Verfahren zur Herstellung geschichteter Materialien und nach diesem Verfahren erhaltenes Material.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellullg geschichteter Alaterialien.
Ein bekanntes Verfahren zur Vereinigung von Materialien, wie Karton, Papier oder Stoffen, einschliesslich Baumwoll-, Seiden-und Wollstolfen, besteht darin, dass zwischen die zu vereinigenden Flächen eine Schicht eines Materials, das aus einer Vinylverbindung besteht oder eine solche enthält, gelegt und die genannte Vinylverbindung hierauf polvmerisiert wird. Das verkittende Material kann teilweise polymerisierte Vinylverbindungen enthalten, und die Härtungs- oder Polymer sationsoperation lässt sieh sehr gut vollständig durch Erhitzen der Artikel mit oder ohne Druckanwendung vollziehen.
Dieses Verfahren lässt sich zum Vereinigen von Glasflächen und zur Herstellung von geschichteten Glas- blättern anwenden, wobei zwischen Glasblättern Blätter aus Zellilosederivaten befestigt werden, indem zwischen die Blätter aus Zellulosederivaten und die Glasblätter eine Schicht gelegt wird, welche eine Vinylverbindung enthält und indem die Vinylverbindung hierauf polymerisiert wird. Geschichtete faserige Produkte wurden früher auch durch Imprägnieren einer faserigen Unterlage mit llarnstoff-oder Phenol-Formaldehydharzen erzeugt.
Ein anderes für die Behandlung von porösem Material vorgesehlagenes Verfahren, welches sieh insbesondere für die Herstellung geschichteter Blätter aus faserigem Material anwenden lässt, besteht darin, dass ein schmelz- bares Polymer einer organisehen Sauerstoffverbindung, die mindestens zwei CH2 C4rnppen oder substituierte CH2 = C < -Grup- pen enthält, in die Zwischenräume des porösen Materials eingeführt wird, dass mehrere Lagen des behandelten Materials übereinandergelegt werden, und dass das Polymer durch weiteres Polymerisieren in einen praktisch umschmelzbaren Zustand übergeführt wird.
Ein bekanntes Verfahren zum Überziehen der Oberflächen von Stoff oder andern faserigen Materialien besteht darin, dass Partikel, Körnchen oder Floeken eines synthetischen, thermoplastischen Harzes auf einem Träger verteilt werden, dass das Harz durch Erhitzen plastisch gemacht wird, dass der Stoff oder anderes faseriges Material auf das erhitzte Harz oder zwischen Schichten desselben gebracht wird und dass zwecks Vereinigung des Harzes und des Stoffes bzw. des andern Materials Druck angewendet wird, wobei der Stoff oder das andere Material einoder beidseitig überzogen wird.
Es ist vorgeschlagen worden, diese Methode in einem sogenannten kontinuierlichen Verfahren mit Hilfe einer Apparatur anzuwenden, die einen oder mehrere Träger, die dazu bestimmt sind, hin terehiander an einer Heizvorriehtung vorbeibewegt zu werden, eine Harzpartikel, -körnehen oder -flocken verteilende Vorrichtung, eine Druckvorrichtung und eine Kühlvorrichtung aufweist. Die in einer solchen Apparatur verwendeten Träger können endlose Bänder sein. Nach einem ähnlichen Verfahren zur Herstellung von lamelliertem Glas wird ein geschichtetes Gebilde aus Glasblättern und einem Bindemittel für dieselben zwischen zwei endlosen Transportbändern einem Druck unterworfen.
Ein weiteres Verfahren zur Herstellung geschichteten, faserigen Materials besteht darin, dass das Gebilde aus faserigem Material und Klebemittel durch ein elektri sches Hoehfrequenzfeld und durch eine Presse geführt wird. Die Anwendung von Methoden der oben beschriebenen Art für die Erzeugung von geschichteten Materialien, die aus verklebten Blättern aus biegsamen, faserigen Materialien zusammengesetzt sind, war bis jetzt ein schwieriges Problem, da kein einfaches Verfahren bestand, mittels welchem solche Methoden in industriellem Massstab angewendet werden konnten. Es besteht deshalb seit langer Zeit die Nachfrage nach einem derartigen Verfahren.
