Rohr-Schnellkupplung. Die Erfindung betrifft eine aus Verbin dungsteilen bestehende bewegliche Schnell kupplung für Rohre. Sie kann derart ausge bildet werden, dass sie sich für Rohre von gleichem oder verschiedenem Durchmesser eignet und Abwinkelungen bis zu 600 und darüber, je nach dem Durchmesser der zu ver bindenden Rohre, ermöglicht.
Schnellkupplungen zur Verbindung von Rohren sind in den verschiedensten Ausfüh rungen bekannt. Gewöhnlich handelt es sich jedoch dabei um Kupplungen, die zum Teil an den Rohrenden festgemacht sind und mit tels geeigneter Verschlüsse verbunden werden. Bei diesen Kupplungen wird fast durchwegs die Abdichtung der Kupplung durch profi lierte Gummidichtungen, die mechanische Kupplung durch Bajonett-, Klauen-, Haken-, Keilklemm-, Sperrklemm-, Sperrklinken-, He belverschlüsse oder dergleichen erzielt.
Solche Verschlussarten ermöglichen jedoch nur eine kleine Abwinkelung der zu kuppelnden Rohre und nur in einer Ebene. Kiigelgelenkkupplun- gen gestatten wohl eine allseitige räumliche Abwinkelung, doch ist der erreichbare Win kel nie grösser als 300, gewöhnlich nur um 150. Dasselbe gilt auch für Rohrschnellkupp- lungen jener bekannten Art, bei welcher die beiden Rohrenden mit einer auf sie lose auf geschobenen, Ringnuten zur Aufnahme der Dichtungsringe aufweisenden Muffe überdeckt sind.
Diese Kupplungen, bei welchen beson dere, mit segmentförmigen Ausschnitten zwecks Ermöglichiuig ihres Zusammen drückens versehene Dichtungsringe verwendet werden, weisen kurze Verbindungsmuffen mit einspringenden Mittelteilen auf. Sowohl der verengte Durchgangsquerschnitt im Mittel teil der Muffe als auch die beim Abbiegen an einanderstossenden Rohrenden verhindern Ab winkelungen unter einem grösseren Winkel als max. 25 bis 300.
Die angeführten Nachteile werden durch die erfindungsgemässe Schnellkupplung da durch behoben, dass die Verbindiuigsmuffe einen ausgeweiteten Mittelteil besitzt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel einer erfindungsgemäss ausgebildeten Kupplung dargestellt. Dabei ist ein Grenzfall gezeigt, bei welchem die Rohre nur so wenig in die Muffe hineinragen, dass auch bei Vor handensein einer zylindrischen Muffe ein star kes Verschwenken der Rohre unbehindert möglich wäre. Es zeigen Fig. 1 die Verbindung zweier Rohre von verschiedenen Durchmessern, links im Achs schnitt., rechts in Seitenansicht, Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Teil der Kupplung und Fig. 3 einen Querschnitt durch das linke Rohr mit Ansicht der Kupplung.
Die Kupplung weist im wesentlichen eine Muffe<B>1 mit</B> Dichtungsringen 2, 3 und den Mitteln zur rasch lösbaren Verbindung der Muffe mit den Enden der aneinanderzuschlie- ssenden Rohre 4 und 5 auf. Die Muffe enthält einen mittleren, eine Kugelzone 6 darstellenden Teil und die bei derseits anschliessenden, die Nuten 7 zur Auf nahme der Dichtungsringe 2 und 3 enthal tenden Ringwulste B. Der Mittelteil kann auch die Zone eines Ellipsoides oder ähnlichen Drehkörpers darstellen.
Diese Form der Muffe hat den Vorteil, dass dadiireh die Abwinke- lung der Rohre bis zu 60 und darüber ermög licht wird, da die Rohrenden in den durch die innen konkave Muffe gebildeten Hohlraum hineinragen können und erst bei stärkerer .Neigung an der Muffenwandung anstossen, als dies bei einer zylindrischen Muffe der Fall wäre.
Ein ähnlicher Effekt könnte wohl auch durch Verwendung von Rohren mit schräg abgeschnittenen Enden erzielt werden, doch bedingt dies eine Bearbeitung der Rohrenden und eine sorgfältige Einstellung der Rohre beim Aneinanderschliessen. Die kugelförmigen oder ähnlichen 1@Tiiffenwandimgen ermög lichen auch das strömungstechnisch richtige Hindurchfliessen des Wassers (siehe Pfeile a) ;
die somit bei abgewinkelten Rohren in der Kupplung auftretenden Wirbelerscheinungen werden vollständig vermieden. Der Durch messer des linken Dichtungsringes 2 ist klei ner, sein Querschnittsdurchmesser hingegen grösser als der des Dichtungsringes 3 am Rohre 5. Die Verwendung von Gummiringen verschiedener Durchmesser bei Rohren mit verschiedenen Durchmessern ist weit ein facher im.d auch weniger kostspielig als die bisher übliche Art, für jede Rohrdimension besondere, anders dimensionierte Muffen giessen zu lassen.
