CH273335A - Verfahren und Vorrichtung zum Bestimmen des Verhaltens von Rüttelbeton während des Rüttelvorganges. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bestimmen des Verhaltens von Rüttelbeton während des Rüttelvorganges.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Bestimmen des Verhaltens von Rüttelbeton während des Rüttelvorganges. Bei der Herstellung des Betons auf Bau stellen ist es vorteilhaft, vor dem Einrütteln desselben das zu erwartende Verhalten, ins besondere die Volumenverminderung und die Ausscheidung von Flüssigkeit, zu kennen.
Bisher wurde für diese Prüfung auf Bau stellen vor allem die Würfeldruckprobe aus geführt, welche die Festigkeit des erhärteten Betons anzeigt. Zu diesem Zwecke Versuchsmenge Beton in ein besonders ge formtes Gefäss bzw. auf eine kleine Ausbreit platte gebracht und einer bestimmten An zahl von Hubstössen aus einer gleichbleiben den Höhe ausgesetzt. Dadurch trat eine Verformung des Betonkörpers ein, die ge messen und registriert wurde. Der Vergleich der Messergebnisse nach einer verschiedenen Anzahl von Hubstössen ergab das zu erwar tende Verhalten. Zwischenwerte waren nicht möglich, ebenso handelte es sich nur um einen Vergleich, da die Hubstösse und das Rütteln nicht dasselbe Verhalten ergeben. Ein weiteres Verfahren der Verarbeitbarkeit von Frischbeton erfolgte durch Messung der Stromaufnahme einer Mischmaschine.
Zur Beurteilung von Beton wurde von H. Lenhard in der Zeitschrift Zement 1942, Heft 11-14, Zur Frage der praktischen Bedeutung der vollkommenen Frischbeton verdichtung , die sog. Vollkommene Frisch betonverdichtung eingeführt. Dabei ver steht man einen Verdichtungsgrad des fri schen Betons, der dadurch erreicht wird, däss der Beton so lange verdichtet wird, bis die Masse völlig luftfrei ist, also das Luftporen volumen gleich Null wird. Um dies zu errei chen, wurde u. a. auch vorgeschlagen, Beton in Würfelform einzurütteln und dann das spezifische Gewicht der Würfel zu bestimmen.
Alle die Verfahren und Vorrichtungen erwiesen sich als ungenügend, da bei ver schieden gearteten Betonmischungen der zeitliche Ablauf des Vexformungsvorganges sehr verschieden ist. Die indirekte Methode, d. h. durch Rückschluss aus einem bestimm ten auf ein anderes Verhalten, hat sich nicht bewährt.
Diese Nachteile werden durch das erfin dungsgemässe Verfahren zum Bestimmen des Verhaltens von Rüttelbeton während des Rüttelvorganges beseitigt. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass das laufende Verhalten von Rüttelbeton beim baustellen mässigen Rüttelvorgang in bezug auf Volu menänderung und Flüssigkeitsausscheidung bestimmt wird, indem die durch Rüttelwir kung erzielte Volumenverminderung eines mit Beton gefüllten Probebehälters sowie die ausgeschiedene Flüssigkeitsmenge lau fend gemessen und selbsttätig in Schaubil dern aufgezeichnet werden.
Die Erfindung umfasst auch eine Vorrich tung zur Ausführung des Verfahrens, die darin besteht, dass ein zur Aufnahme des Betons bestimmter Behälter n-indestens eine Rüttelvorrichtung aufweist und mit einem beweglichen, durchlässigen Deckel abge schlossen ist, und dass die austretende Flüssigkeit gesammelt und die Deckelbewe gung registriert werden kann.
In der Zeichnung sind in den Fig. 1, 2 und 3 drei beispielsweise Ausführungsformen von zur Durchführung des erfindungsge- mässen Verfahrens geeigneten Vorrichtungen im Schnitt dargestellt. Im folgenden soll auch das erfindungsgemässe Verfahren an diesen Ausführungsformen beispielsweise näher er läutert werden. In Fig. 1 ist ein ortsfest ange ordneter Behälter 1, der etwa birnenförmig ausgebildet ist und in Lagern 2 ruht. In diesen Behälter wird der mit 3 bezeichnete Beton eingebracht.
Der Behälter ist gerade so gross gebaut, dass die von unten her hineinragende Rüttelvorrichtung 4 eben noch in der Lage ist, auf alle Stellen des Betons einzuwirken. Der verwendete Rüttler 4 ist zweckmässig ein Rüttelgerät gleicher Bauart und Stärke wie beim Einformen an der Bau stelle. - Der entsprechend schwer ausgebil dete, an seiner Aussenseite dachförmig ab geschrägte Deckel.5 ist so beweglich aufge setzt, dass er die Sackungen des Betons ohne Hohlraumbildung mitmacht. Durch geeignete Öffnungen 6 kann neben Luft auch Wasser, bzw. Zementleim, austreten, welche Flüssig keiten dann in einem geeichten, mit dem Deckel 5 verbundenen Messgefäss 7 gesammelt werden können.
Unter dem Einfluss der Rüttelbewegungen wird sich der Deckel zunächst satt auf die Oberfläche des Betons auflegen, bei weiterem Rütteln wird er mit nachsacken. Die Setzun gen des Deckels werden von einer Schreib vorrichtung 8 in an sich bekannter Weise registriert. Um zu verhindern, dass die Rüttel stösse auf die Schreibvorrichtung mit über tragen werden, sind zwischen dem Deckel 5 und dem Registrierwerk elastische Glieder, z. B. in Form einer Feder S, sowie eine ent sprechend grosse Masse 10 eingeschaltet.