Dieser Mangel soll nun durch das erfin dungsgemässc Verfahren behoben werden, wel ches sich dadurch kennzeichnet, dass man eine Mehrzahl von Blättern aus biegsamem verarbeitetem Fasermaterial mit einer Substanz behandelt, welche eine Flüssigkeit enthält, die eine eine CH2 = (J < -Gruppe pro Molekül aufweisende Verbindung enthält und durch Polymerisation in den festen Zustand überführbar ist, die behandelten Blätter an einer Walze vorbeibewegt und gegen diese anpresst, um die genannte Substanz gleichmässig in den auf diese Weise zu einem geschichteten Gebilde vereinigten Blätter zu verteilen, und das geschichtete Gebilde durch eine Zone führt, in welcher die Polymerisation herbeiführende Bedingungen herrsehen,
während das geschichtete Gebilde derart zusammengehalten wird, dass die einzelnen Blätter zueinander in paralleler Lage verbleiben, bis die genannte Substanz infolge Polymerisation ihrer polymerisierbaren Bestandteile in den festen Zustand übergegangen ist, wobei die Polymerisation bei einer Temperatur durchgeführt wird, die unter dem zur Foly- merisation angewendeten Druck unterhalb der Siedepunkte der einzelnen Bestandteile der genannten Substanz liegt. Dieses Verfali- ren kann in kontinuierlicher Weise durchgeführt werden.
Für die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens sind diejenigen biegsamen Fasermaterialien geeignet, die z. B. durch Weben, Verfilzen oder Flechten erzeugt worden sind. Natürlich vorkommende Fasermaterialien sind ungeeignet, sofern sie nicht in einer von ihrer natürliehen Form verschiedenen Form verwendet werden. So eignet sieh beispielsweise Holz nicht für die Durehiüh- rung der vorliegenden Erfindung. Hingegen eignen sieh Papier und Karton, die durch Verfilzen von Holzfascrstoff erhalten werden. Glasgewebe, Asbestpapier, Leinen- und Baumwolltuch sind Beispiele anderer geeig nester biegsamer verarbeiteter Faserinateria- lien.
Die Behandlung der Blätter kann aus einem Überziehen und/oder Imprägnieren der Blätter mit der genannten Substanz bestehen. Die Blätter werden gewöhnlich z'vecks Bildung eines Gefüges zusammengepresst, indem sie zwischen Walzen hindurchgeführt werden. Es kann jedoch jede andere, mit der Erfindung in Einklang befindliche Mc- thode der Druekerzeug mg angewandt werden.
So können die vereinigten Blätter hunter einem Zug über die Oberfläche einer rotierenden Trommel geführt werden.
Bevorzugt wird ferner, dass während dieses Pressvorganges aus allen Teilen der Blattluan- ten etwas Flüssigkeit ausgesehieden wird.
Das vorliegende Verfahren wird vorzngs- weise bei Atmosphärendruck durchgeführt um die Verwendung von teuren Druekvol- richtungen zu umgehen.
Als Flüssigkeiten, die durch Polynierisa- tion in den festen Zustand überführbar sind, eignen sieh für die Durchführung des vorliegenden Verfahrens solche Flüssigkeiten, die durch Polymerisation in bei Raumtemperatur feste Materialien übergeführt werden können und aus ungesättigten, organischen, eine oder mehrere CH2 = C # - Gruppen pro Molekül enthaltenden Verbindungen bestehen. Diese Verbindungen werden im folgenden als Monomere bezeichnet. Die Imprägnier-bzw. überzugbildende Substanz kann ausser einem oder mehreren der genannten Monomere eine oder mehrerer ungesättigte organische Verbindung gen, die mit dem bzw. den genannten Monomeren unter Bildung von Heteropolymeren reagieren, enthalten, z.
B. Alaleinsäureanhy- drid oder das Veresterungsprodukt von Malein- säure oder Fumarsäure mit einem zweibasisehen Alkohol. Die Viskosität der Imprägnier- oder Deckflüssigkeit kann erhöht und deren Sehrumpfung oder Polymerisation vermindert werden, indem polymere Substanzen in der Flüssigkeit gelöst und/oder suspendiert werden. Es werden polymere Substanzen bevorzugt, die sich mit dem Polymer oder lleteropolymer der polymerisierbaren, ungesättigten, organischen Verbindungen vertragen.
Die polymerisierbare Flüssigkeit kann auch Hilfsstoffe, beispielsweise Plastifiziermittel, färbende Materialien, die in der Flüs sigkeit gelöst oder suspendiert werden, und Polymerisationskatalysatoren und polymerisationshemmende Mittel enthalten. Die Im- prägnier- bzw. überzugbildende Substanz kann von beweglicher, sirupartiger oder pa stenähnlieher Konsistenz sein.
