Filtriervorrichtung für Flüssigkeiten, insbesondere Milch.
Zum Reinigen und Filtrieren von Schmutzteile, Crärungserreger und Bakterien führenden Flüssigkeiten wie milch, Obst-und Fruchtsäfte und dergleichen wurden bisher Zletallsiebe, Filtertücher, insbesondere aus Barehent, sowie Papier-und Wattefilter verwendet.
Die meist eben ausgebildeten Siebe aus letallfäden, insbesondere aus Kupfer und dessen Legierungen, werden entweder unmittelbar mit ihrem Rande mit dem Siebhehälter verbunden, oder es werden am Rande eingefasste Siebe mittels Spannringen in den Siebbehälter auswechselbar eingesetzt.
Durch die Verwendung versehiedenartiger Metalle für das Sieb und den Behälter treten an den Verbindungsstellen des Siebkörpers mit seinem Träger Korrosionserseheinungen auf, die durch die oft säurehaltigen, zu filtrierenden Flüssigkeitell noell gefördert werden, so dass die Siehe an ihren Einspalmstellen, begünstigt durch den hohen Aufpralldruck der Flüssigkeit auf die Siebflächen, einem ver hältnismässig raschen Verschleiss unterworfen sind und bald schadhaft werden.
Die schadhaften Stellen werden anfangs häufig übersehen und das Ausbessern der Siebe meistens an der Verwendungsstelle durch nichtgescllulte Kräfte unsachgemäss vorgenommen, was mangelhafte Filtrierung der Flüssigkeiten zur Folge hat.
Ausweehsel- bare Siebeinriehtungen haben ausserdem noeh den Nachteil, dass sie in den rinnenförmigen Stützflächen in der Behälterwand nicht flüs sigkeitsdichten Sitz haben und grössere Men gen der Flüssigkeiten unfiltrie5rt die Simich- twng durehströmen. Aueh können sieh bei nicht sorgsamer Reinigung der Stützrinnen Bakterienkolonien ansammeln, die bei neuerlicher Verwendung der Filtereinriehtung den Gütegrad der filtrierten Flüssigkeit ver schleehtern. Barehentfiltertücher,
die sowohl flachgespannt als auch auf beliebig geformte Drahtgestelle aufgelegt werden, erfüllen erfahrungsgemäss sehr bald ihren Verwendungs- zweck ungenügend, wenn sie nicht nach jeder Benützung saehgemäss, sorgfältig und gründlich gereinigt werden. Die Reinigung dieser Tücher muss z. B. bei Filtrierung von Milch, wenn eine Verfilzung vermieden werden soll, vorerst in kaltem Wasser erfolgen, um abgesonderte Eiweissteilchen zu entfernen, wor- auf erst in heissem WNTasser mit Sodazugabe gründlich nachgewaschen, dann in lauwarmem Wasser nachgespült werden muss. Die Tücher müssen zuletzt an der Luft getrocknet werden.
Diese Reinigung bedingt anderseits eine starke mechanische Beanspruchung der Tücher, die sehr bald schleissig und daher unbrauchbar werden. Die zwischen Siebeinlagen angeordneten Watte- und Papierfilter verschieben sieh häufig bei der stossweisen Zuführung der zu filtrierenden Flüssigkeit, die unfiltriert abfliesst, was erst naeh dem Filtriervorgang bei der Auswechslung des Filters bemerkt wird, so dass der Vorgang wiederholt werden muss.
Es sind bereits Filtriervorriehtungen für Flüssigkeiten, wie Milch und dergleichen, vorgeschlagen worden, die aus einer Anzahl von ineinander angeordneten Filterkörpern, wie Seihtüchern aus Barchent oder Metall- sieben bestehen, die unten einen gemeinsamen, in ihrer Mittelachse liegenden Abfluss aufweisen, welcher von einem unterhalb seiner Mündung angeordneten, der Absonderung von Verunreinigungen in der Flüssigkeit dienenden Schlammsack umgeben ist. Die Filterelemente sind auf Tragkörben angeordnet, die untereinander durch Gewinderinge gehalten und mit dem Abflussstutzen des Behälters flüssigkeitsdicht verbunden sind.
Die Filtersäcke sind über die Tragkörbe gestülpt, weisen am Boden eine Ringplatte auf, mit weleher sie zwischen den Gewinderingen einge- klemmt werden, und sind oben durch Ab- quetsehklemmen abgeschlossen.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Filtriervorrichtung, die sieh eng an die in der Praxis eingeführten rmd bewährten Bauarten anlehnt. Sie ist mit einem Einlauf trichter mit einem eingesetzten Vor-und Kontrollsieb versehen, unter dem ein Verteilungsteller und vor dem Auslauf wenigstens ein auf einem Tragkorb vorgesehenes Feinfilter angeordnet ist. Sie zeichnet sieh dadurch aus, dass sämtliche filterflächen der Vorrichtung aus Seidengaze bestehen.
