbeitsmaterialien, die in Betracht kommen können, wie Zahnemail, Dentin, Amalgam und dergleichen, verhältnismässig brüchig sind.
In der beiliegenden Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen- standes dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. 1 die erste Ausführungsform eines Zahnbohrers gemäss der Erfindung in Seitenansieht,
Fig. 2 die Stirnarsicht desselben,
Fig. 3 die zweite Ausfühnmgsform eines Zahnbohrers gemäss der Erfindung in Perspektive gesehen;
Fig. 4 zeigt denselben Bohrer in Seitenansieht und
Fig. 5 schliesslich eine Stirnansicht des letztgenannten Bohrers.
Bei dem in Fig. 1 und 2 gezeigten Bohrer hat der eigentliche Bohrkörper die Form eines abgestiunpften -Kegels, dessen ebene Stirnfläche mit einer Anzahl von Schneiden 1 versehen ist. In der Stirnfläche sind ausserdem zwei Nuten 2 und 3 ausgefräst, die sich beide von zwei diametral gelegenen Punkten auf der Peripherie des Bohrers gegen den zentralen Teil der Stirnfläche und etwas über das Zentrum hinaus erstrecken. Die Nuten verlaufen nicht vollständig radial, sondern sie verlaufen parallel zueinander im Verhältnis zu dem Zentrum der Stirnfläche ein wenig verschoben. Hierdurch wird erreicht, dass die Aussparung im mittleren Teil der Endfläche ein grösseres Gebiet umfasst, als wenn die Nuten genau radial und in der Weise verlaufen wür- den, dass eine Nute die Fortsetzung der andern bildete.
Durch diese Anordnung der Nuten wird auch erreicht, dass die innern Kanten 4 der Schneiden, die durch die Nuten abgeschnitten werden, in ungleichen Abstän den vom Zentrum zu liegen kommen. je Hier- durch werden sich die Kanten in verschiedenen Bahnen bewegen, und eine verbesserte Schneidewirktmg wird erhalten. Da die Längen der effektiven Schneiden in dem Masse vermindert werden, wie die Breite der Nuten vergrössert wird, wird zusehends der spezifische Scbneidedruck in entsprechendem Grad vergrössert werden.
Die Nuten haben nicht nur die beschriebene Wirkung, die durch den Wegfall des nicht effektiven mittleren Teils entsteht, sondern sie dienen auch zuiu Ableiten der Bohrspäne, was auch zur Vergrösserung des Bohreffektes beiträgt.
Bei dem in Fig. 3 bis 5 gezeigten Bohrer hat der Bohrkörper sphärische Form. Zwei in der Stirnfläche vorgesehene, in entgegengesetzten Richtungen aus dem Zentrum verschobene und in zur Zentrumachse des Bohrers parallelen Ebenen liegende Mittellinien aufweisende Nuten 5 und 6 verlaufen schräg zur wachse des Bohrers, so dass ihr Grund einen spitzen Winkel mit dieser Achse einschliesst, wie deutlich ans Fig. 4 hervorgeht.
Die Nuten können rechteekigen Querschnitt haben, wie in Fig. 1 gezeigt wird, können aber auch andere Form, z. B. dreieckigen oder run- den Querschnitt, haben. Im übrigen kann die Form und Erstreckung der Aussparungen innerhalb weiter Grenzen variieren. Beispielsweise können Bohrer mit einer Aussparung versehen sein, die sich nur über den zentralen Teil der Stirnfläche erstreckt und die variable Form haben kann. Es ist auch möglich, mehr als zwei Nuten oder nur eine Nute, die sich diametral über die Stirnfläche des Bohrers erstreckt, anzubringen.
Die Erfindung ist von besonderer Bedeutung bei Bohrern aus Hartmetall, wo ein möglichst hoher Schneidedruck wünschenswert ist, um möglichst gute Wirtschaftlichkeit zu erzielen.