Die Imprägnier- bzw. überzugbildende Substanz sollte vorzugsweise eine kleine Menge eines Polymerisationskatalysators, beispielsweise 0,01 bis 5 % desselben, bezogen auf das Gewicht der polymerisierbaren Bestandteile der Substanz, enthalten. Als Beispiele geeigneter Katalysatoren sind organische Peroxide, wie Benzoyl-und Laurylperoxyd, und N Nitrosoacrylaryl - amine, wie N - Nitrosoacetanilid und N-Nitrosobenzanilid, zu nennen.
Organische Peroxyde sind für die Be sehlennigung der Polymerisation bei er höhten Temperaturen, wie 30 bis 100 C !, besonders brauchbar. Die Imprägnier-bzw. überzugbildende Substanz kann mit Hilfe irgendwelcher im Fach bekannter Mittel auf das Fasermaterial aufgetragen werden.
So können Decksubstanzen mittels Bürsten aufgetragen werden oder zuerst durch Wal- zen aufgenommen und hierauf auf die Oberfläche des Materials aufgetragen werden. Ge wünsehtenfalls kann durch das biegsame Material ein Überschuss der Dceksubstanz aufgenormen werden, worauf ein Teil der Substanz mittels Abstreiehmesser entfernt wird.
Man kann die genannte Substanz auf die einzelnen biegsamen Blätter auftragen und diese hierauf zusammenbringen, oder aber die Blätter zwecks Erzeugung eines geschichteten Gebildes zusammenbringen und hierauf überziehen oder imprägnieren. Günstig ist, dass bei der Operation des Überziehens der Blätter mit der überzugbildenden Substanz nicht not- wendigerweise beide Seiten eines jeden Blattes überzogen werden müssen, vorausgesetzt, dass nachträglich, wenn die überzogenen Blätter zusammengefügt und gepresst werden, die Substanz sieh praktisch gleichmässig im geschichteten Gebilde verteilt.
Nähert sich die Polynierisationsteiiiperatur dem Siedepunkt eines Bestandteils der Deck- oder Imprägnierflüssigkeit, welcher Fall beispielsweise eintritt, wenn die genannte Flüssig keit Methylmethacrylat enthält und die Polymerisationstemperatur 80 C beträgt, so sollte die Verdampfung dieses Bestandteils durch Auftragen biegsamer Blätter aus Material, welches für den Dampf des flüchtigen Bestandteils undurchlässig ist, auf beiden Seiten der geschichteten Gebilde möglichst vermindert werden, mindestens während der letzten Phasen der Polymerisationsreaktion.
Bevorzugt werden biegsame, undurehlässige Blätter, die breiter sind als die Blätter aus biegsamem Fasermaterial, so dass zu beiden Seiten des Gefüges eine Überlappung der genannten undurchlässigen Blätter entsteht, derart, dass die überlappenden Teile zu beiden Seiten des geschichteten Gebildes zusammengsbracht werden können, damit sie einander an ihren Rändern berühren und so die Verdampfung aus den Rändern des geschichteten Gebildes vermindern. Die biegsamen, nndurchlässigen Blätter können in ihre die Blätter aus biegsamem, verarbeitetem Fasermaterial abdekkende Lage verbracht werden, bevor die let-z teren gegen die Walze zusammengepresst werden, oder auch nachher.
Gegebenenfalls ist es notwendig, diese biegsamen, undurehlässigen Blätter mit einem Abstreifmittel, wie z. B. Äthylpalmftat, zu überziehen, um die Klebwirkung zwischen diesen Blättern und den erzeugten geschichteten Materialien zu verringern.
Die Natur des undurchlässigen Materials ist bezüglich der Tragweite der vorliegenden Erfindung nicht wichtig, vorausgesetzt, dass sich dieses zu Blättern verarbeiten lässt und die Polymerisation der polymerisierbaren Bestandteile der Imprägnier-bzw. überzugbildenden Substanz nicht hemmt. Normalerweise kann dieses undurchlässige Material ohne Schweierigkeit auf Grand der im Fach bereits gesammelten Erfahrungen ausgewählt werden.