Gegenüber den bisher gebräuchlichen Metallsiebgeweben ergibt sieh der grosse Vorteil, dass die Flüssigkeit, insbesondere Milch, beim Aufgiessen auf das Vor- und Kontrollsieb durch den weitaus gemilderten Aufprall viel schonender behandelt wird, so dass eine ungewünschte Teilung des Schmutzes oder anderer Stoffe und ein Aufsehliessen und eine Vermehrung sowie ein Mitführen von Bakterienkolonien durch das Filter weitgehend verhindert wird. Auch die einleitend erwähnten, auf Elektrolyse der Me- tallsiebe beruhenden Nachteile werden gänzlich ausgeschaltet.
Gegenüber den Barehentfilter- tüchern ergibt sieh als wesentlieher Vorteil die besonders einfache Reinigungsmöglichkeit, da das Filter bloss in Wasser ausgesehwenkt und nötigenfalls durch leichtes Abbürsten an beiden Flächen gereinigt werden kann. Das Seidengazefilter ist im übrigen viel widerstandsfähiger als Barehentgewebe und weist gegenüber den Watteseheiben den Vorteil auf, dass der Filtriervorgang verlässlich vor sieh geht, oftmaliges Auswechseln vermieden und daher aueh die Kosten für die Filtrierelemente wesentlich geringer sind.
Die KontrollmöglichLeit des Vorfilters kann wesentlich erhöht werden, wenn dasselbe gefärbt ist, damit es eine andere Farbe als diejenige der zu filtrierenden Flüssigkeit auf- weist, was auf einfache Weise durch entspre- chende Färbung des Filters vorgenommen werden kann. Zur Filtrierung von z. B. milch wird die Filterfläche daher möglichst dunkel, z. B. schwarz, gefärbt, so daR in der Milch enthaltene krankhafte Absonderungen des Euters (Schlotzen usw.) sofort deutlich erkennbar werden. Bei dunkelfärbigen Flüssig- keiten, wie Obst- und Fruchtsäften, wird. dabei die Filterfläche hell gefärbt.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Filtriervorrichtung dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen lotreehten Schnitt durch die Filtriervorrichtung, Fig. ? eine Draufsicht zu Fig. 1, wobei Teile der Vorrichtung zur besseren Verdeutliehung stufenweise naeh un- ten zu weggebroehen sind.
Auf einem Einlauftriehter 1 mit kegelför- migen Mantel ist am obern Rande ein mit seinem Unterteil in 1 hineinreiehender Ringkör- per 2 lose aufgesetzt, dessen unterer Grand in eine schmale Zylinderfläche 3 übergeht, die am freien Ende umgebördelt ist.
Ein kreisförmig zugesehnittenes Seidengazestüek bildet die Filterfläehe 4 und ist mit seinem Rande über die Aussenwand der Zylinderfläche 3 gestülpt und wird durch einen federnden Spannring 5, der im Bereiche des Bördelrandes der Zylinderfläche 3 eine ringförmige Ausbuchtung 6 aufweist und daher gegen axiale Ver schiebung gesichert ist, festgehalten. Der federnde Ring kann an seinen Enden durch einen Spannbügel üblieher Art zusätzlich Ztl- sammengezogen werden.
Der untere Rand des Spannringes 5 weist Ausnehmungen 6' auf, um bei abgestelltem Schalenkörper 2 eine Durehlüftung der Filtergaze zu ermöglichen.
Der Einlauftrichter 1 trägt am Mantel gleich mässig verteilt mehrere WNrarzen 7, auf die sieh der mit Ausnehmungen 8 versehene, umgebördelte Rand eines flach nach oben gewölbten Verteilungstellers 9 abstützt, der etwas über die Filterfläche 4 hinausreicht und innerhalb der Fläche 3 eine auf einem Kreis angeordnete, in einem Abstand von seinem Rand befindliche Lochreihe 10 trägt. Der Kegelmantel des Einlauftrichters 1 ist unten zu einem Ring 11 ausgebildet, in dessen innere Kegelfläche an der Mündung von 1 ein unterer Ring 19 lose und dicht eingesetzt ist, der an seiner obern Stirnfläche drei im Abstand gleichmässig voneinander entfernte Bolzen 13 trägt, deren freie Enden Bünde tragen.
