Verfahren zur Ausmessung des Gesichtsfeldes des Auges und Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Ausmessung des Gesichtsfeldes des Auges, bei welchem man ein Prüfzeichen auf einen Schirm projiziert.
Bei bekannten Verfahren dieser Art hat man das Prüfzeichen von der Seite des Schirmes aus auf diejenige Seite des Schirmes projiziert, auf welcher sich auch der Patient befindet. Das hatte den Nachteil, dass nicht nur die Lichtquelle zur Erzeugung des Prüfzeichens, sondern auch bewegliche Teile des Mechanismus zur Veränderung der Lage des Prüfzeichens sich auf der gleichen Seite des Schirmes befanden wie der Patient. Diese beweg] ichen Teile konnten daher leicht von letzterem beschädigt werden, und im weiteren lenkten sie besonders während ihrer Bewegung die Aufmerksamkeit des Patienten, der sein Auge während der Untersuchung immer auf einen gleichen Punkt gerichtet haben soll, ab. Es entstanden dadurch Fehlresultate bei der Gesichtsfeldaufnahme.
Das Verfahren gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Prüfzeichen von der dem Patienten abgekehrten Seite des Schirmes auf letzteren projiziert wird.
Die Vorrichtung zur Ausübung des erfindungsgemässen Verfahrens unterscheidet sich von bekannten Geräten dadurch, dass nicht nur die Lichtquelle zur Erzeugung des Prüfzeichens, sondern auch sämtliche beweg liche Teile des Mechanismus zur Veränderung der Lage des Prüfzeichens sich auf der dem Patienten entgegengesetzten Seite des Schirmes befinden. Dadurch werden die obgenannten Nachteile und Fehlresultate ausgeschaltet.
Die Vorrichtung kann als Perimeter zur Prüfung des gesamten Gesichtsfeldes oder als Campimeter zur Prüfung nur des zentralen Gesichtsfeldes des Auges ausgebildet sein.
Beiliegende Zeichnung zeigt zwei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes, wobei die eine ein Perimeter und die andere ein Campimeter darstellt.
Fig. 1 ist eine Ansicht des Perimeters von hinten, also von der dem Patienten abgekehrten Seite, und
Fig. 2 ein vertikaler Axialsehnitt desselben;
Fig. 3 ist eine Ansicht des Campimeters von hinten und
Fig. 4 eine Draufsicht desselben;
Fig. 5 ist ein Schnitt durch den Antriebsmechanismus des Schreibers und des Diagrammträgers des Campimeters;
Fig. 6 ist eine Ansicht der in Fig. 5 dargestellten Teile;
Fig. 7 ist eine Seitenansicht des Sieht quellenträgers des Campimeters und
Fig. 8 eine Ansicht des letzteren vom Schirm aus gesehen.
Das Perimeter der Fig. 1 und 2 hat eine durchscheinende halbe Hohlkugel 1, die als Schirm dient, auf welchen ein Prüfzeichen in Form eines Lichtfleckes projiziert wird, und die beispielsweise aus plastischem Glas bestehen kann, auf dessen Aussenseite ein dün ner, mattweisser und durchscheinender Belag aufgespritzt ist. Diese Hohlkugel 1 ist auf einem nicht dargestellten Ständer angeordnet. Mit der Hohlkugel 1 ist ein Rohr 2 fest verbunden, dessen Achse durch das Zentrum der Hohlkugel geht. Das Rohr 2 dient als Fassung für ein nichtgezeigtes Okular, durch welches hindurch der untersuchende Arzt von der Hinterseite der Hohlkugel aus das Auge des Patienten, der sich auf der andern Seite der Kugel befindet, beobachten kann. Auf dem Rohr 2 ist ein Support 3 drehbar gelagert.
Dieser Support 3, der also um die Schirmachse drehbar ist, hat eine Führung 4 für ein als parallel zu einer Meridianebene der Hohlkugel verschiebbarer Teil ausgebildetes Segment 5, das zwei parallel zu einer Meridianebene der Hohlkugel verlaufende Bügel 6 aufweist. Der linke Bügel 6 in Fig. 1 hat eine bogenförmige Zahnstange 7. Dank der Drehbarkeit des Supports 3 kann das Segment 5 auch längs Parallelkreisen der Hohlkugel 1 gedreht werden. Am äussern Ende des Segmentes 5 ist zwischen beiden Bügeln 6 zur Erzeugung eines Lichtfleckes auf dem Schirm eine Lichtquelle in Form eines Lämpehens 8 montiert.