Gewünschtenfalls kann das ausgewählte Ma- terial durch eine einfache Prüfung auf seine Velsvendbarkeit untersucht werden. Als Materialien, die sich in Verbindung mit den meisten Monomeren verwenden lassen, eignen sieh Blattgummi und Metallfolien, die mit Gelatine überzogen sind. Ein speziell bevorzuges undurchlässiges Material ist regenerierte Zellulose.
Die letzte Phase der Polymerisation im erfindungsgemässen Verfahren wird vorzugsweise bei höherer Temperatur vollzogen als die Anfangsphasen der Polymerisation. Dies erlaubt, restliche Ionomere aus dem gesehieh- teten Material zu eliminieren, entweder durch Polymerisation oder Verdampfung. Enthält ein verwendetes Monomer zwei oder mehrere nicht konjugierte CH2 = C#-Gruppen pro Molekül, so können im Harz Querverbindungen entstehen, wobei dieses erhärtet.
Eines der für allgemeine Zwecke am meisten geschätzten erfindungsgemässen Produkte wird dann erhalten, wenn das biegsame Fa sermaterial aus Papier oder Baumwollstoff besteht und die Imprägnier-bzw. überzugbildende Substanz in der Hauptsache monomeres oder teilweise polymerisiertes Methylmetha- erylat enthält.
Derartige geschichtete Materialien besitzen gute elektrische Eigenschaften und eine gute Oberfläehenbeschaffenheit. Sie eignen sich zur Anfertigung verschiedenartiger Bestandteile, wie Tafeln, Tisehplatten, Lampenschirme, Seitenwände und Oberteile von Koffern. Die geschichteten Materialien können für Träger in verschiedenartigen Bestandteilen elektrischer Ausrüstungen verwen- det werden und lassen sich, wenn auf die Erweichungstemperatur des Harzes erhitzt, in einem Ausmass verformen, das von der Elastizität des faserigen Blattmaterials abhängt.
Wertvolle feuerbeständige Materialien wer- den verhalten, wenn als Fasermaterial Asbest zusammen mit einem Monomer, welches ein unbrennbares Polymer bildet, beispielsweise Mofliyl-a-chloracrylat, verwendet wird.
Gewünsehtenfalls kann man zwischen Schichten des überzogenen oder imprägnier- ten, biegsamen Fasermaterials Lagen ans Drahtgeflecht einlegen und das geschichtete Gebilde erfindungsgemäss zusammenpressen, vorausgesetzt, dass das Drahtgeflecht nicht derart angewendet wird, dass beim Zusammen- pressen der Blätter eine gleichmässige Ver- teilung der Imprägnier- bzw. überzugbilelen- den Substanz in diesen Blättern verhindert wird.
Für gewisse Anwendungszweeke ist es zweekmässig, verstärkte biegsame Blätter aus : Fasermaterialien, beispielsweise solche Blätter zu verwenden, die mit entweder aufs Geratewohl angeordneten oder in die Blätter aus Fasermaterial eingewobonen Drahtlizen verstärkt sind.
Besteht die Imprägnier- bzw. überzugbildende Substanz in der Hauptsache aus mono innerem oder teilweise polymerisiertem Styrol, so werden Produkte erhalten, die für elektrische Ausrüstungen besonders nützlich sind.
So werden Tafeln von geringen Verlustfaktor und hohem spezifisehem elektrischen ANTider- stand erhalten, wenn das Fasermaterial aus Asbest und Glas besteht und die Flüssigkeit bei der Polymerisation in Polystyrol verwandelt wird.
Tafeln mit matter Oberfläehellbesehaffen- heit werden erhalten, wenn die äussere Seite der äussern Blattes aus Fasermaterial mit der genannten Substanz nicht überzogen wird und wenn der auf das geschichtete Gebilde ausgeübte Druck ungenügend hoch und die Viskosität der Substanz nicht genügend tief ist, unl die letztere durch das Gefüge dieser äussern Schicht zu treiben.
Tafeln mit harter, kratzfestor Oberfläche können erhalten werden, wenn das äussere Blatt bzw. die äussern Blätter mit einer Substanz überzogen oder imprägniert werden, welche eine beträcht liche Menge einer mehr als eine nicht konjugierte CH2 = C#-Gruppe pro Molekül enthaltenden Verbindung enthält. Substanzen, die mehr als eine CH2 = C#-Gruppe im Molekül enthalten, sind für die Herstellung dieser harten äussern Schicht besonders geeignet, da ihre festen Polymere einen Grad von Thermoplastizität aufweisen, der es er möglichst, die daraus erzeugten Platten zu formen.