Ein oberhalb von 12 angeordneter Ring 14, der an seiner Unterseite den Bolzen 13 entsprechende Ausnehmungen mit Bogenschlitzen 15 ausweist, trägt an seiner nbern Stirnfläche einen vor dem Auslauf des Trichters sich befindenden Tragkorb 16 zur Aufnahme eines kegelstumpfförmig ausgebil deterl Feinfilters, dessen Filterfläche 17 aus Seidengaze gebildet ist, das lose über den Tragkorh gestülpt nnd mit seinern untern Randc zwischen den Ringen 12 und 14 eingeführt ist. die nach Art eines Bajonettverschlusses durch eine kleine gegenseitige Drehbewegung verbunden sind und die Filtergaze 17 unverrückbar und flüssigkeitsdicht festhalten.
Zur leichteren Handhabung trägt der Ring 12 an seiner Innenfläche wulstartige Ansätze 18. Die Ringe liegen mit ihren, aussenflächen an der innern Kegelfläche des Einlauftrichters an.
Die Arbeitsweise der Filtriervorrichtung ist folgende: Die zu reinigende Flüssigkeit wird in den Ringkörper 2 gegossen, wo sieh an der Vor-nn und Kontrollfilterfläelle 4 die groben Verunreinigungen absetzen, wobei sie durch die nachgiebigen glatten Fäden der Seidengaze wenig beansprucht werden und daher ihre zusammengeballte Form im wesentlichen beibehalten.
Die milch fliesst hierauf über den Ver- teilungsteller 9 gegen den äussern Rand des- selben und durch die Löcher 10 und die Ausnehmungen 8 am ganzen Umfang gleichmässig verteilt auf den Mantel des Einlauftrichters 1 in den von ihm und dem Feinfilter gebildeten Ringraum, der im untern Teil gleichzeitig als Schmutzrinne wirkt, in die die Verunreinigun- gen infolge ihrer Eigensehwere absinken.
Die Flüssigkeit durchdringt die Filterfläche 17 nur unter der Wirkung ihres Druckes und fliel3t durch den lIohlraum der Ringe 19 und l in den darunter hefindliehen Sammel behälter.
Innerhalb des Filters 17 können gegebenen- falls ein oder mehrere weitere Feinfilter be- liebiger Form vorgesehen sein, die durch mit Ringen verbundene Tragkörbe ahgestiitzt sind und auf die beschriebene Art mit ihrem lm- tern Rand eingeklemmt werden. Die Maschenweite dieser Filter nimmt von aussen naeh innen zu ab.
Gegebenenfalls kann die Schmutzrinne dadurch vergrössert werden, dass an del Unterseite des Ringes 12 ein weiterer, in seiner Form und Grösse gleicher Zusatzring angesetzt wird, wozu der Ring 12 an seiner Fnterseite bogenförmige Ausnehmungen 15' wie der Ring 14 aufweist. Auf diese Weise wird der gange Siebkörper um die Stärke des Ringes 19 ge- hohen. Die kegeligen Aussenflächen der rinne 12, 14 hilden dabei mit dem Einlauftriehter 1 eine vergrösserte Schmutzrinne.
Das Filter 17 kann auch bloss als Kegelmantelfläche ausgebildet sein und dann auch mit dem obern Rand zwischen einen mit dem Tragkorb verbunde- nen Ring und einem Ring, die in ähnlicher Weise wie die Ringe 12, 14 miteinander kup- pelbar sind, eingeklemmt werden.
Wie ersichtlich, kann der Filterkörper, der bloss unter seinem Eingengewicht im Einlauftrichter sitzt, mit einem einzigen Handgriff ausgehoben und die einzelnen Teile der Vorrichtung rasch gereinigt werden. Der Aufbau der Vorrichtung ist einfach und übersichtlich, wodurch sie auch leicht zu handhaben ist und daher insbesondere für den Milchbauern in betracht kommt. Zum Auswechseln der Seidengaze sind keinerlei Werkzeuge erforderlich.
Für Bassinfiltriervorrichtungen für Molkereien können mehrere Filtriervorrichtungen nebeneinander in den grösser gehaltenen Milchbehälter eingebaut werden. Das 31ilehvertei- lungsblech wird dann der Form des Milchbehälters angepasst und an dessen obern Rand eingehängt, wobei ein Kontrollsieb darViber angeordnet wird. Soll der Abfluss der Flüssigkeit in eine Leitung erfolgen, so kann die Filtriervorrichtung am Einlauftriehter entweder festgeklemmt werden oder die Verbindung mit der Abflussleitung durch eine übliche Verschraubung erfolgen.
Die aus Seidengaze bestehenden Filter eignen sieh in gleicher Weise für alle Arten von Flüssigkeiten und können auch in einem ge sehlossenen Druckfilter Verwendung finden, wobei vorzugsweise auch mehrere Feinfilter mit abgestufter Maschenweite angeordnet werden können.