Die mechanische Kupplung, das ist die Verbindung der Muffe mit den Rohrenden, erfolgt mittels der Schelle 9, die das Rohr leicht lösbar umfasst und durch die Schraube 10 zusammengehalten ist. An die verlängerten Schellenenden 11 ist ein in eine Gabel 13 auslaufender Anschlussteil 12 mittels eines herausziehbaren Bolzens 14 gelenkig ange schlossen. Dieser Anschlussteil 12 ist mittels der Mutter 15 an einem den Wulst 8 der Muffe 1 umfassenden, halbkreisförmigen Tragstück 16 von T-förmigem Querschnitt dpehbar angeschlossen, welches durch Schrau ben 17 mit der Muffe 1 verbunden ist.
Die Verbindung von Muffe und Schelle erfolgt mittels des Bolzens 14, der gelenkig an einen Arm 18 eines Winkelhebels angeschlossen ist, dessen zweiter Arm 19 mit einem Gewicht 20 belastet ist. Der Bolzen durchsetzt in der Ruhestellung (die durch die Gewichtsbela stung bestimmt ist) die Bohrungen in. der Gabel 13 des Anschlussteils 12 und der Schel- lenenden 11.
Wird der Winkelhebel in die strichlierte Stellung 20' (Fug. 3) angehoben, so zieht der Hebelarm 18 den Bolzen 14 her aus, die Gabel 13 wird von den Sehellenenden 11 gelöst und Muffe und Schelle können von einander augenblicklich getrennt werden. Zwecks Ermöglichung der Bolzenverschie- bung weist das Ende des Hebelarmes 18 einen Längsschlitz 21 auf, in welchem ein am Bolzen 14 befestigter Stift 22 gleitet.
Der Kupplungsvorgang vollzieht sich in der Weise, dass jedes der mit den nahe ihren En den befestigten Sehellen versehenen Rohre je mit einem Ende der Kupplungsmuffe ver binden wird indem der Gewichtshebel 19 an gehoben und die Schellenenden 11 in die Gabel 13 eingeführt werden, worauf der Ge wichtshebel 19 freigegeben wird, der den Bol zen hineindrfickt und verriegelt und damit die Kupplung sichert. Eine mit dem Hebel mutdrehende Nase 23 schlägt beim Anheben des Gewichtsarmes 19 an und verhindert das völlige Herausziehen des Bolzens.
Beim Auswechseln von Rohren wird das Rohr samt Schelle nach Entriegeln des Bol zens weggezogen und durch das neu einzu setzende Rohr mit Schelle ersetzt, worauf der Bolzen wieder in die 'Perriegelungsstellunn gebracht wird.
Die Abdichtung der Rohrverbindung er folgt mittels der Gummiringe durch den Wasserdruck, der den Ring gegen das Rohr und die Innenwand der Kreisnut presst. Es muss daher immer noch zwischen Rohr und Muffe ein Schlitz Freibleiben, durch welchen der Wasserdruck wirksam ist und den Ring anpresst und dabei in seinem Profil entstellt.
i Die Abwinkelung erfolgt dabei in der in der Zeichnung dargestellten Weise, gemäss Fig. 1 in lotrechter, gemäss Fig. 2 in waagrechter Ebene, so dass das Rohr innerhalb der mög lichen Verdrehungswinkel jede beliebige Raumlage einnehmen kann.
Ein und dieselbe Muffe kann jeweils für eine ganze Gruppe von Rohren mit innerhalb bestimmter Grenzen liegenden, verschiedenen Durchmessern verwendet werden; bei An schluss eines Rohres mit anderem Durch messer braucht jeweils nur der Gummidich tungsring gegen einen solchen von anderem Durchmesser und anderer Querschnittsfläche ausgetauscht zu werden; die Muffe wird je doch beibehalten.
Die Möglichkeit der Verwendung völlig unbearbeiteter Rohre für die erfindungsge mässe Kupplung bringt den grossen Vorteil, dass die Rohre, beispielsweise über den Win ter, ohne jede Kupplungsteile, übereinander geschichtet weit weniger Raum einnehmen als Rohre mit festmontierten Kupplungsteilen. Der gleiche Vorteil ergibt sich auch beim Transport der Rohre.