CH266220A - Verfahren zur luftdichten Verbindung von Glasgefässteilen. - Google Patents
Verfahren zur luftdichten Verbindung von Glasgefässteilen.Info
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Description
Verfahren zur luftdichten Verbindung von Glasgefässteilen. Die vorliegende Erfindung bezieht sieh auf die luftdichte Verbindung der Teile von Glas gefässen, z. B. elektrischer Entladungs- und Leuchtröhren, welche in ihrem Innern oxy- dierbare Bestandteile, wie etwa Glühkathoden, Wolframheizkörper, Elektrodensysteme von Entladungsröhren usw., enthalten können.
Das Verfahren eignet sieh insbesondere für solche elektrische Entladungsröhren, deren Füsschen aus gepresstem Glas hergestellt ist, oder für solche Röhren, welche, wie etwa Ei chelröhren, äusserst geringe Abmessungen be sitzen.
Die luftdichte Verbindung der oben er wähnten Teile, z. B. des Füsschens mit dem Ballon, wurde bisher hauptsächlich durch die Verschmelzung ihres Glasmaterials bewerkstel ligt. Falls bei diesem Verfahren eine zur schädlichen Oxydation führende Erhitzung der im Balloninnern angeordneten oxydier- baren Bestandteile zu befürchten war, wurde das Gefässinnere während dieser Zeit durch ein sauerstoffireies Gas oder Gasgemiseh ge spült, welches in der Regel durch eine durch die Gefässpumpröhre gesteckte dünne Metall röhre eingeblasen wurde und durch die Pump- röhre herausströmte.
Gemäss dem bezüglichen Faehsehrifttum wurde dasselbe Verfahren auch dann angewendet, wenn man aus kera mischem Material bestellende Gefässbestand teile warm mit Emailglas von bekanntlich hohem Schmelzpunkt durch Verkleben ver einigen wollte. Durch die Gasspülung wird jedoch die Herstellung umständlich und verteuert, -und erfahrungsgemäss führt dieselbe trotzdem nicht immer zum erwünschten Ergebnis, denn Kathoden einer gewissen Art werden durch Erhitzung in nicht oxydierbarer Atmosphäre nachteilig beeinflusst.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung eines Verfahrens, bei welchem die Vereini gung nicht durch Verschmelzung der Glas- gelässteile erfolgt und eine während der Ver bindung zu erfolgende Spülung mit sauer stofffreiem Gas überflüssig wird, weil die Ver einigung bei tieferen Temperaturen und bei einer kürzer dauernden Einwirkung dieser Temperaturen als bisher erfolgen kann.
Wenn man die obigen bisher angewendeten Verfahren mit solchen der Metallindustrie zu vergleichen sucht, so ist es klar, dass die Ver schmelzung einigermassen dem ohne Fremd stoff erfolgenden Schweissen, dagegen die durch Emailglas bewerkstelligte Vereinigung dem Hartlöten analog ist; das neue Verfahren dürfte dann als dem Weichlöten analog an gesprochen werden.
Das -erfindungsgemässe Verfahren besteht nämlich darin, dass die zu vereinigenden Glas- gefässteile mit Hilfe eines solchen Glassehmelz- stoffes vereinigt werden, dessen bei höchstens <B>5500 C</B> liegender Erweiehungspunkt tiefer liegt als der des Gefüssstoffes.
Der Erweiehungspunkt des Glassehmelz- stoffes liegt zweckmässig unterhalb 4500<B>C,</B> vorteilhafterweise sogar unter 4000<B>C.</B> Unter dem Erweichungspunkt soll hier und im fol genden der Temperaturwert verstanden wer den, bei welchem die Viskosität des Stoffes <B>107,6</B> Poisen beträgt.
Es wurde festgestellt, dass zum obigen Ver fahren als Glasschmelzstoffe zum Beispiel sol che Stoffe geeignet sind, welche bislang (durch ihre Dosierung zum Email) als Mittel zur Herabsetzung des Schmelzpunktes von Email verwendet wurden. Die Zusammenset zung eines solchen Stoffes besteht zum Bei spiel aus:<B>3 %</B> SiO, 84<B>%</B> PbO und<B>13 %</B> B,0,; statt dessen kann aber auch ein solcher Stoff verwendet werden, in welchem das SiO, durch Feldspat in gleicher Menge ersetzt wird, und dann auch andere Stoffe ähnlicher Zusam mensetzung.
Der Erweieliungspunkt des oben erwähnten ersten Stoffes beträgt<B>3600</B> C, sein Schmelzpunkt liegt um etwa 4200<B>C</B> herum; so müssen also die zu vereinigenden Gefässteile beim Zusammenfügen auf etwa 400 bis 4200<B>Q</B> also bloss auf eine unterhalb 4500<B>C</B> liegende Temperatur, erhitzt werden.