Bei Bemessung der Masse 10 ist darauf zu achten., dass die Eigenschwingungszahl des Registrier- werkes nicht mit der Frequenz des Rüttel gerätes übereinstimmt. Bei dem dargestellten Ausführungsbei spiel besteht die Verbindung des Deckels 5 mit dem Registrierwerk aus einem doppel- armigen Hebel 11, der bei 12 drehbar gelagert ist.
In der Praxis haben sich jedoch Verbin dungen bewährt, die gewährleisten, dass zu Beginn der Bewegung die zunächst grösseren Setzungen des Betons in einem kleineren Massstab aufgezeichnet werden, während ins besondere im allerletzten Teil der Bewegung die sehr kleinen, aber für die Beurteilung des Betons wichtigen Sackungen in ungleich grösserem Massstab aufgezeichnet werden. So kann z. B. ein Mechanismus eingebaut sein, der nach einer bestimmten Zeitdauer oder Senkung das Übersetzungsverhältnis auto matisch ändert, z.
B. durch Zahnradüber setzung. - Durch genaue Eichung des Ge fässes kann bei jeder Stellung des Deckels der Inhalt abgelesen und bei bekanntem Füll gewicht das spezifische Gewicht in einfachster Weise bestimmt, eventuell laufend abgelesen werden.
Den Aufzeichnungen des Gerätes kann man nun meist schon mit einem Blick ent nehmen, ob und in welcher Zeit durch das baustellenmässige Rütteln ein bestimmter, gewc,llter Verdichtungsgrad, insbesondere die vollkommene Frischbetonverdichtung er reicht wird, bzw. wie weit die Rüttelwilligkeit des Betongemenges verbessert oder die Rüttel zeit verlängert werden muss, um dies zu erreichen. Gleichzeitig kann das Betonvolu men abgelesen und das spezifische Gewicht mitbestimmt werden. Die Kurven lassen er kennen, in welcher Weise die Verdichtung im Laufe des Rüttelvorganges allmählich fort schreitet.
Sie geben Werte, welche unmittel- bar auf die Verhältnisse auf der Baustelle selbst übertragen werden können.
Fig. 2 zeigt ein anderes Ausführungsbei spiel einer Vorrichtung, welche besonders zur Prüfung von Rüttelgrobbeton ausgebildet ist. Hier werden zweckmässig an Stelle des in das Innere des Behälters hineinragenden Innen- rüttlers 4 sogenannte Aussenrüttler 13 ver wendet. Dadurch kann man einen einheit- lichen, grösseren Prüfkörper untersuchen, welcher Zuschlagstoffe mit grösserem Korn enthalten kann, wie dies heute auf Massen betonbaustellen gefordert wird.
Der Behälter kann auch aus einem durchsichtigen Werkstoff sein, womit die Veränderungen beim Rüttelorgan mit dem Auge und einem optischen Gerät beobachtet werden können. Da der Aktionsbereich eines Rüttlers begrenzt ist, kann ein zweiter Rüttler eingebaut sein, wobei der Abstand eingestellt werden kann.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig.3 erfolgt die Registrierung über einen Seilzug 14, der über Rollen zum Registrierapparat führt. In der Figur sind die Stellungen des Deckels 5 vor und nach dem Rütteln einge zeichnet. Der Behälter 1 weist eine zusätz liche Druckform 15 auf. Diese Druckform 15 ist so angebaut, dass während des Rüttelvor ganges der Beton auch in dieser Druckform verdichtet wird. Der so erhaltene Beton würfel weist die Normmasse auf, die von der Betonprüfstelle gefordert werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Bestimmen des Ver haltens von Rüttelbeton während des Rüttel vorganges, dadurch gekennzeichnet, dass das laufende Verhalten von Rüttelbeton beim baustellenmässigen Rüttelvorgang in bezug auf Volumenänderung und Flüssigkeitsaus scheidung bestimmt wird, indem die durch Rüttelwirkung erzielte Volumenverminde rung eines mit Beton gefüllten Probebehäl ters sowie die ausgeschiedene Flüssigkeits menge laufend gemessen und selbsttätig in Schaubildern aufgezeichnet werden. II.Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein zur Aufnahme des Betons bestimmter Behälter mindestens eine Rüttelvorrichtung aufweist und mit einem beweglichen, durchlässigen Deckel abge schlossen ist und dass die austretende Flüssig keit gesammelt und die Deckelbewegung registriert werden kann. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die in der ersten Zeit des Rüttelvorganges eintretenden grösse ren Setzungen der Betonmasse von der Regi- striervorrichtung in einem kleineren Mass stab aufgezeichnet werden als die im weiteren Verlauf der Rüttelung auftretenden kleine ren Setzungen, wobei der Aufzeichnungs- massstab der letzteren vergrössert wird. 2.Vorrichtung nach Patentansprucb II, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel mit seiner Aussenseite dachförmig abgeschrägt und mit einem das beim Rüttelvorgang aus laufende Wasser auffangenden Messgefäss ver bunden ist. 3.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass in -dem zur Proberüttelung ver wendeten Betonbehälter mindestens eine ge normte Würfeldruckform angebaut ist, dass während des Rüttelvorganges der Beton auch in diesen Druckformen verdichtet wird. 4. Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 2 und 3, dadurch ge- kennzeichnet, dass am Rüttelbehälter min destens zwei Rüttelvorrichtungen eingebaut sind, deren gegenseitiger Abstand verändert werden kann. 5.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 2 bis 4, dadu rch gekenn zeichnet, dass der Behälter aus einem durch sichtigen Werkstoff gebaut ist, welcher ge stattet, die Veränderungen im Beton wäh rend des Rüttelvorganges mit dem Auge und einem optischen Gerät zu verfolgen.
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