Tafeln, die nicht leicht brennen oder ansdörrcn, werden erhalten, wenn vor der Pressoperation des Verfahrens auf dem einell oder den beiden äussern Blättern des Gefü ges ein Blatt aus Drahtgeflecht angebracht wird. Es können auch dekorative Effekte erzielt werden, indem das äussere Blatt ans faserigem Material mit einem gefärbten, beispielsweise aufgedruckten Muster versehen wird. Die Wahl der färbenden Materialien muss jedoch vorsichtig getroffen werden, da gewisse färbende Materialien während der Polymerisationsoperation entfärbt werden.
Es können auch gewellte Blätter aus ge schichtet ein Material hergestellt werden, indem ein geschichtetes Material über den Erweichungspunkt des darin enthaltenen Harzes erhitzt wird. Gewellte Blätter, die entweder thermoplastische Harze oder Harze mit
Querverbindungen enthalten, können aber auch erhalten werden, wenn das geschichtete Gebilde ein Material, welches biegsam ist, nach dem Biegen jedoch seine Gestalt beibehält, beispielsweise Drahtgeflecht, enthält, und wenn dem Schichtgebilde, naehdem es mittels der obgenannten Walzen zusammengepresst worden ist, eine gewellte Gestalt verliehen wird,
bevor die Imprägnier-bzw. überzugbildende Substanz durch Polymerisation in den festen Zustand übergeführt wird.
Eine für die Herstellung eines mehrschich- tigen Materials gemäss der vorliegenden Erfindung geeignete Apparatur ist in der beiliegenden Zeichnung schematisch dargestellt.
# bezeichnet ein Gestell, welches eingerichtet ist, um 12 Stoffrollen eines maximalen Durchmessers von 20,3 cm zu tragen (wobei jede Rolle einer auf einem Zylinder des Durchmessers von 3,8 cnl aufgewickelten Stoffmenge von 91,4 m à 113,5 g entspricht). Der Stoff wird auf Kartonzylindern aufgewickelt, die auf Stahlwellen mittels geschlitzten Holzkegeln starr befestigt sind.
B stellt eine Führung dar, die aus glatten Stahlstäben des Durchmessers von 1,3 cm besteht. Jedes Stoffblatt läuft durch ein Paar dieser Stäbe hilidurch. Es sind senkrechte Stahlstreifen eingebaut, so dass die Führung der Stoffe verschiedener Breite verwendet werden kann.
C stellt eine Zugvorrichtung dar, die aus zwei Stahlstäben besteht, welche verstellbar angeordnet werden können, so dass auf das geschichtete Stoffgefüge der gewünschte Zug ausgeübt werden kann.
D ist ein galvanisierter Stahltrog, weleher die Imprägniersubstanz in Form eines Sirups enthält. Man hält den Stoff unter der Oberfläche des Sirups, indem man ihn unter sechs Stahhvalzen des Durehmessers von 2,86 cm laufen lässt.
E und E1 sind zwei aus Blättern regenerierter Zellulose bestehende Walzen, die derart angeordnet sind, dass ein Klemmorgan entsteht, durch welches die geschichteten Stoffstapel hindurehgeführt worden.
F ist eine Polymerisationskammer, die in Achsenabständen von 15,2 cm mit Walzen eines Durchmessers von 2,86 ein ausgerüstet sind. Die obern Walzen liegen auf dem obern Zelluloseblatt auf, wobei kein zusätzlicher Druck angewendet wird. Eine Länge von 7,2 m und eine Breite von 1,2 m sind typische Masse für diese Kammer. Die Kammer ist mit einem Umlaufsystem für Heissluft ausgerüstet, wobei die Luft über mit Rippen versehene Dampfschlangen und dann quer durch die Rammer geleitet wird.
Dadurch, dass die Luft in der Querrichtung statt in der Längsrichtung durch die Kammer geleitet wird, kann die Ablenkung des Luftstromes durch die Walzen in beträchtlichem Ausmass vermieden werden, wobei die Unregelmässigkeiten in der Erhitzung des Schichtgebildes stark vermindert werden.
G ist eine Hochtemperaturkammer der Länge von 6,1 m und einer Breite von 1,2 m, die mit 5,1 cm dicken, in einem Achsenabstand von 30,5 cm angeordneten Walzen ausgerüstet ist. Die Kammer wird gewöhnlich bei einer Temperatur von 1000 C mittels Dampfschlangen erhitzt. In dieser Kammer wird die Potymerisation des in der Substanz enthaltenen Monomers zu Ende geführt. Die schwereren Walzen bewirken infolge des von ihnen ausgeübten zusätzlichen Druckes eine Verbesserung der Oberflächenbeschaffenheit des geschichteten Blattes.