Dieses Lämpchen befindet sich in einem zylindrischen Gehäuse 9, und zwar ohne weitere Optik ausser nicht dargestellten vorschaltbaren Farbfiltern, Blen- den und einem Graufilter. Auf einer im drehbaren Support 3 drehbar gelagerten Welle 10 sitzt ein Zahnritzel 11, das mit der Zahnstange 7 in Eingriff steht. Ein Teil der Länge der Welle 10 ist als Schraubenspindel 12 ausgebildet, auf welcher sich bei Drehung der Welle 10 eine Mutter 13 axial verschieben, aber nicht drehen kann. Diese Mutter 13 trägt einen Schreibarm 14 mit einem Schreiber 15, der durch einen Drücker 16 axial im Arm 14 bewegt werden kann.
Die Teile 11, 10 und 13 bilden eine mit dem Teil 5 verbundene Vorrichtung, die dem Schreiber nur eine zur weiter lunten beschriebenen Trägerplatte 17 radiale Bewegung erteilt. Der Drücker 16 könnte auch in der Nähe des Ortes, wo man das Segment 5 beim Verstellen hält,. angeordnet und mittels eines Bowdenkabels mit dem Schreiber 15 verbunden sein. Bei Verstellung des Segmentes 5 und mit ihm des Lämpchens 8 treibt das Ritzel 11 die Welle 10, so dass sich die Mutter 13 axial verschiebt und dadurch der Schreiber 15 längs eines Durchmessers der Trägerplatte 17 wandert, die auf dem Support 3 drehbar gelagert ist und zur Aufnahme eines Diagrammpapiers dient. Diese Trägerplatte liegt im Bereiche des Schreibers 15.
Die Trägerplatte 17 erhält ihre Drehbewegung durch folgendes Zahnradgetriebe: Fest auf dem Rohr 2 sitzt ein Zahnrad 18, das mit einem lose drehbar auf dem Support 3 montierten Zwischenrad 19 in Eingriff steht. Das Zwischenrad 19 seinerseits kämmt mit einem Zahnrad 20, das fest mit der Trägerplatte 17 verbunden ist und koaxial zur letzteren liegt. Dreht man also das Segment 5 und mit ihm das Lämpchen 8 längs eines Parallelkreises der Hohlkugel 1, so dreht sich die Trägerplatte 1.7, und der Schreiber 15 kommt auf einen andern Durchmesser der Platte 17 zu liegen.
Man erkennt aus Obigem, dass nicht nur die Lichtquelle 8, sondern auch sämtliche bewegliche Teile des Mechanismus zur Ver änderung der Lage des Lämpehens 8, also des Prüfzeichens, sind auf der dem Patienten entgegengesetzten Seite des hohllmgeligen Schirmes 1 befinden. Das Verfahren kann mit Hilfe des oben beschriebenen Perimeters beispielsweise folgendermassen ausgeführt werden.
Damit das Verhältnis der Leuchtdichte des Schirmes 1 zu derjenigen des einen Lichtfleck bildenden Prüfzeichens immer dasselbe bleibt, wird vor der Untersuchung zunächst in den Strahlengang der Lichtquelle 8 ein Graufilter gesetzt, das z. B. gerade 90% des Lichtes absorbiert. Für den Fall, dass der Schirm 1 künstlich beleuchtet ist, erniedrigt oder erhöht man dann die Helligkeit des Schirmes so lange, bis der Lichtfleck auf ihm gerade nicht mehr wahrnehmbar ist. (Prinzip des Bunsenschen Fettfleekphotometers). Nach der Wegnahme des Graufilters ist das Prüfzeichen dann zehnmal so hell als der Schirm 1.
Verwendet man Tageslicht für die Beleuch tnng des Schirmes 1, so wird man die Hellig keit des Lichtfleckes durch Veränderung des Widerstandes der Lichtquelle 8 so lange ver ändern, bis er gerade nicht mehr auf deIn Schirm 1 erscheint. Diesen Weg der li;in- stellung des Verhältnisses könnte man natürlich auch bei künstlicher Beleuchtung des Schirmes wählen. Nun bringt man das Auge des Patienten so vor die hohle Seite des Schirmes 1, dass das zu untersuchende Auge mit hinreichender Genauigkeit im Zentrum der Kugel liegt. Dazu kann man eine Stütze für den Kopf des Patienten venvenden. Nachher blickt der Arzt von der dem Patienten abgekehrten Seite des Schirmes durch das Okular des Rohres 2 auf das dauernd auf das Rohr 2 gerichtete Auge des Patienten, das er während der Untersuchung beobachtet.