Die Wärmeausdehnungskoeffizienten der oben erwähnten Glassehmelzstoffe sind in der Regel höher als die der in der Elektronenröh- renindustrie angewendeten Gläser, und man kann daher, wenn der Unterschied zu gross ist, den Wärmeausdelinungskoelfizienten des Glas- schmeIzstoffes durch Zusatzstoffe herabsetzen. Solche Zusatzstoffe sind zum Beispiel Zn0, P"Ozi, As20., <B>S%0.</B> je allein oder mehrere der selben gemeinsam.
Die Festsetzung der jewei ligen Stoffzusammensetzung erfolgt durch Versuche.
Das erlindungsgemässe Verfahren soll im nachstehenden Beispiel an Hand der beilie genden Zeichnungen erläutert werden.
Fig. <B>1</B> zeigt die Auftragung des Glas- schmelzstoffes, Fig. 2 die Aufsehmelzung derselben, Fig. <B>3</B> die Montierung des Elektroden- systems, Fig. 4 die Vorerhitzung, Fig. <B>5</B> die Vereinigung der Glasgelässteile und Fig. <B>6</B> die Abkühlung und die Absehniel- zung.
Die Auftragung des Glassehmelzstoffes auf die Vereinigungsstelle der Gefässteile erfolgt in der Weise, dass ein gepulvertes Glas in einem leicht verdampfenden, flüssigen, orga nischen Suspensionsmittel, etwa in Alkohol, suspendiert und diese Suspension hernaeli durch Tauchen oder Aufstreichen aufgetragen wird.
Im linken Teil der Fig. <B>1</B> ist zu ersellen, dass die Glassehmelzstoffsuspension <B>3</B> dureh <B>E</B> intauchen auf die Flansche 2 des Röhren ballons<B>1</B> aufgetragen wird, wogegen im rech ten Teil der Zeichnung die durch einen Pin sel<B>6</B> auf die Plansehe <B>5</B> des aus gepresstem Glas bestehenden Füsschens 4 erfolgende Auf- streichung der Suspension ersichtlich ist.
So dann gelangen der Ballon<B>1</B> und das Füsschen 4 in die Heizvorrichtung 14 (Fig. 2), welche in diesem Beispiel eine elektrische Strahlun-s- heizvorriehtung ist, jedoeh auch ein Ofen sein könnte. Im vorliegenden Beispiel ist die Heiz- vorrichtung 14 ein aus zwei Ringen bestehen der keramischer Körper, dessen nach innen offene Nuten die durch die -'V#Tiderstandsdraht- spiralen <B>7</B> und<B>8</B> gebildeten Heizkörper ent halten.
Diese werden durch elektrischen Strom vorerst schwaeh (bis unter Rotglut) geglüht, so lange, bis der<B>-</B> in der Regel feuergefähr liche und im gegebenen Fall zurüekgewinn- bare <B>-</B> Suspensionsstoff verdampft ist;
hier auf wird das Erhitzen verstärkt, um die Glas teile vorzuwärmen, und schliesslich wird die Erhitzung so erhöht, dass der Glassehmelz- stoff in Form einer zusammenhän-enden, gleichmässigen, etwa<B>0,1</B> bis<B>0,3</B> mm dicken Schicht auf den Flanschen 2 und<B>5</B> anschmilzt. Hernach werden die Glasgefässteile durch stu fenweise Herabsetzung der Erhitzung abge kühlt.
Die zum obigen Verfahren nötige Re gelung des Heizstromes der Heizkörper wird zweckmässig durch automatische, motorisch betriebene Zeitschalter, etwa durch Anschal ten des Heizkörpers an verschiedenen Anzap- fungspunkten eines Transformators, bewerk stelligt. Es bedarf der Ballon nun keiner weiteren Vorbehandlung mehr, doch kann jetzt das Elektrodensystein <B>9</B> (Fig. <B>3)</B> auf das Füsschen 4 montiert werden.
Es werden jetzt das Füss- eben 4 und der Ballon<B>1</B> auf die Pumpe ge setzt, wo sie mit Hilfe ihrer Halteorgane (in der Zeichnung nicht dargestellt) in der in Fig. 4 veranschaulichten Lage derart gehalten werden, dass ihre Planschen 2 und<B>5,</B> ohne sieh zu berühren, sich in der Heizvorrielitung <B>10</B> befinden.
Durch die Strahlungswärme des elektrischen Widerstandsheizkörpers<B>11</B> der Heizvorrichtung<B>10</B> erfolgt die Vorwärmiang der Glasgefässteile, wie auch die Erhitzung der Glassehmelzstoffsehieht, ähnlich wie bei der Methode in Fig. 2.
Sind die Schichten be reits erweieht, aber noch nicht geschmolzen, so wird der Ballon<B>1</B> herabgesenkt, damit sieh beide Flansehen 2 und<B>5</B> berühren (Fig. <B>5).</B> Der zur Verklebung der Glassehmelzstoff- schichten nötige schwache Anfangsdruck wird durch das Eigengewicht des in der Zeichnung nicht dargestellten Griffes des Ballons<B>1</B> ge währleistet. Es beginnt nun das Pumpen durch das Pumpröhrehen 12, wodurch die Planschen des Ballons und des Füsschens durch den durch Versuche vorbestimmten äussern Druck eine vollkommene Vereinigung erfahren.