H ist ein Paar mit Gummi überzogener Walzen von 10,2 cm Durchmesser, die mit tels eines Motors durch ein Reduktionsgetriebe angetrieben werden.
Die vorliegende Erfindung ist im folgenden Beispiel eräutert.
Beispiel:
Unter Anwendung der im vorangehenden in Verbindung mit der Zeichnung beschriebenen Apparatur wird ein aus sieben mittels Polymethylmethacrylat verklebten Stofflagen bestehendes geschichtetes Material hergestellt.
Sieben Rollen aus 1,14 m breitem Stoff, welcher von der Borte befreit worden ist, werden am Gestell A angebracht. Zwei 1,18 m breite Rollen regenerierter Zellulose werden bei E und E1 eingebaut.
Der Trog D wird durch einen Zustrom von Polymethylmethacrylatsirup fortwährend nachgefüllt. Dieser wird erhalten, indem monomeres Methylmethacrylat in Gegenwart von 0,2 0/o Benzoylperoxyd, bezogen auf das Gewicht des Monomers, liter Einwirkung von Hitze polymerisiert wird, bis das Produkt eine bei 200 C gemessene Viskosität von 5 Poisen aufweist. 0,42 % Benzoylperoxyd wird dem Sirup zugesetzt, bevor er verwendet wird.
Die Polymerisafionskammer wird bei einer Temperatur von 600 C gehalten. Die Hoeh- temperaturkammer wird mittels Dampfschlangen auf eine Temperatur von 100 C erhitzt.
Die sieben bei C vereinigten Stoffblätter werden bei Raumtemperatur durch den Sirup geführt. Der imprägnierte Stoff wird direkt zwischen die beiden Rollen von regenerierter Zellulose in Folienform geleitet, wobei je eine Lage Zellulosefolie auf die beiden äussern Oberflächen des Stoffschiehtgebildes abgewickelt wird. Der infolge der lilemmwir- kung zwischen den Rollen ausgeübte Druck genügt, um den Sirup im Stoffschichtgebilde zu verteilen und das Ausstossen kleiner Mengen des Sirups an den Rändern des Stoffes zu verursachen. Der Stoff wird zwischen den Rollen aus regenerierter Zellulosefolie hin- durchgeführt, derart, dass zu beiden Seiten des Stoffschichtgebildes eine Überlappung ans Zeilulosefolie entstehen kann.
Der ausgeschiedene Sirup bildet an beiden Seiten zwischen den überlappenden Teilen einen Verschluss, der während der Polymerisation die Verdampfung übermässiger Mengen des Mothylmethaerylatmonomers aus dem Stoffschichtgebilde wirksam verhindert.
Man lässt das Stoffgefüge mittels der mit Gummi überzogenen Walzen H mit einer Geschwindigkeit von 1,46 m pro Stunde durch die Polymerisationskammer und die Hoehtem- peraturkammer laufen, wobei das Gefüge während 2lA Stunden in der Polymerisationskammer erhitzt wird.
Das Produkt wird in Stücke passender Länge zersägt. Die überzüge aus regenerierter Zellulose werden nötigenfalls vor dem Ge- brauch des Produktes abgestreift. Das Produkt weist eine Dicke von 2 mm auf. Es besitzt ein gefälliges Aussehen und eine gute Oberflächenbeschaffenheit und ist nicht durch Falten im Stoff verunstaltet. Die physikalischen Eigenschaften des Blattes sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Eigenschaft Richtung der Bestimmter Wert
Prüfungsbeanspruchung Harzgehalt - 41 %
Kette 910 kg/em2 Reissfestigkeit in kg/em2 Schuss 735 kg/cm2 50
Diagonale 665 kg/cm
Kette 56 000 kg/cm2 Elastizitätsmodul in kg/cm2 Schuss 49 000 kg/cm
Diagonale 38 500 kg/cm2 XVasserabsorption in Gew.-Proz. (24 Stunden) - 1,09 o/o 55 Wasserabsorption in Gew.-Proz., nachdem die
Oberfläche durch Hammerschläge stark - 1,22 o/o beschädigt worden ist (24 Stunden)