Mit einer Hand hält er nun das Segment 5 und fährt z. B. mit der Lichtquelle 8, ohne dabei das Segment 5 längs eines Parallelkreises zu drehen, auf einer Meridianebene der Hohl - kugel nach aussen oder innen, bis zu dem Moment, wo der Patient den Lichtfleck nicht mehr sieht. In diesem Augenblick markiert der Arzt durch einen Druck auf den Knopf 16 mittels des Schreibers 15 eine Marke auf dem Perimeterdiagrammpapier.
Nunmehr verschwenkt der Untersucher das Segment 5 längs eines Parallelkreises des bohikugeligen Schirmes, um den 8Schreiber 1.5 5 auf einen andern Durchmesser der Trägerplatte 17 zu bnngen, und bewegt nml wiederum auf der neuen Meridianebene die Lichtquelle durch Bewegung des Segmentes 5 so lange nach aussen oder nach innen, bis der Patient wiederum den Lichtfleck gerade nicht rnehr sieht.
Er macht mittels des Schreibers 5 eine Marke und fährt im obgenannten Sinne weiter, bis das ganze e (1esiehtstelcldiaglamm erste] lt ist.
Der Arzt kann auf obige Weise das Diagramm mit grosser Genauigkeft aufnehmen und dabei dauernd das Auge des Patienten beobachten. Der Patient selbst wird durch bewegliche Teile während der Untersuchung in keiner Weise gestört, seine Aufmerksamkeit also nicht abgelenkt.
Das Campimeter gemäss der Fig. 3 bis 8 hat einen auf einem Ständer 21 angeordneten ebenen Schirm 22, der ebenfalls, wie die Hohlkugel des Perimeters, durchscheinend ist und aus gleichem Material bestehen kann wie jene Hohlkugel. Der auf der Hinterseite, also der dem Patienten entgegengesetzten Seite des Schirmes 22 liegende Teil des Rahmens 23 dient drei Führungsrollen 24 als Lauf und Führungsschiene. Diese Rollen 24 sind an einer Traverse 15 montiert, wodurch diese um die Schirmachse drehbar ist, so dass sie in jeder ihrer Stellungen in einem Durch.. messer des Schirmes 22 liegt. Durch die Tra- verse hindurch ist ein Support 26 lose drehbar am Schirm 22 montiert. Dieser Support 26 trägt drehbar die Trägerplatte 17 für das Campimeterdiagrammpapier.
Wie die Fig. 7 zeigt, besteht die Traverse 25 aus zwei im Abstand voneinander und parallel zueinander verlaufenden Schienen 27, längs welchen Rollen 28 des Trägers 29 der Lichtquelle 8 laufen.
Ein flexibles, elektrisches Kabel 41 führt vom Ständer 21 zum Lämpchen 8. Der Träger 2t) und mit ihm die Lichtquelle 8 können somit längs den Schienen 27 der Traverse 25 bewegt werden. Damit dies leicht geschehen kann, hat der Träger 29 einen Griff 30, der vom Arzte gefasst werden kann. Am Gehäuse 29 des Lämpchen 8 ist weiter eine drehbare Scheibe 40 für Blenden, F5arb-und Graufilter montiert, und das Gehäuse 29 ist an einer in Längsriehtung der Traverse 25 verlaufenden Zahnstange 31 mit gegenüber der Längsachse der letzteren schwach geneigten Zähnen befestigt.
Diese Zahnstange 31 steht im Eingriff mit einer entsprechenden, senkrecht zu ihr verlaufenden Zahnstange 32, die im Sul)- port 26 längs einem Durchmesser der Träger platte 17 verschiebbar angeordnet ist und an ihrem im Bereiche der Trägerplatte 17 liegenden Ende einen Schreiber 15 trägt. Die Zahnstange 32 bildet also eine Vorrichtung, die mit dem Teil 31 verbunden ist und dem Schreiber eine zum Träger 17 radiale Bewegung erteilt. Dieser Schreiber ist längs seiner Achse verschiebbar auf der Zahnstange 32 gelagert und mittels eines Bowdenkabels 33 mit einem Drücker 16 verbunden, der am Griff 30 vorgesehen ist.