Sodann wird die Heizung verrin gert, und es erstarren die Glassehmelzstoff- schichten, und nach der üblichen langsamen Abkühlung und nach der Entgasung wird das Pumpröhrehen 12 mit Stiehflammen <B>13</B> in be kannter Weise verschlossen (Fig. <B>6).</B>
Infolge der beim neuen Verfahren ange wendeten niedrigen Temperaturen, welche stets unter dem Erweiehungspunkt des Glases liegen, muss man nicht mit der Deformation und den dadurch entstehenden Ungenauigkei ten rechnen. Da der Heizkörper ringförmig ist, müssen die Gefässteile bei der Vereinigung gar nicht gedreht werden, und es kann die Vereinigung an der Pumpe erfolgen, was in folge des Entfallens der Verwendung der Verschmelzmaschine eine Vereinfachung der Herstellung bedeutet und noch den Vorteil mit sich bringt, dass die Gefässteile durch ein schwaches Vorpumpen mit Hilfe des auf sie einwirkenden äussern -Luftdruckes während und nach der Vereinigung,
ohne jedwede be sondere Hilfsvorrichtung, mit einer genau be stimmten Kraft zusammengepresst werden können. Infolge der niedrigen Temperatur be dürfen auch die Vorerhitzung und die<B>Ab-</B> kühlung weniger Zeit, die Maschinen werden demnach besser ausgenützt, und es wird eine höhere Leistung bei der Herstellung erzielt.
Aus dem behandelten Beispiel ist ersicht- liell, dass das beschriebene Verfahren für an dere Zwecke, z. B. zur luftdichten Vereini gung von leeren oder keine oxydierbare Be standteile enthaltenden, oder sonstigen, ge schlossene Gefässe bildenden Ballonteilen ver wendet werden kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCI-I: Verfahren zur luftdichten Vereinigung von Glasgefässteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Gefässteile mit Hilfe eines solchen Glassehmelzstoffes vereinigt werden, dessen bei höchstens<B>5500</B> C liegender Erweich-ungs- punkt tiefer ist als der des Gefässstoffes.<B>UNTERANSPRÜCHE:</B> <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass gepulverter Glas- schmelzstoff auf die zu vereinigenden Gefäss teile bei einer unterhalb seines Erweichungs- punktes liegenden Temperatur aufgetragen wird und nach der Auftragung durch Erhit zung auf die Gefässteile aufgeschmolzen wird. 2. Verfahren nach Unteranspruch<B>1,</B> da durch gekennzeichnet, dass die Aufschmelzung des Glassehmelzstoffes auf die Gefässteile noch vor dem Einbau oxydierbarer Bestandteile er folgt.<B>3.</B> Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass als Glassehmelz- stoffe Stoffe verwendet werden, welche den Schmelzpunkt von Email herabsetzen. 4. Verfahren nach Unteransprueh <B>3,</B> da durch gekennzeichnet, dass die aneinander- gefügten Gefässteile nach der durch Erhitzung erfolgten Erweichung des auf die zu vereini genden Gelässbestandteile aufgetragenen Glas- schmelzstoffes durch Auspumpen des Gefässes zusammengepresst werden.<B>5.</B> Verfahren nach Unteranspruch 4, da durch gekennzeichnet, dass der Glassehmelz- stoff durch die Strahlungswärme eines elek trischen Heizkörpers erhitzt wird. <B>6.</B> Verfahren nach Unteranspruch<B>5,</B> zur luftdichten Verbindung des Ballons und des aus gepresstem Glas verfertigten Füsschens einer Elektronenröhre, dadurch gekennzeich net, dass der Ballon und das mit der Pumpe verbundene Füsschen durch einen die Röhre umgebenden elektrischen Strahlungsheizkör- per auf eine oberhalb des Erweichungspunk- tes des Glassehmelzstoffes,jedoch unterhalb seines Schmelzpunktes liegende Temperatur gebracht und ohne Gasspülung des Röhren innern während des Pumpens vereinigt wer den. <B>7.</B> Verfahren nach Unteransprueb. <B>6,</B> da durch gekennzeichnet, dass die Vorwärmung der Glasgefässteile, die Erweiehung des Glas- schmelzstoffes wie auch die stufenweise<B>Ab-</B> kühlung der vereinigten Gefässteile durch Re gelung des Heizstromes des elektrischen Strah lungsheizkörpers bewerkstelligt werden.
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| CH266220D CH266220A (de) | 1942-02-05 | 1947-12-19 | Verfahren zur luftdichten Verbindung von Glasgefässteilen. |
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| CH (1) | CH266220A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1026002B (de) * | 1951-02-22 | 1958-03-13 | Csf | Verfahren zur Herstellung von bestaendigen Dichtungsverbindungen an stumpf aneinanderliegenden Bauteilen von luftdichten Kolben |
-
1947
- 1947-12-19 CH CH266220D patent/CH266220A/de unknown
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