Verschiebt man den Träger 29 und damit die Zahnstange 31 längs der Traverse 25, so wird dadurch die Zahnstange 32 senkrecht zur Bewegung der Zahnstange 31 im einen oder andern Sinne verschoben, so dass sich der Schreiber längs eines Durchmessers der Trägerplatte 17 bewegt. Der Support 26 ist auf folgende Weise drehbar angeordnet: Das Rohr 34 (Fig. 5) ist mittels der Mutter 35 fest mit dem Schirm 22 verbunden. Das Zahnrad 36 sitzt fest auf dem Rohr 34, während zwischen einem Bund 34' des Rohres 34 und dem Zahnrad 36 der Support 26 lose drehbar angeordnet ist. Das Rohr 34 ist koaxial zum Schirm 22 angeordnet und dient als Fassung für ein nicht dargestelltes Okular, durch welches hindurch der Arzt wie im Falle des oben beschriebenen Perimeters das Auge des Patienten beobachten kann.
Das fest auf dem Rohr 34 angeordnete Zahnrad 36 kämmt mit einem lose drehbar auf dem Support 26 montierten Zwischenrad 37, welches mit einem koaxial zur Trägerplatte 17 und fest mit dieser verbundenen Zahnrad 38 in Eingriff steht. Dreht man nun die Traverse 25 um die Schirmachse, so dreht sich auch der Support 26 und mit ihm das auf der Konsole 39 lose montierte Zwischenzahnrad 37. Letzteres wälzt sich auf dem festen Zahnrad 36 ab und dreht dabei das Zahnrad 38 und mit ihm die Trägerplatte 17. Man erkennt aus Fig. 4 und 5, dass auch hier nicht nur die Lichtquelle 8, sondern auch sämtliche beweglichen Teile des Mechanismus zur Veränderung der Lage des Prüfzeichens sich auf der dem Patienten entgegengesetzten Seite des Schirmes 22 befinden.
Das Verfahren zur Bestimmung des zentralen Gesichtsfeldes des Auges kann mit Hilfe des oben beschriebenen Oampimeters auf folgende Weise durchgeführt werden: Nachdem man durch Drehen der Scheibe 40 ein Graufilter in den Strahlengang der Lichtquelle gebracht hat, setzt man das Verhältnis der Leuchtdichte des Schirmes zti derjenigen des Lichtfleckes auf die gleiche Weise fest wie im Falle des Perimeters. je Hernach bringt man das Auge des Patienten mit hinreichender Genauigkeit in die Achse des Schirmes 22. Der Arzt, der sich auf der dem Patienten entgegengesetzten Seite des Schirmes befindet, blickt während der Untersuchungsdauer durch das Okular in dem Rohr 34 zur Prüfung des dauernd auf das Rohr 34 gerichteten Auges des Patienten.
Mit der einen Hand hält er den Griff 30 und legt einen Finger auf den Drücker 16. Dann fährt er mit dem Lämpehen 8 längs der Traverse 25 nach innen oder aussen, also in radialer (meridionaler) Richtung (ohne die Traverse dabei zu dreheni und tut dies so lange, bis der Patient den Lichtfleck nicht mehr sieht. Im Augenblick, wo der Lichtfleck für den Patienten unsichtbar wird, macht der Arzt mittels des Schreibers 15 auf dem Campimeterdiagrammpapier eine Marke, indem er den Drücker 16 betätigt. Hierauf verschwenkt er mittels des Griffes 30 die Traverse 25 um die Schirmachse in einen andern Durchmesser des Schirmes 22 und bewegt wiederum das Lämpchen 8 längs der Traverse nach innen oder aussen, bis der Patient wiederum den Liehtfleck nicht mehr sieht. Er macht wiederum eine Marke, indem er den Drücker 16 betätigt.
Der Arzt fährt im oben angegebenen Sinne weiter, bis das Diagramm des zentralen Gesichtsfeldes des Auges fertiggestellt ist.
Die im Falle des Campimeters gezeigte Führung des Lämpchenträgers und der Antrieb der Trägerplatte 17 könnten auch im Falle des Perimeters verwendet werden, wobei man die verschiedenen Teile entsprechend der hohikugeligen Form des Schirmes auszugestalten und anzuordnen hätte.